DAAB-Siegel: Worauf Allergiker und Asthmatiker achten sollten

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Das DAAB-Siegel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund zeichnet Produkte aus, die besonders für Allergiker und Asthmatiker geeignet sind. Wir erklären dir, welche Kriterien dem Siegel zugrunde liegen und worauf du trotz Label achten solltest.

DAAB-Siegel für Allergiker

DAAB-Siegel für Allergiker
DAAB-Siegel für Allergiker
(Foto: DAAB)

Mit dem DAAB-Siegel zeichnet der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. seit den 1990er Jahren Allergiker-freundliche Produkte aus. Sie dürfen keine Inhaltsstoffe enthalten, die ein Allergie-Potential haben:

  • Duftstoffe, Aromastoffe, ätherische Öle,
  • Konservierungs- und Farbstoffe, die eine Kontaktallergie auslösen können,
  • Inhaltsstoffe, die bereits in geringen Mengen Irritationen der Schleimhäute, Augen oder Haut auslösen können.

Neben den Inhaltsstoffen berücksichtigt das Label auch die Alltagstauglichkeit der Produkte. Dazu gibt es einen anonymisierten Anwendertest mit DAAB-Mitgliedern, die selbst an einer Allergie leiden. Damit ein Produkt das DAAB-Siegel erhält, müssen mindestens 70 Prozent der Teilnehmer das Produkt mit „Sehr gut“ oder „Gut“ bewerten. Das Siegel ist dann drei Jahre gültig, bevor das Produkt erneut geprüft wird. Hin und wieder prüft der DAAB Produkte auch heimlich, um die Inhaltsstoffe nach längerer Zeit noch einmal neu zu kontrollieren.

Wie streng ist das DAAB-Siegel?

DAAB-Siegel: allergene Duftstoffe in Shampoo?
DAAB-Siegel: allergene Duftstoffe in Shampoo?
(Foto: CC0 / Pixabay / Olichel)

Im Gegensatz zu vielen anderen Labeln ist das DAAB-Siegel kostenlos für die Unternehmen. Es gibt also keinen finanziellen Anreiz für den Allergiker-Verein, möglichst viele Siegel zu vergeben. Nach eigenen Angaben wird auch nur jedes zweite Produkt vom Allergie- und Asthmabund zur Prüfung zugelassen. 20 Prozent der zugelassenen Produkten fallen später beim Anwendertest durch, sagt der Verein.

Öko-Test kritisiert jedoch, dass der DAAB verschiedene Testgruppen hat und die Aussagekraft je nach Allergie-Typ unterschiedlich hoch ist. Wer an Heuschnupfen leidet, könne nicht für andere Allergiker-Typen sprechen:

  • Am Beispiel eines Duschöls mit DAAB-Siegel kritisiert Öko-Test, dass das Testverfahren nicht immer zielführend ist. Auch Produkte mit potentiell allergieauslösenden Duftstoffen könnten theoretisch ein Siegel erhalten, wenn sie etwa von einem Heuschnupfen-Allergiker geprüft wurden. Die Aussagekraft des Siegels für Kontaktallergiker ist bei diesem Duschöl dann nur noch gering.
  • Der DAAB erklärte gegenüber Öko-Test, das betreffende Produkt werde ohnehin nur in Apotheken verkauft. Es könne daher eigentlich nichts schiefgehen.

Trotz aller Kritik gilt das DAAB-Siegel als eines der strengsten und umfangreichsten Labels für Allergiker-freundliche Produkte. Ein alternative Siegel ist etwa das ECARF-Siegel. Ein Großteil allergener Substanzen sind auch hier nicht erlaubt. Allerdings werden in einigen wenigen Produkten Stoffe bis zu einem Grenzwert erlaubt. 

DAAB-Siegel alleine reicht nicht

Produkte mit Codecheck auf allergene Inhaltsstoffe prüfen
Produkte mit Codecheck auf allergene Inhaltsstoffe prüfen
(Foto: © tanatat - Fotolia.com)

Das DAAB-Siegel berücksichtigt lediglich die allergenen Inhaltsstoffe. Unter welchen Umständen die Produkte hergestellt wurden, wie nachhaltig die Artikel sind und ob dabei Tierversuche durchgeführt wurden, berücksichtigt das Siegel nicht. Deshalb solltest du auf jeden Fall noch auf weitere Siegel achten, wie etwa auf das Fairtrade-Siegel und verschiedene Kosmetik-Siegel.

Unser Tipp: Die kostenlose App Codecheck zeigt nicht nur potentielle Allergene an, sondern auch Mikroplastik und Palmöl in Produkten. Sie hilft dir weiter, wenn auf Produkten kein Siegel enthalten ist.

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