Trockenmauer: Darum sollte in jedem Garten eine vorkommen

Trockenmauer
Foto: CC0 / Pixabay / Schmidsi

Wenn du noch keine Trockenmauer in deinem Garten hast, solltest du dies möglichst schnell ändern. Trockenmauern sind nämlich nicht nur dekorativ, sondern ein Lebensraum für Insekten und Pflanzen. Wie du eine Trockenmauer anlegst, erfährst du hier.

Trockenmauern dienten als Weidebegrenzungen.
Trockenmauern dienten als Weidebegrenzungen.
(Foto: CC0 / Pixabay / hbieser)

Trockenmauern sind nicht nur ein ansprechendes Gestaltungselement im Garten, sondern auch ein faszinierendes Biotop. Zwischen den Ritzen der aufeinandergestapelten Steine fühlen sich Insekten, Vögel und kleine Eidechsen wohl. Wenn im Sommer der Weiße und Scharfe Mauerpfeffer aus den Fugen heraus erblühen, bietet die Trockenmauer auch einen schönen Anblick für das menschliche Auge.

Bei Trockenmauern handelt es sich um Mauerwerk, welches ohne Mörtel aus Natursteinen aufgeschichtet wird. Der Trockenmauerbau ist die älteste Form des Steinbaus und fand bereits in prähistorischen Zeit statt. Die Römer brachten die Fertigkeit des Trockenmauerbauens vor etwa 2000 Jahren nach Mitteleuropa. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden Trockenmauern weitverbreitet als Weidebegrenzungen, auf Friedhöfen, in Gärten, zur Hangbefestigung oder in Weinbergen.

Inzwischen sind Trockenmauern jedoch selten geworden. Sie mussten Betonwänden, gemörteltem Mauerwerk und Gabionen weichen. Mit dem Verschwinden von Trockenmauern verschwand auch ein wichtiger Lebensraum für allerlei Tiere, Pflanzen und Insekten.

Möchtest du zum Schutz der Biodiversität beitragen, solltest du eine Trockenmauer in deinem Garten anlegen.

Das solltest du beim Bau einer Trockenmauer beachten

Trockenmauern kannst du im Garten vielseitig einsetzen: Du kannst sie als Stützmauern an Hängen und Terrassen nutzen, Hochbeete damit einfassen oder als freistehendes Mauerwerk anlegen, das deinen Garten abgrenzt oder unterteilt.

Für eine Trockenmauer benötigst du weder Mörtel noch Klebstoff. Im Prinzip schichtest du einfach Steine aufeinander. Trotzdem gibt es einige Punkte vorab zu beachten:

  • Trockenmauern bis zu einer Höhe von einem Meter kannst du in der Regel problemlos selber anlegen. Sollen sie höher werden oder direkt an einer Straße verlaufen, solltest du einen Fachmenschen zu Rate ziehen.
  • Mauern mit einer Höhe von über zwei Metern müssen durch eine:n Statiker:in abgenommen werden.
  • Um sicherzugehen, dass deine Trockenmauer auf solidem Grund steht, musst du ein Fundament vorbereiten. Dafür musst du einen Graben ausheben und die Erde darin mit einem sogenannten Stampffuß verdichten. Gartengeräte wie dieses kannst du in vielen örtlichen Baumärkten ausleihen.

Als Material für die Trockenmauer eignen sich nahezu alle Steinarten:

  • Du kannst selbst gesammelte Lesesteine (lose Steine auf Wiesen, Weiden und Äckern) oder bearbeitete Steine aus dem Baustoffhandel verwenden.
  • Natursteine aus Granit, Sandstein, Gneis oder Kalkstein verleihen dem Mauerwerk ein natürlich rustikales Bild, da sie nur grob behauen sind und in unterschiedlichen Größen kommen.
  • Eventuell befindet sich in deiner Umgebung auch ein Steinbruch. Von dort kannst du in der Regel Steine zu einem günstigen Preis bekommen.

Trockenmauer anlegen: So geht es in vier Schritten

Eine Trockenmauer kann auch als Sitzgelegenheit dienen.
Eine Trockenmauer kann auch als Sitzgelegenheit dienen.
(Foto: CC0 / Pixabay / manfredrichter)

Neben den Steinen brauchst du zum Bau einer Trockenmauer noch Holzpflöcke, Richtschnur, Schotter, Kies sowie einen Gummihammer.

Und so gehst du vor, wenn du eine freistehende Trockenmauer bauen willst:

1. Fundament anlegen

  • Stecke den Verlauf der Trockenmauer mit Holzpflöcken und einer Richtschnur ab. Diese Orientierungshilfe erleichtert später die Ausrichtung der Mauer.
  • Hebe einen 30 bis 40 Zentimeter tiefen Graben aus. Der Graben sollte an beiden Seiten etwa 10 Zentimeter breiter als die geplante Mauer sein.
  • Gib 20 bis 30 Zentimeter Schotter, Kies oder ein Mineralgemisch in den Graben und verdichte die Füllung mit einem Stampffuß.
  • Fülle eine 5 bis 10 Zentimeter dicke Schicht Sand in den Graben. Ziehe diese anschließend mit einer Schaufel oder einem Rechen glatt.

2. Die erste Steinreihe legen

  • Sortiere zunächst die Steine: Dicke, große Steinen sollten das Fundament der Trockenmauer bilden. Nach oben hin kannst du kleinere Steine verwenden. Die Steine einer Reihe sollten etwa gleich hoch sein, damit die Querfugen möglichst waagerecht verlaufen. Reserviere die schönsten Exemplare für die oberste Reihe.
  • Setze die erste Steinreihe in die Sandschicht des Fundaments und klopfe sie mit einem Gummihammer etwas fest. Die Fugen kannst du mit etwas lehmigem Sand füllen.

3. Die Mauer wächst

  • Setze nun weitere Reihen auf die unteren Steine und klopfe sie jeweils mit einem Gummihammer fest.
  • Achte darauf, dass die die Steine etwas versetzt übereinander legst.
  • Größere Mauerfugen kannst du mit sogenannten „Zwickeln“ (kleine Bruchsteine) füllen oder gleich mit geeigneten Pflanzen (s. Liste unten) bepflanzen. Werden die Pflanzen erst später gesetzt, können die Wurzeln dabei leicht beschädigt werden.

4. Trockenmauer bepflanzen

  • Wähle Sämlinge und Stecklinge mit einem kleinen Wurzelballen aus.
  • Wässere die Wurzeln gründlich vor der Pflanzung.
  • Setze die Pflanzen in eine mit feinem Schotter und Kompost aufgefüllte Fuge.
  • Bewässere die Pflanzen in den ersten Tagen, sodass sie immer leicht feucht bleiben.
  • Nach einigen Tagen können die Pflanzstellen etwas eingefallen sein. Fülle diese Fugen dann mit etwas Substrat auf.
  • Die Wurzeln der Pflanze werden nach unten wachsen, während sich die Blüten zum Sonnenlicht hin entwickeln und so ihren Weg aus den Fugen heraus finden.

4. Trockenmauer abschließen

  • Verwende für die oberste Reihe ansehnliche und möglichst flache Steine, damit ein gleichmäßiger Abschluss gelingt.

Pflanzen für die Trockenmauer

In den Fugen von Trockenmauern fühlen sich sonnenliebende Pflanzen wohl.
In den Fugen von Trockenmauern fühlen sich sonnenliebende Pflanzen wohl.
(Foto: CC0 / Pixabay / Muecke)

Es empfiehlt sich grundsätzlich, Pflanzen zu wählen, die gut Sonne und Trockenheit vertragen können. Diese Pflanzen eignen sich für eine Trockenmauer:

Viele dieser Pflanzen dienen auch als Bienenweide: Sie ziehen Bienen, Hummeln und andere Insekten aufgrund ihres reichhaltigen Nahrungsangebots an. Deswegen ist eine Trockenmauer auch eine Bereicherung in jedem insektenfreundlichem Garten oder Schmetterlingsgarten.

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