Bank wechseln: 7 Gründe, heute noch dein Konto umzuziehen

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Foto © Gina Sanders / Fotolia.com

Zinsen bringen nichts mehr. Doch auch Banken müssen Geld verdienen und versuchen, neue Gebühren für dies und das einzuführen. Wer deswegen die Bank wechseln will, könnte es gleich richtig machen – und mit seinem Konto zu einer ethischeren Bank wechseln. Es ist so einfach wie nie.

Die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen derzeit auf 0,0%. Das hat zur Folge, dass Banken mit dem bloßen Aufbewahren von Geld nichts mehr verdienen können. Den Banken bleibt also gar nichts anderes übrig, als Gebühren für die Kontoführung, für Geldautomaten, Schalterdienste etc. zu erheben.

Damit entfällt aber ein scheinbarer Vorteil gegenüber den grünen, ethischen, fairen Banken – und es spricht nichts mehr dagegen, zu diesen besseren, weil nachhaltigeren Banken zu wechseln. Ein Gesetz macht das außerdem einfacher denn je:

Tipps zum Bank wechseln

Hier 5 Tipps zum Bank

  1. Dank einem neuen Gesetz kannst du leichter denn je Konto und Bank wechseln.
  2. Deine Bank muss beim Umzug von Konto, Daueraufträgen, Lastschriften etc. weiter helfen.
  3. Die Bank, zu der du hin wechselst, bietet dir meist einen bequemen Bankwechsel-Service an.
  4. Ein Bankwechsel-Service ist meist kostenlos, die Banken können aber Gebühren verlangen.

Wenn du schon die Bank wechselst, kannst du auch gleich einer zu der folgenden besseren Banken wechseln – die sind nicht billiger, handeln aber fairer und nachhaltiger.

Schnell zu den Details:

Warum erhöhen die Banken die Gebühren?

Weil Geld nicht mehr von selbst Zinsen abwirft und die Banken natürlich auch Geld verdienen müssen. Da gibt es zwei Wege: Das globale Cash-Casino mit entsprechenden Risiken – oder eben den privaten Kunden in die Tasche zu greifen.

Und richtig „unfair“ oder gar „Abzocke“ ist das eigentlich nicht. Denn ein Bankautomat erzeugt pro Jahr Kosten von über 10.000 Euro – eine Leistung, die bislang „umsonst“ erbracht wurde, weil die Banken sie nicht über Gebühren, sondern über Spekulation und Zinsen gegenfinanziert haben.

Öko-Banken wissen das schon lange – bei ihnen gab es schon immer Gebühren. Doch darüber hinaus investieren sie nicht in Waffen, Atomtechnik, Nahrungsmittelspekulation oder ähnliches, sondern in sinnvolle Projekte, die Gewinne nachhaltig erwirtschaften.

Die Bank wechseln wäre also ohnehin sinnvoll, die Einführung von immer noch mehr Bankgebühren eine gute Gelegenheit. Doch der Bankwechsel ist angeblich unbequem. Monatlich geht das Gehalt ein und die Miete weg, Web-Shops und App-Stores buchen ab. Würde man sich endlich voneinander lösen und die Bank wechseln, müsste man all das ändern, anpassen, neu einrichten …

Doch was viele nicht wissen: Seit September 2016 müssen die Banken jeden Kunden beim Bankwechsel unterstützen, statt ihn mit bürokratischen Hürden zu verhindern – Dank Zahlungskontengesetz (ZKG).

Hier 7 Gründe, warum du jetzt zu einer nachhaltigen Bank wechseln solltest

Weil du doch ohnehin auf der Suche nach einer alternativen Bank bist. Und wenn du schon deinem Banker Adieu sagst, dann könntest du auch gleich zu einer guten, ethischen und grünen Bank wechseln.

Hier die Gründe:

  1. Weil es einfach ist. Seit Herbst 2016 kann es jeder völlig problemlos, dank neuem Gesetz.
  2. Weil es richtig ist. Gegen konventionelle Banken spricht, dass sie häufig Geschäftsbeziehungen zu Waffenherstellern haben, sich an Nahrungsmittelspekulationen beteiligen, finanziell im Bereich schmutziger Energieerzeugung (Atom & Kohle) beteiligt sind und über Schattenfinanzplätze intransparent zweifelhafte Geschäfte machen – Details im Beitrag 5 Argumente gegen konventionelle Banken.
  3. Weil es sinnvoll ist. Für nachhaltige Banken spricht, dass sie das Gegenteil tun: Sie investieren nicht in Waffen, sie bremsen nicht die Energiewende, sie spekulieren nicht mit Nahrungsmitteln, sie agieren transparenter – Details im Beitrag: Nachhaltige Geldanlagen – 5 Fragen und Antworten.
  4. Weil es die Welt verändert. Nachhaltige Banken, von manchen daher auch Öko-Banken oder grüne Banken genannt, investieren stattdessen auf Basis von klaren Regeln in sinnvolle soziale Projekte oder in die Energiewende. 10 Beispiele: Projekte grüner Banken.
  5. Weil es sicher ist. Wollen da etwa grüne Träumer an unser Geld? Nein, es sind genauso Bankenprofis wie die anderen auch – nur eben mit Prinzipien statt mit Heuschrecken. Durch Einlagensicherungsfonds sind dort abgelegte Gelder genauso sicher wie bei den scheinbar seriösen Casino-Banken, denen wir den letzten Bankencrash verdanken (und die Niedrigzinsen, die jetzt zu höheren Gebühren bei konventionellen Banken führen.
  6. Weil überall Gebühren kommen. Die Niedrigzinspolitik der EU sorgt dafür, dass Banken mit Zinsen keine müde Mark mehr machen (sie sollen es ja investieren). Daher führen viele Banken derzeit Kontoführungsgebühren ein – auch deine Hausbank. Öko-Banken hatten schon immer Gebühren; weil’s jetzt also egal ist, kannst du zu auch zur grünen Bank wechseln. Nein, die ist nicht billiger. Aber eben besser.
  7. Weil du nichts vermissen wirst. Nachhaltige Banken bieten dir alles, was andere auch bieten: Girokonto. Kreditkarte. Tagesgeld. Fonds. Wertpapiere. Etc. Das volle Kapitalisten-Programm. Nur halt auf Basis von Investitionen in sinnvolle Sachen.

So einfach ist der Bankwechsel

In der Praxis geht es so: Der Kunde erteilt seiner neuen Bank den Auftrag zur Hilfe beim Kontowechsel. Die neue Bank fordert die notwendigen Daten wie Daueraufträge, Lastschriftmandate, Überweisungen bei der alten Bank an – sie muss diese Daten innerhalb von fünf Tagen übermitteln.

Die neue Bank übernimmt die Daten in das neue Girokonto und informiert über den Wechsel die Inhaber der anderen, einzahlenden abhebenden Konten. Die alte Bank muss das Girokonto zeitnah schließen und gegebenenfalls ebenfalls über den Kontowechsel informieren.

Kurzum: So einfach konntest du noch nie die Bank wechseln. Und wenn du das ohnehin tust, dann wechsle doch am besten zu einer nachhaltigen Bank wie Ethikbank, GLS Bank oder Triodos Bank.

Zu welcher Bank wechseln? Hier 3 Alternativen

Hier unsere Vorschläge:

EthikBank GLS Bank Triodos Bank
Girokonto-Gebühren 5 Euro/Monat* 3,80 Euro/Monat plus 5 Euro/Monat Jahresbeitrag (ab 2017) 3,50 Euro/Monat
Bankkarte-Gebühren frei/enthalten 15 Euro/Jahr 15 Euro/Jahr
MasterCard-Gebühren 25 Euro/Jahr 30 Euro/Jahr 25 Euro/Jahr
Jugendkonten ja ja nein
App Online-Filiale+ GLS mBank keine
Tagesgeld ja ja ja
Bargeld abheben mit Bankkarte kostenlos an ca. 20.000 Automaten in Deutschland mit Bankkarte kostenlos an ca. 20.000 Automaten in Deutschland mit Kreditkarte kostenlos an Maestro/MasterCard-Automaten weltweit
Jahresbeitrag 60€/Jahr „GLS Beitrag für gesellschaftliches Wirken“
Basiskosten** 85 Euro/Jahr* 155,60 Euro/Jahr 82 Euro/Jahr
Website www.ethikbank.de www.gls.de www.triodos.de
Utopia-Nutzerbewertungen Ethikbank GLS Bank Triodos Bank

* Erhöhung auf ca. 8,50€/mtl. wird zum 1.7.2017 erwartet
** Girokonto, Bankkarte, Kreditkarte zusammengerechnet

Jetzt die Bank wechseln
Jetzt die Bank wechseln: Seit 18.9.2016 viel einfacher (Foto: CC0 Public Domain, Geld: EZB)

Hintergrund: das Zahlungskontengesetz (ZKG)

In Wirklichkeit heißt das ZKG „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie über die Vergleichbarkeit von Zahlungskontoentgelten, den Wechsel von Zahlungskonten sowie den Zugang zu Zahlungskonten mit grundlegenden Funktionen“ (Gesetz). Auf Basis der EU-Zahlungskontenrichtlinie sieht das Zahlungskontengesetz eine Neuregelung zahlreicher Zahlungsregelungen vor.

  • Mehr Vergleichbarkeit. Wenn Kunden heute die Bank wechseln wollen, fehlt es oft an hinreichend klaren Informationen. Doch nun werden dank Zahlungskontengesetz europaweit die Girokonten einheitlicher geregelt, damit die Kosten nachvollziehbarer und vergleichbarer sind.
  • Einfacher Bankwechsel. Kunden sollen es dank Zahlungskontengesetz ausdrücklich leichter haben, die Bank wechseln zu können, daher darf es nicht mehr mit finanziellen oder bürokratischen Hürden verhindert werden.
  • Leichterer Zugang. Mit der neuen Regelung hat nun auch jeder Recht auf ein Zahlungskonto in der EU. Während bei uns der Bankwechsel ein wichtiger Vorteil ist, stellt in einigen anderen EU-Ländern vor allem der gesetzlich vorgesehene Zugang zu einem Konto die wichtige Neuerung dar.

Fazit: Jetzt die Bank wechseln

Die Erleichterungen beim Bankwechsel, die durch das Zahlungskontengesetz kommen, sind nicht für die Öko-Banken erfunden worden. Aber durch sie wird alles transparenter – und wir alle können die Gelegenheit nutzen, zu einer faireren, ethischeren und nachhaltigeren Bank zu wechseln.

Habt ihr zu einer nachhaltigen Bank gewechselt? Was sind eure Erfahrungen? Habt ihr Post von eurer bisherigen konventionellen Bank bekommen? Welche Änderungen ergeben sich dort für euch? Schreibt uns in den Kommentaren!

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(19) Kommentare

  1. Hallo,
    ich bräuchte zum Thema noch etwas Nachhilfe. Wenn ich auf eine Grüne BAnk wechseln möchte heißt das dass ich meine Bank z.B. Sparkasse, Raiffeisenbank usw. kündige und dann von der neuen versorgt werde? Wo kann ich mein Geld abheben bzw. etwas drauf zahlen?
    LG Danke
    Mareike

  2. Na kommt immer drauf an welche Bank du meinst und in welchem Bankenverbund diese Mitglied ist.
    Bei der GLS Bank zum Beispiel kannst du bei allen Sparda- und Volksbanken Automaten abheben.
    P.S.: Ja, du musst dein altes Konto kündigen, wenn du nicht 2 Konten parallel laufen lassen willst (und natürlich beide bezahlen musst)

  3. Dann könnt Ihr bei der Ethikbank noch mehr anpassen. Ab dem 1.7.2017 kostet die Bankkarte 15 € (wie bei den anderen auch) und ist nicht mehr kostenlos und die MasterCard wird auf 35 € erhöht. Diese Fakten stehen bisher leider nur auf den Kontoauszügen. (Stand 31.3.2017)

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