Ist Milch gesund? – 5 Argumente gegen Milch

Milch gesund?
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Sie gilt als gesundes, natürliches Nahrungsmittel, das groß und stark macht und als Kalziumlieferant schlechthin. „Milch macht müde Menschen munter“, sagen die einen. Doch Milchgegner glauben: Milch macht krank. Ist Milch gesund oder ungesund? Utopia stellt dir einmal die Argumente vor, die gegen Milch sprechen.

Milchkonsum – Wann ist Milch gesund?

Insgesamt 85 Kilogramm Frischmilcherzeugnisse, davon etwa 70 Liter Milch, nimmt jeder Deutsche im Jahr zu sich. Damit sind wir Weltspitze. Und das, obwohl der menschliche Körper Milch weder zwingend braucht, noch ursprünglich darauf ausgerichtet ist, Milchzucker zu verdauen. Es ist absolut paradox, dass Menschen die einzigen Lebewesen sind, die Milch von anderen Tieren konsumieren und das auch noch im Erwachsenenalter. Unumstritten ist, dass Milch zum Start ins Leben essentiell ist. Der Säugling kann die Muttermilch dank des Enzyms Laktase problemlos verdauen. Doch eigentlich nur bedingt durch einen „Gendefekt“, der sich evolutionsgeschichtlich entwickelt hat, bleibt ihm diese Fähigkeit erhalten und macht den Milchkonsum auch im Erwachsenenalter möglich. Aber ist dieser überhaupt nötig?

1. Milch ungesund aufgrund Krankheiten

Milch ist reich an guten Inhaltsstoffen. Neben Kalzium enthält sie viele Vitamine, Magnesium, Jod und Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Ein gesundes, ausgewogenes Getränk. Doch hier ist schon der erste Fehler. Denn Milch ist keinesfalls nur ein Getränk, sondern kann durch seine hohe Nährstoffdichte als Grundnahrungsmittel bezeichnet werden. Milchgegner behaupten zudem felsenfest, dass Milch krank macht. Sie könne Allergien, vor allem bei Säuglingen auslösen, zu chronischen Infekten führen, Hautprobleme und Neurodermitis hervorrufen, Asthma, Diabetes und sogar Krebs fördern. Grund dafür könnten die artfremden Proteine in der Milch sein, gegen die sich der Körper wehrt. Vielen dieser Krankheitsfälle mag vielleicht eine Milchallergie zugrunde liegen. Doch wissenschaftliche Studien fehlen bislang, die diesen Zusammenhang zweifelsfrei bestätigen können.

2. Milch ungesund aufgrund Laktoseintoleranz

Was in Deutschland als Krankheitsbild auftritt, ist auf vielen Kontinenten ganz normal: Milchunverträglichkeit. 75% der Weltbevölkerung sind laktoseintolerant. Wenn dem Körper das Enzym Laktase fehlt, welches den Milchzucker (Laktose) in verdauliche Bestandteile spalten soll, spricht man von einer Laktoseintoleranz. Deutschlandweit betrifft dies 15 Prozent der Menschen, doch weltweit betrachtet ist eine Milchverträglichkeit eher die Ausnahme. In Asien und Afrika beispielsweise kann gerade mal ein Prozent der Einwohner Milch verdauen. Im Laufe der Evolution und der vor etwa 7.000 Jahren begonnenen Viehzucht haben vornehmlich Bevölkerungen im Norden das Enzym Laktase entwickelt, um Milch zu verdauen, die eigentlich als Nahrung in Notzeiten gedacht war. Ursprünglich scheint unser Körper also keineswegs auf Milch angewiesen zu sein, ganz im Gegenteil.

3. Milch ungesund aufgrund Kalziumverlust

Bereits als Kind lernt man: Das Kalzium aus der Milch hilft beim Wachsen, ist gut für die Knochen und macht stark. Das stimmt. Kein Nahrungsmittel unserer Gesellschaft enthält soviel Kalzium wie Milch. Um Knochen und Zähnen Festigkeit zu verleihen, aber auch für die Muskelfunktion ist der Mineralstoff essentiell. Doch was nur wenige wissen: Die vielen tierischen Proteine in der Milch können im Körper und im Blut zu Übersäuerung führen. Um diese zu neutralisieren, braucht der Körper wiederum Kalzium, was er dann aus den Knochen entnehmen muss. Dieser Kalziumverlust kann die Ursache für Osteoporose darstellen. Und das, obwohl ja behauptet wird, Milch beuge der Krankheit vor. Das Verhältnis von Aufnahme und Verlust von Kalzium ist also wesentlich wichtiger als die reine Aufnahme des Mineralstoffes. Denn wie Milchgegner argumentieren, entsteht Kalziummangel nicht dadurch, dass man zu wenig Milch trinkt, sondern zu viele saure Lebensmittel, wie Kaffee, Cola, Alkohol, Fleisch, Milchprodukte und Süßigkeiten, zu sich nimmt. Auch wenn es im Vergleich zur Milch weniger ist: Ebenso enthalten viele pflanzliche Quellen Kalzium und können den Bedarf an diesem Mineralstoff ausreichend decken. Ganz oben stehen dabei grünes Blattgemüse, Brokkoli, Bohnen, Soja, Nüsse und Getreide. Auch kann pflanzliches Eiweiß vom Körper besser verstoffwechselt werden und senkt den pH-Wert nicht in den sauren Bereich.

4. Milch ungesund, weil es viele technische Prozesse durchläuft

Für viele Menschen ist Milch eines der natürlichsten Produkte. Sie kommt frisch von der Kuh und kann ohne Zusätze getrunken werden. Doch in der Realität sieht das etwas anders aus. Denn Milch ist mittlerweile ein industriell verarbeitetes Lebensmittel, das statt von der Kuh frisch aus der Molkerei kommt. Dort wurde sie homogenisiert, in ihre Einzelteile zerlegt, pasteurisiert, wärmebehandelt, haltbar gemacht. Klingt nicht mehr so natürlich. Einen guten Überblick über die unterschiedlich behandelten Milchsorten gibt unser Ratgeber: Mein ökorrekter Milchgenuss.

5. Ist Bio-Milch die bessere Alternative?

Viele glauben, Bio-Milch zu trinken ist ein guter Kompromiss. Sie stammt nicht nur aus biologischer Landwirtschaft, sondern ist auch noch gesünder als konventionelle Milch. Das stimmt, enthält Bio-Milch doch dreimal mehr Omega-3-Fettsäuren und mehr Vitamine, dafür weniger Schadstoffe als konventionelle Milch. Aber ist die Kuh, der man die leckere Bio-Milch zu verdanken hat, wirklich „glücklich“? Vielleicht stimmt die Aussage, dass Bio-Kühe ein freudigeres und leidarmes Leben führen. Doch was sie nicht von den Tieren aus Massenhaltung unterscheidet: Auch sie müssen jährlich kalben, werden teilweise künstlich befruchtet, vom Kalb kurz nach der Geburt getrennt und enden nach ihrem Job als Milchproduzenten im Schlachthof. Ganz zu schweigen von den Kühen aus konventioneller Landwirtschaft. Bis zu 40 Liter Milch geben die Turbokühe am Tag (normal wären etwa acht). Um diese Höchstleistungen zu erzielen, bekommen sie Kraftfutter, werden dauerschwanger gemacht und leiden an verschiedenen Krankheiten, wie Euterentzündungen, die schließlich mit Antibiotika behandelt werden. Davon hat dann auch der Mensch was, wenn er die Milch zu sich nimmt. Eine Kuh könnte 20 Jahre alt werden. Doch der Hochleistungsapparat muss nur etwa fünf Jahre durchhalten, bevor er dann zum Schlachter geführt wird.
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Milch trinken – Fazit

Sei kein Milchmädchen und verlasse dich nicht blind auf scheinbar plausible Gründe für einen Milchkonsum. Denn tatsächlich bringt fast jedes Argument, das für Milch spricht, auch eines gegen sie mit sich. Jeder sollte deshalb seinen Milchkonsum und die dazugehörigen Rahmenbedingungen einmal differenziert betrachten und die Frage „Brauchen wir Milch eigentlich wirklich?“ nicht außer Acht lassen. Dennoch musst du nicht von jetzt auf gleich komplett auf Milch verzichten oder zum Veganer werden. Kaufe und trinke Milch einfach bewusst. Und wenn du doch einfach mal versuchen möchtest, auf Milchprodukte zu verzichten, dann werfe einen Blick in unsere Galerien „Die 10 besten Milchersatzprodukte“ und Veganer Käse – die 5 besten Alternativen. Hier kannst du leckere Möglichkeiten entdecken, wie du auch ohne Milch gut versorgt sein kannst. Oder schaue dir doch mal unseren Utopia-Test zum leckersten Soja-, Reis- und Hafer-Drink an.

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(902) Kommentare

  1. Jahrtausende haben Menschen Milch getrunken und sind stark geworden. Doch das war ja noch eine richtige, köstliche Milch! Sie kam von Weidetieren. Sie wurde frisch vom Tier geholt und verbraucht und nicht über ein Milchwerk geleitet, wo sie erhitzt, homogenisiert und entrahmt wird. Auch heute noch kann man eine wunderbare Frisch-milch bei den Demeter Bauern kaufen. Berühmte Forscher haben über die Milch gesch-rieben. Beispiele: Sebastian Kneipp: So sollt ihr leben Seite 61 (1897) Oben an steht die Milch. Wilhelm zur Linden: Geburt und Kindheit (11. Auflage 1982) Seite 220: Die Mütter sollten … ihre Forderung nach einer preisgünstigen Rohmilch erheben… Das qualitativ Einschneidendste aber, was mit unserer Milch in den Molkereien immer noch geschieht, …das ist das Pasteurisieren, d. h. ihr Erhitzen auf über 70 Grad und mehr, da schon bei 55-60 Grad das Milcheiweiß erheblich geschädigt wird; Seite 258: Ohne die Milch, die uns die Tierwelt spendet, können keine gesunden Kinder aufwachsen. Sie ist zwar ein Produkt des Blutes, besitzt aber nicht seine typischen Wirkungen, denn sie ist ja auch weiß und sozusagen „unschuldig“ wie ein Pflanzensaft, eigentlich ein Mittelding zwi-schen Tier- und Pflanzenweltprodukt. Von ihrer umfassenden Wirkung auf den mensch-lichen Organismus ist hier schon wiederholt die Rede gewesen. Kein Lebensalter, dem die Milch nicht als vorzüliches Grundnahrungsmitte diente! Dr Kirstine Nolfi: „Meine Erfahrungen mit Rohkost“ Die Milch – frische, rohe Frischmilch, ist flüssige Nahrung… 1. Haushaltung Gottes 17,24 (Speiseordnung nach der Austreibung aus dem Paradies): Am Morgen aber sollet ihr essen Früchte der Bäume; um die Mitte des Tages aber sollet ihr essen vom..Brotbaum und am Abend aber sollet ihr trinken Milch und Honig. 10. Großes Evangelium Johannes 210, 4 …Fische von guter Art, die in reinen Gewässern sich aufhalten, sind in der Art Zubereitung, in welcher wir sie genossen haben, die allergesündeste Kost für den menschlichen Leib. 6. Wo aber derlei Fische nicht zu haben sind, da ist das Weizen und Gerstenbrot an und für sich die gesündeste Nahrung des Menschen, so wie auch die Milch von gesunden Kühen, Ziegen und Schafen. HGt.01_169,04] Und alsbald wurde auch an der Seite Adams Platz gemacht für ihn. Und also nahmen nun sechzehn Personen, den hohen Abedam mitgerechnet, teil an dem Morgenmahle, welches in Brot, Honig und Milch bestand… Zum Schluß empfehle ich: Leute trinkt täglich frische Milch von den Demeter Bauern!

  2. Für Bergbauern war (und ist zum Teil noch), Milch ein wichtiges Grundnahrungsmittel, das zu allen Tages und Nachtzeiten genossen wird.
    Einfach weil es da ist.
    Oft mit etwas eingebrockterm alten hartem Brot oder etwas Getreide als einzigem Feststoff.
    Und Bergbauern sind in der Regel sehr gesund und kräftig bis ins hohe Alter.

  3. Es ist doch eig ganz einfach. Die Erde und Mutter Natur haben das eig schon immer ganz gut im Griff gehabt, so dass alle Bewohner optimal gedeihen können. Aber der Mensch hat ja nicht genug bekommen und muss alles kontrollieren. „Die gute Milch“ ist nichts anderes als eine fette Werbelüge zum Zwecke der Geldmacherei. Klar ist Milch gesund… wenn man ein kleines Kalb ist. Katzen trinken ja auch keine Hundemilch und Pferde keine Ziegenmilch… Ich kann jedem nur empfehlen mal die China Study von Dr. Colin Campbell zu lesen!

  4. „Es ist doch eig ganz einfach“
    Ja, wenn man über komplexe Themen lediglich „ganz einfach“ nachdenkt schon.

    „Die Erde und Mutter Natur haben das eig schon immer ganz gut im Griff gehabt“
    Aha, das sind also absichtsvoll agierende Institutionen, sehr interessant.

    „so dass alle Bewohner optimal gedeihen können“
    Wie man ganz klar z. B. an den vielen ausgestorbenen Tierarten erkennen kann.

    „Katzen trinken ja auch keine Hundemilch…“
    https://www.youtube.com/watch?v=n7kLeIHfCl8
    Mit der Suche nach „hund stillt katze“ z. B. lässt sich noch mehr finden.
    Ganz abgesehen davon, dass diese Aussage für das Thema vollkommen irrelevant ist. Katzen fressen im Regelfall auch keinen Obstsalat und Pferde kein Tofu.

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