Frühlingsboten: So kündigt die Natur den Frühling an

Frühlingsboten
Foto: CC0 / Pixabay / blende12

Als Frühlingsboten gelten Pflanzen und Tiere, die den Frühling und somit den Beginn der warmen Jahreszeit ankündigen. Welche Frühlingsboten es gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Die Frühlingsboten läuten das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings ein. Viele von ihnen zeigen sich im März, manche sogar schon im Februar. Wenn du in dieser Zeit einen Spaziergang in der Natur machst und deine Umgebung aktiv wahrnimmst, kannst du die ersten Frühlingsboten entdecken.

Der meteorologische Frühlingsanfang ist immer der 1. März. Ein Teilgebiet der Meteorologie ist die Phänologie. Sie teilt das Jahr anhand des Tier- und Pflanzenwachstums in zehn Jahreszeiten ein. Der Frühling ist dabei in Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling unterteilt –  es gibt in der Phänologie also keinen fest datierten Frühlingsanfang.

Frühlingsboten der Pflanzenwelt

Die Haselnuss zählt zu den Frühlingsboten.
Die Haselnuss zählt zu den Frühlingsboten.
(Foto: CC0 / Pixabay / NickyPe)

Es gibt zahlreiche Pflanzen, die als Frühlingsboten gelten. Gemeint sind damit allerdings nicht die typischen Frühblüher wie Krokusse, Hyazinthen oder Tulpen, die du im Herbst in Form von Zwiebeln selbst in den Garten setzen kannst. Frühlingsboten zeigen sich eher in der vom Menschen weitestgehend unberührten Natur.

Die Haselnuss

Die Haselnuss fängt bereits im Februar an zu blühen. Sie gilt als Zeigerpflanze, da sie den phänologischen Vorfrühling ankündigt und somit zu den Frühlingsboten zählt. Die Haselnuss ist einhäusig, was bedeutet, dass sich die männlichen und weiblichen Blüten auf derselben Pflanze befinden. Die männlichen Blüten sind länglich und wirken traubenartig. Sie werden auch als Kätzchen bezeichnet. Die weiblichen Blüten sind dagegen unscheinbarer und ragen als rote Fäden aus der Blütenknospe heraus.

Der Huflattich

Der Huflattich zählt ebenfalls zu den Frühlingsboten und blüht zwischen Februar und April. Er hat große Ähnlichkeit mit dem Löwenzahn, jedoch wesentlich kleinere Blüten. Besonders ist, dass der Huflattich erst Blätter bildet, wenn die Blüten verwelkt sind. Er hat zahlreiche positive Eigenschaften und wirkt schleimlösend, entzündungshemmend und entkrampfend. In unserem Ratgeber kannst du nachlesen, wie du Sirup oder Tee aus Huflattich herstellst.

Das Scharbockskraut

Das Scharbockskraut ist eine kleine Pflanze mit gelben Blüten und herzförmigen glänzenden Blättern. Häufig finden sich in lichten Wäldern ganze Teppiche von Scharbockskraut. Solange dieser Frühlingsbote noch nicht blüht, schmecken seine jungen Blätter gut im Salat. Ungefähr ab März beginnt das Scharbockskraut zu blühen. Zwischen Mai und Juni verwelkt das Scharbockskraut wieder. Die Wurzeln verbleiben in der Erde und treiben dann im nächsten Frühling wieder aus.

Achtung: Sobald das Scharbockskraut blüht, sind die Blätter leicht giftig. Du kannst sie dann nicht mehr verzehren!

Die Pestwurz

Die Pestwurz wächst vor allem auf feuchtem Boden und ist an Flussufern oder in der Nähe von Gräben zu finden. Sie ist rosa und wird deshalb häufig als „wilder“ oder „unechter Rhabarber“ bezeichnet. Ihre Blüten ragen traubenartig in den Himmel. Die Pestwurz blüht zwischen Februar und April. Ihre großen Blätter erscheinen erst nach der Blüte. Ihr Name geht auf das Mittelalter zurück. Man dachte damals, dass die Pestwurz aufgrund des unangenehmen Geruchs die Pest heilen könne. Heutzutage gilt sie als krampflösend und beruhigend.

Die Schlüsselblume

Die Schlüsselblume gehört zu den Primelgewächsen und fängt im März an zu blühen. Sie besitzt auffällige gelbe Blüten, die in Doldentrauben angeordnet sind. Auch die Schlüsselblume hat heilende Eigenschaften und wird aufgrund ihrer schleim- und krampflösenden Eigenschaften bei Erkältungen und Atemwegserkrankungen eingesetzt.

Frühlingsboten der Tierwelt

Die Hummelkönigin beginnt im Frühjahr einen Ort für ein neues Nest zu suchen.
Die Hummelkönigin beginnt im Frühjahr einen Ort für ein neues Nest zu suchen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Janus69)

Auch einige Tiere gelten als Frühlingsboten.

Der Weißstorch

Den Weißstorch erkennst du an seinem weiß-schwarzen Gefieder und seinem roten Schnabel. Er gehört zu den Zugvögeln und hat seine Winterquartiere in Afrika. Der Weißstorch beginnt im April zu brüten. Das Männchen trifft meist vor dem Weibchen im Norden ein und besetzt einen möglichen Brutplatz. Dafür bevorzugt er Hausdächer, Strommasten, Türme oder Bäume.

Graue Kraniche

Der Graue Kranich, meist nur Kranich genannt, besitzt ein überwiegend graues Gefieder und ist größer als der Weißstorch. Du kannst den Kranich an seinem lauten, trompetenartigen Ruf erkennen. Er gehört auch zu den Zugvögeln, fliegt jedoch nicht ganz so weit wie der Weißstorch. Seine Winterquartiere liegen meist in Südeuropa oder Nordafrika. Ab Februar fliegen die Kraniche wieder zurück gen Norden und zählen somit zu den Frühlingsboten. Sie brüten bevorzugt auf feucht-nassem Boden und sind besonders durch Marder, Füchse und Wildschweine gefährdet.

Übrigens: Kraniche bleiben meist ein Leben lang zusammen.

Die Hummel

Die Hummel beziehungsweise die Hummelkönigin gilt auch als Frühlingsbotin. Sie überlebt den Winter als Einzige aus dem Hummelvolk und beginnt im März einen neuen Ort für ihre Eier zu suchen. Dafür benötigt sie frische Nahrung in Form von Nektar und Pollen. Dieser ist nicht immer vorhanden, was einer der Gründe für das zunehmende Hummelsterben ist. In unserem Artikel über die Hummelkönigin erfährst du, warum Hummeln so wichtig für unser Ökosystem sind und wie du ihnen helfen kannst.

Übrigens: Hummeln stehen unter Naturschutz. Deshalb darfst du ein Hummelnest im Garten nicht einfach entfernen.

Schmetterlinge

Auch einige Schmetterlinge sind Frühlingsboten. Dazu zählen das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs sowie der Zitronenfalter. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs überwintern meist in Höhlen oder auf Dachstühlen. Der Zitronenfalter dagegen verbringt den Winter meist relativ ungeschützt. Dies ist möglich, da er den Stoff Glyzerin in sich trägt. Das Glyzerin sorgt dafür, dass seine Körperflüssigkeit nicht gefriert. Zusätzlich scheidet der Zitronenfalter vor dem Winter alles überflüssige Wasser in seinem Körper aus. So kann er bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celcius überleben. Die ersten Schmetterlinge, wie zum Beispiel den Zitronenfalter, kannst du ab Anfang Februar in der Natur beobachten.

Wusstest du, dass viele Schmetterlingsarten vom Aussterben bedroht sind? Lies in unserem Artikel über den Schmetterlingsgarten nach, wie du helfen kannst, dies zu verhindern. 

Es gibt übrigens unterschiedliche Websites und Apps, um Schmetterlinge zu bestimmen. Sie erleichtern es dir, die Frühlingsboten in der Natur zu erkennen und zuzuordnen. 

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