Isomalt: Warum zuckerfreie Bonbons oft nicht kalorienfrei sind

Foto: © Sarah Fischer / AdobeStock

Was ist Isomalt? Worin kommt der Zuckeraustauschstoff vor und warum gilt er als „zuckerfrei“, obwohl er Kalorien hat?

Bei Bonbons greifen viele zu einer zuckerfreien Alternative – die ist besser für die Zähne und vermeintlich kalorienfrei. Leider stimmt das häufig nicht: Isomalt zum Beispiel ist ein gängiger Zuckeraustauschstoff in zuckerfreien Lebensmitteln – doch er ist zwar zuckerfrei, aber keineswegs Kalorienarm.

Was ist Isomalt?

Isomalt ist ein Zuckerersatz (genauer: ein Zuckeraustauschstoff) und trägt die E-Nummer E953. Die Zuckeralternative kommt in der Natur beispielsweise in Zuckerrüben vor. Isomalt ist geruchlos, weiß und kristallin. Es gibt den Zuckeraustauschstoff auch in flüssiger Form.

Für die Lebensmittelindustrie wird Isomalt in zwei Verarbeitungsschritten aus normalem Rübenzucker hergestellt:

  • Im ersten Schritt wird mit Hilfe von Enzymen aus dem Rübenzucker Isomaltulose gewonnen.
  • Im nächsten Schritt wird durch Hydrolyse – der Spaltung chemischer Verbindungen durch Wasser – das Isomalt gewonnen.

In welchen Lebensmitteln steckt Isomalt?

Isomalt wird für die Herstellung von vielen zuckerfreien und zuckerreduzierten Lebensmitteln verwendet: Bonbons, Backwaren, Senf, Soßen, Marmeladen und Desserts. Da Isomalt den Blutzucker- und Insulinspiegel nur leicht beeinflusst, ist es besonders für Diabetiker geeignet und in vielen Diabetiker-Lebensmitteln enthalten. Bei Cornflakes wird es wegen seiner technischen Eigenschaften genutzt, um den Crunch zu verbessern.

Darüber hinaus wird Isomalt in der Pharmazie und in der Futtermittelproduktion verwendet. Bei technischen Anwendungen dient Isomalt als Stabilisator (z. B. bei der Produktion von PVC), Weichmacher, Kleber oder Binder.

Kennzeichnung: Wie erkenne ich Isomalt?

Die Lebensmittelinformationsverordnung von 2014 regelt die Kennzeichnung von Isomalt: Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe – zu denen Isomalt zählt – werden unter dem Begriff „Süßungsmittel“ zusammengefasst.

Lebensmittel, die Süßungsmittel enthalten, müssen den Hinweis „mit Süßungsmittel(n)“ tragen. Außerdem muss das Süßungsmittel auch in der Zutatenliste aufgeführt sein. Bei Isomalt könnte das zum Beispiel so aussehen:„Süßungsmittel Isomalt“ oder „Süßungsmittel E 953“.

Warum ist Isomalt „zuckerfrei“ und hat dennoch Kalorien?

Isomalt besitzt annähernd dieselbe Süßkraft wie normaler Zucker und lässt sich ähnlich verarbeiten. Wer annimmt, dass „zuckerfrei“ Lebensmittel – die Isomalt enthalten – gleichzeitig auch kalorienfrei sind, liegt jedoch falsch. Zwar hat Isomalt nur halb so viele Kalorien wie Zucker – dennoch sind es pro Gramm immer noch zwei Kalorien. Wer also auf seine Kalorienzufuhr achtet, sollte sich von der Beschreibung „zuckerfrei“ nicht in die Irre führen lassen.

Isomalt hat jedoch einen geringeren Glykämischen Index (GI) als normaler Zucker. Der GI gibt an, wie sich ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Ein Wert unter 50 wird als niedrig eingestuft. Für Isomalt wurde in verschiedenen Studien ein Index von zwei bis maximal neun festgestellt. Das bedeutet, Isomalt ist im Gegensatz zu normalem Haushaltszucker (GI = 68) besser geeignet für Diabetiker und Menschen, die abnehmen wollen.

Isomalt: zahnfreundlicher Zuckerersatz

Im Vergleich zu normalem Zucker ist Isomalt zudem deutlich besser für die Zähne: Es bildet nur sehr wenig Säure, da es durch seine Stabilität nicht von den Mikroorganismen im Mund verstoffwechselt wird. So hat Isomalt nur ein sehr geringes Potential, Karies auszulösen, und gilt als zahnfreundlich.

Alternativen zu Isomalt

Isomalt hat eindeutige Vorteile: Es ist zahnfreundlich, hat einen geringen Glykämischen Index und nur halb so viele Kalorien wie normaler Rübenzucker. Dennoch sollte man sich von der Bezeichnung „zuckerfrei“ nicht täuschen lassen: Viele zuckerfreie Lebensmittel sind nicht gleichzeitig auch kalorienfrei. Und einen weiteren Nachteil hat der Zuckeraustauschstoff: In großen Mengen kann Isomalt abführend wirken.

Eine kalorienfreie Zuckeralternative ist Erythrit. Es wird durch Fermentation von Traubenzucker hergestellt. Ebenso wie Isomalt hat es nur einen geringen Einfluss auf den Blutzucker- und den Insulinspiegel. Diese Zuckeralternative ist jedoch wirklich kalorienfrei.

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