Schlüsselblume: Anbau, Verwendung und Wirkung der Heilpflanze

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Die Schlüsselblume ist nicht nur als Zierpflanze beliebt, sie bereichert als Heilpflanze auch dein Kräuterbeet. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du die heimische Pflanze richtig anbaust und pflegst.

Die Schlüsselblume gehört zur Familie der Primelgewächse und wächst bevorzugt auf Wiesen und an Waldrändern in Europa und Zentralasien. Die heimische Wildstaude bildet bereits im März die ersten gelben Blüten aus und ist als Frühblüher bei Hobbygärtnern sehr beliebt. Doch die Schlüsselblume ist nicht nur schön anzusehen. Im Mittelalter galt sie als bewährtes Heilmittel bei Gicht und Erkältungen. Auch heute noch kannst du die Wildblume vielseitig verwenden.

So pflanzt du die Schlüsselblume richtig an

Die Schlüsselblume ist bei Insekten als Nahrungsquelle beliebt.
Die Schlüsselblume ist bei Insekten als Nahrungsquelle beliebt.
(Foto: CC0 / Pixabay / irmaweb)

Die Schlüsselblume kannst du entweder als Saatgut oder als vorgezogene Jungpflanze im gut sortierten Gartenfachhandel kaufen. Die folgenden Hinweise helfen dir dabei, die Schlüsselblume in deinem Garten anzubauen:

  • Der richtige Standort: Pflanze die junge Schlüsselblume am besten an einem sonnigen Platz in deinem Garten. In heißen Regionen gedeiht die Wildblume aber auch im Halbschatten gut.
  • Der richtige Boden: Je nach Art stellt die Schlüsselblume unterschiedliche Anforderungen an den Boden. Die Echte Schlüsselblume wächst am besten auf sandig-lehmiger Erde, wie es sie zum Beispiel im Steingarten gibt. Die Hohe Schlüsselblume ist auch als Waldprimel bekannt und bevorzugt kalkhaltige und feuchte Erde mit einem hohen Anteil an Humus. Erkundige dich am besten beim Gärtner, welche Vorlieben deine gekaufte Schlüsselblume hat.
  • Der richtige Zeitpunkt: Der ideale Zeitpunkt, um junge Schlüsselblumen in die Erde zu setzen, liegt im Herbst. Wichtig ist nur, dass der Boden noch nicht gefroren ist. Willst du die Schlüsselblumen als Saatgut direkt ins Beet säen, solltest du das im Spätsommer machen. So haben die Kaltkeimer über den Herbst und Winter genug Zeit, um sich zu entwickeln.

Schlüsselblumen direkt aussäen: Schlüsselblumen sind Kaltkeimer, sie keimen also bei kalten Temperaturen. Deshalb kannst du ihr Saatgut problemlos schon im Herbst direkt ins Beet säen. 

  1. Befreie den Boden vor der Aussaat gründlich von Unkraut und hebe etwas Kompost unter die Erde.
  2. Streue die Samen jetzt im Abstand von etwa zehn Zentimetern in die Erde.
  3. Bedecke das Saatgut nur ganz leicht mit etwas krümeliger Erde.
  4. Halte die Samenkörner in den nächsten Wochen immer leicht feucht.

Schlüsselblume als Jungpflanze in die Erde setzen: Beim Gärtner vorgezogene Jungpflanzen kannst du im Herbst direkt in die Erde setzen.

  1. Stelle die noch eingetopfte Schlüsselblume mitsamt ihrem Topf in einen Eimer Wasser. Nimm die Pflanze erst wieder heraus, wenn keine Luftblasen mehr aufsteigen. So kann sich der Wurzelballen mit Wasser vollsaugen.
  2. Befreie währenddessen den Boden am Standort vom Unkraut.
  3. Hebe jetzt ein Pflanzloch für die Schlüsselblume aus, das doppelt so groß wie der Wurzelballen ist. Pflanzt du mehrere Schlüsselblumen an, solltest du zwischen den Jungpflanzen einen Abstand von 25 Zentimetern lassen.
  4. Vermenge die ausgehobene Erde in einem großen Eimer mit Kompost oder Hornspänen.
  5. Nimm die Schlüsselblume aus ihrem Topf und setze sie in das Pflanzloch. Fülle das Loch jetzt wieder mit der ausgehobenen Erde auf.
  6. Gieße die Schlüsselblumen zum Schluss kräftig mit Wasser an.

Achtung: Die Schlüsselblume steht unter Naturschutz. Deshalb solltest du auf Wiesen wachsende Wildblumen niemals pflücken. Es ist auch verboten, die Samen der wilden Schlüsselblume abzusammeln. Besorge dir Saatgut deshalb besser im Gartenfachhandel.

Die richtige Pflege für die Schlüsselblume

Als Wildblume benötigt die Schlüsselblume im Winter in der Regel keinen besonderen Schutz.
Als Wildblume benötigt die Schlüsselblume im Winter in der Regel keinen besonderen Schutz.
(Foto: CC0 / Pixabay / WFranz)

Als Wildpflanze ist die Schlüsselblume sehr pflegeleicht und wird dir nur wenig Arbeit machen. Mit den folgenden Pflegetipps hast du besonders lange etwas von den farbenfrohen Frühblühern:

  • Gießen: Der Wurzelballen der Schlüsselblume darf niemals komplett austrocknen. Deshalb solltest du die Pflanze besonders in langen Trockenphasen und im heißen Sommer regelmäßig gießen. Wässere die Schlüsselblume am besten morgens oder abends, wenn die direkte Sonneneinstrahlung noch nicht zu stark ist. Gieße jedoch nur, wenn die oberste Erdschicht bereits angetrocknet ist. So kannst du Staunässe vermeiden.
  • Düngen: Wenn du den Boden bereits beim Einpflanzen mit Kompost angereichert hast, benötigt die Schlüsselblume später keinen zusätzlichen Dünger mehr.
  • Überwintern: Wilde Schlüsselblumen wie die Echte und Hohe Schlüsselblume brauchen keinen speziellen Winterschutz. Nur in Regionen mit sehr rauen Wintern solltest du die Wildarten mit einer Schicht Herbstlaub vor Frost schützen. Hybridpflanzen aus dem Fachhandel sind dagegen meist nicht winterfest. Diese Schlüsselblumen solltest du vor dem ersten Frost mit ausreichend Laub, Stroh und Nadelreisig bedecken.
  • Vermehren: Die Schlüsselblume sät sich selbst aus. Wenn du die Wildblume lieber kontrolliert vermehren möchtest, kannst du die reifen Samenkapseln nach der Blüte absammeln und das Saatgut direkt neu aussäen.

Die Wirkung und Anwendung der Schlüsselblume als Heilpflanze

Die Blüten und Wurzeln der Schlüsselblume enthalten schleimlösende Saponine.
Die Blüten und Wurzeln der Schlüsselblume enthalten schleimlösende Saponine.
(Foto: CC0 / Pixabay / Pezibear)

Bereits im Mittelalter wurden einige Arten der Schlüsselblume als Heilpflanze bei Husten oder Gicht eingesetzt. Heute werden vor allem die Echte und die Hohe Schlüsselblume als pflanzliche Arznei in der Homöopathie und alternativen Medizin eingesetzt.

Besonders die Wurzeln und die Blüten dieser Schlüsselblumen enthalten medizinisch wirksame Inhaltsstoffe:

  • Saponine: Die sogenannten Triterpensaponine sorgen dafür, dass die Bronchialschleimhäute größere Mengen Bronchialsekret bilden. Dadurch wird auch festsitzender Schleim in den Bronchien verflüssigt, wodurch er besser abgehustet werden kann. 
  • FlavonoideDie Wurzeln der Schlüsselblume enthalten außerdem Flavonoide, die Entzündungen hemmen und Krämpfe lösen können.

Ihre schleim- und krampflösenden Eigenschaften machen die Schlüsselblume zu einer wirksamen Heilpflanze bei Erkältungen und anderen Atemwegserkrankungen. In den folgenden Bereichen findet die Wildblume Anwendung:

  • Schlüsselblumen in der Küche: Die Blüten und Blätter der Echten und Hohen Schlüsselblume sind essbar. Da die enthaltenen Saponine aber der Apotheken-Umschau zufolge die Magenschleimhaut reizen, sollten empfindliche Menschen und Schwangere die Wildblume besser nicht in der Küche verwenden. Ansonsten kannst du Schlüsselblumenblüten und -blätter in kleinen Mengen roh im Salat oder als Suppen-Einlage einsetzen.
  • Fertig-Arzneimittel: In Kombination mit Thymian werden die Blüten der Schlüsselblumen oft in Fertigarzneimitteln eingesetzt, um Erkältungen zu bekämpfen.
  • Schlüsselblumentee: Bei entzündeten und verschleimten Atemwegen kann ein Tee aus Schlüsselblumenblüten laut der Apotheken Umschau die Symptome bekämpfen und das Abhusten erleichtern.

So bereitest du einen Schlüsselblumentee zu:

  1. Fülle einen Teelöffel getrocknete und klein geschnittene Schlüsselblumenblüten in eine Tasse.
  2. Übergieße die Blüten mit etwa 150 Millilitern heißem Wasser.
  3. Lass den Tee für etwa fünf Minuten ziehen und seihe die Blüten anschließend durch ein Sieb ab.
  4. Pro Tag kannst du drei Tassen Schlüsselblumentee trinken.

Achtung: Zubereitungen mit Schlüsselblumen können als Nebenwirkungen Magenbeschwerden und Übelkeit verursachen. Sprich dich deshalb immer zuerst mit deinem Arzt ab, bevor du zum Beispiel Schlüsselblumentee zu dir nimmst. Schwangere und stillende Mütter sollten auf Produkte mit Schlüsselblumen verzichten.

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(1) Kommentar

  1. Homöopathie wirkt nicht über den Placeboeffekt hinaus!

    Wie auch schon in anderen Artikeln wird nicht klar zwischen klassischer Naturheilkunde (Wirkstoff das wirken kann ist im Produkt in entsprechender Menge vorhanden) und Hopmoöpathie (alles über D6 enthält keine relevanten Mengen an Wirkstoffen mehr!) unterschieden!
    Ich habe die Redaktion bereits mehrmals in anderen Artikeln darauf hingewiesen, ohne Reaktion. Wahrscheinlich geht es hier schlicht ums Geld. Der Link zur Homoöpathie ist gesponsert, darauf wird aber nicht hingewiesen (außer in der Linkadresse selbst). Selbst im Werbeartikel traut man sich nicht zu schreiben, dass in einer Verdünnung höher als D6 „der Ausgansstoff noch deutlich vorhanden ist“.

    Bei anderen Fehlern und unklar formulierten Artikeln wurde mir stets Feedback gegeben. Schade und gefährlich!