Eichenrinde: Wirkung und Anwendung des Heilkrauts

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Eichenrinde ist ein nützliches Hausmittel. Hier erfährst du mehr über die Wirkung des Heilkrauts und bei welchen Erkrankungen es Linderung und Heilung verschaffen kann.

Eichenrinde – reich an Gerbstoffen und Flavonoiden

Eichenrinde ist ein bewährtes Hausmittel, das aus der jungen Rinde von Stieleichen hergestellt wird. Ihre Wirkkraft liegt vor allem in den verschiedenen Gerbstoffen, die in der getrockneten Rinde besonders konzentriert zu finden sind.

Enthalten sind vor allem die sogenannte Catechine und Tannine:

  • Diese Gerbstoffe wirken auf Haut und Schleimhäute zusammenziehend.
  • Sie reagieren zudem mit Eiweißen, die sich in der Haut und in den Schleimhäuten befinden, und verändern deren Struktur. Dadurch verfestigen sich die oberen Gewebsschichten und kleine Blutgefäße werden abgedichtet. Die Folge: Ein blutstillender Effekt, Krankheitserreger können schlechter in Haut und Schleimhäute eindringen und Wunden verheilen schneller.
  • Gerbstoffe schwächen außerdem Nervenreize in der Haut, was Juckreiz lindern kann.

Neben den Gerbstoffen enthält Eichenrinde Flavonoide. Die sekundären Pflanenstoffe sind für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt.

Eichenrinde als Tee, Sud oder Tinktur

Aus Eichenrinde kannst du deine eigene heilende Tinktur herstellen.
Aus Eichenrinde kannst du deine eigene heilende Tinktur herstellen. (Foto: CC0 / Pixabay / webandi)

Eichenrinde kannst du sowohl innerlich, als auch äußerlich anwenden. Geschnittene und getrocknete Eichenrinde oder ein Fertigpräparat mit Eichenrindenextrakt kannst du in der Apotheke oder in einem Kräuterladen kaufen.

Als Tee oder Fertigpräparat hilft Eichenrinde innerlich gegen Durchfall.

  • Für einen Tee aus Eichenrinde überbrühst du einen gehäuften Teelöffel Eichenrinde mit einer Tasse kochendem Wasser.
  • Lass den Tee zehn Minuten lang ziehen, bevor du ihn abseihst.
  • Bei akuten Durchfallerkrankungen kannst du täglich bis zu drei Tassen davon trinken.

Ein Sud aus Eichenrinde oder eine Eichenrindentinktur hilft äußerlich angewendet bei folgenden Erkrankungen:

  • nässende Hautausschläge
  • juckende Ekzeme
  • entzündliche Hauterkrankungen
  • Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen
  • Hämorrhoiden
  • Juckreiz im Genital- oder Analbereich
  • übermäßiger Fußschweiß

So bereitest du einen Sud aus Eichenrinde für Bäder und Kompressen zu:

  • Koche 100 Gramm Eichenrinde mit einem Liter Wasser in einem großen Topf für 20 Minuten.
  • Seihe dann den Sud ab und lasse ihn abkühlen.
  • Gib den Sud ins Badewasser oder verwende ihn für eine Kompresse. Für ein Sitz- oder Fußbad kochst du 50 Gramm Eichenrinde mit einem halben Liter Wasser.

Eine entzündungshemmende Eichenrindentinktur stellst du so  her:

  • Mische einen Esslöffel Eichenrinde mit einem Viertelliter Doppelkorn in einem sauberen Schraubglas.
  • Lasse den Ansatz bei Zimmertemperatur ziehen.
  • Schüttel das Glas einmal täglich gut durch.
  • Seihe die Tinktur nach zwei Wochen in eine dunkle Flasche ab.
  • Die Tinktur kannst du mit lauwarmem Wasser vermischt zum Gurgeln verwenden. Oder du stellst mit ihr eine Kompresse her, die du auf entzündete oder juckende Hautstellen auflegen kannst.

Heilkraut Eichenrinde: Was du beachten solltest

Die heilende Kraft der Eiche liegt in ihrer Rinde.
Die heilende Kraft der Eiche liegt in ihrer Rinde. (Foto: CC0 / Pixabay / RegalShave)

Eichenrinde als Hausmittel darf nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden:

  • Äußerlich solltest du Eichenrinde höchstens zwei bis drei Wochen verwenden.
  • Innerlich solltest du Eichenrinde höchstens drei bis vier Tage zu dir nehmen, da die enthaltenen Gerbstoffe bei längerer Einnahme die Leber schädigen können.

Wichtig: Wenn du Fieber hast, an einer Herzschwäche oder an Bluthochdruck leidest, solltest du auf ein Vollbad mit Eichenrindenextrakt verzichten. Bei großflächigen Hautverletzungen ist ein Eichenrindenbad ebenfalls nicht empfehlenswert. Wenn du einen sensiblen Magen hast, kann es sein, dass Eichenrindentee bei dir Übelkeit verursacht. Kinder sollten nur nach ärztlicher Absprache mit Eichenrinde behandelt werden.

Grundsätzlich gilt: Eichenrinde als Heilkraut ist nur für den akuten Einsatz geeignet – nicht für eine Langzeittherapie. Wenn du dir nicht sicher bist, besprich mit deinem Arzt oder deinem Heilpraktiker, ob und wie lange du das Heilkraut anwenden solltest.

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