E-Mails löschen und das Klima schützen

Foto: CC0 / Pixabay / ribkhan

Jede E-Mail verursacht Treibhausemissionen – wahrscheinlich mehr, als du denkst. Indem wir E-Mails löschen und weniger versenden, können wir zum Klimaschutz beitragen. Utopia erklärt den Zusammenhang.

Auf den ersten Blick scheinen E-Mails und Chats eine umweltfreundliche Alternative zu klassischen Briefen zu sein: Du brauchst kein Papier und der Brief muss nicht per Auto, Schiff oder Flugzeug zum Empfänger reisen. Tatsächlich verursachen E-Mails aber auf ganz andere Weise Treibhausgas-Emissionen.

Wir erklären dir, wie umweltschädlich E-Mails tatsächlich sind, und geben dir Tipps für einen ökologischeren Umgang mit digitaler Kommunikation.

E-Mails und das Klima: Jede Nachricht verbraucht Strom

E-Mails liegen auf Servern und verbrauchen so Strom.
E-Mails liegen auf Servern und verbrauchen so Strom. (Foto: CC0 / Pixabay / ColossusCloud)

Eine E-Mail ist schnell verschickt – und kommt binnen weniger Sekunden beim Empfänger an. Aus diesem Grund sind digitale Nachrichten auch so bequem und beliebt. Was viele von uns dabei aber nicht bedenken, ist der ökologische Fußabdruck von E-Mails:

  • Um eine E-Mail zu tippen, benutzt du einen Computer oder ein Handy. Dieses verbraucht währenddessen Strom.
  • Die E-Mail muss nachfolgend über verschiedene Server übermittelt werden, um beim Empfänger anzukommen. Auch diese Server verbrauchen Strom – ebenso wie die Kommunikation zwischen ihnen.
  • Der Empfänger liest die E-Mail wiederum auf einem Computer oder Handy, was ebenfalls Strom verbraucht.
  • Der entscheidendste Punkt aber: Die E-Mail bleibt auf einem Server liegen und ist in dieser Form für stetigen Stromverbrauch verantwortlich.

Solche Server stehen überall auf der Welt in riesigen Rechenzentren. Um diese hochzufahren und zu kühlen, braucht es eine Menge Strom: Im Jahr 2015 waren die weltweiten Serverzentren für ein Fünftel des globalen Stromverbrauchs verantwortlich, so die Berechnungen von Data Economy.

Lese-Tipp: Genauere Informationen zum Stromverbrauch von Rechenzentren findest du in unserem Artikel zu grünem Webhosting.

E-Mails löschen: So viel Treibhausgase verursacht eine E-Mail

Wie hoch der Treibhausgasausstoß einer E-Mail ist, kann nur grob geschätzt werden. Laut der britischen Tageszeitung The Guardian verursachen E-Mails durchschnittlich folgende Treibhausgas-Emissionen:

  • 0,3 Gramm CO2-Äquivalente pro Spam-Mail
  • 4 Gramm CO2-Äquivalente pro normaler E-Mail
  • bis zu 50 Gramm CO2-Äquivalente für eine umfassende E-Mail mit Anhang

Obwohl rund 80 Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs auf Spam-Mails zurückzuführen ist, sind diese nur für 22 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes eines durchschnittlichen E-Mail-Kontos verantwortlich. Das liegt daran, dass viele Spam-Nachrichten bereits vorab gefiltert werden, nie angeklickt oder sofort gelöscht werden. Eine „echte“ E-Mail verursacht deutlich mehr Treibhaus-Emissionen, da wir uns länger mit dieser beschäftigen.

Schätzungen des Guardians zufolge hat der jährliche E-Mail-Verkehr eines Business-Users einen ökologischen Fußabdruck von 135 Kilogramm CO2-Äquivalenten. Das entspricht dem Treibhausgas-Ausstoß eines durchschnittlichen Autos auf 320 Kilometern Strecke!

Trotzdem: Der ökologische Fußabdruck einer E-Mail entspricht nur etwa einem Sechzigstel von dem eines klassischen Briefes. Das Problem ist aber, dass heute viel mehr E-Mails versendet werden als früher Briefe. Das ist ein klassisches Beispiel für den Rebound-Effekt: Eine einzelne E-Mail spart gegenüber einem Brief CO2 ein. Wenn jedoch beispielsweise 100 mal so viele Mails wie Briefe verschickt werden, sind E-Mails dennoch klimaschädlicher als es Briefe früher waren.

E-Mails löschen und das Klima schützen – praktische Tipps

E-Mails löschen und ökologischen Fußabdruck verbessern
E-Mails löschen und ökologischen Fußabdruck verbessern (Foto: CC0 / Pixabay / geralt)

Um unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren, sollten wir unsere digitale Kommunikation überdenken und ändern. Dabei können einfache Schritte helfen, weniger Treibhausgas-Emissionen zu verursachen:

  • Schreibe weniger E-Mails: Entsprechend einer Studie senden alleine die Briten jährlich 64 Millionen E-Mails, auf die zu verzichten wäre. Dazu zählen vor allem kurze Nachrichten wie „Dankeschön“ oder „Habe ein schönes Wochenende“. Überlege daher bei jeder E-Mail, ob diese wirklich nötig ist.
  • Lösche E-Mails: Durchsuche regelmäßig dein E-Mail-Konto nach Nachrichten, die du nicht mehr benötigst. Verschiebe diese in den Papierkorb und leere diesen dann. Achte dabei besonders auf große E-Mails mit Dateianhang. In vielen Mailing-Konten kannst du dazu die Nachrichten nach Größe sortieren.
  • Lösche Spam-Mails: Leere regelmäßig den Junk-Mail-Ordner, in dem sich Spam-Nachrichten ansammeln. Je nach Provider wird dies automatisch in einem bestimmten Zeitraum erledigt – du kannst hierfür auch einen kürzeren Zeitraum wählen. Außerdem solltest du einen Email-Provider mit gutem Spamfilter verwenden.
  • Newsletter abmelden: Bekommst du regelmäßig Newsletter, die du ohnehin nie liest? Dann beende das Abonnement – das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern spart dir auch Zeit. Am Ende jedes Newsletters findest du dazu einen Link, um dich vom Abo abzumelden.
  • Soziale Medien: Auch Facebook, Instagram und Co. senden regelmäßig E-Mails mit den letzten Benachrichtigungen und News. Diese kannst du in den Einstellungen des jeweiligen Netzwerkes abmelden.
  • Grüne E-Mail-Anbeiter: Inzwischen gibt es einige E-Mail-Provider, die ihre Server zu 100 Prozent mit Ökostrom betreiben – und dir gleichzeitig auch mehr Privatsphäre gewähren. Wir empfehlen dir daher, auf jeden Fall zu einem alternativen E-Mail-Anbieter zu wechseln – ganz unabhängig davon, wie viele Nachrichten du schreibst.

Willst du einen Schritt weiter gehen? Dann versuche es einmal mit Digital Detox: So sparst du nicht nur Strom, sondern hast auch mehr Zeit für die essenziellen Aspekte des Lebens.

Weiterlesen auf Utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(1) Kommentar

  1. Ich stimme dem zu und man sollte eure Ratschläge befolgen, dann wird so ganz nebenbei auch der Briefkasten übersichtlicher.
    Was mir bei solchen Beiträgen fehlt sind einfache Vergleiche. Ohne mail haben wir ja auch kommuniziert, da wäre es eben Telefon, Brief oder Fax gewesen. Wieviel CO² verbrauchten die denn ?
    Es fällt schwer, sich etwas unter 0,3 oder 50 gramm CO² vorzustellen…