Kartoffelturm selber bauen: Für Balkone und kleine Gärten

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Ein Kartoffelturm ist eine gute Möglichkeit, sich auch in einem kleinen Garten selbst mit Kartoffeln zu versorgen. In diesem Artikel siehst du verschiedene Möglichkeiten, wie du mit einfachen Mitteln einen Kartoffelturm selber bauen kannst.

Ein Kartoffelturm ist perfekt für einen kleinen Garten, weil du die Kartoffeln vertikal anbaust. Dadurch benötigst du weniger Fläche als im traditionellen Anbau und hast verhältnismäßig mehr Ertrag. Mit wenig finanziellem Aufwand und ein bisschen handwerklichem Geschick baust du mit diesen Tipps ganz einfach einen Kartoffelturm selber. Selbst wenn du nur einen Balkon hast, kannst du Kartoffeln anpflanzen.

Wir zeigen dir hier, wie das geht. Darüber hinaus erfährst du in diesem Artikel, was du beim Anbau der Kartoffeln im Kartoffelturm beachten solltest.

Kartoffeln im Kartoffelturm anbauen: Das solltest du wissen

Ein blühender Kartoffelturm sieht sehr dekorativ aus.
Ein blühender Kartoffelturm sieht sehr dekorativ aus.
(Foto: CC0 / Pixabay / summa)

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, einen Kartoffelturm selber zu bauen. Allen gemeinsam ist, dass sie nur eine kleine Bodenfläche benötigen und dafür in die Höhe gehen. Ein selbst gebauter Kartoffelturm hat viele verschiedene Vorteile, denn er ist

  • platzsparend,
  • kostengünstig,
  • dekorativ,
  • pflegeleicht,
  • wiederverwendbar
  • und die Kartoffelernte ist viel einfacher.

Standort

Du kannst den Kartoffelturm im Gemüsebeet oder im Garten aufstellen. Im kleineren Bruder des Kartoffelturms – dem Kartoffelkübel – kannst du sogar auf der Terrasse oder auf dem Balkon Kartoffeln anbauen.

Das solltest du bei der Wahl des Standortes berücksichtigen:

  • Stelle den Kartoffelturm an einem möglichst sonnigen Platz auf.
  • Als Untergrund eignet sich Erde, Rasen oder Kies.
  • Wichtig ist, dass keine Staunässe entsteht.

Welche Kartoffeln eignen sich?

Pflanzkartoffeln – auch Saatkartoffeln genannt – dienen zur Aussaat neuer Kartoffelpflanzen. Für den Anbau von Kartoffeln im Kartoffelturm brauchst du keine besonderen Sorten. Wichtig ist, dass du ausschließlich Pflanzkartoffeln oder Biospeisekartoffeln verwendest, denn diese sind nicht mit Keimschutzmitteln behandelt.

Der richtige Zeitpunkt

Die Kartoffeln liegen nicht wie üblich tief in der Erde, sondern sind im Kartoffelturm einem möglichen Frost ausgesetzt. Du solltest die Kartoffeln daher erst nach den Eisheiligen in den Kartoffelturm pflanzen. Auch Anfang Juni ist es noch möglich den Kartoffelturm zu befüllen.

Pflege

Kartoffeltürme sind sehr pflegeleicht, denn du brauchst sie im Grunde nur zu gießen.

  • Gieße regelmäßig einmal pro Woche.
  • Achte auf die Wettervorhersage – wenn es regnet musst du nicht zusätzlich zu wässern.

Kartoffelturm aus Metall selber bauen

Der Untergrund des Kartoffelturms besteht aus unreifem Kompost oder Baumschnitt.
Der Untergrund des Kartoffelturms besteht aus unreifem Kompost oder Baumschnitt.
(Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

Ein selbst gebauter Kartoffelturm bringt den Vorteil mit sich, dass du die Maße perfekt auf das vorhandene Platzangebot abstimmen kannst. Aus diesem Grund findest du hier keine exakten Maßangaben. Die Höhe deines Kartoffelturms sollte rund einen Meter betragen.

Dieses Material benötigst du für einen Kartoffelturm aus Drahgeflecht:

  • eine Estrichmatte, alternativ Kaninchen- oder Maschendraht
  • Draht oder Kabelbinder um die Enden zu verbinden
  • Werkzeug um Draht zu schneiden und zu biegen
  • zwei bis vier Bambus– oder Metallstäbe
  • Gartenerde
  • Kompost
  • Stroh oder getrockneter Grasschnitt

Hinweis: Wenn du eine Kartoffeltonne mit einem Durchmesser von rund 60 Zentimetern bauen möchtest, benötigst du ein Drahtgeflecht von einem Meter Höhe und rund zwei Meter Länge. Handelsübliche Estrichmatten haben meist genau diese Maße.

Kartoffelturm aus Metall selber bauen:

  1. Forme die Estrichmatte oder den Maschendraht zu einem Zylinder.
  2. Fixiere die beiden Enden mit Draht oder Kabelbindern.
  3. Stell den Drahtzylinder am gewünschten Standort auf.
  4. Lege den Boden mit Maschendraht aus, wenn du den Kartoffelturm sicher vor Wühlmäusen machen möchtest.
  5. Befestige die Kartoffeltonne mit zwei bis vier Bambus- oder Metallstäben im Untergrund. Es ist nur in den ersten Wochen wichtig den Korb zu fixieren. Wenn er vollständig befüllt ist, steht er durch das Eigengewicht.

So befüllst du den Kartoffelturm aus Drahtgeflecht:

  1. Gib eine Schicht Heu oder Baumschnitt in den Kartoffelturm.
  2. Als nächste Schicht kommt etwas reifer Kompost als Dünger dazu.
  3. Verkleide die Kartoffeltonne innen mit einer Schicht Stroh, damit nichts durch das Gitter herausfällt.
  4. Nun kannst du die erste Schicht Erde in den Kartoffelturm füllen.
  5. Lege vier bis sechs Saatkartoffeln kreisförmig mit fünf Zentimeter Abstand zum Rand aus. Wenn die Kartoffeln bereits austreiben, sollten die Triebe nach außen zeigen. Dadurch können die Kartoffeln nach außen wachsen.
  6. Bedecke die Kartoffeln mit rund 15 Zentimeter Erde und gib eine weitere Schicht Heu drauf.
  7. Wiederhole die Punkte zwei bis sechs bis der Turm voll ist. Bei der letzten Schicht kannst du auch in der Mitte Kartoffeln pflanzen.

Ein Kartoffelturm aus Drahtgeflecht hat den Vorteil, dass er sehr leicht ist. Du kannst ihn im Winter abbauen und platzsparend im Schuppen oder im Keller aufbewahren.

Kartoffelturm aus Holz selber bauen

Ein alter Komposter eignet sich sehr gut als Kartoffelturm.
Ein alter Komposter eignet sich sehr gut als Kartoffelturm.
(Foto: CC0 / Pixabay / Antranias)

Mit einigen Holzbrettern kannst du dir einen Kartoffelturm aus Holz ganz einfach selber bauen. Du kannst die Maße perfekt auf das vorhandene Platzangebot abstimmen. Aus diesem Grund findest du in der Anleitung keine exakten Maßangaben. 

Dieses Material benötigst du für einen Kartoffelturm aus Holz:

  • Holzbretter in der gewünschten Länge
  • vier Holzpfosten für die Ecken
  • Holzschrauben
  • Werkzeug für die Holzbearbeitung
  • Heu, Stroh oder Baumschnitt
  • Kompost
  • Gartenerde

Kartoffelturm aus Holz selber bauen:

  1. Fertige einen Plan mit den gewünschten Maßen an.
  2. Lass die benötigten Holzbretter und die Pfosten im Baumarkt auf die gewünschte Länge zuschneiden.
  3. Verschraube die Bretter an den Pfosten, sodass sie rechte Winkel bilden und ein Würfel oder Quader entsteht.
  4. Stelle den Kartoffelturm am gewünschten Standort auf. Der Kartoffelturm aus Holz steht durch das Eigengewicht stabil auf der Erde und du musst ihn nicht zusätzlich befestigen.
  5. Lege den Boden mit Maschendraht aus, wenn du den Kartoffelturm sicher vor Wühlmäusen machen möchtest.

Ein alter Komposter als Kartoffelturm

Vielleicht hast du einen alten Holzkomposter, den du nicht mehr nutzen möchtest. Auch in den Kleinanzeigen kannst du ab und zu sehr günstig alte Holzkomposter finden. So kommst du mit ganz wenig Aufwand zu einem Kartoffelturm aus Holz.

Kartoffelturm aus Paletten

Aus Paletten kannst du sehr einfach einen Kartoffelturm selber bauen.
Aus Paletten kannst du sehr einfach einen Kartoffelturm selber bauen.
(Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

Um einen Kartoffelturm aus Paletten selbst zu bauen, benötigst du vier Europaletten.

  1. Baue aus den vier Platten einen Holzturm.
  2. Verschraube dazu die Paletten an den Ecken rechtwinkelig miteinander.
  3. Stell den Kartoffelturm aus Paletten am gewünschten Standort auf.
  4. Lege den Boden mit Draht aus.

So befüllst du den Kartoffelturm aus Holz:

  1. Gib eine Schicht Heu oder Baumschnitt in den Kartoffelturm aus Paletten.
  2. Als nächste Schicht kommt etwas reifer Kompost als Dünger dazu.
  3. Fülle eine rund 20 Zentimeter dicke Schicht Erde in den Kartoffelturm.
  4. Verteile die Pflanzkartoffeln mit 20 Zentimeter Abstand zueinander im Kartoffelturm.
  5. Bedecke die Kartoffeln mit rund 20 Zentimeter Erde und gib eine weitere Schicht Heu drauf.
  6. Wiederhole die Punkte zwei bis fünf bis der Turm voll ist. Versetze dabei die Kartoffeln um jeweils zehn Zentimeter.

Kartoffelturm aus alten Reifen bauen

Ein Kartoffelturm aus alten Reifen ist ein Blickfang im Garten.
Ein Kartoffelturm aus alten Reifen ist ein Blickfang im Garten.
(„Potato Tire Tower 3“ von Tony Buser unter CC-BY-2.0)

Ein Kartoffelturm aus alten Reifen ist eine sehr einfache Möglichkeit, einen Kartoffelturm aus Upcycling-Material zu bauen.

  1. Platziere den ersten Reifen am gewünschten Ort.
  2. Lege den Boden mit Draht aus, wenn du den Kartoffelturm sicher vor Wühlmäusen machen möchtest.
  3. Gib eine Schicht Heu und anschließende etwas reifer Kompost als Dünger in den Reifen.
  4. Fülle eine rund 10 Zentimeter dicke Schicht Erde in den Reifen.
  5. Lege drei Saatkartoffeln kreisförmig mit fünf Zentimeter Abstand zum Rand aus.
  6. Bedecke die Kartoffeln bis zum Rand des Reifens mit Erde.
  7. Stell den zweiten Reifen exakt auf den ersten Reifen.
  8. Wiederhole die Punkte drei bis sechs, versetze dabei die Kartoffeln um einige Zentimeter.
  9. Setze anschließend den dritten Reifen exakt auf den zweiten Reifen.
  10. Befülle auch den dritten Reifen wie in den Punkten drei bis sechs beschrieben.

Tipp: Du musst nicht warten, bis dein Auto neue Reifen benötigt. In Kleinanzeigen findest du ab und zu Reifen zu verschenken. Alternativ kannst du auch bei einem Autohändler nachfragen.

Kartoffeln aus dem Kartoffelturm ernten

Die Ernte der Kartoffeln aus dem Kartoffelturm ist sehr einfach.
Die Ernte der Kartoffeln aus dem Kartoffelturm ist sehr einfach.
(Foto: CC0 / Pixabay / sbj04769)

Ab dem Spätsommer kannst du Kartoffeln bis in den Herbst hinein ernten. Die Kartoffeln sind reif, wenn das Kartoffelkraut abgestorben ist.

Du musst nicht alle Kartoffeln auf einmal ernten, sondern kannst sie Schicht für Schicht ausgraben. Gehe dabei so vor:

  1. Entferne das dürre Kartoffellaub.
  2. Trage die erste Erdschicht mit den Händen oder einer kleinen Schaufel vorsichtig ab.
  3. Nimm so viele reife Kartoffeln heraus, wie du benötigst.
  4. Decke den Kartoffelturm bis zur nächsten Ernte mit etwas Erde und Stroh ab. Achtung: Es dürfen keine Kartoffeln aus der Erde heraus schauen, da sie sich sonst grün verfärben. Unter Lichteinfluss entwickeln die Kartoffeln Solanin. Das ist ein natürliches Gift, das die Pflanze vor Fressfeinden schützt.

Kartoffeln aus dem Kartoffelturm aus Drahtgeflecht ernten

Die Kartoffeln aus dem Drahtturm lassen sich besonders einfach ernten, indem du die Verbindung der Drahtteile löst. Dadurch zerfällt die Erde und du brauchst die Kartoffeln nur noch einzusammeln.

Die einfache Ernte der Kartoffeln aus der Kartoffeltonne ist ein großer Vorteil gegenüber dem konventionellen Anbau von Kartoffeln.

Kartoffeln in Kübeln anbauen

Der Anbau von Kartoffeln in Kübeln eigent sich für Terrasse und Balkon.
Der Anbau von Kartoffeln in Kübeln eigent sich für Terrasse und Balkon.
(Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

Wenn du keinen Garten aber eine Terrasse oder einen Balkon besitzt, musst du nicht auf den Anbau von eigenen Kartoffeln verzichten. Wenn du besonders wenig Platz hast, kannst du die Kartoffeln in Kübeln anbauen.

Das solltest du beim Anbau von Kartoffeln im Kübel beachten:

  • Die Kartoffelkübeln sollten eine Größe von mindestens zehn Liter haben.
  • Größer ist in dem Fall besser. Die Kübeln im Bild rechts fassen rund 25 und im linken Bild rund 30 Liter Erde.
  • Um Staunässe zu vermeiden ist es wichtig, dass überschüssiges Gießwasser abfließen kann.
  • Bohre daher einige Löcher in deinen Pflanzkübel und fülle als erste Schicht eine Drainage aus kleinen Steinen oder Baumschnitt ein.

So pflanzt du Kartoffeln im Kübel an:

  1. Gib nach der Drainage-Schicht etwas reifen Kompost als Dünger in den Kübel.
  2. Fülle anschließend eine rund 10 Zentimeter dicke Schicht Erde in den Kartoffeleimer.
  3. Lege drei bis vier Saatkartoffeln kreisförmig mit fünf Zentimeter Abstand zum Rand aus.
  4. Bedecke die Kartoffeln mit 15 Zentimeter Erde. Der Kartoffelkübel ist nun maximal bis zur Hälfte befüllt.
  5. Nach einige Zeit ist das erste Grün zu sehen.
  6. Gib nun immer wieder zusätzliche Erde in den Eimer, bis nur noch die oberen Blätter zu sehen sind.
  7. Durch das sogenannte „Anhäufeln“ der Kartoffeln bilden die Pflanzen statt Blättern zusätzliche Triebe aus, die für eine reichere Ernte sorgen.
  8. Gib immer wieder neue Erde dazu, bis der Kartoffelkübel voll ist. Achtung: Lass im Kartoffelkübel unbedingt einen Gießrand von zwei bis drei Zentimeter.

Kaum eine Kartoffelernte ist einfacher als aus dem Kartoffelkübel:

  • Lege eine Plane auf den Boden.
  • Kippe den gesamten Inhalt des Eimers auf die Plane.
  • Sammle die Kartoffeln ein.

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