Parfum selber machen: so stellst du deinen eigenen Duft her

Foto: Martina Naumann/utopia

Parfum selber machen ist einfacher als du denkst. Schon mit ein paar Grundbegriffen und wenigen Zutaten kannst du kreativ werden. Wir zeigen dir, wie du aus natürliche Duftölen ein Parfum herstellst.

Parfum-Familien und Duftnoten – das Handwerkszeug der Parfümeure

Das Geheimnis eines Parfums ist die Komposition der Düfte. Bei einem Parfum kommt es auf die richtige Mischung der einzelnen Duftbausteine an. Wie in einem Baukasten kannst du selber die Komponenten zusammenstellen und deinen eigenen Duft kreieren. Die Düfte sind in vier Duftfamilien unterteilt, die traditionelle französische Parfumlehre unterscheidet sogar sieben Familien:

  • Blumige Düfte – Rose, Jasmin, Tuberose, Maiglöckchen, Geranien
  • Zitrus-Düfte – Zitronen, Orange, Bergamotte
  • Holzige Düfte – Sandelholz, Zeder, Patschuli
  • Orientalische Düfte – Ambra, Moschus
  • Lavendel bildet eine eigene Duftfamilie
  • Chyredüfte – Eichenmoos
  • Rauchige Düfte – Tabak, Weihrauch.

Jedes Parfum besteht aus drei Duftnoten, die aufeinander aufbauen. Es wird von der Duftpyramide gesprochen.

Die Kopfnote steht an der Spitze. Sie ist der erste Duft, der nach dem Auftragen wahrgenommen wird und verflüchtigt sich nach etwa 10 min. Sie stellt den Duft vor und schafft den Rahmen für den eigentlichen Duftkörper. Für die Kopfnote werden frische, leichte, spritzige Düfte verwendet, wie Zitrus, oder leichte blumige Düfte.

Die Herznote ist der Charakter des Parfums. Sie nimmt den meisten Raum der Parfum-Mischung ein und legt die Duftfamilie fest.

Die Basisnote ist der Grundstock des Parfums. Sie festigt die Herznote und gibt ihr Substanz. In der Basisnote werden warme und schwerere Düfte verwendet. Vielfach Ambra, Moschus, holzige Düfte, Iris und Labanum (Harz der Zistrose). Diese Düfte dienen als Fixateur, um die flüchtigeren leichten Düfte länger auf der Haut zu binden.

Ein Parfum selber machen – auf das Mischungsverhältnis kommt es an

Zutaten für selbst gemachtes Parfum(Foto: Martina Naumann/utopia)
Zutaten für selbst gemachtes Parfum

Bei der Parfum Kreation kommt es auf das genaue Mischverhältnis der einzelnen Bestandteile an. Notiere dir welche Mischungsverhältnisse du ausprobiert hast. Du kannst so deinen Duft immer wieder herstellen oder ändern, wenn das Ergebnis noch nicht deinen Vorstellungen entsprochen hat.

Wahrscheinlich kennst du schon deine Vorlieben bei Düften. Sprechen dich eher leichte blumige Düfte oder süße orientalische Parfums an. Entscheide dich für eine Duftfamilie, das ist die Herznote deines Parfums.

Für den Anfang nimm nur einen Duft je Note maximal zwei. Wenn der Geruchssinn trainiert ist, kannst du mehrere Einzeldüfte mischen.

Die Herznote macht 50 Prozent der Mischung aus. Die Kopfnote entspricht 30 Prozent und die Basisnote 20 Prozent. Die Mixtur wird in Alkohol oder einem Trägeröl vermischt.

Je nachdem wie hoch der Duftanteil in der Mischung ist, spricht man von:

  • Parfum – 20 Prozent reine Duftstoffe
  • Eau de Parfum – 12,5 Prozent Duftstoffe
  • Eau de Toilet – unter 12 Prozent
  • Body Spray oder Body Splash – die Alkohollösung des Eau de Toilet ist mit Wasser verdünnt

Zutaten für selbst gemachtes Parfüm

Naturreine Parfumöle zur Parfum-Herstellung(Foto: Martina Naumann/utopia)
Naturreine Parfumöle zur Parfum-Herstellung

 Für ein einfaches Parfum in Alkohollösung benötigst du:

  • mindestens 3 natürliche Duftöle
  • 20 ml hochprozentigen Alkohol (kosmetischer Alkohol, Weingeist oder Ethanol)
  • einige Tropfen geruchsfreies Öl, Jojobaöl (online z.B. bei **Avocadostore) oder Avocadoöl
  • Glasflasche aus dunklem Glas
  • Parfumtrichter aus Metall (z.B. bei **Amazon)
  • Parfümzerstäuber zur Verwendung des Parfums

Einige Apotheken oder Bio-Läden führen Duftöle aus eigener Herstellung. Die Glasflaschen kannst du recyceln und Apothekerflaschen verwenden.

Verwende naturreine Duftöle aus nachhaltigem Anbau. Die Hersteller der Duftöle z.B. Primavera informieren in den Produktinformationen über ihre Nachhaltigkeitsstandards.

In der Kosmetikindustrie werden hauptsächlich synthetische Düfte eingesetzt. Im Gegensatz zu natürlichen Düften entwickeln künstliche Duftstoffe keinen individuellen Duft auf der Haut. Sie können zudem Reizungen der Haut, Allergien oder Migräne verursachen.

Anleitung für ein Parfum in Alkohol oder Öl

Individuelles Parfum in individuellen Flakons(Foto: Martina Naumann/utopia)
Individuelles Parfum in individuellen Flakons
  1. Zuerst die Duftöle mit einem Parfumtrichter in den Glasflasche einfüllen. Achte drauf, das die Flasche trocken und geruchsfrei ist. Eine dunkle Glasflasche schützt das Parfum vor Sonneneinstrahlung. Die Flasche sollte 20 bis 25 ml fassen.
  2. Fülle erst die Basisnote ein, dann die Herznote, gefolgt von der Kopfnote.
  3. Fülle dann die Flasche mit Alkohol auf und füge noch einige Tropfen Jojobaöl dazu, um die Duftstoffe im Alkohol zu binden.
  4. Die Flasche verschließen und gut schütteln.
  5. Die Flasche sollte an einem schattigen, kühlen Ort stehen. Alle paar Tage gut schütteln, damit sich das Öl und die Düfte gleichmäßig im Alkohol lösen.
  6. Nach etwa 1 Woche ist dein Parfum fertig und du kannst es in einen Flakon mit Zerstäuber umfüllen.

Möchtest du das Parfum als Körperspray verwenden, verdünne die Alkohollösung mit maximal 20 ml destilliertem Wasser.

Ein Parfümöl stellst du her, indem du anstelle des Alkohols ein geruchsfreies Öl nimmst. Jojobaöl, Mandelöl oder Avocadoöl eignen sich sehr gut und pflegen zusätzlich noch die Haut.

  1. Mische deine Duftöle und gieße mit 20 ml des Trägeröls auf.
  2. Ebenfalls eine Wochen reifen lassen und zwischendurch schütteln.
  3. Fülle es in einen Flakon mit Roll On Verschluss (z.B. bei **Amazon), so kannst du das Parfumöl leichter auftragen.

Parfum Rezept – „Lemon Sugar Pop“

Eine Parfum-Kreation aus drei Duftölen. Der Duft ist spritzig herb und dann süßlich zitronig. Wer es etwas herber mag, vertauscht die Mischung von Limette und Geranium.

6 Tropfen Ambra – Basisnote

15 Tropfen Limette – Herznote

9 Tropfen Geranium – Kopfnote

15 ml kosmetischer Alkohol – Ethanol

5 Tropfen Avocadoöl

Inspiration für selbst gemachte Parfum-Variationen

Inspiration für deine Kreationen kannst du dir bei den Profis abschauen. Einige Variationen, die vom Traditionshaus Fragonard inspiriert sind:

Frischer Duft:

  • Kopfnote – Zitrone, Bergamotte
  • Herznote: Jasmin, Geranie
  • Basisnote: Zedernholz, Ambra

Blumig süßer Duft:

  • Kopfnote: Jasmin, Orangenblüte
  • Herznote: Rose, Zimt
  • Basisnote: Patschuli, Weihrauch

Herrenduft:

  • Kopfnote: Vetiver, Zitrone
  • Herznote: Kamille, Basilikum
  • Basisnote: Weihrauch

Du kannst dich auch von der Aromatherapie anregen lassen und dir Düfte mischen, die zu den Jahreszeiten passen oder zu deinen Stimmungen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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(3) Kommentare

  1. Hallo Leute,
    hab ne Frage zu Parfum. Die Mischung sollte für Herz 50% – Kopf 30% und die Basis 20% sein. Jetzt wird angegeben, dass die Herznote innerhalb kurzer Zeit (15 Min) verfliegt
    und die Basisnote am längsten auf der Haut verweilt. Kapiere das nicht 50%iger Duft verfliegt schneller als ein 20%iger Duft. Bitte um Aufklärung. Besten Dank.

  2. Hallo Klabautermann,
    unsere Autorin sagt zu deiner Frage:
    Ein Parfumduft besteht aus dem Mischungsverhältnis der verschiedenen Duftnoten. Hier im Beispiel eben zu 50-30-20 Prozent.
    Rein physikalisch bleibt die Mischung immer die gleiche, nur der Eindruck der Duftnoten ändert sich. Pafumeure sprechen davon, dass sich der Duft entwicklen muss.
    Der erste Eindruck ist immer die Herznote. Danach verbindet sich der Duft mit der Haut und zunehmend kommt die Basisnote hervor. Je nach Mischung und Intensität der Duftnoten braucht die Basisnote dazu zwischen 10 bis 20 Minuten.
    In dem vorgeschlagenen Parfum ist die Herznote Limette. Ein sehr leichter und frischer Duft. Ihn wirst du zuerst wahrnehmen, wenn du das Parfum aufträgst. Die Basisnote ist ein süßlicher Amberduft. Dieser Duft braucht Zeit, bis er sich entwickelt hat. In dieser Zeit verändert sich der Duft auf der Haut. Die frische Limette tritt in den Hintergrund und der süße Amberduft kommt immer stärker hervor.
    Mischst du ein Parfum, kommt es neben dem Mischungsverhältnis immer auch auf die Intensität der jeweiligen Düfte an. Ein schwerer süßlicher Duft braucht weniger Anteile im Mischungsverhältnis, als ein leichter Duft, der weniger gut auf der Haut haftet. Düfte wie Amber haben auch einen ganz praktischen Grund. Sie sind so etwas wie ein „Haftmittel“, dass den Duft länger auf der Haut hält.
    Viel Spaß beim Mischen und Ausprobieren!

  3. Besten Dank. Aber ich trage das Parfum nicht nur für mich auch meine Umwelt soll daran teilhaben. Kapiere das immer noch nicht richtig. Die Herznote hält sich z.B. 1 Stunde. Wenn ich nach 3 Stunden aus dem Haus gehe bekommen meine Mitmenschen von der Kopfnote nichts mehr mit. Oder ist das nur mein Eindruck ? Sorry für den verspäteten Dank.