Once upon a bean: Dieses Startup will die Schokoladenbranche nachhaltiger machen

Foto: © once upon a bean

So süß die Schokolade, so bitter sind oft die Produktionsbedingungen: Ausbeutung und Kinderarbeit sind in der Kakaoindustrie Alltag. Ein kleines Hamburger Startup hat einen eigenen Weg gefunden, um fairere Schokolade zu liefern – und sucht per Crowdfunding nach Unterstützung.

Schokolade ohne Beigeschmack – so lautet der Slogan der Onlineplattform „once upon a bean“. Die Idee dahinter: kleinen handwerklichen Schokoladenhersteller:innen, die auf direkten Handel setzen, eine Bühne bieten. Über once upon a bean sollen Firmen, die sogenannte Bean-to-bar-Schokolade herstellen, ihre Produkte anbieten können.

Faire Schokolade von der Bohne bis zur Tafel

Bean-to-bar (in etwa: von der Bohne bis zur Tafel), damit ist gemeint, dass die gesamte Fertigung der Schokolade aus einer Hand stattfindet. Die Betriebe wählen selbst die besten Bohnen direkt bei den Farmer:innen aus, rösten sie, verarbeiten sie zu Schokolade und verpacken sie.

Das Konzept ähnelt dem, mit dem eine wachsende Anzahl kleiner Kaffeeröstereien seit einigen Jahren erfolgreich ist: Bohnen direkt von den Bäuer:innen, eigene Verarbeitung, eigener Vertrieb.

Weil – genau wie bei den Kaffeebohnen – die Auswahl der Kakaobohnen eine besondere Rolle spielt, stehen viele Bean-to-bar-Schoko-Hersteller:innen in engem Kontakt mit den Kakaofarmer:innen, entwickeln langjährige Partnerschaften und zahlen faire Preise.

„Die Kakaobohnen sind so hochwertig, dass sie nicht in Mischungen landen, sondern sortenrein beim jeweiligen Hersteller ankommen. Daher kann man die Kakaobohnen jeder einzelnen Tafel bis hin zur jeweiligen Kooperative oder Farm im Ursprung zurückverfolgen“, erklärt Lisa Sanders, die gemeinsam mit ihrem Partner Marvin Coböken once upon a bean gegründet hat.

once upon a bean: Die Auswahl der Kakaobohnen ist entscheidend
Die Auswahl der Kakaobohnen ist entscheidend für die Qualität der Schokolade. (Foto: © once upon a bean)

Zwar stammt der Bean-to-bar-Trend aus den USA, doch auch in Europa setzen laut Sanders und Coböken immer mehr kleine Firmen auf diese Art der handwerklichen Schokoladenherstellung und des direkten Handels. Die neue Plattform richtet sich an Schokoladenproduzent:innen, die dabei besonders Wert legen auf ökologischen Anbau, Fairness, Partnerschaft und Transparenz. Im Shop soll es in Zukunft diverse Bean-to-bar-Probierpakete ausgewählter Marken zu kaufen geben.

Transparenz und Nachhaltigkeit

„Wir werden zum Start nur eine überschaubare Zahl von Herstellern auf unsere Plattform aufnehmen, damit gewährleistet ist, dass wir uns jedem Hersteller auch wirklich ausführlich widmen können“, erklärt Gründer Coböken.

Für once upon a bean wird er nur mit Produzent:innen zusammenarbeiten, die transparent und glaubhaft darlegen können, woher ihre Kakaobohnen stammen, dass sie den Farmer:innen dafür faire Preise bezahlen, langfristige Partnerschaften anstreben und die Lage vor Ort persönlich kennen. Alle angebotenen Schokoladen sollen zudem ausschließlich ökologisch erzeugte Zutaten enthalten und Bio-zertifiziert sein. Was die Marken sonst noch in punkto Nachhaltigkeit tun, darüber soll auf der Plattform ebenfalls transparent informiert werden.

Crowdfunding für bessere Schokolade

Das eröffnet nicht nur den Produzent:innen einen neuen Vertriebsweg, sondern macht ihre besondere Schokolade auch für interessierte Konsument:innen leichter verfügbar – und kann den Trend zu handwerklicher, fairer Schokoladenherstellung befördern. „Nur gemeinsam können wir durch bewussten Schokoladen-Genuss einen Beitrag zu besseren Arbeitsbedingungen und mehr Fairness in der Schokoladenbranche leisten“, so Sanders.

Aktuell hat once upon a bean eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext laufen. Sie soll es dem Gründungsteam ermöglichen, die ersten Schokoladentafeln bei ausgewählten Produzent:innen einzukaufen und ihren Onlineshop einzurichten, der ab Herbst 2021 die Bean-to-bar-Schokolade anbieten soll – inklusive transparenter Hintergrundinfos über die gesamte Lieferkette und Herstellung der Produkte. Das Crowdfunding, bei dem bereits an die 20.000 Euro zusammengekommen sind, läuft noch bis zum 20. April. Unterstützer:innen bekommen natürlich jede Menge Schokolade – je nach Unterstützungssumme sogar im Abo.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: