Konjak-Nudeln: Was ist dran an der Konjak-Wurzel?

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Nudeln hergestellt aus der Konjak-Wurzel werden als reueloser Genuss beworben. Doch nachhaltig sind sie leider nicht. Erfahre hier, was es genau mit der Konjak-Wurzel und den Konjak-Nudeln auf sich hat.

Was ist die Konjak-Wurzel?

Die Konjakwurzel ist die Knolle der Teufelszunge, einer in Asien wachsenden Pflanzenart aus der Gattung der Titanwurze. Die Konjak-Wurzel wird dort als Verdickungsmittel in Süßwaren oder für die Zubereitung einer tofuähnlichen Masse oder Nudeln verwendet. Bei uns ist sie vor allem aufgrund ihrer appetitzügelnden und sättigenden Eigenschaften bekannt gewordent.

Die Wurzel hat einerseits kaum Kalorien, andererseits aber eine enorme Quellfähigkeit. Das liegt daran, dass sie zu etwa 40 Prozent aus sogennanten Glucomannanen besteht. Glucomannanen sind lösliche Ballaststoffe, die sehr viel Wasser an sich binden können, aber selbst keinen Nährwert haben. Im Darm absorbieren sie Flüssigkeiten und quellen dadurch auf. Sie füllen den Magen also beträchtlich und fördern so ein langanhaltendes Sättigungsgefühl und die Darmtätigkeit, ohne den Energiegehalt der Nahrung, die Kalorien, zu erhöhen.

Darum sind Konjak-Nudeln beliebt

Konjak-Nudeln, Konjak-Reis, Konjak-Lasagneblätter – all diese Produkte haben recht wenig mit klassischer Pasta oder gewöhnlichem Reis zu tun, denn sie bestehen nicht aus Getreide. Stattdessen werden sie aus Wasser, dem Mehl der Konjakwurzel und einem Stabilisator wie Calciumhydroxid, der laut Herstellerangaben unbedenklich sein soll, hergestellt.

Dadurch sind Lebensmittel aus der Konjakwurzel…

  • kalorienarm: Auf 100 Gramm der Konjak-Nudeln kommen gerade einmal etwa acht bis 14 Kilokalorien. Normale Pasta bringt es hingegen auf etwa 138 Kalorien.
  • kohlenhydratlos: Konjak-Nudeln haben keine Kohlenhydrate. 100 Gramm gewöhnliche gekochte Nudeln haben etwa 25 Gramm Kohlenhydrate.
  • fettarm: Nur 0,2 Gramm Fett haben die Konjak-Nudeln auf 100 Gramm. Aber auch normale Pasta ist mit 0,9 Prozent Fett eine gesunde Angelegenheit in Sachen Fettgehalt.
  • sehr reich an Ballaststoffen: Das verwendete Konjakmehl bringt eine große Portion an Glucomannanen mit, die schnell, aber angenehm sättigen und die Verdauung anregen. Glucomannanen sollen auch die Bluttfettwerte verbessern können (Studie), doch ob diese Eigenschaft auch auf die Konjak-Nudeln zutrifft, ist nicht bestätigt.
  • glutenfrei: Die meisten Pastasorten bestehen aus glutenhaltigem Getreide wie Weizen oder Dinkel und sind daher für Zöliakie-Betroffene nicht geeignet. Konjak-Nudeln können hingegen auch von Glutenallergikern ohne Probleme genossen werden.
  • vegan: In die Konjak-Nudeln kommen keine Eier. Aber auch gewöhnliche Hartweizen-Pasta ist eifrei.
  • schnell und vielfältig zuzubereiten: Die Konjak-Nudeln kommen vorgekocht aus der Packung. Du musst sie nur abwaschen und erwärmen. Weil sie recht geschmacksneutral sind, kannst du sie vielfältig weiterverarbeiten und verschiedenste Pasta-Gerichte daraus kreieren.

Diese Eigenschaften machen die Konjak-Nudeln als Pasta-Alternative für viele sehr interessant. Figurbewusste schätzen das schnell einsetzende Sättigungsgefühl, Sportler freuen sich über den geringen Fettanteil, Zöliakie-Betroffene über das fehlende Gluten, und Zeitgestresste über die schnelle Zubereitungsweise.

Konjak-Nudeln: warum sie keine nachhaltige Alternative sind

Es müssen keine Konjak-Nudeln sein: Auch Pasta-Alternativen aus Gemüse sind kalorienarm und gesund.
Es müssen keine Konjak-Nudeln sein: Auch Pasta-Alternativen aus Gemüse sind kalorienarm und gesund.
(Foto: CC0 / Pixabay / Einladung_zum_Essen)

So viel Pasta zu genießen, wie man möchte, ohne sich um Kalorien zu sorgen – das klingt nach dem Traum vieler Genießer. Doch in Sachen Nachhaltigkeit lässt die Konjak-Pasta einiges zu wünschen übrig.

Die Teufelszunge, aus deren Knolle das Mehl für die Nudelalternative hergestellt wird, ist in Ostasien, in Japan, West- und Zentralchina beheimatet. Der Rohstoff legt also einen sehr weiten Weg zurück, bevor wir Konjak-Nudeln in den heimischen Supermarktregalen finden. Solche Lebensmitteltransporte sind mit ihrem hohen Energie- und Ressourcenverbrauch eine große Belastung für die Umwelt. Dahingegen wachsen Weizen und Dinkel für herkömmliche Nudeln in Deutschland und Europa.

Pasta aus heimischem Getreide hat auch noch einen weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber Konjak-Nudeln: Sie besteht aus mehr als unverdaulichen Ballaststoffen. Vollkornpasta hat zwar Kalorien und Kohlenhydrate, bietet aber auch pflanzliche Proteine, Vitamine B und E, Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Zink, Selen und Kalium, sekundäre Pflanzenstoffe und auch Ballaststoffe. Auch herkömmliche Pasta macht somit satt und kann einer kalorienbewussten, gesunden Ernährung entsprechen, wenn du dazu viel Gemüse und leichte Saucen genießt.

Eine weitere umweltfreundlichere Alternative zu Konjak-Nudeln, die ebenfalls kalorienarm und low-carb ist, sind Gemüse-Spaghetti, die du mit Hilfe eines Sparschälers oder Spiralschneiders aus Gemüse selbst herstellen kannst. Weil auch sie eher geschmacksneutral sind, kannst du sie mit verschiedensten leckeren Saucen, Kräutern und Gewürzen würzen.

Zucchini-Nudeln selber machen: Einfaches Rezept für die Gemüse-Pasta

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