CO2-Rechner: 5 Webseiten, mit denen du deine Klimabilanz errechnen kannst

CO₂-Rechner Klimabilanz
Foto: CCO / Pixabay / NeuPaddy

CO₂-Rechner gibt es zuhauf in den Weiten des Internets. Doch wie funktionieren sie eigentlich? Und worin unterscheiden sie sich? Wir haben recherchiert und stellen dir hier 5 Rechner vor, mit denen du deine persönliche Klimabilanz errechnen kannst.

Wie funktionieren CO₂-Rechner?

Der CO₂-Rechner fragt verschiedene Daten ab z.B. zu Haushalt, Verkehr, Mobilität, Freizeitbeschäftigung oder Ernährung. Je mehr verschiedene Daten abgefragt werden, umso differenzierter ist am Ende das Ergebnis. Für jede Angabe verbucht der Rechner eine CO₂-Menge auf das CO₂-Konto. Die zusammengerechnete Menge wird auch Ökologischer Fußabdruck genannt. Den Fußabdruck oder die CO₂-Menge stellt er dem Durchschnittsverbrauch in Deutschland und dem Soll-Wert entgegen. So hilft er, den eigenen CO₂-Ausstoß einzuschätzen. Als ideal gilt 1 Tonne pro Person. 2,5 Tonnen sind noch nachhaltig (vgl. Sauber Energie). In Deutschland wurden 2014 pro Kopf 8,93 Tonnen ausgestoßen (vgl. Statista). Einige Rechner gehen mit 11,6 Tonnen von einer höheren pro-Kopf-Emission aus.

CO₂-Rechner werden unter anderem verwendet, um die Höhe von Kompensationsleistungen zu ermitteln. So kannst du z.B. bei Flügen in Form von Spenden an Klimaprojekte CO₂ kompensieren. Gleichzeitig geben sie Anhaltspunkte, wo jeder im Alltag CO₂ sparen und damit den Klimawandel verlangsamen kann.

Warum gibt es CO₂ -Rechner?

Treibhausgase wie CO₂ tragen zur Klimaerwärmung bei
Treibhausgase wie CO₂ tragen zur Klimaerwärmung bei
(Foto: CCO / Pixabay / OpenClipart-Vectors)

CO₂ ist Kohlendioxid und das wichtigste Treibhausgas. Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung von Erdöl, Diesel, Gas oder Kohle als auch bei der Verbrennung von Biomasse. Es entsteht auch in der Landwirtschaft (z.B. in der Tierzucht) oder industriellen Prozessen (vgl. Umweltbundesamt).

Durch die Treibhausgase entsteht der Treibhauseffekt (englisch: Greenhouse effect). Die kurzwelligen Sonnenstrahlen treffen auf die Erdoberfläche und erwärmen diese. Die Erdoberfläche gibt einen Teil in Form von langwelligen Infrarotstrahlen wieder Richtung Weltall ab. Je mehr Treibhausgase in der Atmosphäre vorhanden sind, umso mehr Strahlung wird auf dem Weg ins All zurück auf die Erde geworfen. Im Gewächshaus ist dieser Effekt durchaus erwünscht. Auf der Erde wird er aber problematisch, denn langsam aber sicher erwärmt sich so die gesamte Atmosphäre und Erdoberfläche. Ohne Treibhausgase wäre das Leben auf der Erde unmöglich, denn sie würde auskühlen. Die vom Menschen verursachten Treibhausgase sind in den letzten Jahrzehnten jedoch so stark angestiegen, sodass wir heute mitten in einer nie dagewesenen Klimaerwärmung stecken (vgl. Umweltbundesamt).

CO₂-Rechner versuchen nun, eine persönliche CO₂-Bilanz zu errechnen. Sie wollen Einsparmöglichkeiten aufzeigen und zu einem CO₂-bewussten Lebensstil beitragen.

CO₂-Rechner des Umweltbundesamts

Der CO₂-Rechner vom Umweltbundesamt leistet gute Dienste
Der CO₂-Rechner vom Umweltbundesamt leistet gute Dienste
(Foto: Logo des Umweltbundesamt (http://www.umweltbundesamt.de/))

Der CO₂-Rechner des Umweltbundesamts kann innerhalb von 30 Sekunden mit nur wenigen Angaben ein grobes Profil des CO₂-Ausstoßes im Vergleich zum deutschen Durchschnitt errechnen. Der deutsche pro Kopf-Durchschnitt wird bei diesem Rechner mit 11,6 Tonnen angegeben. Dabei wird die öffentliche Emission miteinbezogen. Öffentliche Emission ist das, was wir nicht direkt persönlich ausstoßen, jedoch z.B. in der Industrie, der Landwirtschaft, im Rathaus, in Schulen etc. für uns ausgestoßen wird. Diese erste knappe Bilanz kann durch weitere Angaben zu Heizung, Strom, Mobilität, Ernährung und sonstigem Konsum weiter differenziert werden. Hierbei ist vielleicht ein kurzer Blick in die Stromrechnung nötig, alle anderen Angaben können geschätzt werden. Nach der CO₂-Bilanz kann ein CO₂-Szenario erstellt werden. Dieses stellt viele hilfreiche Tipps, wie CO₂ eingespart werden kann, vor. Das Umweltbundesamt informiert in seinem CO₂-Rechner zudem über politische Initativen und Gesetzesvorschläge, die bei einer Einführung CO₂ einsparen würden.

Fazit: leicht zu bedienen + viele hilfreiche Zusatzinformationen + Zukunftsvision (persönlich und politisch)

CO₂-Rechner von WWF

So sieht der CO₂-Rechner von WWF aus
So sieht der CO₂-Rechner von WWF aus
(Foto: Screenshot von http://wwf.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/popup/)

Mit dem CO₂-Rechner von WWF kannst du sowohl deine persönliche Bilanz als auch die Haushaltsbilanz errechnen. Auch bei dieser Rechnung werden sogenannte staatliche Emissionen anteilig mit in die persönliche Bilanz einbezogen. Dazu gehören laut WWF Verwaltung, Organisation des Sozialwesens, Infrastruktur oder Bildungsmaßnahmen. Der Aufbau des Rechners ähnelt dem vom Umweltbundesamt. Er ist leicht zu bedienen und auch hier brauchst du vermutlich nur beim Stromverbrauch in die Unterlagen schauen. Am Ende kannst du „ein Geschenk an die Erde machen“ und Ziele für eine Verbesserung festlegen. Diese Funktion ist jedoch nicht sehr anwendungsorientiert. Wenn du ein Konto anlegst, schickt WWF die Ergebnisse an deine E-Mailadresse. So kannst du Jahr um Jahr vergleichen, ob sich deine Bemühungen in der CO₂-Bilanz niederschlagen.

Fazit: leicht zu bedienen + einige Zusatzinformationen + Speichern der CO₂-Bilanz via E-Mail

CO₂-Rechner des Ministerium für ein Lebenswertes Österreich

So sieht der  CO₂-Rechner des Ministerium für ein Lebenswertes Österreich aus
So sieht der CO₂-Rechner des Ministerium für ein Lebenswertes Österreich aus
(Foto: Screenshot von http://www.mein-fussabdruck.at/)

Der CO₂-Rechner des Ministerium für ein Lebenswertes Österreich berechnet die CO₂-Bilanz anhand der Kategorien Wohnen, Ernährung, Mobilität und Konsum. Diese Bereiche werden sehr differenziert abgefragt. Dafür musst du jedoch auch ein bisschen Zeit einplanen. Der Rechner gibt nicht CO₂ in Tonnen an, sondern errechnet den CO₂-Ausstoß anhand „gha“, was für Globaler Hektar steht. Der globale Hektar wird nach der durchschnittlichen biologischen Produktivität weltweit errechnet. Durchschnittliche bedeutet hier, dass z.B. Wüsten einen niedrigeren Wert haben als Ackerbaugebiete oder der Regenwald, denn dort ist die Bioproduktivität niedriger. Nachhaltig wäre es, wenn jeder Mensch 1 gha bekäme. Der CO₂-Rechner geht nun davon aus, dass der Durchschnittswert in Österreich bei 5,3 gha liegt. Der österreichische Lebensstil ist vergleichbar mit dem Lebensstil in Deutschland, deswegen ist der Rechner auch für den Alltag in Deutschland geeignet. Dein Ergebnis beschreibt dann, welchen Flächenbedarf du aufgrund deines Lebensstils hast und wie viel Erden dafür gebraucht werden. Auch wenn diese Berechnungsmethode zunächst kompliziert erscheint, so ist die Aussage, wie viele Erden man bräuchte konkreter als der CO₂-Ausstoß in Tonnen.

Fazit: leicht zu bedienen + braucht etwas mehr Zeit + sehr differenziert + konkretes Ergebnis

CO₂-Rechner der BUNDJugend

Die animierte Startseite des CO₂-Rechners der BUNDJugend
Die animierte Startseite des CO₂-Rechners der BUNDJugend
(Foto: Screenshot von http://footprint-deutschland.de/inhalt/berechne-deinen-fussabdruck)

Der CO₂-Rechner der BUNDJugend ist vor allem für Kinder oder Jugendliche geeignet. Er ist sehr alltagsnah (Duschzeiten, Mülltrennung, Nutzung von Elektrogeräten…) und leicht verständlich. Außerdem ist er ansprechend animiert. Auch dieser CO₂-Rechner arbeitet mit dem globalen Hektar und zeigt am Ende an, wie viele Erden man für den eigenen Lebensstil bräuchte. Am Ende kannst du dir alltagstaugliche Tipps anzeigen lassen, die CO₂ sparen helfen.

Fazit: sehr leicht zu bedienen + für Kinder/Jugendliche geeignet + konkretes Ergebnis + alltagsnahe Tipps

Emissionsberechnung für Flüge und Autos

Bei Flugreisen wird besonders viel CO₂ ausgestoßen
Bei Flugreisen wird besonders viel CO₂ ausgestoßen
(Foto: CCO / Pixabay / Holgi)

atmosfair.de berechnet den CO₂-Ausstoß speziell für Flugreisen. Der Rechner ist sehr einfach zu bedienen. Es muss nur der Start- und der Zielflughafen eingegeben werden. Die Ergebnisse des eigenen Fluges werden dann mit der Pro-Kopf-Jahresemission in Indien verglichen, mit der Emission von einem Jahr Autofahren und mit dem klimaverträglichen Jahresbudget eines Menschen. Dieses liegt im Rechner von atmosfair bei 2,3 Tonnen. Zu guter Letzt wird ein Kompensationsbeitrag vorgeschlagen. Mit diesem Beitrag werden Klimaschutzprojekte z.B. der Zugang zu sauberen Energien in Entwicklungsländern, Technologietransfer oder Armutsbekämpfung unterstützt.

Ein Hin- und Rückflug von München nach New York hat laut atmosfair z.B. einen CO₂-Ausstoß von 3.085 kg. Damit ist das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen innerhalb weniger Stunden aufgebraucht. Ein Hin- und Rückflug von München nach London stößt „nur“ 411 kg aus.

DEKRA berechnet die CO₂-Emission für Autos. Auch dazu müssen nur wenige Angaben wie Kraftstoffart, Verbrauch auf 100km in Litern und gefahrene Kilometer angegeben werden. Verglichen wird der Wert dann mit den Werten von durchschnittlichen Standard-Fahrzeugen. Gerade bei der Neuanschaffung eines Autos lohnt es sich, erst diesen Rechner zu verwenden. Elektroautos werden von DEKRA noch nicht berechnet.

Sowohl bei Flügen als auch beim Autofahren gilt: Einmal ausgestoßen braucht es große Bemühungen, um das CO₂ aus der Atmosphäre zu filtern. Deswegen ist vermeiden immer besser als kompensieren.

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(2) Kommentare

  1. Seufz, ich habe den Fußabdruck für meine derzeitige Situation und den für den Zustand nach dem Bau meines Ökohauses mit dem österreichischen Rechner errechnet. Zwischen meiner Ist-Situation in einer Altbauwohnung und meiner Wunschumgebung klaffen immerhin 1,2 Erden an Verbrauch. Mit meinem Ziel wären es 1,3 Erden, mit meinem möglichst ökologischen Lebensstil in der ollen Wohnung sind es über 2,5. Das mag im Vergleich zu anderen Menschen wenig sein. Ich würde das gerne auf umweltverträgliche Maße reduzieren. Was mit dafür fehlt ist Geld…. Und ich bin niemand der nach jahrelangem Nichtstun die Schultern hängen lässt und sagt: „Wir schaffen die Klimaziele leider nicht“.

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