Nasenbluten: Ursachen und wie du es stoppen kannst

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Nasenbluten kommt oft plötzlich und ist schwer zu stoppen. Hier erfährst du, welche Ursachen Nasenbluten haben kann und was du dagegen tun kannst.

Der vordere Teil der Nase ist sehr stark durchblutet, damit er die Temperatur der eingeatmeten Luft leicht regulieren kann. Deshalb verläuft auf der vorderen Nasenscheidewand ein dichtes Geflecht von feinen Äderchen. Diese sind sehr empfindlich und können leicht aufplatzen – so entsteht Nasenbluten. Im hinteren Bereich der Nase kommt es seltener zu Nasenbluten und wenn, dann ist es besonders hartnäckig. Auch wenn du eine Wunde im Rachenraum hast, kann es zu Nasenbluten kommen.

Nasenbluten: Ursachen im Nasen- und Rachenraum

Wenn du Nasenspray zu lange anwendest, kann es deine Nasenschleimhäute austrocknen.
Wenn du Nasenspray zu lange anwendest, kann es deine Nasenschleimhäute austrocknen.
(Foto: CC0 / Pixabay / ThorstenF)

Es gibt zwei Ursachen für Nasenbluten: die, die etwas direkt mit der Nase zu tun haben und die, die den gesamten Körper betreffen. Nasenbluten selbst ist meistens harmlos. Wenn du mehrmals pro Woche unter starkem Nasenbluten leidest, solltest du allerdings zum Arzt gehen. Das gilt besonders, wenn du erst seit kurzer Zeit häufig Nasenbluten hast.

Die häufigsten Ursachen für Nasenbluten:

  • Da die Adern in der vorderen Nase sehr empfindlich sind, können sie schnell aufplatzen. Manchmal reicht es schon, wenn du niest oder dir die Nase putzt.
  • Kälte und trockene Heizungsluft trocknen deine Nasenschleimhaut im Winter aus.
  • Bei einer Erkältung oder Allergie schwellen die Nasenschleimhäute an. 
  • Nasensprays sorgen dafür, dass die Schleimhäute wieder abschwellen. Wenn du ein Nasenspray allerdings zu lange benutzt, trocknet es die Nase aus und macht sie wieder anfällig für Nasenbluten.
  • Wenn deine Nase verletzt ist, zum Beispiel nachdem sie einen Schlag abbekommen hat, blutet sie üblicherweise.
  • Auch Schädelverletzungen können zu Nasenbluten führen.
  • Manche Menschen haben anatomische Fehlbildungen in der Nasenscheidewand: Bei ihnen werden die Nasenschleimhäute zum Beispiel durch hervorstehende Sporne beschädigt. Dadurch haben sie häufig Nasenbluten. Ein chirurgischer Eingriff kann das Problem lösen.
  • Nasenbluten kann auch durch einen erhöhten Druck in den Nasennebenhöhlen ausgelöst werden. Dies ist zum Beispiel bei einem grippalen Infekt oft der Fall.
  • In seltenen Fällen ist Nasenbluten ein Symptom eines Tumors im Nasen-Rachen-Raum.

Weitere Ursachen für Nasenbluten

In der Schwangerschaft sorgt der erhöhte Östrogenspiegel im Blut dafür, dass du leichter Nasenbluten bekommst.
In der Schwangerschaft sorgt der erhöhte Östrogenspiegel im Blut dafür, dass du leichter Nasenbluten bekommst.
(Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Mitunter können auch ernsthaftere Krankheitsbilder ursächlich für Nasenbluten sein:

  • Menschen mit Bluthochdruck haben häufiger Nasenbluten.
  • Das gleiche gilt für Menschen, bei denen die Blutgerinnung gestört ist. Dies kann auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel sogenannte Blutverdünner) der Fall sein.
  • Ein weiterer Grund können vererbbare Störungen der Blutgerinnung sein. Am häufigsten ist hier das Von-Willebrand-Syndrom
  • In der Schwangerschaft sorgt der erhöhte Östrogenspiegel im Blut dafür, dass sich deine Blutgefäße weiten. Dadurch sind sie stärker durchblutet und somit bekommst du auch schneller Nasenbluten.

Bei häufigem Nasenbluten solltest du daher immer mit einem Arzt Rücksprache halten. 

Nasenbluten bei Kindern

Durch häufiges Bohren in der Nase können Kinder Nasenbluten bekommen.
Durch häufiges Bohren in der Nase können Kinder Nasenbluten bekommen.
(Foto: CC0 / Pixabay / ranjatm)
  • Kinder haben in Wachstumsphasen häufig Nasenbluten, da die Nasenschleimhäute in diesen Phasen schnell reißen können.
  • Auch durch häufiges Bohren in der Nase können Kinder Nasenbluten bekommen.
  • Eine seltenere Ursache ist die Krankheit Schönlein-Purpura-Hennoch, eine Entzündung der kleinen Blutgefäße. Kinder können diese Krankheit vor allem in Folge einer Atemwegsinfektion bekommen. Die Krankheit zieht sich oft über mehrere Wochen, kann aber sehr gut behandelt werden.

Auch hier gilt: Meistens ist die Ursache von Nasenbluten harmlos – im Zweifel solltest du dennoch immer einen Arzt konsultieren. 

Nasenbluten stoppen – was hilft?

Häufig benutzen Menschen die falschen Methoden, um Nasenbluten zu stoppen. Folgende Dinge solltest du nicht tun:

  • Du solltest nicht den Kopf in den Nacken legen, um zu verhindern, dass das Blut aus der Nase fließt. Denn stattdessen verschluckst du das Blut. Dies kann zu Übelkeit und Erbrechen führen.
  • Stopfe keine Taschentücher oder Wattebäusche in die Nase, um die Blutung zu stillen. Wenn du sie herausziehst, kann die Wunde schnell wieder aufreißen.
  • Leg dich nicht hin: Wenn du bewusstlos werden solltest, könntest du an dem Blut ersticken.

Nutze stattdessen folgende Methoden, um die Blutung zu stoppen:

  • Setze dich aufrecht hin und beuge den Kopf nach vorne, sodass das Blut aus der Nase herausfließen kann. Fange es mit einer Schüssel auf.
  • Drücke die Nase für einige Minuten mit Daumen und Zeigefinger fest zusammen. Löse die Finger anschließend vorsichtig und prüfe, ob die Nase aufgehört hat zu bluten. Wenn nicht, drücke sie nochmals für etwa zehn Minuten zusammen.
  • Lege Kühlpacks oder andere kühle Gegenstände auf deine Nase. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen.
  • Trinke einen Schafgarbentee. Dessen blutstillende Wirkung kann das Nasenbluten lindern.
  • Vermeide es in den Stunden nach dem Nasenbluten, dich zu schnäuzen. Dadurch kann die Wunde schnell wieder aufreißen.

Wenn du es nach etwa 20 Minuten noch nicht geschafft hast, dass Nasenbluten zu stillen (bei Kindern: zehn Minuten), solltest du einen Arzt aufsuchen.

Wie du Nasenbluten vorbeugen kannst

Regelmäßige Spaziergänge im Winter schützen deine Nasenschleimhäute vor der Austrocknung.
Regelmäßige Spaziergänge im Winter schützen deine Nasenschleimhäute vor der Austrocknung.
(Foto: CC0 / Pixabay / TanteTati)

Du kannst nicht allen Ursachen von Nasenbluten vorbeugen, aber gegen einige gibt es Maßnahmen:

  • Achte zuhause im Winter darauf, dass die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent liegt. Messen kannst du dies mit einem Hygrometer. Bei sehr trockener Luft kann dir ein Luftbefeuchter helfen. Ansonsten solltest du deiner Nase durch regelmäßige Spaziergänge im Freien eine Pause von der trockenen Heizungsluft gönnen und ausreichend trinken.
  • Wenn deine Nasenschleimhäute geschwollen, aber noch nicht komplett zugeschwollen sind, kannst du statt Nasensprays eine Nasendusche nutzen. Das schont die Nasenschleimhäute. Versuche ansonsten bei Erkältungen, nur wenig Nasenspray zu verwenden und den Schnupfen stattdessen durch pflanzliche Hausmittel zu lindern.
  • Kombiniere nie zwei Medikamente, die beide die Blutgerinnung hemmen. Durch die gleichzeitige Anwendung können sich die Medikamente gegenseitig verstärken.
  • Meide Tabak und beuge Übergewicht und Bluthochdruck vor.

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(1) Kommentar

  1. Kenne das aus dem Büro: Die Kollegen haben auch im Winter oft über Stunden das Fenster auf Kipp und zugleich die Heizung aufgedreht. Die Luft ist staubtrocken und ich habe auch häufiger Nasenbluten.

    Was mir bisher gut geholfen hat: Ich reibe mir den Nasenvorhof mit etwas Öl ein. Das hält die Nasenschleimhaut über lange Zeit feucht und das beugt zugleich auch Infekten vor. Das Wohlbefinden ist trotz der trockenen Luft merklich besser.

    Zur Behandlung von Nasenbluten (habe da einige Erfahrung) würde ich zwei Punkte nennen:
    1. Druck auf die Wunde (auf die Nase) ausüben und
    2. Ruhe bewahren.
    Punkt 2 dient vor allem dazu, den Puls zu senken (insbes. nach sportlicher Betätigung), um die Blutung nicht noch zu verstärken.
    Andererseits meine ich damit auch, nicht in Panik zu verfallen – oft sieht es schlimmer aus als es ist. Richtig ist aber auch, wie im Beitrag erwähnt, bei schwer zu stillendem oder zu häufigem Nasenbluten einen Arzt aufzusuchen.

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