Toxisches Schocksyndrom: Symptome und Behandlung der „Tampon-Krankheit“

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Das toxische Schocksyndrom ist eine sehr seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung. Sie tritt besonders häufig während der Menstruation auf. Mehr zu Symptomen, Therapie und Vorbeugung erfährst du in diesem Artikel.

Das toxische Schocksyndrom ist eine Erkrankung, die in der Regel durch giftige Stoffe der Bakterienart Staphylokokken ausgelöst wird. Das TSS wird auch als Tamponkrankheit bezeichnet. Dies liegt laut Adam Ross und Hugh W. Shoff von der Universität Loisville daran, dass es besonders häufig bei menstruierenden Frauen auftrat, die sehr saugfähige Tampons benutzten und diese über einen längeren Zeitraum nicht wechselten.

Das toxische Schocksyndrom kann jedoch auch bei Männern, Kindern und nicht-menstruierenden Frauen auftreten. Weitere Faktoren, die das Risiko der Erkrankung erhöhen, sind Ross und Shoff zufolge unter anderem:

  • postoperative Infektionen
  • Verbrennungen
  • Weichteilinfektionen
  • Verletzungen durch bestimmte Fremdkörper (wie Dyalise-Katheter oder Nasenverbände)

Auch Diaphragmas oder Verhütungskappen, die zu lange in der Scheide verbleiben, begünstigen die Entstehung der Krankheit, wenn auch nur in geringem Maße. Laut einer Studie der amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie aus dem Jahr 2018 kann auch ein falscher Gebrauch von Menstruationstassen das Risiko von TSS erhöhen.

Allgemein besteht jedoch kein Grund zur Panik: Das toxische Schocksyndrom tritt nur sehr selten auf. In den USA sind z.B. nach Ross und Shoff nur 0,8 bis 3,4 aus 100.000 Personen von der Krankheit betroffen. Zudem kannst du der Erkrankung in der Regel durch einfache hygienische Rituale vorbeugen.

Toxisches Schocksyndrom: Symptome und Therapie

Das toxische Schocksyndrom kann auch durch den falschen Gebrauch von Menstruationstassen verursacht werden.
Das toxische Schocksyndrom kann auch durch den falschen Gebrauch von Menstruationstassen verursacht werden. (Foto: CC0 / Pixabay / PatriciaMoraleda)

Als typische Symptome des toxischen Schocksyndroms nennen Ross und Shoff unter anderem:

  • Fieber
  • Blutdruckabfall
  • sonnenbrandähnlicher Ausschlag
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Muskelschmerzen

Wird die Krankheit nicht zeitnah fachgemäß behandelt, kann es zudem zu ernsthaften Schäden fast aller Organsysteme kommen. In der Regel können Ärzt*innen das toxische Schocksyndrom jedoch schnell und unkompliziert behandeln. Oftmals kommt bei der Therapie Antibiotika zum Einsatz.

Leidest du also plötzlich auf scheinbar unerklärliche Weise an den oben genannten Symptomen und gehörst gleichzeitig zur Risikogruppe, weil du zum Beispiel ganz vergessen hast, dein Tampon zu wechseln, solltest du diesen sofort entfernen und eine Ärztin aufsuchen.

Prävention: Das solltest du beachten

Um dem toxischen Schocksyndrom vorzubeugen, solltest du als Frau während der Menstruation deinen Tampon regelmäßig wechseln. Vor dem Ein- oder Ausführen solltest du deine Hände zudem gründlich waschen. Dies gilt auch für den Gebrauch von Diaphragmas oder anderen Barrieremethoden der Verhütung.

Achte dabei außerdem darauf, diese Verhütungsmittel nach dem Geschlechtsverkehr wieder zu entfernen und danach gründlich zu säubern. Die amerikanische Gesellschaft für Mikrobiologie empfiehlt außeredem, Menstruationstassen solltest nach dem Gebrauch ebenfalls gründlich auszuwaschen und am besten einmal auszukochen, bevor du sie wieder verwendest.

Wenn du bereits einmal am toxischen Schocksyndrom erkrankt bis, solltest du allgemein vorsichtiger mit Tampons und anderen Fremdkörpern in deiner Scheide sein. Eventuell ist es sogar ratsam, in diesem Fall ganz darauf zu verzichten. Lass dich dafür am besten genau von einem/einer Expert*in beraten.

Eine nachhaltige Alternative zu Tampons sind zum Beispiel wiederverwendbare Stoffbinden. Wie du diese leicht selbst herstellen kannst, erfährst du hier: Stoffbinden selber nähen – Zero Waste in der Menstruation. Mehr Infos zu alternativen Menstruationsprodukten erhälst du zudem in unserer Bestenliste.

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