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Green Friday: Schnäppchen machen mit gutem Gewissen?

Green-Friday
CC0 / Pixabay / utopia.de

Der Green Friday verspricht das Prinzip des Black Friday umzudrehen: Nicht (nur) die Kund:innen sollen von den Rabattschlachten vor Weihnachten profitieren, sondern auch die Natur. Am 26. November 2021 sind einige deutsche Shops mit speziellen Green-Friday-Angeboten dabei.

Ende der Woche findet erneut der berühmt-berüchtigte Black Friday statt: Hunderte Shops bieten on- und offline ihre – oft nur vermeintlichen – Schnäppchen an und machen innerhalb weniger Stunden Millionenumsätze. Oft wird der Aktionstag auf ein Wochenende oder sogar eine ganze Woche verlängert.

Die Werbung verspricht, dass Käufer:innen am ’schwarzen Freitag‘ von satten Rabatten profitieren – doch wo bleibt dabei die Umwelt? Hier kommt der Green Friday ins Spiel: Er will als Gegenmodell zum Black Friday verstanden werden. Ähnliche Ziele verfolgen auch der White Monday, der Giving Tuesday oder der radikalere Kauf-nix-Tag.

Green Friday: Ein Shirt für mich, eine Spende für dich

Am ‚grünen Freitag‘ soll auch die Umwelt von unserer Kauflust profitieren. Wie genau, das bleibt den einzelnen Händlern überlassen: Manche pflanzen Bäume, andere spenden den Gewinn für soziale Zwecke. Ist der Green Friday also der bessere Black Friday? Mit der Lizenz zum Geldausgeben bei gutem Gewissen?

Eines steht außer Frage: Der Green Friday lenkt den Blick auf nachhaltigeren Konsum. Es geht darum, mit dem eigenen Einkauf auch einen Nutzen für Umwelt und Klima zu schaffen. Deshalb beteiligen sich bislang vor allem Unternehmen bei dem Aktionstag, die sich auch sonst um Nachhaltigkeit bemühen oder Teil einer (eher) nachhaltigen Branche sind.

In manchen Shops, die einen Green Friday anbieten, profitiert nur die Umwelt vom Einkauf. Manchmal gibt es aber auch für dich als Käufer:in einen Rabatt. Meist liegt der Nachlass zwar nicht bei über 50 Prozent, wie es manches Black-Friday-Angebot verspricht, aber 20 oder 30 Prozent kannst du auch bei Green-Friday-Angeboten sparen – und natürlich zugleich etwas für die Umwelt tun.

Diese Shops sind beim Green Friday dabei

Der Green Friday hat sich zwar längst noch nicht so durchgesetzt wie sein schwarzer Zwilling. Trotzdem machen bereits viele Händler mit. Eine kleine Auswahl**:

  • Armedangels: Eine Woche lang spendet Armedangels für jede Bestellung 10 Euro, um kleine indische Baumwollfarmen bei der Umstellung von konventioneller auf Bio-Baumwolle zu unterstützen.
  • Gaia: Von 22. bis 29. November läuft die „Green Week“. In diesem Zeitraum gibt es Rabatte. Laut Shop unterstützt man mit seinem Kauf zudem die Bildungsarbeit des Vereins Gaia Hive e.v.. Wie diese Unterstützung genau aussieht, bleibt jedoch unklar.
  • Globetrotter: Seit dem 22. November läuft die „Grünere Woche“ bei Globetrotter. Der Händler kauf in seinen Filialen deine gebrauchte, ausgemusterte Ausrüstung an und will sie in seinen Werkstätten wieder für den Second-Hand-Markt fit machen.
  • Green Size: 25 Prozent Rabatt bei 25 ausgewählten Produkten – Green Size spendet 25 Prozent vom Gesamtumsatz der Aktion auf das Konto des sozialen Projektes Calcutta Rescue.
  • Lanius: 10% aller Einnahmen am 26. November spendet Lanius an die Organisation Healthy Seas. Diese setzt sich dafür ein, die Ozeane von Plastik und sogenannten „Geisternetzen“ zu befreien.
  • Loveco: Der ‚bessere‘ Freitag heißt bei dem Onlineshop für Bio-Mode „Fair Friday„. Vom 26. bis 29. November spendet der Shop 100 Prozent des Gewinns an Fashion Revolution Germany.
  • Nikin: Keine Rabatte, sondern zwei gepflanzte Bäume pro gekauftem Produkt (anstatt einem Baum pro Produkt).
  • Rebuy: Rebuy bietet in der sogenannten „Circular Week“ Deals für den Kauf oder Verkauf gebrauchter Produkte. Zusätzliche Umweltmaßnahmen gibt es nicht, lediglich Rabatte und Gutscheine.

Green Friday: Leider auch anfällig für Greenwashing

Leider ist nicht alles, was „grün“ beworben wird, auch tatsächlich nachhaltig: Mit einem eigenen Green-Friday-Angebot beteiligt sich zum Beispiel auch die Fluggesellschaft Cathay Pacific. Sie verspricht, für alle gebuchten Flüge im Aktionszeitraum den CO2-Ausstoß kostenfrei in doppelter Höhe auszugleichen. Eine Vorstoß, den andere Fluggesellschaft nachahmen sollten – der aber nichts daran ändert, dass unnötige Flüge den Klimawandel vorantreiben, selbst wenn sie nachträglich kompensiert werden.

Kund:innen sollten also auch bei Green-Friday-Angeboten genau hinschauen, ob die beworbenen Produkte und Dienstleistungen tatsächlich nachhaltig sind. Oder ob eine Marke versucht, den jährlichen Kauf-dich-glücklich-Tag für Greenwashing zu missbrauchen.

Wie immer solltest du dir auch die folgenden Fragen stellen: Brauche ich das Produkt tatsächlich? Gibt es den Artikel nicht auch gebraucht oder zum Ausleihen?

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