Schwarzer Schimmel: Wie gefährlich er ist und was dagegen hilft

schwarzer schimmel
Foto: Colourbox.de

Schwarzer Schimmel breitet sich gerne in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit aus. Doch wie gefährlich ist er und was kannst du dagegen tun? Hier erfährst du mehr über den Schimmelpilz und wie du ihn effektiv bekämpfst.

Schwarzschimmel ist eine Pilzart, die sich im Wohnraum vor allem in feuchten Umgebungen wie Bad, Keller oder Waschküchen ausbreitet. Dabei gibt es jedoch nicht den einen Schwarzschimmel, sondern viele verschiedene Schwärzepilze – also dunkel gefärbte Schimmelpilze –, die allesamt als Schwarzschimmel bezeichnet werden. Schwarzer Schimmel hinterlässt auf den befallenen Flächen dunkle Flecken, die sich typischerweise kreisförmig ausbreiten.

Schimmelpilzsporen breiten sich über die Luft aus und können so größere Strecken zurücklegen. Stimmen Luftfeuchtigkeit und Temperatur, können sich die Sporen in Innenräumen schnell vermehren.

Ist schwarzer Schimmel gesundheitsschädlich?

Schwarzer Schimmel kann zu gereizten Atemwegen führen.
Schwarzer Schimmel kann zu gereizten Atemwegen führen.
(Foto: CC0 / Pixabay / nastya_gepp)

Wie gefährlich Schimmelpilze sind, hängt von der jeweiligen Gattung ab. Um diese zu bestimmen, ist meist eine Laboranalyse notwendig. Als schädlich gelten beispielsweise die Schwarzschimmelarten „Aspergillus niger“ (auch Gießkannenschimmel genannt) und „Alternaria alternata“. Diese setzen schädliche Schimmelpilzsporen – sogenannte Mykotoxine – im Raum frei, die für den Menschen gesundheitsschädigend sind.

Schwarzschimmel kann so zu Allergien und Asthma führen sowie Atemwege und Augen reizen. Gefährlich wird dies vor allem, wenn du Schwarzschimmel über längere Zeit ausgesetzt bist. Den Schimmel zu entfernen birgt ebenfalls ein größeres Gesundheitsrisiko, da Schimmelsporen in der Luft freigesetzt werden und in die Atemwege gelangen können. Allerdings sind diese beiden Schimmelarten eher selten in Wohnräumen anzutreffen.

Wann bildet sich Schwarzschimmel?

Kondenswasser bietet optimale Lebensbedingungen für Schwarzschimmel.
Kondenswasser bietet optimale Lebensbedingungen für Schwarzschimmel.
(Foto: CC0 / Pixabay / MiRUTH_de)

Unter folgenden Bedingungen kann sich Schwarzschimmel besonders leicht ausbreiten:

  • hohe Luftfeuchtigkeit von über 65 Prozent 
  • Kondenswasser an Fenstern 
  • falsches Lüften: zu lange bei kalten Temperaturen zu lüften begünstigt Schwarzschimmel (zum Beispiel gekipptes Fenster statt kurzem Stoßlüften)
  • nährstoffreiche Umgebung (zum Beispiel organische Materialien wie Holz, Hautzellen, Papier oder Lebensmittel)
  • milde Temperaturen

Besonders häufig von Schwarzschimmel betroffen sind Tapeten, Fugen, Fenster oder organische Materialien (zum Beispiel Lebensmittel).

Schwarzschimmel entfernen: Das musst du beachten

Entferne Schwarzschimmel nur mit passender Schutzausrüstung.
Entferne Schwarzschimmel nur mit passender Schutzausrüstung.
(Foto: CC0 / Pixabay / Michael-T)

Bevor du den Schimmel entfernst, solltest du einige Dinge bedenken: 

  • Sind nur kleinere Flächen von Schwarzschimmel befallen, kannst du diesen mit Hilfe einer steifen Bürste oder eines Schwamms selbst entfernen. Kinder, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten dies jedoch einer anderen Person überlassen.
  • Wichtig ist außerdem, dass du Schimmel nur mit entsprechender Schutzausrüstung entfernst. Dazu zählen Handschuhe, Schutzbrille und Mundschutz oder Atemgerät. Denn nicht nur die Sporen des Schwarzschimmels, sondern auch die Reinigungsmittel können gesundheitsschädlich sein.
  • Schimmel auf absorbierenden Materialien kann teilweise nicht oder nur schwer entfernt werden. Hier kann es nötig sein, die Materialien komplett zu ersetzen (zum Beispiel bei Teppichen, Möbeln oder Trockenwänden).
  • Bei ausgeprägtem Schimmelbefall größerer Flächen solltest du einen Fachmann beauftragen. Dies gilt ebenfalls, wenn der Schimmel nach dem Entfernen wiederkehrt oder Heiz- und Lüftungssysteme von Schwarzschimmel befallen sind. Professionelle Dienstleister sind unter anderem am TÜV-Siegel erkennbar.

Diese Reinigungsmittel sind geeignet:

Um Schwarzschimmel effektiv zu bekämpfen, benötigst du bestimmte Reinigungsmittel. Mittel speziell gegen Schimmelbefall (Biozide) kannst du entweder fertig kaufen oder selbst eine entsprechende Lösung mischen. Hierfür eignet sich beispielsweise Wasserstoffperoxid, von dem ein Teil mit zwei Teilen Wasser gemischt wird. Teilweise sind auch hochprozentiger Alkohol (mindestens 70 Prozent) und Spiritus sind geeignet. Am besten lässt du dich jedoch von einem Experten beraten, welches Reinigungsmittel für den vorliegenden Schimmelbefall am besten geeignet ist.

Schwarzschimmel entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Öffne möglichst viele Fenster im Raum, damit die Sporen beim Entfernen nach draußen gelangen und Frischluft in den Raum gelangt.
  2. Schrubbe die befallenen Stellen zuerst gründlich mit warmem Seifenwasser ab. So weicht die Oberfläche auf und die Reinigungsmittel können anschließend tiefer in das Material eindringen.
  3. Fülle das Reinigungsmittel in eine Sprühflasche und sprühe die Lösung großzügig auf die betroffene Stelle auf. Lasse das Mittel 15 Minuten einwirken.
  4. Schrubbe die Fläche nun mit einer harten Bürste oder einem Schwamm ab, damit die Lösung in das Material eindringt und die Schimmelpilze entfernt werden.
  5. Wasche die Oberfläche mit sauberem Wasser aus. So entfernst du Rückstände des Schimmels und des Reinigungsmittels.
  6. Wichtig ist, dass du die Oberfläche am Ende gründlich mit einem Tuch abtrocknest, um zu verhindern, dass sich neuer Schimmel bildet.

So kannst du Schwarzschimmel vorbeugen

Öffne nach dem Duschen im Bad immer das Fenster.
Öffne nach dem Duschen im Bad immer das Fenster.
(Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)
  • Halte die Luftfeuchtigkeit gering und lüfte regelmäßig (vor allem nach dem Kochen in der Küche und nach dem Duschen oder Baden im Bad). (Mehr dazu: die ideale Luftfeuchtigkeit in Räumen)
  • Dichte undichte Stellen ab.
  • Achte darauf, richtig zu lüften (am besten mehrmals täglich zehn bis 15 Minuten stoßlüften).
  • Entferne Kondenswasser an Fenstern und Fugen.
  • Heize deine Wohnräume gleichmäßig und sorge für eine möglichst konstante Temperatur. So kannst du Kondenswasser vorbeugen.
  • Trockne deine Wäsche wenn möglich nicht in Innenräumen, sondern auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten.
  • Wische Dusche, Wanne und Waschbecken trocken oder ziehe das Wasser mit einem Gummischrubber ab.
  • Lasse den Biomüll nicht zu lange stehen, damit sich dort kein Schwarzschimmel bildet, der sich im Wohnraum ausbreiten kann.

    Die Raumluft auf Schimmel testen

    Wenn du den Verdacht hast, dass sich Schimmelpilzsporen in der Raumluft befinden, du die Quelle aber vielleicht (noch) nicht ausfindig gemacht hast, kannst du dir mit einem Schimmel-Test Klarheit verschaffen. Es gibt u.a. Schimmel-Schnelltests zum Selbstauswerten; du kannst aber auch eine Schimmel-Laboranalyse beauftragen, um dir mehr Informationen zu verschaffen. Solche Analysen zur Raumluftkontrolle findest du u.a. bei Testanbieter Ivario** ab rund 30,- Euro.

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