Veganismus-Definition: Das macht Veganer:innen aus

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Wie lautet eigentlich die genaue Definition für Veganismus? Wir stellen dir eine weit verbreitete Definition des Begriffs vor und zeigen dir, aus welchen Gründen Menschen vegan leben.

Vegane Ernährung, vegane Mode, vegane Reinigungsmittel… Dem Begriff „vegan“ bist du in den letzten Jahren bestimmt häufig begegnet. Aber weißt du auch, was genau dahintersteckt? 

Veganismus ist in aller Munde und wird von immer mehr Menschen aus Überzeugung konsequent gelebt. Doch wie genau wird der Begriff eigentlich definiert? Im Folgenden lernst du zwei Definitionen für Veganismus kennen.

Veganismus: Eine Definition der Vegan Society

Die Vegan Society wurde im November 1944 im Vereinigten Königreich gegründet und war die erste Vereinigung ihrer Art. Als eingetragene Wohltätigkeitsorganisation unterstützt und fördert sie den Veganismus, informiert darüber und bietet Beratung zu verschiedensten Aspekten des veganen Lebens an.

Für den Veganismus war die Gründung der Vegan Society ein wichtiges Ereignis. Am Jahrestag des Ereignisses, dem ersten November, findet heute der Weltvegantag statt. Einer der Gründungsväter war Donald Watson, welcher auch den Begriff „vegan“ erfand. 

Die heute verwendete Veganismus-Definition der Vegan Society geht auf das Jahr 1979 zurück und lautet wie folgt:

„Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht – soweit wie praktisch durchführbar – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden; und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.“

Verschiedene Veganismus-Definitionen in Benutzung

PETA schließt den Besuch von Zirkussen für Veganer:innen aus.
PETA schließt den Besuch von Zirkussen für Veganer:innen aus.
(Foto: CC0 / Pixabay / ckirner)

Natürlich ist die Veganismus-Definition der Vegan Society nicht die einzige. Es gibt viele Abwandlungen dieser Definition; teilweise breiter, teilweise konkreter. Ein weiteres gut verständliches Beispiel ist die Veganismus-Definition der Tierschutzorganisation PETA, die du auf deren Website nachlesen kannst:

„Veganer sind Menschen, die keine tierischen Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier konsumieren. Auch tragen sie keine Kleidung oder Schuhe, die aus tierischen Materialien wie Leder, Pelz, Daunen oder Wolle bestehen. Sie verwenden nur Kosmetikprodukte und Reinigungsmittel, die keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten und nicht in Tierversuchen getestet wurden. Darüber hinaus gehen Veganer nicht in Zoos, besuchen keine Zirkusse mit Tieren und reiten in ihrer Freizeit nicht auf Pferden. Kurz gesagt: Vegane Menschen meiden die Nutzung von Tieren oder tierischen Produkten in allen Lebensbereichen.“

Diese Veganismus-Definition geht noch einen Schritt weiter als die der Vegan Society und thematisiert auch Tierhaltung für Freizeitzwecke.

Vegan leben: Warum?

So vielfältig wie die bestehenden Veganismus-Definitionen sind auch die Beweggründe, aus denen sich Menschen für eine vegane Lebensweise entscheiden. Der Großteil tut es aus ethisch-moralischen Gründen, doch es gibt auch pragmatischere Auslöser.

Das sind mögliche Gründe für ein veganes Leben:

  • Viele Menschen leben den Tiere zuliebe vegan – weil sie zum Beispiel Massentierhaltung, das Schreddern männlicher Küken oder die erzwungenen Schwangerschaften weiblicher Kühe ablehnen.
  • Ein weiterer bedeutender Faktor ist die Umwelt. Um Tiere zu halten, braucht es Unmengen an Ressourcen wie Wasser und Futtermittel. Außerdem werden große Flächen für den Anbau von Futter verbraucht und enorme Mengen an Methan von beispielsweise Kühen ausgestoßen.
  • Manche Menschen sind für ihre eigene Gesundheit vegan. Der Verzehr von viel Fleisch führt zu einem erhöhten Cholesterinspiegel. Außerdem sollen Menschen mit hohem Fleischkonsum ein erhöhtes Risiko für beispielsweise Diabetes haben. 
  • Zu guter Letzt spielen auch hungerleidende Menschen eine Rolle. Laut der Welthungerhilfe leiden 822 Millionen Menschen weltweit an Hunger, zwei Milliarden an Mangelernährung. Anbauflächen, auf denen Nahrungsmittel für eben diese angebaut werden könnten, werden stattdessen für Futtermittel verwendet.

Vegane Ernährung: So sieht sie laut den Veganismus-Definitionen aus

Gemüse, Obst und Nüsse sind wichtige Bestandteile der veganen Ernährung.
Gemüse, Obst und Nüsse sind wichtige Bestandteile der veganen Ernährung.
(Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Grundsätzlich bedeutet vegane Ernährung laut den oben vorgestellten Veganismus-Definitionen, dass auf alle tierischen Produkte verzichtet wird. Dazu zählen Fleisch, Eier, Milchprodukte und auch Honig. Wenn du Orientierung hinsichtlich geeigneten veganen Lebensmitteln suchst, hilft die Ernährungspyramide für vegane Ernährung

Vegane Ernährung basiert der Definition entsprechend auf:

  • Gemüse und Obst,
  • Getreide und Kartoffeln,
  • Eiweißprodukten,
  • Nüssen und Samen,
  • Ölen, Fetten und Salz
  • sowie natürlich auch Getränken und Genussprodukten wie vegane Süßigkeiten, Alkohol und Knabbereien.

Die vegane Ernährungspyramide gibt ungefähr an, wie viel eine Person pro Tag aus den jeweiligen Kategorien zu sich nehmen soll. Beispielsweise schlägt sie für einen Tag etwa 400 Gramm Gemüse und 300 Gramm Obst vor. Von Süßigkeiten und Knabbereien solltest du maximal eine kleine, bewusste Portion pro Tag verzehren.

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