Triclosan in Zahnpasta und Deos: Deshalb solltest du den Stoff meiden

Foto: Sven Christian Schulz / Utopia

Triclosan ist ein gesundheitsschädlicher und umweltschädlicher Stoff. Er steckt vor allem in Zahnpasta, Deos und anderen Kosmetikprodukten. Wir erklären dir, wie du Triclosan vermeiden kannst.

Triclosan steht schon länger in der Kritik, weil der Stoff schädlich für die Gesundheit und die Umwelt sein soll. Immer wieder gibt es Forderungen nach einem Verbot, doch bisher ist Triclosan weiterhin zulässig in Kosmetikprodukten. 2014 hat die EU den Einsatz von Triclosan stark eingeschränkt (EU-Verordnung 2014/358). Demnach darf Triclosan nur noch in Produkten stecken, die nach der Anwendung wieder abgewaschen werden („rinse-off“-Kosmetika), also nicht mehr in Cremes. Doch in Zahnpasta, Mundwässern, Seife, Deo und vielen anderen Produkte ist es immer noch erlaubt. Hier erklären wir deshalb, wie gefährlich Triclosan tatsächlich ist.

Triclosan: Wie gefährlich ist es für die Gesundheit?

Triclosan steckt in einigen Zahncremes.
Triclosan steckt in einigen Zahncremes. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Triclosan ist als Konservierungsmittel in Kosmetika bis zu einer Konzentration von 0,3 Prozent erlaubt, bei Sprays bis 0,2 Prozent. Hersteller verwenden den Stoff oft, weil er eine antibakterielle und geruchshemmende Wirkung hat. Triclosan ist aber Studien zufolge gesundheitsschädlich:

  • Triclosan hat sich in Tierversuchen als allergieauslösend herausgestellt.
  • Außerdem kann der Stoff laut NDR den Hormonhaushalt stören und die Muskulatur schwächen.
  • Auch Schäden an der Leber können die Folge sein, bis hin zum Lebertumor, berichtet der NDR.
  • Tierversuche haben außerdem gezeigt, dass Triclosan den Darm schädigen und Darmkrebs fördert kann.

Bedenklich ist Triclosan auch, weil Bakterien im Labor nach Verabreichung des Stoffes Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt haben, so die Verbraucherzentrale. Sie rät davon ab, Produkte mit Triclosan zu kaufen. Denn im Ernstfall schlagen bei Patienten keine Antibiotika an, weil die Bakterien durch Triclosan multiresistent geworden sind.

Schon jetzt haben Forscher Triclosan in menschlichem Plasma und in Muttermilch nachgewiesen. Es befindet sich dem NDR zufolge oftmals auch auf Getreide und Gemüse von Feldern, die mit Klärschlamm gedüngt werden.

So schadet Triclosan der Umwelt

Triclosan schadet der Natur, warnen Forscher.
Triclosan schadet der Natur, warnen Forscher. (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Triclosan gelangt über die Abwässer in größeren Mengen in die Umwelt. Denn in den Kläranlagen kann der Stoff der Verbraucherzentrale zufolge nicht vollständig abgebaut werden. Laut Forschern beträgt die Konzentration zum Teil das Zwölffache des Werts, der für Algen ohne Wirkung wäre. Mit deutlichen Folgen für die Natur, wie der NDR berichtet:

  • Triclosan in den Gewässern führt zum Absterben der sensiblen Grünalgen.
  • Es blockiert das Sexualhormon von Fischen und führt dazu, dass viele Fische verweiblichen und die Population stark sinkt.
  • In vielen Fischen reichert sich Triclosan an – und landet so auch in der Nahrungskette des Menschen.

Bei Lichteinstrahlung sollen sogar langlebige, noch schädlichere Dioxinverbindungen entstehen, warnt die Verbraucherzentrale.

In welchen Produkten ist Triclosan enthalten?

Triclosan steckt noch immer in vielen beliebten Produkten. Alleine bei Codecheck sind rund 100 Kosmetikprodukte gelistet, die Triclosan enthalten. Dort ist er als „sehr bedenklich“ eingestuft. Besonders häufig steckt Triclosan in Zahncreme, zum Beispiel von Colgate. Der Hersteller bewirbt seine Zahncreme Colgate Total sogar mit dem Wirkstoff Triclosan:

  • Colgate Total Zahnpasta basiert auf einer einzigartigen Formel mit 0,3 % des antibakteriellen Wirkstoffes Triclosan zur Bekämpfung schädlicher Plaquebakterien (…)“.
  • Der Hersteller sieht „Triclosan in Zahnpasta als unbedenklich“ an.

In folgenden Produkten kann Triclosan enthalten sein:

  • Mundwasser
  • Shampoo
  • Duschgel
  • Körpercremes
  • Körperöl
  • Zahnpasta
  • Rasierschaum/Rasiergel
  • Deo
  • Gesichtscreme
  • Aftershave
  • Fußpflege
  • Parfum
  • Schuhpflegespray
  • Reinigungsgel fürs Gesicht
  • Anti-Pickel-Produkte
  • Seife
  • Bodylotion
  • Intimpflegeprodukte
  • Desinfektionsmittel
  • Mascara
  • Lidschatten
  • Gesichtswasser
  • Heilsalben
  • Nagellackentferner
  • Make-up
  • Hand- und Nagelcremes
  • Pflaster
  • Gesichtspeeling
  • Insektenschutz
  • Sonnencreme
  • Gesichtsmaske
  • Trockenshampoo

Alternativen: Gute Produkte ohne Triclosan

Wir empfehlen dir, deine Drogerieartikel vor dem Kauf (oder spätestens jetzt) mit der kostenlosen App Codecheck auf unerwünschte Inhaltsstoffe wie Triclosan zu prüfen. Der Stoff ist auch unter dem Namen „Triclosan“ auf der Verpackung deklariert. Wenn du Kosmetikprodukte kaufst, ist zertifizierte Naturkosmetik die beste Wahl. Hier sind Triclosan und zahlreiche weitere bedenkliche Inhaltsstoffe verboten. In unserer Bestenlisten der Top-Naturkosmetikhersteller findest du viele Anbieter guter Produkte.

Alternativ kannst du auch viele Kosmetik-Produkte selber machen. Das geht oft einfacher als du denkst und du weißt immer ganz genau, welche Inhaltsstoffe enthalten sind.

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