Genuss mit gutem Gewissen: Tee aus fairem Handel

Tee aus fairem Handel
Fotos: © Ariane Citron, Es75 - Fotolia.com

Herkömmlicher Tee hat einen bitteren Beigeschmack: Pestizidbelastung und Ausbeutung auf den Plantagen. Wer verantwortungsvoll einkauft, kann dagegen etwas tun. Allerdings gibt es nicht die eine, rundum gute Alternative – dafür viele verschiedene Initiativen.

Wer Tee (Schwarzen, Grünen und Weißen Tee, Oolong) nicht nur trinken, sondern mit ruhigem Gewissen genießen will, dem kann man zwei Dinge raten: Kaufe Bio-Tee, denn dort ist die Pestizidbelastung deutlich geringer. Achte außerdem darauf, wirklich nur fair gehandelten Tee zu kaufen, denn so kann man auch den problematischen Arbeitsbedingungen entgegenwirken.

Mehr lesen: Die bittere Wahrheit über Tee

Das Problem: Für „fair gehandelten“ Tee eine klare Empfehlung auszusprechen ist gar nicht so einfach. Neben dem bekannten und weit verbreiteten Fairtrade-Siegel gibt es eine fast unüberschaubare Vielfalt an Initiativen. Wir stellen eine kleine Auswahl vor.

Bestenliste: Der beste Bio-Tee

Fairtrade: höhere Löhne, fairere Bedingungen

Das Fairtrade-Siegel steht für bessere Arbeitsbedingungen in den Erzeugerländern. Ein wichtiges Instrument ist die Fairtrade-Prämie: Sie wird an die Arbeiterkooperative oder Arbeitervertretung vor Ort ausgezahlt und für gemeinnützige Zwecke eingesetzt. Fairtrade verbietet Diskriminierung, Zwangs- und Kinderarbeit und schreibt Arbeitsschutzmaßnahmen und formelle Arbeitsverhältnisse vor. Gentechnik ist ausgeschlossen, der Pestizideinsatz stark eingeschränkt. Für ökologischen Anbau gibt es eine Extra-Prämie.

Fairtrade-Tee
Fairtrade-Tee (Foto: © TransFair e.V. / Jakub Kaliszewski)

Der Preis, den Erzeuger für ihren Tee erhalten, ist abhängig von der Qualität, der Herkunft und den Verarbeitungsmethoden. Durch den enthaltenen Fairtrade-Aufschlag ist er aber grundsätzlich etwas höher als ohne Zertifizierung.

Zur Entlohnung der Arbeiter schreibt Fairtrade: „Die Löhne müssen mindestens so hoch sein wie branchenübliche Tariflöhne oder gesetzliche Mindestlöhne – je nachdem, welche höher liegen. Liegen diese unterhalb existenzsichernder Löhne, muss es kontinuierliche jährliche Lohnerhöhungen […] geben.“

Was als „existenzsichernd“ (Living Wage) gilt, ist bis heute nicht klar definiert. „Ein einheitliches Living-Wage-Berechnungssystem gibt es derzeit noch nicht, wird aber angestrebt“, sagt Verena Albert von der Grundsatzabteilung des fairen Handels-Unternehmens GEPA (s.u.).

Fairtrade International versteht existenzsichernde Löhne als „ausreichend um einen akzeptablen Lebensstandard für den Arbeiter und seine Familie“ zu ermöglichen – inklusive Nahrung, Wasser, Unterkunft, Bildung, Gesundheitsversorgung, Transport, Kleidung und anderer essenzieller Bedürfnisse. Diese Definition ist sinnvoll, lässt aber viel Interpretationsspielraum.

Fairtrade garantiert für Tee keine physische Rückverfolgbarkeit. Das bedeutet: Wenn du 100 Gramm Tee mit Fairtrade-Siegel kaufst, muss die Packung nicht unbedingt 100 Gramm Fairtrade-Tee enthalten, es kann auch herkömmlicher Tee enthalten sein. Sicher ist nur, dass der Tee-Hersteller 100 Gramm Fairtrade-Tee gekauft hat – das garantiert die Dachorganisation FLO (Fair Labour Oranisation).

Kaufen: Fairtrade-Produkte gibt es fast überall: in Supermärkten, Discountern, Bioläden und -supermärkten, Reformhäusern, Weltläden, Drogeriemärkten und in vielen Online-Shops.

GEPA: strengere Regeln, bessere Rückverfolgbarkeit

GEPA-LogoBei der GEPA gehen die Standards über die von Fairtrade hinaus. Das Unternehmen betreibt zudem Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für den fairen Handel und ist Mitglied in der FLO und der WFTO. Die World Fair Trade Organisation ist dabei etwas strenger: Bei der FLO müssen Arbeiter beispielsweise mindestens 15, bei WFTO-zertifizierten Unternehmen mindestens 17 Jahre alt sein.

Ein langfristiger Handelspartner der GEPA ist der indische Teeproduzent TPI. Dieser bezahlt seine Arbeiter über den Mindestlohn hinaus für jedes Kilo gepflückten Tees und investiert außerdem für sie in einen Rentenfonds. Im Gegensatz zu vielen anderen Plantagenbetreibern beschäftigt TPI die Arbeiter das ganze Jahr über und bietet ihnen Bildung, gesundheitliche Versorgung und Elektrizität.

Der Preis, den die GEPA den Erzeugern zahlt, orientiert sich an deren Kalkulationen. Pro Kilo zahlt sie einen Euro fairen Handels-Aufschlag. Während „nur“ rund 50 Prozent der Fairtrade-zertifizierten Erzeuger auch Bio-zertifiziert sind, stammen bei GEPA immerhin rund 75 Prozent der Ware aus Bio-Anbau. Viele der Tees tragen das Siegel des Anbauverbands Naturland.

GEPA garantiert, dass beim Tee kein Mengenausgleich stattfindet. Für Verbraucher bedeutet das, dass sich in GEPA-Teepackungen tatsächlich 100 Prozent Tee von zertifizierten Teegärten befindet. „Die physische Rückverfolgbarkeit ist uns sehr wichtig. Sie trägt dazu bei, dass nicht nur der faire Handel in den Köpfen der Menschen hier, sondern vor allem auch die Produzenten vor Ort gefördert werden“, sagt Verena Albert von der GEPA.

Kaufen: GEPA-Produkte gibt es in vielen Supermärkten in einem speziellen GEPA-Regal. Auch in Bioläden, Reformhäusern und Weltläden gibt es GEPA-Tees, außerdem hat GEPA einen eigenen Online-Shop.

El Puente: besondere Unterstützung benachteiligter Gruppen

El Puente Logo

Das Non-Profit-Unternehmen El Puente konzentriert sich auf den Handel mit selbstverwalteten Kleinbauernkooperativen und Familienbetrieben. Anders als Fairtrade International und GEPA leistet El Puente an die Produzenten bis zu 100 Prozent zinsfreie Vorfinanzierung der Produktion.

Das Unternehmen arbeitet nach den Standards der WFTO: Sie macht die besondere Unterstützung benachteiligter Gruppen in den Erzeugerländern zu einem zentralen Kriterium. Die Löhne der Erzeuger müssen den jeweiligen gesetzlichen Mindestlöhnen oder aber den branchenüblichen Löhnen entsprechen, je nachdem, welche höher sind. Existenzsichernde Löhne werden auch hier „angestrebt“.

Nach eigenen Angaben sind etwa 80 Prozent des Lebensmittelsortiments Bio-zertifiziert. Seinen Tee bezieht El Puente unter anderem von einer selbstständigen Teebauern-Kooperative in Darjeeling und einer nepalesischen Kooperative mit Bio-Anbau.

Kaufen: Die Produkte sind bisher nur in Weltläden oder online zu finden.

Direkter Handel

Teealternative Teekampagne

Initiativen wie die Teealternative und die Teekampagne kaufen Bio-zertifizierten Tee direkt von Plantagenbetreibern in Indien, verschiffen ihn nach Deutschland und verkaufen ihn in Großpackungen direkt an Verbraucher. Beide Händler haben nur eine Teesorte im Angebot (Teealternative: Assam, Teekampagne: Darjeeling) und unterstützen die jeweilige Region in besonderem Maße. Ihre Produkte können sie durch die Umgehung von Mittelsmännern, Zertifizierern und komplizierten Vermarktungsstrukturen relativ kostengünstig anbieten.

Die Plantagen, von denen die beiden Direkthändler ihren Tee beziehen, sind größtenteils FLO-zertifiziert. Bei Besuchen in Indien überzeugen sich die Händler regelmäßig selbst davon, dass die Arbeiter fair behandelt werden. „Der Vorteil ist, dass ich ganz genau weiß, woher der Tee stammt und wer davon profitiert“, so Thomas Zimmermann von der Teealternative. „Wenn ich dort bin, schaue ich praktisch hinter jede Maschine.“ Beide Initiativen unterstützen mit einem Teil ihres Erlöses gemeinnützige Projekte in Indien.

Kaufen: teealternative.de, teekampagne.de

Fazit: Tee genießen ist möglich

Wir glauben: jeder Schritt zählt. Und darum ist das Wichtigste, dass du überhaupt etwas tust, um Ausbeutung und Umweltzerstörung auf den Teeplantagen entgegenzuwirken. Die vorgestellten Alternativen sind vielleicht nicht perfekt, aber für jeden Teetrinker relativ leicht in die Tat umzusetzen und ebenso sinnvoll wie unterstützenswert.

In unserer Bestenliste „Der beste Bio-Tee“ findest du eine Auswahl von Produkten.

Bestenliste: Der beste Bio-Tee

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(6) Kommentare

  1. 2 Punkte:
    Labels, labels, Labels. Ich kaufe meinen Tee bei http://www.kaffischopp.de, der neben meinem favourite Tee zwei weitere Sorten ausländischer Hersteller vertreibt. Darunter sind auch EG-Bio-zertifizierte Sorten, die aber nicht extra ausgewiesen sind, weil der Shop das wohl nicht darf, solange er nicht auch bio-zertifiziert ist (?!?). Das übliche Problem: Es gibt viel mehr Bio, als ausgezeichnet, weil die Hersteller es sich nicht leisten wollen/können, sich zertifizieren zu lassen. Beim Shop kann ich das noch verstehen, aber beim Bauern?
    Die Marken, die der Shop führt, hauen richtig gute Tees raus- dafür wird direkt ab Herstellerland der Tee erworben und veredelt. Ich als Kunde gehe davon aus, daß der Tee kein Schrott ist, sondern seinen Preis verdient. Und kann ich nicht davon ausgehen, daß der Bauer faire Löhne bekommt?
    Dagegen vertraue ich den ganzen Lidl, Rewe sonstwas nicht, die plötzlich Unmengen an Fairtrade und Bio raushauen- 30% eurer vorgeschlagenen Schwarztees kommen vom Discounter/Supermarkt. Die werden aber die allerniedrigsten Regeln erfüllen, können es sich leisten, alles zertfizieren zu lassen. Vielleicht möchte das aber ein exkluxiver Teecréateur nicht? Und so geht das weiter mit Kaffee, Schokolade, … . Langsam geht mir die Zertifizierung auf den Keks- was denkt ihr denn dazu? Sind Siegel nicht nur eine Geldmaschinerie? Das finde ich nämlich.

    Mit freundlichen Grüßen,
    J.E.

  2. Die Grundidee der Siegel ist schon OK.
    Statt selbst recherchieren zu müssen, weiß ich dann eben, daß z.B: gewisse Zusatzstoffe oder Spritzmittel nicht verwendet werden dürfen, wenn das Bio-Siegel drauf ist.
    Natürlich ist EU-Bio nicht so wertvoll, wie Demeter.
    Aber wer sich darüber beklagt und deswegen Produkte ohne Siegel kauft, muß sich eben drüber im Klaren sein, daß hier keinerlei Sicherheit über die Produktionskette besteht.
    Außer man geht sie selbst zu Fuß ab und schaut sich alles genau an.
    Und zwar nicht nur einmal sondern immer wieder.
    Klar kaufe ich auch manchmal Produkte ohne Bio-Siegel beim Produzenten meines Vertrauens.
    Aber die Regel ist das nicht.
    Die Bio-Zertifizierung für den Händler ist deshalb wichtig weil bei der Bio-Kontrolle mit Ein- / und Ausgangskontrolle der Rechnungen überprüft wird, daß nicht auf wundersame Ware mehr Bio-Käse verkauft als eingekauft wurde.
    Das ist vor allem dann wichtig, wenn gemischt gehandelt wird, also Bio + konventionell.

    „Die Marken, die der Shop führt, hauen richtig gute Tees raus- dafür wird direkt ab Herstellerland der Tee erworben und veredelt. Ich als Kunde gehe davon aus, daß der Tee kein Schrott ist, sondern seinen Preis verdient. Und kann ich nicht davon ausgehen, daß der Bauer faire Löhne bekommt?“

    Dazu zwei Fragen:
    Was ist für Dich richtig guter Tee und kein Schrott?
    Warum glaubst Du, daß Du davon ausgehen kannst, daß der Bauer faire Löhne bekommt?

  3. Hallo Maria,

    schau Dir doch mal das msc-Siegel an: da wurde auch korrumpiert und so viel Fisch, wie es msc-Siegel in den Supermärkten gibt, gibt es gar nicht. Da kaufe ich doch lieber die Forelle aus dem Nachbarort- nicht-zertifiziert.
    Das Problem beim Tee ist, daß ich nicht mal eben nach Sri Lanka laufen und mich von den Umständen der Teeerzeugung überzeugen kann, bevor ich kaufe.
    Schrott-Tee ist für mich z.B. „schnell, schnell, schnell“- gute Tee-Qualität bedarf gewisser Zeit. Schrott-Kaffee ist z.B. wenn Füllstoffe zugemixt werden.
    ich bin jetzt wahrlich kein Experte, ich trinke auch Fairtrade-Kaffee, von dem mancher behauptet, die Fairtrade-Qualität sei nicht so gut- schmecke ich nicht.
    Schrott ist für mich, was in extrem großen Stil massenproduziert wird, weil Masse imemr zu Lasten der Qualität geht.
    Und wenn Du Dir mal den Tee anschaust, den ich kaufe: Den gibt es in Deutschland nur in dem Shop- ich kenne den aus Paris- für die ist Tee was besonderes. Die sind vor Ort und die Vertriebe sind wirklich überschaubar. Das ist pure Leidenschaft und der vertraue ich- abgesehen davon, daß die auch zertifizierte Tees vertreiben.
    Schau mal- ich weiß nicht, ob Du französisch kannst, aber macht das den Eindruck, als ob Du da minderwertige Qualität kaufst? http://legrumeau.com/olivier-scala-george-cannon/ Das ist Direktverkauf; die besonderen Chargen sind den kleinen Teekreateuren vorbehalten, der Rest geht an große Firmen.
    Bio-Siegel ist kommerziell, meiner Meinung nach. Sehe ich das so falsch?

    LG, J.E.

  4. J.E. Du kannst wirklich nicht MSC mit Bio- oder Fairtrade-Siegel vergleichen.
    Nee, ich kann leider kein Französisch und will Dir den Tee sicher nicht madig machen. Wenn er Dir schmeckt und wenn Du überzeugt bist, daß er Dein Vertrauen wert ist, dann ist doch alles prima.

    Das Bio-Siegel ist so kommerziell wie jeder, der auf dem Markt agiert.
    Wer nicht kommerziell denkt, hält sich nicht lange.
    Das heißt ja nicht unbedingt, daß jemand Schrott verkauft, weil er kommerziell denkt.

    Bio-Siegel alleine reicht mir auch nicht.
    Ich kaufe sicher keinen Bio-Tee bei den Discountern, sondern im Weltladen, im Naturkostladen, die Sorten von Lebensbaum, die es auch in kostengünstigen Großpackungen gibt us.w. oder seit Neuestem bei der Tee-Kampagne, die Bio-Grüntee direkt vermarkten.
    Kennst Du ja vermutlich auch, wenn Du Dich mit der Materie beschäftigst.

    Unterm Strich kann man folgendes feststellen:
    1. Ohne Siegel wird sicher viel mehr Schrott verkauft, als mit – was nicht heißt, daß es nicht auch Schrott mit Siegel gibt.
    2. Kleine Chargen heißt nicht unbedingt und immer fairer Handel und gute Qualität.
    Letztendlich kann das Bio-Siegel nur eine Grundlage sein, die mir zu 99% garantiert, daß nicht doch die Gift-Spritze irgendwo raus gezogen wird.

    Bei konventionellem Tee weiß ich, daß die Giftspritze zu 99% immer im Einsatz ist und gerade bei Grüntee, den wir bevorzugt trinken, sind die Rückstände bekanntlich immens.

    Und letztendlich muß ich mir trotz Siegel immer die Mühe machen, etwas Info über den Händler zu bekommen, wenn ich ganz sicher gehen will.
    Das ist natürlich bei Tee aus fernen Ländern schwieriger, als bei Bauern, wo ich selbst im Direktverkauf einkaufe.
    Deshalb würde ich bei Tee noch weniger auf Produkte ohne Siegel zurück greifen, was ich z.B. bei Fleisch manchmal mache, wenn ich den Produzenten gut kenne und Einblick in den Betrieb und die Haltung habe.

  5. Wieso kann ich msc nicht mit Bio-Siegel vergleichen? Mit Fairtrade nicht, aber Fairtrade ist ja wsentlich kleiner… . Und wieso kaufst Du keinen Fairtrade-Tee im Discounter? Dann vertraust Du dem Siegel ja anscheinend auch nicht?
    Ich find’s echt schwierig.

  6. Ich finde man kann Bio-Siegel und MSC deshalb nicht vergleichen, weil das Bio-Siegel sehr weitreichende Auswirkungen hat und wesentlich verbindlicher ist als MSC.
    Greenpeace kritisiert bei MSC, daß auch gefährdete Bestände weiterhin befischt werden dürfen und das es schon reicht, für die Zukunft Verbesserungen zu versprechen, um das Siegel zu erhalten.

    Das Bio-Siegel hat wesentlich klarere Vorgaben, die auch streng kontrolliert werden.
    Das betrifft alle Bereiche der Lebensmittel-Erzeugung, nicht nur einen bestimmten Bereich.
    Kannst Dich ja mal hier durch die Basisverordnung durchackern: 😉
    http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/OekologischerLandbau/834_2007_EG_Oeko-Basis-VO.pdf?__blob=publicationFile

    Dagegen sind die Vorgaben und Kontrollen für MSC wesentlich laxer.

    Natürlich gibt es auch bei Bio schwarze Schafe, die Lücken finden, weil die Vernetzung der Kontrollstellen noch nicht gut genug funktioniert.
    Natürlich ist EU-Bio gerade in den Auflagen für Tierhaltung noch weit vom Ideal entfernt.
    Wem das nicht reicht, kann ja noch eines der wesentlich strengeren Siegel Bioland oder Demeter unterstützen.

    Wenn ich Fairtrade nicht im Discounter kaufe, dann deshalb, weil ich sowieso kaum im Discounter kaufe und außerdem Bio+Fair Produkte haben möchte.

    Die gibt’s ja auch nicht immer zuverlässig beim Discounter, wenn ich sie brauche.
    Vielleicht hat sich das geändert oder ist nur bei uns auf dem Land so.
    Jedenfalls gehe ich lieber in den Weltladen oder Naturkosthandel, wo ich weiß, daß meine bevorzugten Sorten immer vorrätig sind.

    Ich vertraue dem Fairtrade-Siegel also durchaus.
    Zumindest in der Hinsicht, daß ich überzeugt bin, daß die damit gelabelten Produkte im Schnitt wesentlich fairer sind, als nicht gelabelte.

    Von einer Sache bin ich überzeugt: Wenn Bio-Siegel nun plötzlich gegen Direkthandel ausgespielt wird – wie ich in letzter Zeit häufig beobachte – und schlecht geredet wird, von wegen man kann ihm ja nicht trauen, dann profitiert vor allem einer davon:
    Das ist der konventionelle Lebensmittelhandel.

    Und schwierig…ja schwierig finde ich es auch….

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