Heimische Schlangen: Diese gibt es

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Schlangen gehören nicht gerade zu den beliebtesten Tieren. Die meisten unserer heimischen Schlangen sind jedoch absolut ungefährlich und darüber hinaus schützenswert.

In Deutschland sind insgesamt sieben Schlangenarten heimisch. Dabei zählen fünf Arten zur Familie der Nattern (Colubridae) und zwei zur Familie der Vipern (Viperidae). Wir stellen dir die heimischen Schlangen genauer vor.

Heimische Schlangen: Nattern

Ringelnattern schwimmen gerne in Badeseen.
Ringelnattern schwimmen gerne in Badeseen.
(Foto: CC0 / Pixabay / rode1967)

Diese fünf Natternarten sind in Deutschland beheimatet:

  • Äskulapnatter / ungiftig Um einer Äskulaptnatter zu begegnen, braucht es heutzutage großes Glück. Die von gelbbraun bis olivgrün gefärbte Schlange gehört zu den seltensten Arten hierzulande. Am ehesten triffst du das tagaktive Tier im südlichen Odenwald, im Rheingau oder südlich der Donau. Sie ist mit bis zu zwei Metern Länge die längste heimische Schlangen. 
  • Ringelnatter / ungiftig Wesentlich bekannter ist die Ringelnatter. Bis auf Irland kannst du das Reptil in ganz Europa antreffen. Die tagaktiven Ringelnattern halten sich bevorzugt in feuchten Wiesen, Sumpfgebieten und rund um stehende Gewässer auf. Nicht selten kannst du schwimmende Ringelnattern an der Oberfläche von Badeseen entdecken. Ringelnattern erkennst du an ihrem bräunlichen Gewand und den charakteristischen schwarzen Punkten. Zwei sichelförmige gelbe Flecken zieren ihre Köpfe.
  • Schlingnatter / ungiftig  Schlingnattern sind mit Ausnahme von England, Südspanien und Nordskandinavien ebenfalls in ganz Europa verbreitet. Mit ihren maximal 80 Zentimetern Körperlänge ist sie die kleinste heimische Schlangenart. Ganz anders als die Ringelnatter lebt die tagaktive Schlingnatter gerne in trockenen, sonnigen Gebieten und versteckt sich dabei meist in Büschen und Hecken. Ihre Haut ist hellbraun bis grau mit mehreren Reihen dunkler Flecken. Charakteristisch sind ihr dunkler „Lidstrich“ und das dunkelbraune Krönchen auf der Kopfoberseite.
  • Würfelnatter / ungiftig Die Würfelnatter zählt zu den bedrohten heimischen Schlangenarten. In Deutschland kannst du ihr nur noch in Rheinland-Pfalz begegnen. In der Schweiz ist sie ausschließlich ums Tessin herum anzutreffen und in Österreich im Südosten des Landes. Im südlichen Europa häuft sich ihr Vorkommen wieder etwas. Die tagaktiven Würfelnattern erkennst du an ihrem namensgebenden Würfelmuster auf dem Rücken: vier bis fünf Reihen dunkler, fast quadratischer Flecken. Würfelnattern leben fast ausschließlich in Seen, Flüssen und Bächen.
  • Barrenringelnatter / ungiftig  Die neuste offizielle Schlangenart ist die Barrenringelnatter, die erst 2017 offiziell als eigene Art aufgenommen wurde. Ihren Namen verdankt sie ihrem beidseitigen barrenartigen Streifenmuster. In Deutschland ist die Schlange westlich des Rheins anzutreffen. Außerdem konnte man sie im Osten Frankreichs, der Schweiz und Österreich nachweisen. Die Alpen-Barrenringelnatter ist eine weitere Unterform und wie ihr Name vermuten lässt im Alpenland beheimatet. Beide Arten sind tagaktiv und ungiftig. 

Heimische Schlangen: Vipern

Kreuzottern gehören zu den heimischen Giftschlangen.
Kreuzottern gehören zu den heimischen Giftschlangen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Illuvis)

Zu den heimischen Schlangen zählen außerdem zwei Vipernarten:

  • Kreuzotter / giftig   Im Gegensatz zu den für uns Menschen harmlosen Nattern kann der Biss einer Viper gefährlich werden. Die tagaktive Kreuzotter erkennst du an ihrem dunkelbraunen Zickzackmuster auf dem Rücken. Ihre Farbe variiert von braun über grau bis schwarz. Die Kreuzotter ist vor allem im nördlichen Europa anzutreffen. Ihr Verbreitungsraum erstreckt sich von Mitteleuropa (in Deutschland, den Beneluxländern, der Schweiz und Österreich vor allem im Norden und alpinen Gebieten) über Skandinavien, den nördlichen Balkan bis hin nach Russland und Ostasien. Sogar in England ist die Schlange anzutreffen. Kreuzottern leben bevorzugt in Heide- und Moorgebieten und an Waldrändern. 
  • Aspisviper / giftig Aspisvipern sind in Deutschland nur noch im äußersten Südwesten rund um den Schwarzwald zu finden. Ihr Verbreitungsgebiet ist verhältnismäßig klein und reicht von Spanien, Frankreich, der Schweiz und Italien bis ins westliche Slowenien. Trockene, sonnige und leicht bewachsene Hänge sind ihr bevorzugter Lebensraum. Aspisvipern erkennst du an ihrem dreieckigen Kopf und dem besonders „bösen“ Blick, den sie ihrer hervortretenden Oberaugenplatte verdankt. Ihre Farbe reicht von graubraun bis schwarz. Auf ihrem Rücken reihen sich dunkelbraune bis schwarze Querstreifen aneinander.  

Übrigens: Blindschleichen gehören nicht zu den Schlangen. Sie haben zwar keine Beine und einen schlangenähnlichen Körper, zählen aber zu den Echsen. Der Unterschied liegt an ihren Augen: Im Gegensatz zu Schlangen haben Blindschleichen bewegliche Augenlider. Blind sind sie ganz nebenbei auch nicht: Ihren Namen tragen sie aufgrund des „blendenden“ Glanzes ihrer Haut.  

Was du bei einem Schlangenbiss beachten solltest

Der Biss einer Kreuzotter kann gefährlich werden.
Der Biss einer Kreuzotter kann gefährlich werden.
(Foto: CC0 / Pixabay / sipa)

Die beiden Vipern Kreuzotter und Aspisviper gehören zu den heimischen Giftschlangen. Die Aspisviper ist dabei etwas giftiger als die Kreuzotter. In den meisten Fällen verursachen ihre Bisse schmerzhafte Schwellungen und Juckreiz. Im Falle eines Bisses ist stets Vorsicht geboten. Zwar ist das Gift alleine meist nicht ausreichend, um einen Menschen zu töten, doch können durch ihn schwere allergische Reaktionen ausgelöst werden, die lebensbedrohlich werden können.

Besonders gefährdet sind Kinder, alte oder vorerkrankte Menschen. Im Falle eines Vipernbisses solltest du daher in jedem Fall umgehend den Notarzt rufen. Damit es gar nicht erst zu einem Schlangenbiss kommt, solltest du in gefährdeten Gebieten abseits befestigter Wege stets feste Schuhe und lange Hosen tragen.

Wenn du auf eine Schlange triffst, ist es wichtig, ruhig zu bleiben, um das Tier nicht zu erschrecken. Schlangen sind äußerst scheu und beißen zur Verteidigung. Du solltest dich langsam entfernen und ihr dabei eine Fluchtmöglichkeit bieten.

So kannst du etwas gegen das Artensterben heimischer Schlangen tun

Leider werden auch unsere heimischen Schlangen nicht vom Klimawandel und der Zerstörung natürlichen Lebensraums verschont. Wie der NABU Deutschland laut Frankfurter Rundschau berichtet, schwinden die Bestände aller Schlangenarten in Deutschland stetig. Alle sieben heimischen Schlangenarten stehen daher unter Artenschutz und befinden sich auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Du kannst aktiv etwas gegen das Artensterben tun: Wenn du einen eigenen Garten hast, lege in einer ruhigen und geschützten Ecke Haufen aus Steinen und Holz an. Auch Komposthaufen mit etwas Reisig bieten den Reptilien Platz zum Brüten und Überwintern. Alte Baumstümpfe und Gestrüpp sind ebenso willkommen. Ein artenreicher Vielfaltsgarten mit wilden Pflanzen und Bereichen, an denen du der Natur freien Lauf lässt, bietet idealen Lebensraum für Schlangen und viele andere heimische Wildtiere. 

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