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Vorsicht vor diesen Schoko-Nikoläusen! Das sind die Alternativen

Foto: Utopia.de

Nikoläuse aus Schokolade werden schon bald wieder massenhaft verschenkt und verputzt. Grundlage des Brauchs sind gute Taten, doch davon ist den modernen Schoko-Nikoläusen wenig anzumerken. Utopia warnt vorm bösen Weihnachtsmann – und zeigt gute Alternativen.

Die Geschichte geht so: Weil ein verarmter Vater nicht genug Geld aufbringen konnte, um seine Töchter per Mitgift zu verheiraten, musste er sie als Mägde verdingen, was der Prostitution nahekam. Der wohlhabende Nikolaus aus Myra (gelegen in der heutigen Türkei) bekam das mit und warf drei Tage lang täglich einen Klumpen Gold durch den Kamin – sie landeten glücklicherweise in aufgehängten Socken. Dank dieser Spende konnte der Vater seine Töchter doch noch glücklich verheiraten.

Von dieser Legende blieb uns der Brauch, vom 5. auf den 6. Dezember, Nikolaustag, unsere Socken und (geputzten!) Stiefel aufzustellen und auf Nüsse, Äpfel und Südfrüchte zu hoffen. Allerdings haben wir den Punkt erreicht, wo kaum noch etwas im Nikolausstiefel an den heiligen Nikolaus erinnert. Im Gegenteil: Was heute ins Supermarktregal gelangt, ist oft nur noch übler Plastikramsch.

Vor dem Trash-Nikolaus wird gewarnt!

Nach einem Rundgang durch lokale Supermärkte zeichnet sich ein gewisses Bild ab, was den modernen Schoko-Weihnachtsmann betrifft. Und zwar dieses:

1. Der schlechte Nikolaus ist absurd

Wenig Schoki für viel Müll. Fröhliche Weihnachten. (Foto: Utopia.de)

Ein Beispiel dafür sind die bunten, zuckerumhüllten Schoko-Nuss-Kugeln von M&M’s in einem grotesken Comicfiguren-Spender mit Weihnachtsmütze.

Das ist sicher lustig, aber einfach Quatsch aus Plastik, noch dazu mit einem ziemlich übersichtlichen Nasch-Anteil: Mehr Müll als M&M’s, auch weil der Spender bald weggeschmissen wird – ein echtes No-Go!

2. Der schlechte Nikolaus ist schön billig

Schoko-Weihnachtsmänner befinden sich im Preiskampf – inzwischen auch in Drogerien und Discountern. Je präsenter, desto billiger, scheint bei dieser Aktionsware die Devise zu sein. Bio- oder Fair-Trade-Ware konnten wir dort deshalb nicht finden.

3. Der schlechte Weihnachtsmann hat mehrere Verpackungen

Verpackungsmüll bei Weihnachtsschokolade: Links das Plastik, rechts der Inhalt … (Foto: Utopia.de)

Ob Plastikfolie oder Aluminium: Verpackung ist selten nachhaltig, doch ganz ohne geht es oft noch nicht. Garantiert überflüssig hingegen ist es, Dinge doppelt einzupacken.

Den Herstellern ist das egal: Nikoläuse in Alufolie stecken oft zusätzlich in Plastikverpackungen, Plastik-Nikoläuse in weiteren Papp-Schachteln; verbreitet sind auch einzeln in Kunststoff verpackte Schoko-Kleinteile im Plastikbeutel.

Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Kinder sollen nicht 100 Gramm Schokolade am Stück essen, sondern öfter mal ein kleines Stück. Aber passiert das wirklich? Meist werden doch alle Schokobömbchen schnell nacheinander ausgepackt und vernascht.

4. Der schlechte Weihnachtsmann – ist gar keiner

Bei vielen weihnachtlichen Supermarkt-Produkten geht es gar nicht mehr um den Nikolaus, sondern darum, verschiedene bereits bekannte Produkte (Überraschungseier etc.), die eigentlich keinen Bezug zu Weihnachten haben, noch mal zu einem – gesondert eingepackten – All-in-one-Paket zu schnüren. Und dann nur noch ein Bild vom Nikolaus draufzupappen.

Am Ende hat man nicht nur mehr Plastik im Müll als Naschwerk auf dem Teller, sondern auf das Gefühl, etwas gekauft zu haben, das man eigentlich gar nicht wollte.

5. Böse Weihnachtsmänner verwenden böse Schokolade

Kakao-Bohnen in Kakao-Schoten: Wichtig ist, dass sie fair gehandelt werden. (Foto: Public Domain, Keith Weller, USDA ARS)

Wie nachhaltig und fair handelt ein Unternehmen mit Kakao und Schokolade? Faire Schokolade erkennst du am Gepa-Logo oder am Fairtrade-Siegel. Nicht für Fairness, aber für etwas mehr Nachhaltigkeit steht außerdem das UTZ-Siegel.

6. Der schlechte Nikolaus macht Werbung

Seltsam sind auch Marken-Weihnachtsmänner, die Werbung machen, zum Beispiel für After Eight, Smarties („Klapper-Nikolaus“) oder KitKat. Doch wird der Nikolaus für Kinder wirklich besser, wenn er vor allem als Werbefläche für die ohnehin mächtigen Marken der Süßwarenkonzerne dient?

Außerdem erhöht sich bei diesen Nikoläusen in der Regel die Zutatenliste: Während normale Weihnachtsmänner meist mit Zutaten wie Rohrzucker, Vollmilchpulver, Kakao (Butter oder -masse) auskommen, erben die schlechten Weihnachtsmänner meist die (unerwünschten) Inhaltsstoffe ihrer Gimmicks.

Nur mit Fairtrade-Nikolaus weihnachtet es unbeschwert

Um nicht auf die falschen Weihnachtsmänner reinzufallen, rät Utopia:

Mindestens: Bio-Weihnachtsmann

Achte darauf, dass dein Weihnachtsmann aus Bio-Schokolade besteht. Du erkennst sie am EU-Bio-Siegel. Alle Zutaten müssen dann aus zertifizierter Bio-Landwirtschaft stammen: Milch ebenso wie Schokolade und Zucker. Mit einiger Sicherheit sind dann weniger Pestizidrückstände enthalten. Das ist gut, denn: Pestizide sind schlecht für Umwelt, Tiere und Arbeiter:innen und daher in Bio-Produkten (weitgehend) verboten. Bio-Produkte erlauben außerdem weniger Zusatzstoffe und E-Nummern.

Empfehlung: Im Bio-Handel verbreitet sind die Nikoläuse von Rosengarten in verschiedenen Größen und Variationen (einer unten davon im Bild). Auch im Drogeriemarkt dm gibt es einen Weihnachtsmann aus Bio-Vollmilch-Schokolade (unten im Bild).

Noch besser: Fair-Trade-Nikolaus

Bessere Schokolade zu Nikolaus hat ein Bio- und/oder Fairtrade-Zertifikat. (Produktabbildungen (v.l.n.r.): Rosengarten, Zotter, dm, Gepa)

Noch besser fährst du, wenn du versuchst, einen Nikolaus aus Fair-Trade-Schokolade zu bekommen. Der ist zum Beispiel erkennbar am bekannten blau-schwarzen Fairtrade-Siegel, bei dem du davon ausgehen kannst, dass unser Schokoladenkonsum in den kakaoproduzierenden Ländern keine unzumutbaren Arbeitsverhältnisse verursacht. Hier erfährst du mehr darüber, woran du faire Schokolade erkennst.

Empfehlung: Mit etwas Glück bekommst du einen fairen Nikolaus im Weltladen oder Biohandel. Die Schoko-Nikoläuse von Gepa** (oben im Bild) sind sogar beides – bio und fair! Einen Nikolaus nur mit Fairtrade-Siegel gibt es zum Beispiel im kirchlichen Shop vivat.de. Auch bei Zotter** gibt es bio-faire Nikolaus-/Krampus-Süßigkeiten (allerdings keine klassischen Schoko-Nikoläuse).

Veganer Nikolaus? Auch fein raus!

Inzwischen gibt es auch vegane Nikoläuse. Am leichtesten sind sie natürlich in veganen Shops zu finden, sie sind allerdings noch nicht besonders weit verbreitet (was leider auf vegane Schokolade generell zutrifft).

Ein Beispiel ist der vegane Schaka Weihnachtsmann von Vantastic Foods**, der auch auf der Peta-Liste der besten veganen Weihnachtsmänner 2021 war; genauso wie der vegane Schoko-Bischof von Gepa**.

Nikolaus ohne Palmöl und E-Nummern?

Einen Nikolaus, der ausdrücklich ohne Palmöl auskommt, haben wir nicht gefunden. Doch in reinen Schokoladenprodukten wie Nikolaus-Hohlfiguren wird normalerweise kein Palmöl verwendet, sondern Kakaobutter.

Dennoch lohnt es sich, beim Kauf darauf zu achten, welche Zutaten & Inhaltsstoffe verarbeitet wurden. Wie üblich gilt: Die Schokolade sollte mit möglichst wenigen Zutaten (meist: Rohrzucker, Vollmilchpulver, Kakaomasse/Kakaobutter) und E-Nummern auskommen, und bei allen Zutaten sollte klar sein, welchen Zweck sie erfüllen.

Utopia meint: Fairtrade, bio, veganer Nikolaus, Weihnachtsmann ohne Palmöl – es gibt viele Möglichkeiten, sich einen besseren Bischof in Haus zu holen!

Nikolaus-Check 2021 aus Österreich

Und: Wir sind nicht die Einzigen, die an der Schokofront etwas zu meckern haben. Erst im letzten Jahr haben die österreichischen Vereine Südwind und Global 2000 ihren Nikolo-Check 2021 herausgebracht. Für ihre Marktüberprüfung haben die Kolleg:innen aus dem Nachbarland 24 Schoko-Weihnachtsmänner eingekauft und im Hinblick auf Fairness und Nachhaltigkeit bewertet.

Der Nikolo Check 2021 sieht rot (Ausschnitt). (Südwind/Global 2000)

Nikoläuse mit sowohl Fairtrade- als auch Bio-Siegel kamen dabei am besten weg; solche, die entweder fair oder bio waren (wie die Weihnachtsmänner von Rosengarten, Alnatura oder dm), landeten – immer noch mit Empfehlung – auf dem zweiten Platz. Über ein Drittel der Schokomänner fiel allerdings durch: So wurden z. B. alle Schoko-Figuren von Milka, Lindt, oder Ferrero, die sich im Test befanden, rot markiert, weil ihnen unabhängige soziale oder ökologische Zertifizierungen fehlten.

Merke: Wer schlechte Nikoläuse kauft, kriegt Besuch vom Krampus!

Pinterest (Foto: Getty Images Pro / Hans Slegers)

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