„Milked“: Neue Doku räumt mit Milch-Mythen auf

doku milked
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Die neuseeländische Doku „Milked“ setzt sich mit den Problemen der Milchindustrie auseinander. Auch wenn es dabei speziell um das Beispiel Neuseeland geht: Viele Schlussfolgerungen lassen sich auch auf andere Länder übertragen.

„Milked“ ist eine Doku der neuseeländischen Regisseurin Amy Taylor. Der Film hatte am 25. März 2022 auf Youtube Premiere. Er ist durch Crowdfunding finanziert und kostenlos verfügbar – bisher allerdings nur in der englischen Originalfassung.

In der Doku folgt Amy Taylor dem jungen Aktivisten Chris Huriwai auf einer Reise, bei der er die Milchindustrie des Landes genau unter die Lupe nimmt. Dabei stellen sich nach und nach immer mehr ökologische und ethische Probleme heraus.

Der Titel spielt mit der Mehrdeutigkeit des englischen Begriffs: Zum einen bedeutet „to milk“ natürlich einfach „melken“ im wörtlichen Sinn. Im passenden Kontext kann „milked“ aber auch so viel wie „ausgebeutet“ oder „ausgenutzt“ heißen.

„Milked“: Eine Doku, die ökologische Missstände aufdeckt

Doku "Milked": Ist die Milchindustrie noch zukunftsfähig?
Doku „Milked“: Ist die Milchindustrie noch zukunftsfähig? (Foto: CC0 / Pixabay / Kevinsphotos)

Obwohl Neuseeland früher nur über wenige Kühe verfügte, hat das Land mit der Zeit eine milliardenschwere Milchindustrie aufgebaut. Heute ist es laut der Doku „Milked“ der größte Exporteur von Milchprodukten weltweit. An diese Tatsache knüpft sich den Filmemacher:innen zufolge auch ein gewisser Nationalstolz an.

In Wirklichkeit, so die Doku, stelle die Industrie aber eine gewaltige ökologische Bedrohung für das Land dar. Zum einen sei ihr Ressourcenverbrauch riesig: Es brauche tausend Liter Wasser, um nur einen Liter Kuhmilch zu produzieren. Aber auch durch Abfallprodukte und Emissionen belastet die Milchindustrie die Umwelt. Zum einen gilt sie als Hauptfaktor der Wasserverschmutzung in Neuseeland. Zum anderen ist sie nach den Zahlen der Doku für ein Viertel aller Treibhausgase verantwortlich, die im Land entstehen. Im neuseeländischen Landwirtschaftssektor gehen 46 Prozent der Emissionen nur auf die Milchindustrie zurück.

Diese Zahlen könnten sogar noch höher sein als angenommen. Der führende neuseeländische Milchkonzern Fonterra etwa soll lange weit geringere Emissionen gemeldet haben, als er in Wirklichkeit verursacht hat. Auf Anfrage der Filmemacher:innen hatte Fonterra sich zunächst zu einem Interview bereiterklärt, dann aber doch abgesagt. Außerdem wird bei der Berechnung der Daten der Methanausstoß der Kühe selbst nicht erfasst. Auch das verfälscht unter dem Strich die Zahlen. Methan ist eines der klimaschädlichsten Treibhausgase.

Auf Grundlage dieser Entdeckungen stellt die Doku „Milked“ die Zukunftsfähigkeit der Milchindustrie in ihrer heutigen Form infrage. Der Doku zufolge stehen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie am Rand einer großen globalen Umwälzung – nicht nur Neuseeland ist davon betroffen.

„Milked“ spricht auch Fragen des Tierwohls und der Gesundheit an

Neben ökologischen Problemen widmet sich die Doku „Milked“ auch ethischen Bedenken, etwa der Tierhaltung. Gerade in der konventionellen Haltung leiden viele Milchkühe unter beengten Verhältnissen, Überzüchtung und weiteren Problemen.

Auch die gesundheitlichen Auswirkungen des Milchkonsums untersuchen die Filmemacher:innen. Dabei nehmen sie verbreitete Milch-Mythen kritisch unter die Lupe.

Neben Chris Huriwai, der die meiste Zeit im Fokus des Films steht, kommen auch andere namhafte Persönlichkeiten zu Wort. Dazu gehören beispielsweise Dr. Jane Goodall, die Umweltaktivistin Suzy Amis Cameron oder Keegan Kuhn, die Co-Regisseurin des Films „Cowspiracy„.

Begleitend zur Premiere haben Regisseurin Amy Taylor und andere am Film beteiligte übrigens eine Petition veröffentlicht. Deren Ziel ist es, den Umfang der globalen Milchindustrie bis 2025 um ein Viertel zu reduzieren.

  • Genre: Dokumentarfilm
  • Dauer: 90 Minuten
  • Regie: Amy Taylor
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