Stiftung Warentest: Bio-Milch ist nachhaltiger

Foto: CC0 / Pixabay

Stiftung Warentest betrachtet in der aktuellen Ausgabe des Heftes test Milch. Test schaute sich diesmal auch die Nachhaltigkeit im Unternehmen an: Von 18 Produkten stammen nur sechs von Molkereien, die „gut“ oder besser eingestuft wurden.

Was uns bei Tests von Stiftung Warentest und Öko-Test immer wieder auffällt, ist, dass sie oft auf Inhaltsstoffe oder ähnliche Aspekte großen Wert legen, selten aber auf die Nachhaltigkeit dieser Produkte. Umso schöner, dass Test in der aktuellen Ausgabe 10/2017 endlich in die Vollen geht und auch das „CSR-Engagement“ der Unternehmen bewertet hat.

Von den 18 getesteten Marken mit „länger haltbarer Frischmilch“ schnitten fünf sowohl bei der Produktqualität „gut“ (einmal auch mit „sehr gut) ab als auch beim Tier- und Umweltschutz-Engagement der Anbieter. Vier davon sind Bio-Produkte, eines eine konventionelle Milch.

Gute Nachhaltigkeitsnoten gab es für die Gläserne Molkerei (beliefert auch Dennree, Lidl), die Andechser MolkereiArla Foods Deutschland, (beliefert auch Aldi Süd, Rewe, Penny) Berchtesgadener Land und Dennree.

Milch muß einen Preis haben

Die Preise der Bio-Milch im Test-Heft liegen zwischen 1,09 und 1,49 Euro pro Liter. Aus reiner Konsumentensicht „gute“, konventionelle Milch (ohne Bio-Siegel) gibt es aber auch schon ab 68 Cent pro Liter – nur eben nicht aus ökologischer Landwirtschaft, und die Produktions­bedingungen sind bei diesen Anbietern meist nur „ausreichend“.

Je billiger eine Milch ist, desto weniger Einsatz für Tier­wohl, Umwelt und faire Erzeuger­preise können Käufer vom Anbieter erwarten. Bis auf die Milch­werke Berchtesgadener Land ist das Engagement der Anbieter von konventioneller Voll­milch nur mau.

Jede Bio-Milch im Test stammt hingegen von Kühen, die regel­mäßig auf der Weide stehen, genug Platz im Stall mit einem guten Klima haben und deren Land­wirte Maßnahmen zum Umwelt­schutz umsetzen, so Stiftung Warentest.

Test bescheinigt überwiegend gute Qualität

Bei der Milch selbst fanden die Tester weder für die Gesundheit bedenkliche Keime noch Schad­stoffe oder Antibiotika-Rück­stände. Die meisten Produkte über­zeugten zudem durch frischen, reinen Geschmack.

Weitere spannende Ergebnisse des Tests:

  • Beim Milchkarton von Landliebe wurde laut Test der falsche Eindruck erweckt, dass die Kühe ausschließ­lich „traditionelle Futterpflanzen“ fressen würden – was bei genauem Nachfragen so aber nicht belegt werden konnte, es ist eben „Kraftfutter“.
  • Auf dem Etikett der Flasche von Aldi Nord steht eine Kuh auf einer saftigen Wiese. Der Test von zwei Lieferhöfen ergab aber: Die Kühe stehen dort das ganze Jahr im Stall.
  • „Mangelhaftes“ CSR-Engagement, also besonders schlechte Nachhaltigkeit, bescheinigt Stiftung Warentest den Marken Bärenmarke, Weihenstephan (gehört zu Müller Milch), Landliebe. Diese Unternehmen verweigerten laut Test zum Teil sogar die Auskunft zu Themen der Unternehmensverantwortung. Wer verantwortungsvoll konsumieren will, sollte demnach einen Bogen um diese Marken machen.
  • Nur „ausreichendes“ CSR-Engagement, also unbefriedigende Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit, bescheinigt das Test-Heft Aldi Nord, Aldi Süd, EdekaLidl und Netto.

Der ausführ­liche Test erscheint in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 28.9.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/vollmilch abruf­bar.

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