Nicht Bio, kein Fairtrade? Vorsicht vor diesem Nikolaus!

Schokoladen Nikolaus Warnung
Illustration: Miro Poferl

Es ist wieder soweit: der Nikolaus aus Schokolade wird massenhaft verschenkt und verspeist. Grundlage des Brauchs sind gute Taten, doch ist davon in den modernen Schoko-Nikoläusen noch etwas übrig? Utopia warnt vorm bösen Weihnachtsmann – und zeigt gute Alternativen wie Bio, Fairtrade, vegan.

Die Geschichte geht so: Weil ein verarmter Vater nicht genug Geld aufbringen konnte, um seine Töchter per Mitgift zu verheiraten, musste er sie zu Mägden machen, was der Prostitution nahekam. Der wohlhabende Nikolaus aus Myra (gelegen in der heutigen Türkei) bekam das mit und warf drei Tage lang täglich einen Klumpen Gold durch den Kamin – sie landeten glücklicherweise in aufgehängten Socken. Dank dieser Spende konnte der Vater seine Töchter dann doch noch verheiraten bringen.

Von dieser Legende blieb uns der Brauch, vom 5. auf den 6. Dezember (Nikolaustag) unsere Socken und (geputzten!) Stiefel aufzustellen und auf Nüsse, Äpfel und Südfrüchte zu hoffen. Allerdings haben wir den Punkt erreicht, wo kaum noch etwas im Stiefel an den „Heiligen“ Nikolaus erinnert. Im Gegenteil: Was heute als „Weihnachtsmann“ im Supermarktregal steht, ist oft nur noch übelster Plastik-Ramsch.

Schlimme Beispiele für Trash-Nikoläuse – und bessere Alternativen in der Galerie Der bessere Nikolaus ist Bio und Fairtrade:

Nur mit Fairtrade-Bio-Nikolaus weihnachtet es fair

Um nicht auf die falschen Weihnachtsmänner reinzufallen, rät Utopia:

Gepa Fair Trade Schokolade Nikolaus
Fairer Nikolaus von Gepa (Foto: Gepa)

Mindestens: Bio-Weihnachtsmann

Achte darauf, dass der Weihnachtsmann aus Bio-Schokolade gemacht ist. Das erkennst du am EU-Bio-Siegel. Alle Zutaten müssen dann aus zertifizierter Bio-Landwirtschaft stammen – Milch ebenso wie Schokolade und Zucker. Mit einiger Sicherheit sind dann weniger Pestizidrückstände enthalten: Pestizide sind schlecht für Umwelt, Tiere und Arbeiter und daher bei Bio weitgehend verboten.

Bio-Produkte erlauben weniger Zusatzstoffe und E-Nummern. Im Bio-Handel sehr verbreitet sind die Nikoläuse von Rosengarten in vielen Größen und Variationen.

Besser noch: Fairtrade-Nikolaus

Versuche, einen Nikolaus aus Fair-Trade-Schokolade zu bekommen. Der ist zum Beispiel erkennbar am Fairtrade-Siegel, das dafür sorgen soll, dass unser Schokoladenkonsum in den kakaoproduzierenden Ländern nicht unfaire und unzumutbare Arbeitsverhältnisse herbeiführt.

Utopia empfiehlt den Gepa-Nikolaus (Kriterien hier), den es in Weltläden und im Biohandel gibt, aber auch in vielen namhaften Supermärkten (der Laden-Finder hilft) und im Gepa-Onlineshop**. Selten gibt es auch Nikoläuse mit dem bekannten Fairtrade-Siegel, zu finden unter anderem in kirchlichen Shops wie vivat.de.

Veganer Nikolaus?

Inzwischen gibt es auch vegane Nikoläuse, am leichtesten natürlich im Veganhandel zu finden. Ein Beispiel ist der veganer „Schakalode Weihnachtsmann“ von Vantastic Foods. Es gibt vegane Schokoladenweihnachtsmänner ohne Milch auch im Bio-Handel, zum Beispiel von Rosengarten (Bio) oder von der Firma Schönenberger (Bio, Fairtrade), auch (zartbitter) von Gepa** (Bio, Fairtrade)

Nikolaus ohne Palmöl und E-Nummern?

Einen Nikolaus ohne Palmöl haben wir nicht ausdrücklich gefunden. Doch in reinen Schokoladenprodukten wie Nikolaus-Hohlfiguren wird normalerweise kein Palmöl verwendet, sondern Kakaobutter.

Dennoch lohnt es sich, beim Kauf darauf zu achten, welche Zutaten & Inhaltsstoffe verarbeitet wurden. Wie üblich gilt: Die Schokolade sollte mit möglichst wenigen Zutaten und E-Nummern auskommen (meist: Rohrucker, Vollmilchpulver, Kakaomasse/Kakaobutter) und bei allen sollte klar sein, welchen Zweck sie erfüllen.

Gepa und Rosengarten bieten auch Motive wie Tannenbäume oder Schneemänner an. Wenn ihr noch einen weiteren Fairtrade-Nikolaus oder Bio-Weihnachtsmann gesichtet habt, weist doch bitte unten in den Kommentaren auf sie hin!

Utopia meint: Fairtrade, Bio, veganer Nikolaus, Weihnachtsmann ohne Palmöl – es gibt viele Möglichkeiten, sich einen besseren Bischof zu holen!

Vor dem Trash-Nikolaus wird gewarnt

Schokoladen Nikolaus Warnung
Warnung (Illustration: Miro Poferl)

Nach einem Rundgang durch lokale Supermärkte zeichnet sich ein gewisses Bild ab, was den Zustand des modernen Nikolaus angeht:

Der schlechte Nikolaus ist absurd.
Ein Beispiel dafür sind die bunten, zuckerumhüllten Schoko-Nuss-Kugeln von M&M’s in einem grotesken Comicfiguren-Spender mit Weihnachtsmütze. Das ist sicher lustig, aber einfach Quatsch aus Plastik, noch dazu mit einem ziemlich übersichtlichen Nasch-Anteil. Der Spender wird zeitnah weggeschmissen, mehr Müll als M&M’s – ein echtes No-Go!

Ein schlechter Weihnachtsmann kommt in mehr als einer Verpackung.
Egal ob Plastikfolie oder Aluminium: Verpackung ist immer unnachhaltig, doch ganz ohne geht es wohl noch nicht. Garantiert überflüssig ist hingegen, alles doppelt einzupacken. Den Herstellern ist das egal: Nikoläuse in Alufolie stecken oft zusätzlich noch in Plastikverpackungen, Plastik-Nikoläuse in weiteren Papp-Schachteln, verbreitet sind auch einzeln in Kunststoff verpackte Schoko-Kleinteile im Plastikbeutel. Die Idee ist verständlich: Die Kinder sollen nicht 100 Gramm Schokolade am Stück essen, sondern öfter mal ein kleines Stück. Aber passiert das wirklich? Meist werden doch alle einzeln verpackten Dinge schnell hintereinander ausgepackt und rasch vernascht.

Verpackungsmüll bei Weihnachtsschokolade
Verpackungsmüll bei Weihnachtsschokolade: Links das Plastik, rechts der Inhalt! (Foto: Utopia.de)

Der schlechte Nikolaus ist schön billig.
Schokoweihnachtsmänner befinden sich heute im Preiskampf – inzwischen auch in Drogerien und Discountern. Je präsenter, desto billiger, scheint bei dieser Aktionsware die Devise zu sein. Bio- oder Fairtrade-Ware konnten wir hier nicht finden und sagen daher: Dort würden wir keinen Nikolaus kaufen wollen.

Moderner 'Weihnachtsmann': viel Plastik, wenig Schokolade
Moderner ‚Weihnachtsmann‘: viel Plastik, wenig Schokolade (Foto: Utopia.de)

Der schlechte Weihnachtsmann ist gar keiner.
Gegen einen Nikolaus von Marken wie Kinder-Schokolade, Milka & Co. wäre wenig zu sagen, wenn diese zum Beispiel auch Bio- und Fairtrade-zertifiziert wären. Doch bei vielen Supermarkt-Produkten geht es gar nicht mehr um den Nikolaus, sondern darum, verschiedenste fertige (und alle schon teils mehrfach eingepackte) Produkte ohne Bezug zu Weihnachten nochmal zu einem (gesondert eingepackten) All-in-one-Paket zu schnüren und nur noch ein Bild vom Nikolaus draufzupappen. Am Ende hat man als Kunde mehr Plastik im Müll, als Naschwerk auf dem Teller.

Schlechte Nikoläuse macht Werbung.
Seltsam sind auch Marken-Weihnachtsmänner, die Werbung machen, zum Beispiel für „After Eight“, Smarties („Klapper-Nikolaus“) und KitKat. Doch wird der Nikolaus für Kinder wirklich besser, wenn er nur noch als Werbefläche für die ohnehin schon mächtigen Marken der internationalen Süßwarenkonzerne dient? Außerdem erhöht sich bei diesen Nikoläusen die Zutatenliste: Während normale Nikoläuse meist mit Zutaten wie Rohrzucker, Vollmilchpulver, Kakao (Butter oder -masse) auskommen, erben die schlechten Weihnachtsmänner meist die unerwünschten Inhaltsstoffe ihrer Gimmicks.

Kakao-Bohnen in Kakao-Schoten
Kakao-Bohnen in Kakao-Schoten: Wichtig ist, das sie fair gehandelt werden (Foto: Public Domain, Keith Weller, USDA ARS)

Böse Weihnachtsmänner verwenden nicht die beste Schokolade.
Das hat nichts mit dem Geschmack zu tun, sondern damit, wie nachhaltig und fair ein Unternehmen mit Schokolade handelt. Faire Schokolade erkennst du am Gepa-Logo oder am Fairtrade-Siegel; nicht für Fairness, aber für etwas mehr Nachhaltigkeit steht das UTZ-Siegel. Eine interessante Hilfe ist auch Rankabrand, wo man sich als Kunde für A- und B- benotete Schokoladen-Marken entscheiden kann.

Beispiele für gute und böse Nikoläuse in der Galerie Der bessere Nikolaus ist bio und fair:

Merke: Wer schlechte Nikoläuse kauft, kriegt Besuch vom Krampus!

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(7) Kommentare

  1. Eure Artikel sind super, vielen Dank dafür! Noch seriöser wirken sie, wenn vor dem Veröffentlichen darauf geachtet wird, dass keine Rechtschreibfehler drin sind.
    Danke euch, S.

  2. Ihr schreibt, dass ihr in Discountern keine Fairtrade Nikoläuse finden konntet. Dabei bietet Lidl ein riesiges Angebot an Fairtrade Schokolade an, und jetzt zur Weihnachtszeit sind da natürlich auch die Weihnachtsmänner dabei. Und zwar mit dem bekannten Siegel. Oder liege ich da falsch?

  3. Wo steht oben, daß es im Discounter keine Faitrade Nikoläuse gibt?
    Es heißt ja nur, daß die Discounter in starkem Preiskampf sind.
    Die Faitrade Nikoläuse von Lidl sind meines Wissens nicht Bio.
    Wirklich fair zu Umwelt und den Menschen, die den Kakao produzieren, ist aber nur Bio.

  4. Den M&M Weihnachtsmann habe ich in 2 nachfolgenden Jahre gekauft. Es ist nicht essbar, aber meiner Meinung nach viel besser als nur Schko mit gedruckter Weihnachtsmann-Folie.

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