Habichtskraut: Sorten, Anwendung und Wirkung

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Vom Habichtskraut gibt es fast eintausend unterschiedliche Arten. In diesem Artikel zeigen wir dir die wichtigsten Sorten und erklären dir, wie du das Heilkraut anwenden kannst.

Die Gattungen des Habichtskrauts

Das Orangerote Habichtskraut wird oft mit Löwenzahn verwechselt.
Das Orangerote Habichtskraut wird oft mit Löwenzahn verwechselt. (Foto: CC0 / Pixabay / bernswaelz)

Allein in Deutschland kommen etwa 180 Arten des Habichtskraut vor. Weltweit gibt es sogar bis zu 1000 verschiedene Unterarten der Heilpflanze. Einen allgemeinen Überblick kannst du dir verschaffen, indem du dir die zwei heimischen Untergattungen des Habichtskrauts anschaust:

  • Echtes Habichtskraut:
    • Gewöhnliches Habichtskraut
    • Glattes Habichtskraut
    • Wald-Habichtskraut
    • Zottiges Habichtskraut
  • Mausohr-Habichtskraut: 
    • Orangerotes Habichtskraut
    • Wiesen-Habichtskraut
    • Kleines Habichtskraut
    • Florentiner Habichtskraut

Weitere Merkmale von Habichtskraut

Das Habichtskraut erkennst du gut an den feinen Härchen an Stängel und Laubblättern.
Das Habichtskraut erkennst du gut an den feinen Härchen an Stängel und Laubblättern. (Foto: CC0 / Pixabay / DerWeg)

Je nach Art weist das Habichtskraut unterschiedliche Merkmale auf, an denen du es erkennen kannst. Das Orangerote Habichtskraut wird mit seinen leuchtend orangefarbenen Blätter zum Beispiel oft mit dem Löwenzahn verwechselt. Ein Blick auf die folgenden Eigenschaften kann dir dabei helfen, einige der vielen Sorten der Heilpflanze zu bestimmen:

  • Wuchshöhe: Die meisten Sorten des Habichtskrauts werden zwischen fünf und 20 Zentimetern hoch. Einige Arten wie das Orangerote Habichtskraut können sogar Höhen von bis zu 50 Zentimetern erreichen.
  • Blüten: Alle Arten des Habichtskraut gehören zu den Korbblütlern. Daher kannst du sie gut an den länglichen Blütenblättern erkennen, die wie ein Körbchen angeordnet sind. Die Blüten des Habichtskrauts können ein leuchtendes Gelb, Orangerot oder auch sanfte Weißtöne annehmen. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge.
  • Laubblätter: Das Laub des Habichtskrauts kann grau- bis blaugrün gefärbt sein. Charakteristisch sind die feinen Drüsenhärchen, die nicht nur die Blätter, sondern auch die Stängel der Pflanzen bedecken.

Übrigens: Auch Bienen und Hummeln ernähren sich vom Nektar des Habichtskrauts. Wenn du einen bienenfreundlichen Garten anlegen möchtest, solltest du das Gewächs nicht als Unkraut behandeln, sondern es gedeihen lassen oder bewusst anpflanzen.

So wirkt Habichtskraut auf den Körper

Habichtskraut ist bei Schmetterlingen beliebt.
Habichtskraut ist bei Schmetterlingen beliebt. (Foto: CC0 / Pixabay / Myriams-Fotos)

Das Habichtskraut enthält zahlreiche Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. Sein Name stammt aus einer Zeit, in der besonders das Kleine und das Orangerote Habichtskraut als Heilpflanze bei Augenerkrankungen eingesetzt wurden. Das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) stuft die getrockneten Wurzeln und Pflanzenteile des Mausohr-Habichtskraut auch heute noch als pflanzliches Arzneimittel ein. Dem Gewächs werden die folgenden Effekte zugeschrieben:

  • Medizinisch belegte Wirkungsweisen: Laut dem HMPC hat das Mausohr-Habichtskraut harntreibende Eigenschaften. Es lässt sich deshalb als unterstützendes, pflanzliches Hilfsmittel bei Harnwegserkrankungen einsetzen.
  • Volksmedizinische Wirkungsweisen: In der Volksmedizin kommt vor allem die Gattung der Maushohr-Habichtskräuter bei verschiedenen Beschwerden zur Anwendung. So wird diesen Arten häufig eine schleimlösende, antibiotische und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Diese Effekte sind allerdings wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Bevor die getrockneten Pflanzenteile einnimmst, solltest du immer zuerst einen Arzt aufsuchen. Habichtskräuter aus der Gattung des Echten Habichtskraut solltest du besser nicht verwenden, da es über sie nicht genug medizinische Erkenntnisse gibt.

Anwendung von Habichtskraut

Aus dem getrockneten Habichtskraut kannst du einen Tee herstellen, der bei Entzündungen in Mund und Rachen helfen soll.
Aus dem getrockneten Habichtskraut kannst du einen Tee herstellen, der bei Entzündungen in Mund und Rachen helfen soll. (Foto: CC0 / Pixabay / YvonneHuijbens)

Früher wurde Habichtskraut vor allem als Augenspülung verwendet. Heute solltest du von diesem Hausmittel aber besser die Finger lassen: Der Kontakt mit der Lösung kann im ungünstigsten Fall allergische Reaktionen auslösen. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum kannst du dir jedoch einen Tee aus den getrockneten Blätter des Krauts herstellen. Verwende dafür aber am besten nur Pflanzenteile von Mausohr-Habichtskräutern wie dem Orangeroten Habichtskraut, da die Volksmedizin nur dieser Gattung einen heilsamen Effekt zuschreibt.

Du benötigst für eine Kanne Habichtskraut-Tee:

  • zwei Teelöffel getrocknetes Habichtskraut (z.B. Orangerotes oder Kleines Habichtskraut)
  • 250 ml heißes Wasser

So brühst du den Tee auf:

  1. Hacke das getrocknete Habichtskraut so klein wie möglich. Du erhältst es zum Beispiel abgepackt in der Apotheke. Wenn du Habichtskraut im eigenen Garten anbaust, kannst du es aber auch selber trocknen.
  2. Gib zwei Teelöffel Habichtskraut in eine Kanne und übergieße es mit dem kochenden Wasser.
  3. Lass den Tee anschließend etwa zehn Minuten ziehen.
  4. Seihe den Tee zum Schluss vorsichtig durch ein Sieb ab.

Vorsicht: Wenn du schon öfter auf Korbblütler allergisch reagierst hast, solltest du besser kein Habichtskraut zu dir nehmen.

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