Sonnencreme für Kinder im Test: Das ist der beste Sonnenschutz

Foto: CC0 / Unsplash.com / Leo Rivas; Öko-Test

Besonders für Kinder ist eine gute Sonnencreme im Sommer unerlässlich, um die empfindliche Haut vor Sonnenbrand zu schützen. 2020 wurden Sonnenschutzmittel für Kinder von Öko-Test und Stiftung Warentest untersucht. Sie ermittelten jeweils unterschiedliche Testsieger.

Was Sonnencreme für Kinder & Babys (nicht) braucht

Die Haut von Kindern und Babys reagiert besonders empfindlich auf starke Sonneneinstrahlung. Um den Nachwuchs im Sommer ausreichend zu schützen, solltest du immer ausreichend Sonnenschutz auf die unbekleideten Hautpartien auftragen. Empfohlen wird mindestens Lichtschutzfaktor 30, besser ist 50.

Bei Kindern sollte man darauf achten, dass keine hormonell wirksamen chemischen UV-Filter (Octocrylen u.a.) enthalten sind. Nanopartikel in Sonnencreme sind zwar nicht unumstritten, es gibt aber bislang keine hinreichenden Belege dafür, dass sie die Gesundheit (von Kindern) gefährden, so Öko-Test im September 2020.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, anti-entzündliche Substanzen wie Aloe Vera oder Panthenol in Sonnencreme zu meiden. Diese sind zwar nicht schädlich, können aber eine Rötung der Haut verhindern und so den Eindruck erwecken, dass die Haut länger geschützt sei, als es tatsächlich der Fall ist. Acht Produkte, in denen solche hautberuhigenden Substanzen enthalten waren, wurden deshalb 2017 von Öko-Test abgewertet.

Sonnenschutz für Kinder bei Öko-Test 2020

Kinder sollten bei starker Sonneneinstrahlung auch Sonnenhüte tragen.
Kinder sollten bei starker Sonneneinstrahlung auch Sonnenhüte tragen.
(Foto: CC0 / Pixabay / dagon_)

Im September 2020 hat Öko-Test 21 Sonnenschutzmittel für Kinder und Babys getestet, darunter auch mehrere zertifizierte Naturkosmetikprodukte. Es wurden nur Kindersonnencremes untersucht, die einen hohen Lichtschutzfaktor von 50 oder 50+ hatten. Alle getesteten Cremes hatten außerdem die Angaben „wasserfest“ sowie „sensitiv“ und/oder „parfümfrei“: Kritische Duftstoffe, sonst immer wieder ein Problem in Kosmetik, gab es deshalb laut Öko-Test nicht zu bemängeln.

Im Test befanden sich 16 konventionelle Produkte sowie fünf Sonnencremes mit Naturkosmetik-Zertifikat. Öko-Test hatte die Sonnenschutzmittel ins Labor geschickt, um herausfinden, ob sie bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten.

Das Ergebnis fiel überwiegend positiv aus: Über die Hälfte der Cremes schnitt „gut“ oder „sehr gut“ ab. In acht Cremes fand das Labor allerdings UV-Filter wie Octocrylen und Homosalat, die laut Öko-Test im Verdacht stehen, das Hormonsystem zu stören. Beide Substanzen werden zurzeit von der EU neu bewertet.

Für etwas Ärger sorgten 2020 die Naturkosmetik-Produkte. Das überrascht, belegen diese doch häufig die Spitzenplätze, wenn Öko-Test sich mit Kosmetik beschäftigt. Die Verbrauchertester bemängelten auch keineswegs die Inhaltsstoffe der Naturkosmetik-Sonnencremes. Stattdessen stießen sie sich daran, dass das Titandioxid bzw. Zinkoxid, das die Naturkosmetik-Produkte als mineralischen Sonnenschutz einsetzen, nicht korrekt als Nanopartikel deklariert worden war. Deshalb erhielten alle Bio-Sonnencremes nur das Test-Urteil „gut“.

>> Alle 21 Test-Ergebnisse von Öko-Test abrufen (E-Paper)

Die beste Sonnencreme für Kinder & Babys: Testsieger 2020

Sonnenschutz für Kinder und Babys im Test
Sonnenschutz für Kinder und Babys im Test
(Foto: CC0 / Unsplash.com / Go to Leo Rivas's profile Leo Rivas)

Die Spitzenplätze belegten deshalb zwei konventionelle Cremes: Ladival Für Kinder Sonnenschutz Milch 50+, ohne Parfüm und Sun Dance Kids Sonnenmilch 50, ohne Duftstoffe (dm) waren „sehr gut“. (Beide sind auch oben im ersten Bild unter der Überschrift zu sehen.)

An keinem der zwei Produkte hatte Öko-Test etwas auszusetzen. Das Ladival-Produkt erhältst** du online u.a. bei Docmorris oder Amazon, die Sun-Dance-Linie gibt es in jeder dm-Filiale.

ACHTUNG: dm hat dummerweise zurzeit zwei Produkte unter dem Namen ‚Sun Dance Kids Sonnenmilch 50, ohne Duftstoffe‘ im Angebot: „Sehr gut“ ist nur die 150-ml-Tube; die 200-ml-Flasche ist zwar günstiger, hat aber eine andere Rezeptur und enthält den bedenklichen Octocrylene-Filter (Dank an Leserin Rita für den Hinweis)!

Die fünf Kindersonnencremes von Naturkosmetik-Marken erhielten jeweils ein „gut“. Es waren:

  • Biarritz Alga Maris 50+ Sonnenschutz für Kinder, parfümfrei, erhältlich** u.a. bei Amazon
  • Biosolis Sonnenmilch Baby & Kids 50+, ohne Parfüm, erhältlich** u.a. bei Ecco Verde
  • Eco Cosmetics Baby & Kids Neutral Sonnencreme LSF 50+, erhältlich** u.a. bei Ecco Verde
  • Lavera Kids Sensitiv Sonnenlotion LSF 50, erhältlich** u.a. bei Ecco Verde
  • Weleda Baby & Kids Sun Edelweiss Sensitiv Sonnencreme 50, erhältlich** u.a. bei Ecco Verde

Das günstige der Naturkosmetik-Produkte ist übrigens – auf die Menge gerechnet – die Lavera-Lotion. Sie ist allerdings immer noch drei bis vier Mal so teuer wie die „sehr gute“ (konventionelle) Sun-Dance-Milch von dm.

>> Alle 21 Test-Ergebnisse von Öko-Test abrufen (E-Paper)

Stiftung Warentest 2020: Testsieger Kinder-Sonnencremes

Auch Stiftung Warentest hat 2020 Sonnenschutz für Kinder getestet. 17 Sonnencremes, -lotionen und -sprays mit LSF 30/50/50+ kamen unter die Lupe. Wie Öko-Test fand auch Stiftung Warentest keine kritischen Duft­stoffe. Die meisten Produkte waren „gut“ oder besser.

Vor allem günstige Eigenmarken konnten punkten – diese vier waren 2020 sogar „sehr gut“:

  • Aldi Ombra Easy Protect Kids (Sonnenspray)
  • Lidl Cien Sun Kids Sonnencreme
  • Müller Lavozon Kids Med Sonnenmilch
  • Rossmann Sunozon Kids (Sonnenspray)

Aber: Bis auf das Aldi-Produkt enthalten die vier Testsieger den UV-Filter Octocrylen, von dem wir und Öko-Test abraten. Stiftung Warentest kritisiert Octocrylen hingegen nicht.

Der beste Naturkosmetik-Sonnenschutz im Test war die Weleda Edelweiss Sensitiv Sonnenmilch LSF 30, erhältlich** u.a. bei Ecco Verde. Sie schützt mit mineralischen UV-Filtern.

Ein anderes Naturkosmetik-Produkt wurde von Stiftung Warentest kritisiert: Die Eco Cosmetics Baby & Kids Neutral Sonnencreme LSF 50+ hielt den deklarierten UV-Schutz im Test nicht ein. Sie war deshalb nur „mangelhaft“. Das Unternehmen hat dazu eine Stellungnahme abgegeben. Das Testergebnis überrascht, weil dasselbe Produkt von Öko-Test fast gleichzeitig ein „gut“ erhalten hatte (siehe oben). Öko-Test hatte allerdings den UV-Schutz nicht überprüft, sondern nur die Inhaltsstoffe.

Sonnencreme für Kinder & Babys: Testsieger 2017

Testsieger 2017 war die Lavera Sun Sensitiv Sonnencreme 30
Testsieger 2017 war die Lavera Sun Sensitiv Sonnencreme 30
(Foto: Lavera)

Zuvor hatte Öko-Test sich zuletzt 2017 mit Kinder-Sonnencremes beschäftigt. Testsieger war damals die Lavera Sun Sensitiv Sonnencreme 30 mit Bio-Sonnenblumenöl (Testurteil: „sehr gut“).

Den 2. Platz bei den Naturkosmetik-Produkten belegte Eco Cosmetics Baby und Kind Sonnencreme LSF 50+ (Testurteil: „gut“). Du findest** das Produkt u.a. hier bei BioNaturel, Ecco Verde oder Amazon.

Bei der konventionellen Sonnencremes für Kinder gab es 2017 drei Sieger, die jeweils die Wertung „gut“ erhielten – ein „sehr gut“ gab es beim konventionellen Sonnenschutz nicht:

  • Bübchen Sensitive Sonnenlotion LSF 50+
  • Ladival Sonnenschutz Milch für Kinder 50+
  • Sun Ozon Sonnenmilch Kids 30 von Rossmann

Da der 2017er-Test inzwischen drei Jahre zurückliegt, ist es wichtig, zu wissen, dass einige Produkte inzwischen ihre Rezepturen geändert haben. Bei unserer letzten Überprüfung (März 2020) ergab sich beispielsweise Folgendes:

  • Testsieger Lavera Sun Sensitiv Sonnencreme 30 ist zurzeit nicht (mehr) im Handel. Ähnliche Sonnenschutz-Produkte von Lavera findest du** u.a. bei BioNaturel oder Amazon
  • Eco Cosmetics Baby und Kind Sonnencreme LSF 50+ scheint noch der Zusammensetzung zu entsprechen, in der sie von Öko-Test untersucht wurde.
  • Die aktuelle Version der Bübchen Sonnenlotion Sensitiv LSF 50+ enthält inzwischen den UV-Filter Octocrylen, für den sie von Öko-Test abgewertet worden wäre, dafür aber nicht mehr den hautberuhigenden Stoff Panthenol.
  • Ladival Sonnenschutz Milch für Kinder 50+ war 2017 wegen Octocrylen von Öko-Test kritisiert worden – in der aktuellen Zusammensetzung kommt der Filter hingegen nicht mehr vor. 2020 war sie (siehe oben) sogar Testsieger.
  • Sun Ozon Sonnenmilch Kids 30 enthält (immer noch) Octocrylen sowie Silikon in Form von Dimethicone.

Bitte prüf im Zweifel über die Angaben der Inhaltsstoffe oder mit einer App wie Codecheck, ob das Produkt, das du im Laden vor dir hast, auch wirklich deinen Vorstellungen entspricht.

Utopia empfiehlt: Mineralische Bio-Creme

Unsere Empfehlung Nr. 1 für Kinder (und Erwachsene) bleibt: mineralische Bio-Sonnencreme, die ohne organisch-chemische UV-Filter schützt, von denen viele in der Kritik stehen. Auch Öko-Test hält Sonnenschutz mit mineralischen UV-Filtern in Ausgabe 06/2020 für „die bessere Alternative“ – trotz der Diskussion um Nanopartikel und Titandioxid.

Lies auch unseren aktuellen Sonnencreme-Test, der die besten konventionellen Cremes für die ganze Familie vorstellt. Klick dazu auf den Kasten:

Beachte bitte auch:

  • An der Sonnencreme-Menge zu sparen, heißt, am falschen Ende zu sparen. Öko-Test empfiehlt drei bis fünf Teelöffel Creme, damit dein Kind ausreichend geschützt ist.
  • Nach dem Baden erneut eincremen, da auch von wasserfester Creme immer etwas im Wasser zurückbleibt.
  • In Mitteleuropa wird empfohlen, Kinder in den Sommermonaten mindestens mit LSF 30 einzucremen. Wer in noch sonnigere Gefilde aufbricht, sollte entsprechend stärkeren Schutz wählen.
  • Wird der Körper braun, erhöht das den Eigenschutz des Körpers nur minimal.
  • Unter uv-index.de informiert der Wetterdienst zur jeweils aktuellen Sonnenstrahlung in Deutschland. Ab Index 3 sollte man sich schützen.
  • Die starke Mittagssonne sollten Kinder nach Möglichkeit meiden und lieber im Schatten verbringen. Mehr Tipps findest du bei: Sonnenschutz fürs Baby: Alles, was du für den Ausflug ins Freie wissen musst.
  • Außerdem solltest du Sonnenmilch prinzipiell nicht selbst herstellen. Warum, erfährst du hier: Sonnencreme selber machen: Warum das keine gute Idee ist.

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(1) Kommentar

  1. „Wird der Körper braun, erhöht das den Eigenschutz des Körpers nur minimal.“
    – Es kommt dabei immer auf die Intensität und Dauer der Bestrahlung an.
    Zu viel pralle (Mittags-) Sonne ist nicht gut für uns und schon gar nicht für die Kleinen.
    Ich würde eher dazu tendieren, öfter mal wieder aus der Sonne zu gehen, damit sich die Haut von selbst regenerieren kann. Richtige Ernährung spielt dabei auch eine Rolle.
    Sonnencreme nur wenn’s wirklich nicht anders geht.