Supermarkt-Apps: Sparst du dabei wirklich?

Supermarkt app
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Supermarkt-Apps bieten ihren Nutzer:innen auf den ersten Blick viele Vorteile. Ob sich diese am Ende wirklich bewahrheiten und welche Haken die Apps mit sich bringen können, erfährst du hier.

Einkaufslisten erstellen, Rabattaktionen und die Möglichkeit, die Einkäufe bequem nach Hause bestellen zu lassen: Supermarkt-Apps wollen Nutzer:innen das Leben einfacher machen. Mittlerweile gibt es solche Apps unter anderem von großen und bekannten Ketten wie Rewe, Edeka und Norma. Aber auch die Drogerien Rossmann und dm versorgen ihre Kund:innen mit Angeboten auf dem Handy.

Auf den ersten Blick wirkt das ziemlich praktisch. Noch dazu kann man durch Rabatte und Vergünstigungen, die die App anzeigt, Geld sparen. Aber rentiert sich das wirklich?

So sparst du Geld mit Supermarkt-Apps

Supermarkt-Apps locken mit Rabatten und Sonderangeboten.
Supermarkt-Apps locken mit Rabatten und Sonderangeboten.
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Ob 20 Cent Preisnachlass auf einen bestimmten Joghurt oder eine um 33 Produzent reduzierte Tafel Schokolade: Als Nutzer:in von Supermarkt-Apps sparst du, in dem du Produkte kaufst, die gerade im Angebot sind. Oft handelt es sich dabei um Eigenmarken. Die Supermarktketten möchten durch diese Aktionen Kund:innen an sich binden und mit Rabatten zum Einkaufen animieren. Und das kann problematisch sein. Vielleicht ist es dir auch schon mal so ergangen, dass du nur etwas gekauft hast, weil es gerade reduziert war. Gebraucht hast du es eigentlich nicht wirklich.

Mit einem ähnlichen Prinzip arbeiten Bonuspunkteprogramme, die nicht nur an einen einzigen Supermarkttyp gebunden sind. Auch hier locken Angebote in bestimmten Geschäften oder bei Online-Anbietern. Mehr dazu hier: Payback & Co.: 5 Gründe, warum du keine Punkte sammeln solltest

In beiden Fällen locken die Rabatte zu spontanen Gelegenheitskäufen von Dingen, die du sonst nicht gekauft hättest. So gibst du teilweise eigentlich mehr Geld aus, als nötig gewesen wäre. Die Apps lassen es jedoch so erscheinen, als hättest du Geld gespart.

Supermarkt-Apps: Das ist der Haken

Umsonst sind auch diese Preisnachlässe nicht. Denn als Nutzer:in der App verrätst du viel über dich. Zwar müssen die Anbieter die Datenschutzrichtlinien einhalten. Laut der Verbraucherzentrale sammeln die Unternehmen dabei jedoch trotzdem Daten und erstellen Nutzerprofile ihrer Kund:innen. Deine Einwilligung dazu gibst du, indem du anklickst, dass du den Datenschutzbestimmungen zustimmst.

Das Ziel dahinter ist es, Einkaufsgewohnheiten der Nutzer:innen zu analysieren. Die Betreiber wissen dadurch, was deine Vorlieben in Sachen Lebensmittel sind und in welche Filiale du bevorzugst zum Einkaufen gehst.

Die Apps passen sich dir dadurch unbemerkt an. Kaufst du zum Beispiel statt Fleisch nun Veggie-Produkte, könnte das für sie bedeuten, dass du nun vegan oder vegetarisch lebst. Und plötzlich tauchen Rabattaktionen für Sojaschnitzel, Seitanwürstchen und Co. in deiner App auf.

Um das zu vermeiden, solltest du die Datenschutzeinwilligungen und -einstellungen genau durchlesen und überprüfen, und im Zweifelsfall die App löschen. Achtung: Oftmals ändern sich auch die Bedingungen, wenn die App ein Update bekommen hat. Auch dann solltest du noch einmal das Kleingedruckte überprüfen.

Sparen beim Einkaufen: So geht es nachhaltiger

Einkaufszettel können Impulskäufe verhindern
Einkaufszettel können Impulskäufe verhindern
(Foto: CC0 / Pixabay / martinbinias)

Auch ohne Supermarkt-Apps kannst du beim Einkaufen sparen. Das geht sogar nachhaltig. Zum Beispiel so: 

  • Kaufe saisonale und regionale Produkte. Diese sind oft billiger als importierte Gemüse- und Obstsorten.
  • Überlege zweimal, ob du die Ware auch wirklich brauchst.
  • Gehe nicht ohne Einkaufszettel einkaufen. Das verhindert Spontankäufe. Auch ein Essensplan für die Woche kann dir dabei helfen.
  • Durch Prospekte von Supermärkten erfährst du auch ohne App, wenn etwas im Angebot ist. Auch durch Stempelkarten (zum Beispiel in Bäckereien und Cafés) ist es möglich zu sparen.
  • Rette Lebensmittel. Über die App Too good to go erfährst du, wenn Restaurants und Bäckereien übrig gebliebene Produkte am Ende des Tages für deutlich weniger Geld anbieten.
  • Vermeide es, dich durch Konsum belohnen zu wollen. Das sorgt nur kurzfristig für einen kleinen Stimmungsaufschwung. Für langfristige Zufriedenheit sind andere Belohnungsmechanismen sinnvoller. So kannst du dir zum Beispiel Zeit für dich nehmen, in dem du einer Lieblingsbeschäftigung, wie lesen, malen, backen, Sport oder Yoga nachgehst oder dich mit Freund:innen für einen kleinen Ausflug verabreden.

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