Oolong Tee: Herkunft, Wirkung und Zubereitung

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Oolong Tee ist eine chinesische Spezialität. Er verbindet die Aromen aus Grün- und Schwarztee zu einer ganz neuen Geschmacksrichtung. Alles was du über das Heißgetränk aus China wissen solltest, erfährst du hier.

Der Oolong Tee: eine chinesische Spezialität

Im Chinesischen bedeutet Oolong so viel wie schwarzer Drache.
Im Chinesischen bedeutet Oolong so viel wie schwarzer Drache. (Foto: CC0 / Pixabay / Clker-Free-Vector-Images)

Der Oolong Tee ist eine halboxidierte Teesorte aus China. Er wird ähnlich hergestellt wie Schwarztee. Bei einem Oolong Tee wird die Oxidation jedoch vorzeitig abgebrochen, sodass die Teeblätter nur halboxidiert sind. Die kurze Oxidationsdauer erzeugt eine eher blumige Note, während eine lange Oxidation für intensiveren Geschmack sorgt. Je nach Oolong-Sorte kann dadurch ein ganz eigenes Aroma entstehen: Die geschmackliche Bandbreite reicht von Grüntee (gar nicht oxidiert) bis hin zu Schwarztee (vollständig oxidiert).

Oolong bedeutet ursprünglich schwarzer Drache. In der chinesischen Mythologie wird dieser oft länglich und gewunden dargestellt – damit sieht er den Oolong-Teeblättern sehr ähnlich. Die besondere Blattform ist sehr bekannt unter Teeliebhabern und wurde zum Markenzeichen des Oolong Tees.

Herkunft und Anbaubedingungen

Oolong Tee wird ausschließlich per Handpflücke geerntet.
Oolong Tee wird ausschließlich per Handpflücke geerntet. (Foto: CC0 / Pixabay / highnesser)

Die Geschichte des Oolong Tees kann weit bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Ursprünglich stammt die Spezialität aus China. Dort wird die Teesorte vor allem in den Bergen von Fujian angebaut. Die chinesischen Mönche in Fujian entwickelten bereits im 16. Jahrhundert die klassische Herstellungsmethode des Oolong Tees. Von Fujian aus breitete sich die neue Teesorte über ganz China bis nach Taiwan aus. In den Bergen von Taiwan befinden sich heute noch die berühmtesten Anbaugebiete.

Oolong Tee wird in vielen komplexen Arbeitsschritten hergestellt. Je nach Sorte muss man die Abfolge, Dauer und Temperatur der einzelnen Prozesse variieren.

  1. Die Ernte des Oolong Tees findet auch heute noch ausschließlich per Hand statt. Dabei werden vor allem die größeren Teeblätter gepflückt, da sie mehr Tannine enthalten. Diese Inhaltsstoffe verleihen dem Tee seine klassische mineralische Note.
  2. Direkt nach der Ernte werden die Teeblätter an der frischen Luft getrocknet. Dabei beginnen sie, leicht zu welken.
  3. Während der Oxidation (früher Fermentation genannt) werden die Teeblätter wiederholt gerieben und geschüttelt. Dadurch wird Zellsaft aus den Blättern gequetscht. Der austretende Saft oxidiert mit dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft. Die Dauer des Quetschens und Schüttelns bestimmt den Oxidationsgrad.
  4. Um die Oxidation zu stoppen, werden die Blätter erhitzt.
  5. Die noch feuchten Teeblätter werden im nächsten Schritt per Hand oder Maschine gerollt. Das zerstört die Zellstrukturen und weiterer Zellsaft kann austreten.
  6. Anschließend wird der Oolong Tee geröstet und somit getrocknet und haltbar gemacht. Die Dauer und Temperatur hängt davon ab, welchen Röstgrad und somit auch welche geschmackliche Note der Tee erhalten soll.

Oolong Tee: So erkennst du nachhaltige Sorten

Konventionelle Oolong Tees werden oft mit Pestiziden behandelt. Denn die großen Teeblätter müssen länger wachsen. Dadurch ist es wahrscheinlicher, dass sie im Laufe der Zeit gespritzt werden. Zudem können durch die Verarbeitung und Verpackung weitere Schadstoffe und Rückstände in den Tee geraten.

Du möchtest besonders nachhaltigen Oolong Tee genießen? Dann befolge am besten folgende Tipps:

  • Durch Bio-Produkte kannst du das Pestizid-Risiko verringern. Diese sind zum Beispiel bei **Amazon oder in einem Bioladen deiner Wahl erhältlich.
  • Informiere dich vorher über den Hersteller und das jeweilige Anbaugebiet. So kannst du herausfinden, ob der Anbau ohne Einsatz von Pestiziden verläuft.
  • Oolong Tee ist auch als Fairtrade-Variante erhältlich. Die Arbeitskräfte auf Teeplantagen müssen häufig mit sehr niedrigen Löhnen zurechtkommen. Das Geld reicht kaum aus für ihre Existenzsicherung und viele Arbeiter leiden unter Hunger und Mangelernährung. Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten kannst du diesen Missständen entgegenwirken. Oolong Tee aus fairem Handel findest du zum Beispiel bei den Marken El Puente oder GEPA.

Der Oolong Tee und seine besondere Wirkung

Schon seit Jahrhunderten ist der Oolong Tee in China ein sehr beliebtes Getränk. Dafür ist aber nicht nur sein einzigartiger Geschmack verantwortlich. Auch durch seine reichhaltigen Inhaltsstoffe kann der chinesische Klassiker überzeugen. Wie vielseitig die Wirkung des Oolong Tees ist, zeigen dir folgende Beispiele:

  • Traditionell wird der Oolong Tee in China besonders zu fettigen Mahlzeiten serviert. Das ist auf seine aktivierende Wirkung zurückzuführen. Oolong Tee soll nämlich die Produktion von fettspaltenden Enzymen anregen und zu einem erhöhten Stoffwechsel beitragen. So können Fette angeblich besser verdaut werden. Deshalb wird der Oolong Tee bei Diäten besonders empfohlen.
  • Im Oolong Tee sind besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die antioxidativ wirken. Die Antioxidantien helfen dabei, freie Radikale im Körper zu binden. Dadurch sollen sie auch Alterungsprozesse verlangsamen und das Immunsystem stärken können.
  • Durch den geringen Säureanteil im Oolong Tee wirkt dieser magenschonend und ist besonders gut verträglich.

Zubereitung: So gelingt dein Oolong Tee

Mehrere Aufgüsse verstärken die Intensität und geschmackliche Tiefe.
Mehrere Aufgüsse verstärken die Intensität und geschmackliche Tiefe. (Foto: CC0 / Pixabay / Nipapun)

Um Oolong Tee richtig zuzubereiten, musst du ihn richtig dosieren und auf eine angemessene Wassertemperatur und Ziehzeit achten. Zieht der Tee beispielsweise zu lange, kann er schnell bitter werden.

Damit sich der Geschmack des Oolong Tees optimal entfalten kann, solltest du folgende Punkte beachten:

  1. Die Dosierung des Oolong Tees ist Geschmacksache. Grundsätzlich musst du den Tee jedoch niedriger dosieren als zum Beispiel Grüntee. Eine zu hohe Menge lässt ihn nämlich bitter werden. Je nach Sorte können die Dosierempfehlungen abweichen. Als grober Richtwert empfiehlt sich ein gehäufter Teelöffel pro Tasse (250 Milliliter).
  2. Die Teeblätter können ihren Geschmack nur optimal entfalten, wenn sie genügend Platz haben. Daher solltest du auf ein Tee-Ei oder klassischen Teebeutel verzichten. Es empfiehlt sich, die losen Teeblätter direkt in die Teekanne zu geben.
  3. Die Wassertemperatur sollte bei etwa 80 bis 95°C liegen, wenn du den Tee aufgießt. Erst durch die Hitze können sich die Inhaltsstoffe des Oolong Tees lösen und den typischen Geschmack entfalten.
  4. Wenn du den Tee nur einmal aufgießt, wolltest du ihn zwei bis drei Minuten ziehen lassen. Traditionell wird der Oolong Tee aber bis zu acht Mal aufgegossen. Dabei beträgt die Ziehzeit etwa eine Minute.

Tipp: Den Tee mehrmals auszugießen ist zwar aufwendig, aber lohnt sich. Bis zu drei Aufgüsse intensivieren das Aroma des Oolong Tees. Nach mehr als drei Wiederholungen nimmt die Intensität wieder ab. Je nach Geschmack kannst du den Tee also beliebig oft aufgießen und hast gleichzeitig länger etwas von den Teeblättern.

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