Fairtrade Schokolade: die wichtigsten Siegel

Faire Schokolade: die wichtigsten Siegel
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Fairtrade Schokolade liegt im Trend, egal ob Weihnachten, Ostern oder bei Schokoladen-Geschenken. Doch wie erkennt man sie? Siegel helfen, die faire Schokolade im Sortiment zu finden. Doch es gibt auch Kritik an Fairtrade Siegeln.

Kakao ist ein Milliardenmarkt: Laut Caobisco verarbeiten ihn über 12.000 Betriebe in Europa, zugleich exportierte die EU 2012 Schokoladenprodukte im Wert von 6,6 Milliarden Euro, der Umsatz lag noch zehn Mal höher. Der Kakaomarkt ist ein Kuchen, der so riesig ist, dass viele davon ein Stück abhaben wollen. Doch die 14 Millionen Kakaobauern – darunter Hunderttausende von Minderjährigen – sehen davon nur Krumen.

Fairtrade Schokolade gibt es in vielfältiger Form
Fairtrade Schokolade gibt es in vielfältiger Form (Foto: gepa, Rapunzel, zotter)

Cocoa Barometer nennt Gründe: In den konsumierenden Industriestaaten wird Schokolade meist viel zu billig verkauft, um sie nachhaltig und fair produzieren zu können. Einige wenige Konzerne dominieren den Markt, allen voran Mars (Balisto, Bounty, Mars, Milky Way, Snickers, Twix), Nestlé (Kitkat, Lion, Nuts, Smarties, Yes), Ferrero (kinder, Duplo, Hanuta, Nutella) und Mondelēz (Milka, Toblerone, Côte d’Or). Sie vereinen viel Macht auf sich und ihr Drängen auf niedrige Preise hat oftmals problematische Anbaubedingungen zur Folge.

Schokolade einfach zu verdammen bringt allerdings niemanden weiter. Und dass der Durchschnittsdeutsche pro Jahr und Kopf knapp 10 Kilo Schokolade verdrückt, auch daran wird sich wenig ändern. Trotzdem kann jeder helfen, die Situation zu verbessern: Indem er Schokolade kauft, die wenigstens eines der verschiedenen Siegel trägt.

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Fairtrade Schokolade: die wichtigsten Siegel

Die auch außerhalb von Bioläden häufigsten Siegel für faire Schokolade sind:

  • UTZ: Das Siegel gibt es auch auf günstiger Schokolade, auch Aldi, Lidl, Penny, Tengelmann haben sie. Beispiel: A&P Vollmilch-Haselnuss (0,45 Euro bei Tengelmann), Moser Roth Edel Bitter 85% Kakao (1,09 Euro bei Aldi Süd).
  • Rainforest Alliance: Weniger häufig anzutreffen, aber auch auf günstigen Schokoladen beispielsweise bei Lidl zu finden. Beispiel: Côte D’or Intense Lait, etwa 1,59 Euro.
  • Fairtrade: Häufig auf Schokoladen im Bio-Markt oder Weltladen, aber auch in Supermärkten. Manchmal (aber nicht immer) etwas teurer, aber sehr häufig auch Bio und besser. Beispiele: Die Gute Schokolade (1 Euro bei Tengelmann); Bonvita Reismilchschokolade (ca. 2,59 Euro).
  • GEPA: Weniger häufig anzutreffen, aber durchaus interessant und keineswegs übertrieben teuer. Zum Beispiel im GEPA-Webshop: Bio Vollmilchschokolade Mascobado, 1,99 Euro (100 Gramm), Garam Masala 2,49 Euro (100 Gramm).

Achten Sie beim Einkauf von Fairtrade Schokolade einfach auf solche Siegel. Jedes dieser Siegel ist besser als keines, auch wenn es natürlich einige Unterschiede gibt.

Das Billig-Siegel: UTZ Certified

Fairtrade Schokolade: UTZ Certified
Fairtrade Schokolade (Siegel: UTZ Certified)

UTZ setzt vor allem auf Rückverfolgbarkeit, zu den Kriterien gehören sowohl Sozial- als auch Umwelt-Bedingungen, etwa maßvoller Umgang mit Düngemitteln und Pestiziden (Bio-Strenge erreicht das nicht), Unterkünfte und medizinische Versorgung für Plantagenarbeiter und auch die Vermeidung von Kinderarbeit durch Mindestalter gemäß ILO-Konventionen. Die Teilnahme ist für Landwirte kostenlos, UTZ zahlt Ernteprämien, aber keinen Mindestpreis. Auch findet ein Mengenausgleich statt (siehe weiter unten). Um als Schokolade das Siegel zu erhalten, müssen seit 2014 90 Prozent des enthaltenen Kakaos UTZ-zertifiziert sein. Man sollte UTZ eher als Produktivitätssteigerungprogramm betrachten.

Utopia meint: „Fairtrade Schokolade“ ist Naschwerk mit UTZ noch nicht. Aber UTZ ist eben auch besser als nichts.

Fragwürdig: Rainforest Alliance Certified

Fairtrade Schokolade: Rainforest Alliance
Fairtrade Schokolade (Siegel: Rainforest Alliance)

Fast 100 weiche (und 15 harte) Kriterien sollen bei Rainforest Alliance die Kakaoproduktion umweltschonender, sozial gerechter und wirtschaftlicher machen. Statt hybrider Arten sollen heimische Pflanzen verwendet, statt verbotener Pestizide nur erlaubte eingesetzt, die Erträge und Einkommen der Bauern erhöht werden. Der Kunde sieht recht transparent, wie hoch der faire Anteil seiner Ware ist: Das Siegel allein bedeutet mehr als 90 Prozent, kommen weniger als 90 Prozent aus zertifizierten Quellen, muss die konkrete Zahl ausgewiesen sein, sinkt der Anteil unter 30 Prozent, darf das Siegel nicht benutzt werden. Ein Mengenausgleich findet statt (siehe weiter unten). Rainforest Alliance ist auf Fairtrade Schokolade selten. Auffällig auch, dass das Siegel verdächtig oft bei Unternehmen auftaucht, die man nicht ausdrücklich (oder gar nicht) mit Nachhaltigkeit oder Fairness verbindet, etwa McDonalds, Tchibo, Nestlé, auch Discounter. Zuletzt wurde starke Kritik im Mai 2016 durch Oxfam laut (Oxfam-Studie: „Süße Früchte, bittere Wahrheit„, RA-Stellungnahme hier).

Utopia meint: Kein Siegel, das uns für faire Schokolade wichtig ist.

Namhaft und erfolgreich: Fairtrade

Siegel Fairtrade TransFair e.V. für Fairtrade Schokolade
Fairtrade Schokolade (Siegel Fairtrade TransFair e.V.)

Das Fairtrade-Siegel steht für bessere soziale Bedingungen, verbietet ausbeuterische Kinderarbeit und den Einsatz einiger Chemikalien und unterstützt eine nachhaltige Produktion. Anders als UTZ und Rainforest Alliance sichert es Mindestpreise und zahlt Prämien zur Förderung von Gemeinschaftsprojekten. Die Fairtrade-Sozialstandards gelten gemeinhin als deutlich strenger als die der beiden vorgenannten Siegel. Für Mischprodukte (also auch Fairtrade-Schokolade) mit dem Fairtrade-Siegel gilt: Alle Zutaten, die es Fairtrade-zertifiziert gibt, müssen auch vollständig nach Fairtrade-Standards gehandelt worden sein (Bsp. Schokolade: Kakao, Zucker, Vanille). Der Fairtrade-Gesamtanteil am Endprodukt muss mindestens 20 Prozent betragen. Das und der Mengenausgleich sorgen immer wieder für Kritik an Fairtrade, auch wenn es gut begründet ist.

Utopia meint: Das wichtigste Siegel für Fairtrade-Schokolade, auch weil es weit verbreitet und daher für jeden Konsumenten zu haben ist. Ein Muss.

Streng und ohne Mengenausgleich: GEPA

Fair Trade Schokolade: GEPA
Fairtrade Schokolade (Siegel: GEPA)

Das Handelshaus GEPA setzt strenge Sozialstandards, verbietet Kinderarbeit, arbeitet direkt und langfristig mit verschiedenen, demokratisch organisierten Kleinbauerngenossenschaften zusammen und fördert diese. Ganz allgemein versucht GEPA über andere Faire-Handels-Richtlinien hinaus zu gehen. 70 Prozent der Mischprodukte – und damit auch der Schokolade – enthalten über 75 Prozent fair gehandelte Zutaten, GEPA strebt hier 100 Prozent an. 75 Prozent stammen aus Bio-Anbau. Zugleich versucht GEPA, auch in westlichen Ländern produzierte Bestandteile wie Milch nach fairen Kriterien zu erwerben. Ein Mengenausgleich (siehe unten) findet anders als bei den anderen Zertifizierungs-Systemen nicht statt, weswegen Fairtrade-Schokolade mit GEPA-Siegel vielen als die beste Wahl gilt.

Utopia meint: Eines der strengsten Siegel für faire Schokolade und daher ein echter Favorit, aber eben leider nicht überall zu kriegen.

Spezielle Siegel für Fairtrade Schokolade

Rapunzel Hand in Hand

Fair Trade Schokolade kann auch das Rapunzel Hand in Hand Siegel haben
Rapunzel Hand in Hand (Siegel: Rapunzel Hand in Hand)

Das Hand-in-Hand-Emblem des Bio-Pioniers Rapunzel Naturkost (im Bio- und Naturkosthandel leicht zu finden) steht unter anderem für langfristige Handelsbeziehungen, garantierte Abnahmemengen und Mindestpreise, faire Entlohnung über Weltmarktpreisen, Vorfinanzierungsmöglichkeiten und ein Verbot von Kinderarbeit. Um das Siegel zu tragen, muß die Fairtrade-Schokolade über 50 Prozent Rohstoffe enthalten, die aus dem Hand-in-Hand-Programm kommen. Das Siegel stellt auch sicher, dass zu 100 Prozent Bio-Bestandteile enthalten sind. Etwas problematisch ist, dass Rapunzel damit seinen eigenen Produkten bescheinigt, fair gehandelt zu sein. Allerdings genießt Rapunzel generell einen guten Ruf (hat zum Beispiel 1988 die erste Bio-Schokolade überhaupt herausgebracht) und setzt sich mit Kritik immer wieder auseinander.

Rewe Pro Planet

Pro Planet ist ein Siegel der Rewe-Gruppe (Rewe, Penny, toom, nahkauf). Das Pro-Planet-Programm identifiziert ausgesuchte Problembereiche bei allen Arten von Produktionen, bei Pro Planet „Hot Spots“ genannt. Nach Machbarkeitsanalysen versucht man, gezielt diese Probleme zu beheben oder zu verbessern. Das Siegel macht zum Beispiel kenntlich, ob Artenschutz betrieben oder der Wasserverbrauch reduziert wurde. Problem: Auch hier zertifiziert sich das Unternehmen selbst. Dieses und andere Probleme werden immer wieder auch mal kritisiert. Pro Planet gilt aber als durchaus anspruchsvolles Programm, im Beirat sitzt zum Beispiel auch ein Vertreter des um Kakao bemühten Südwind Instituts. Pro Planet kann also durchaus die bessere Wahl zu einem Produkt ohne Siegel sein. Dass auch ausdrückliche Billig-Marken wie „Ja!“ dieses Siegel tragen, gefällt allerdings sicher nicht jedem Kunden. Es gibt aber auch Pro-Planet-Produkte, die zusätzlich ein Fairtrade-Siegel haben.

Naturland Fair

Bei Fairtrade Schokolade noch selten zu finden, aber spannend ist ein Naturland-Fair-Siegel. Es steht einerseits für Bio-Richtlinien von Naturland, andererseits für faire Zutaten auch jenseits von Kakao. So ist ja auch die Milch in der Schokolade problematisch, weil die EU-Milchbauern unter immensem Preisdruck stehen. Bei fairer Schokolade mit Naturland-Fair-Siegel ist auch die Milch fair eingekauft.

Worauf Sie noch achten können

Siegel: EU Bio
Siegel: EU Bio (Siegel: EU)
  • Das Bio-EU-Siegel setzt zwar keine sozialen Standards, berücksichtigt aber nachhaltige Aspekte (Dünger, Schädlingsbekämpfung, Fruchtwechsel). Mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe kommen aus kontrolliert ökologischem Anbau (aufs Sternchen bei Zutaten wie Kakaobutter und Kakaomasse achten!). Weil Bio zahlreiche Pestizide verbietet, haben am Ende auch die Arbeiter vor Ort etwas davon.
  • Die weniger verbreiteten Siegel der Bio-Anbauverbände sind zumindest unter ökologischen Gesichtspunkten noch sinnvoller als EU-Bio, weil sie strengere Anbau- und Verarbeitungsstandards setzen. Die Naturland-Fair-Zertifizierung für Schokolade verbindet zum Beispiel Fairtrade-Kakao mit Naturland-Bio-Milch. Schokolade von Pacari ist zum Beispiel Demeter-zertifiziert.

Ausgesuchte Hersteller sind auch ohne Siegel um Nachhaltigkeit bemüht. Anbieter wie Madecasse oder Original Beans arbeiten direkt mit Erzeuger-Kooperativen zusammen.

  • Lindt hat zwar kein Siegel (es ist geplant), betreibt aber eigene Programme, kontrolliert seine Lieferkette und fördert Nachhaltigkeit über Projekte wie Source Trust.
  • Ritter Sport hat ein Programm namens Cacaonica: Es hilft nicaraguanischen Bauern, durch eine Professionalisierung des Kakaoanbaus die Qualität zu optimieren und so gute Preise für ihren Kakao zu erzielen. Das Südwind-Institut bescheinigt dem Cacaonica-Programm positive Wirkung (PDF).

Kritik an Fairtrade Siegeln

Natürlich gibt es auch viel Kritik an Fairtrade Siegeln. Dabei sollte man sich aber klarmachen, welche Interessen im Spiel sind: Es ist natürlich eine gute Story, zertifizierte Plantagen zu finden, in denen Missstände herrschen – während schwer zu vermitteln ist, dass Kontrollen zwangsläufig nur stichprobenartig stattfinden können und die politische Lage vor Ort komplex ist.

Vor allem UTZ und Rainforest Alliance wird regelmäßig vorgehalten, ihre Kriterien seien zu lax und sie würden keine Mindestpreisgarantien geben. Beide belegen, dass auch ihre Zertifizierungen das Einkommen der Bauern erhöhen. Allerdings kann man sich bei der Lektüre der Richtlinien eines gewissen Unbehagens nicht erwehren, dass UTZ und Rainforest Alliance vor allem Effizienz- und Qualitätssteigerungen im Sinn haben, es ihnen also weniger um Fairness geht als darum, höhere Wettbewerbsfähigkeit herbeizuführen.

Faitrade Programmsiegel Kakao TransFair e.V.

Auch Fairtrade International erntet immer wieder mal Kritik. Dass beispielsweise der Mindestanteil enthaltenen Fairtrade-Kakaos bei Mischprodukten auf 20 Prozent gesenkt wurde, gefiel nicht jedem. Zugleich erlaubt das aber Fairtrade-Produkten, eine höhere Marktdurchdringung zu erreichen und so die gesamte Problematik mehr ins Bewusstsein der Konsumenten zu rücken.

Mengenausgleich in der Kritik

Ebenfalls in der Kritik steht der Mengenausgleich, zum Beispiel bei UTZ, Rainforest Alliance und Fairtrade.

Der Mengenausgleich funktioniert so:

  • Der Hersteller kauft zertifizierten Kakao, die für (zum Beispiel) 100 Tafeln Schokolade reicht. Er verarbeitet diese Schokolade aber in 1000 Tafeln, sprich: rein rechnerisch kommt die Schokolade für 900 Tafel aus unfairem Handel.
  • Das Siegel verpflichtet den Hersteller aber, nicht mehr als eben diese 100 Tafeln mit dem Siegel zu kennzeichnen. Unterm Strich wird also keineswegs geschwindelt!
  • Und doch kann der Kunde bei der einzelnen Tafel nicht wissen, ob genau die gekaufte nun „gesiegelt“ ist oder nicht.

Von den vorgenannten Organisationen sichert nur GEPA das physische Vorhandensein des zertifizierten Kakaos in jeder Tafel Schokolade zu.

Allerdings argumentieren die anderen Organisationen, dass nur mit der durch den Mengenausgleich möglichen Flexibilität fairer Handel im großen Maßstab möglich sei. Andererseits sehen viele schon die bloße Existenz von Siegeln auf Discounter-Waren kritisch. Obendrein existiert eigentlich ein zu viel an Siegeln – denn natürlich kosten auch Kontrollen, Werbung, Websites und die Zertifizierungen selbst Geld, das dem Kleinbauern auch dann fehlt, wenn er die Zertifizierung nicht selbst zahlen muss. Seltener wird kritisiert, dass die verschiedenen Programme unsere soziale und politische Haltung in andere Länder zu exportieren versuchten.

Bei aller Kritik an den verschiedenen Siegeln muss man sich eines klarmachen: Wer fair-zertifizierte Produkte kauft, macht nichts falsch. Falsch handelt nur, wer zu Schokolade von Herstellern greift, die sich nicht wenigstens um sozialere, gesündere und nachhaltigere Produktionsbedingungen bemühen.

Bei aller Kritik an Unternehmen, die sich um Fairtrade Schokolade bemühen, sollte man sich außerdem vor Augen führen, dass es der deutsche Einzelhandel ist, der an den Produkten mit am meisten verdient, an fairen wie unfairen. Sie wären weitaus mehr zu kritisieren, denn ihre Bemühungen erschöpfen sich darin, „auch“ eine faire Schokolade ins Regal zu stellen.

Faire Schokolade: es tut sich was

Niemand sollte sich einreden, er könnte mit dem Verzehr von Fairtrade Schokolade Ausbeutung und Kinderarbeit komplett verhindern oder einen Mehrpreis zahlen, der durch mehrere Verarbeitungsschritte hindurch am Ende vollständig die Bauern erreicht. Hilfreicher ist es, den Kauf fairer Schokolade als Beitrag zu betrachten, um mittelfristig bessere soziale, ökonomische und ökologische Produktionsbedingungen zu schaffen.

Über unvollkommene Zertifizierungsprogramme zu Veränderungen beizutragen ist definitiv besser, als die Hände in den Schoß zu legen. Erste Veränderungen zeigen sich schon: Der Anteil zertifizierter Schokolade ist laut cocoabarometer.org bereits auf knapp 16 Prozent gestiegen. Große, in Medien oft gerügte Player wie Ferrero oder Mars wollen bis 2020 Zertifizierungs- oder wenigstens Verifizierungssysteme komplett eingeführt haben. Und wir als Kunden im Ladengeschäft können schon heute umstellen – mit jeder einzelnen Tafel fairer Schokolade, die wir kaufen.

Lies auch unsere Bestenlisten:

Weiterlesen auf Utopia.de:

Unsere Fotostrecke macht den Preis-Check faire Schokolade:

Weitere Links: cocoabarometer.org, Madecasse-Schokolade, Fairtrade-Standard für Kakao, GEPA-Schokolade, ILO-Konventionen, Make Chocolate Fair (Kampagne), Original-Beans-Schokolade, Pacari-Schokolade, ProPlanet und Kakao  Rainforest Alliance und Kakao, Rapunzel Hand-in-Hand, Source Trust, UTZ für Kakao

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(8) Kommentare


  1. Danke für diesen detaillierten und informativen Artikel.

    Das Problem der „Viel-Siegelei“ wird hier am Beispiel der Schokolade für mich sehr deutlich: selbst ich als „nachhaltig-interessierter Konsument“ (so meine Selbsteinschätzung), der sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, stehe ungern stundenlang vor einem Schokoladenregal, um für mich herauszufinden, welches Siegel jetzt mehr meinen persönlichen Vorstellungen von einer „fair“ produzierten Schokolade betreffend möglichst vieler Nachhaltigkeitsaspekte entspricht-und gut schmecken sollte die Schokolade natürlich auch.

    Mir stellt sich dann die Frage, wie mag der weniger „informationswütige“ Käufer reagieren, wenn er vor dieser Kauf-Entscheidung steht?

    Mein persönliches Fazit:
    Für mich ist Schokolade ein „Genußmittel“, für welches ich auch gerne etwas mehr bezahle: daher werde ich zukünftig mein Augenmerk auf das GEPA-Siegel setzen, wenn mir „nach Schokolade“ ist.

    • Das Wichtigste ist, zu wissen, dass es eine unzählige Fülle von Siegeln gibt und dass alle irgendwo ihre Kompromisse machen (müssen).

      Es gibt ein paar sehr präsente Siegel, wie das EU-Bio Siegel oder auch das fair-trade Siegel.
      Als Faustformel kann man sagen: Je mehr Artikel das gleiche Siegel tragen, je präsenter also ein Siegel ist, umso geringer sind die Anforderungen, die gestellt werden um dieses Siegel zu erhalten.

      Gerade die o.g. beiden Omnipräsenten Siegel stellen nicht viel mehr als eine Basis dar, auf der man aufbauen kann. Wenn man beim Kauf auf diese Siegel achtet, tut man auf jeden Fall schon mal etwas Gutes.

      Ich denke grundsätzlich schon, dass diejenigen, die überhaupt auf die Siegel achten auch diese „Informatiosnwütigkeit“ besitzen und sich aus Eigeninteresse ein wenig über die Siegel informieren.

      Viele Grüße,
      David von damado.de

  2. Ich kann das verstehen, ich habe ja daher auch nur vier Siegel vorgestellt und versucht, wichtiges mit Mainstream-Alltagsnahem zu verbinden.

    Der Entscheidung für GEPA würde ich prinzipiell zustimmen, nur ist ausgerechnet GEPA im normalen Handel nahezu unsichtbar, selbst im Bio-Supermarkt findet man es nicht häufig, jedenfalls in meiner Umgebung. Aber das kann sich ja noch ändern 😉

  3. „nur ist ausgerechnet GEPA im normalen Handel nahezu unsichtbar“
    Spricht vermutlich für GEPA.
    Man muß ja auch bedenken, daß sich nicht jedes Vermarktungskonzept für (Bio-)Supermärkte eignet.
    Es gibt vermutlich nicht genug Produzenten, die nach den Regeln arbeiten.
    Aber klar wäre es wünschenswert, daß sich das ändert…aber eben in einem gemäßigten Tempo – ohne die Idee zu verramschen.

    • Das folgt leider der normalen Logik des Marktes:

      Die Nachfrage nach nachhaltigen / sozialen Produkten ist weiterhin gering (auch wenn sie spürbar zunimmt).
      Je sozialer / nachhaltiger ein Artikel hergestellt wurde, umso geringer ist auch die Nachfrage, weil die Kosten natürlich höher liegen.

      In Berlin und Umgebung kann man bspw. in der Bio-company verhältnismäßig viel GEPA Schokolade kaufen.
      In ländlichen Regionen sieht es da allerdings tatsächlich mau aus. (Wie es in anderen Ballungszentren der Republik ist, kann ich leider nicht mit Gewissheit sagen).

      Bei damado versuchen wir unser Sortiment in diese Richtung auszubauen, um bald deutschlandweit mehr faire Artikel verfügbar zu machen.

      Viele Grüße,
      David

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