8 Wildkräuter, die du im Herbst sammeln kannst

Wildkräuter bestimmen und sammeln im Herbst
Foto: © KMNPhoto - Fotolia.com, Illustration: heymiro.de

Frische Wildkräuter liefern auch im Herbst noch wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Utopia zeigt, welche gesunden heimischen Kräuter du jetzt noch sammeln kannst – ganz einfach und auch noch kostenlos.

Wildkräuter wachsen wie Unkraut in unseren Gärten, in Wäldern und auf Wiesen – viele davon sind uns nicht einmal bekannt. Dabei sind diese leicht zugänglichen und selbstständig nachwachsenden Wildkräuter oftmals sehr gesund oder besitzen sogar heilende Wirkungen.

Was du beim Wildkräuter Sammeln beachten solltest erfährst du in unserem Artikel Wildkräuter sammeln: 10 Tipps.

Die folgenden acht Wildkräuter wachsen auch im Herbst noch und machen sich gut in einer leckeren Kräutersuppe, in Pesto oder Kräuterquark, als Tee oder als Wildkräutersalat. In unserer praktischen Übersicht haben wir nochmal zusammengefasst, welche Pflanzenteile der Kräuter du verwenden kannst, welche Wirkung sie jeweils haben und wofür du sie verwenden kannst. Zum Download einfach auf die Grafik klicken, die PDF kannst ihr dann einfach auf euer Smartphone downloaden oder auch ausdrucken.

 

Übersicht Wildkräuter für den Herbst

Bitteres Schaumkraut: gesunder Kresse-Ersatz

Bitteres Schaumkraut: Wildkräuter bestimmen und sammeln im Herbst
Das Bittere Schaumkraut eignet sich als würzige Zutat im Wildkräutersalat. (Foto: Pixabay / CC0)

Das Bittere Schaumkraut, auch bekannt als Falsche Brunnenkresse oder Bitterkresse, schmeckt ähnlich wie Kresse und zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin C aus. Es regt die Leber- und Gallentätigkeit an und soll eine blutreinigende und verdauungsfördernde Wirkung haben.

Essbar sind die Blätter des Schaumkrauts. Sie eignen sich als frische Salatzugabe im Wildkräutersalat, gekocht zum Beispiel in einer Suppe oder auch aufgebrüht als Tee.

Das reinigende Wildkraut wächst bevorzugt auf feuchten, nährstoffreichen und lehmig-tonigen Böden: Den ganzen Herbst hindurch findet man es in Waldsümpfen, Gräben und an Gewässern.

Frisch verwenden: Echte Brunnenkresse

Echte Brunnenkresse: Wildkräuter bestimmen und sammeln im Herbst
Echt Brunnenkresse kann man ähnlich wie normale Kresse verwenden. Der Vorteil: sie wächst fast das ganze Jahr über. (Foto: „Brunnenkresse von der Isar“ von lebenswandeln - Veränderung unter CC-BY-2.0)

Die Echte Brunnenkresse wird gerne mal mit der falschen – dem Bitteren Schaumkraut – verwechselt. Da beide ungiftig sind, ist das aber gar nicht schlimm. Wer dennoch das richtige Wildkraut ernten will, achtet während der Blütezeit auf die gelben Staubbeutel der Echten Brunnenkresse, das des Bitteren Schaumkrauts ist violett. Außerhalb der Blütezeit kann man die beiden Wildkräuter am Stängel unterscheiden: der der Echten Brunnenkresse ist hohl. Das ganze Jahr über wächst sie an sauberen Teichen, Bächen und Quellen.

Sie liefert wertvolles Vitamin C und wird dank ihrer blutreinigenden Eigenschaften auch für Kuren und bei der Behandlung von Rheuma eingesetzt. Ihr wird eine antibakterielle, harntreibende und schleimlösende Wirkung nachgesagt.

Die Echte Brunnenkresse schmeckt angenehm scharf und leicht säuerlich und eignet sich gut als Salatgewürz oder als Brotaufstrich-Topping. Damit sie ihre Wirkstoffe behält, sollte sie möglichst frisch verwendet werden.

Pfennigkraut: saure Salatbeigabe

Pfennigkraut: Wildkräuter bestimmen und sammeln im Herbst
Das Pfennigkraut liefert viel Kalium, Kieselsäure, Gerb- und Schleimstoff, wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und harntreibend. (Foto: fotolia / Alexander Kurlovich)

Das Pfennigkraut mit seinen gelben Blüten hat sicher jeder schon mal gesehen – wenn auch unbewusst. Es wächst bodendeckend am liebsten auf feuchten Böden, in Wassergräben, an Uferböschungen oder in feuchten Gebüschen.

Bis in den November hinein liefert es viel Kalium, Kieselsäure, Gerb- und Schleimstoff, wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und harntreibend.

Die Blätter des Pfennigkrauts schmecken leicht säuerlich und machen sich gut roh im Salat und als Gewürz in allen möglichen Speisen.

Gundermann: geht auch in süßen Speisen

Unkraut Gundermann
Der Gundermann ist auch als wilde Petersielie bekannt – und kann wie sie verwendet werden. ( „Malscher Aue und Brettwald“ von anro unter CC-BY-2.0 )

Den Gundermann kann man so ziemlich das ganze Jahr über ernten, denn selbst unter der Schneedecke treibt er frische Blätter. Diese sind reich an Vitamin C, Kalium und Kieselsäure und wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und den Stoffwechsel anregend.

Auch unter dem Namen „wilde Petersilie“ bekannt, riecht und schmeckt er wunderbar aromatisch. Gundermann passt sowohl zu Kräuterfrischkäse oder anderen Aufstrichen als auch – für die Experimentierfreudigen unter euch – zu süßen Speisen. Die Blätter können aber auch zu Tee gekocht werden.

Er wächst auf Wiesen und Weiden und ähnlich wie Efeu an Gehölzrändern.

Vogelmiere: pflanzlicher Eiweißlieferant

Wildkräuter bestimmen und sammeln im Herbst
Die Vogelmiere macht als Ganzes Wildkräutersalate, Kräutersuppen oder Butter-, bzw. Margarinebrote schmackhaft. ( „Vogelmiere_I_DSC_5527“ von Rudolf Schaefer unter CC-BY-2.0 )

Die Vogelmiere ist ein Allround-Talent: bis in den Spätherbst hinein kann sie nämlich als Ganzes verwendet werden und eignet sich sowohl roh als auch gekocht in der Wildkräuterküche. Sie ist dabei äußerst gesund: Das Kraut enthält jede Menge Kalium und Magnesium, Eisen sowie Vitamin A und C und ist reich an pflanzlichem Eiweiß.

Das Kraut macht sich gut in Salaten und Suppen, Kräuteraufstrichen oder einfach frisch mit aufs Brot. Sein Geschmack ist mild und aromatisch und erinnert an Erbsen. Man findet die Vogelmiere auf Äckern und Brachflächen.

Brennnesselsamen: regionales Superfood

Brennnessel Samen: Wildkräuter bestimmen und sammeln im Herbst
Brennnesselsamen werden als regionales Superfood gehandelt. (Foto: Pixabay / CC0)

Die Brennnessel ist an gesunden Eigenschaften kaum zu übertreffen. Von Frühjahr bis Sommer kommen ihre Blätter zum Einsatz, danach sind es die Samen der Brennnessel – und die gelten als regionales Superfood: Brennnesselsamen verfügen über einen hohen Eiweißgehalt und viel Vitamin A,  B, C und E, außerdem Kalium, Eisen und Kalzium.

Brennnesselsamen sind ein bewährtes Mittel gegen Müdigkeit und Leistungsschwäche. Sie sollen außerdem bei Gicht und Rheuma, Bluthochdruck und Störungen des Verdauungstrakts helfen.

Bis in den November hinein kann man die Samen ernten. Mit ihrem leicht nussigen Geschmack eignen sie sich zum Beispiel als Beigabe für Suppen oder Smoothies. Auch als Tee oder Küchengewürz entfalten sie ihre heilende Wirkung.

Achte beim Sammeln darauf, nur die gelben Brennesselsamen zu ernten, das sind die reifen Samen. Diese kann man einfach vom Strang abstreifen, auf einem Tuch oder bei geringer Hitze im Backofen trocknen lassen und sofort verwenden. Oder in ein Einmachglas abfüllen und aufbewahren.

Spitzwegerich: heilendes Lungenkraut

Spitzwegerich: Wildkräuter bestimmen und sammeln im Herbst
Der Spitzwegerich ist ein Allround-Talent – sowohl in der Küche als auch als Heilpflanze. (Foto: Pixabay / CC0)

Schon Kinder schätzen die Wirkung von Spitzwegerich beispielsweise als Mittel gegen juckende Mückenstiche. Unübersehbar wächst er das ganze Jahr über an vielen Wegrändern und auf Wiesen.

Das gesunde Wildkraut enthält Kalium, Kieselsäure, Vitamin A und C. Seine heilende Wirkung geht über eine äußere Anwendung hinaus und hilft unter anderem bei Husten, Lungenerkrankungen, Bronchitis und Asthma.

Auch als Küchengewürz eignen sich die Blätter des Spitzwegerichs wunderbar: zum Beispiel roh als Salatzugabe oder gekocht wie Spinat. Man kann sie außerdem zu Tee aufgießen, oder zu Sirup – hilft bei Husten – einkochen.

Wiesen-Labkraut: beruhigt die Nerven

Wiesen-Labkraut: Wildkräuter bestimmen und sammeln im Herbst
Wiesen-Labkraut schmeckt und hilft bei Nervosität. (Foto: Pixabay / CC0)

Auch noch im Spätherbst findet man das Wiesen-Labkraut. Es wächst bevorzugt an feuchten Stellen, auf Wiesen, an Wegrändern und in lichten Wäldern.

Verwendet wird der ganze obere Teil des Krauts so lange er weich ist und inklusive Blüten und Stielen. Sein milder Geschmack eignet sich prima als Salatgrundlage. Die frischen Spitzen machen sich gut in Smoothies oder auch gekocht wie Spinat.

Das Wiesen-Labkraut enthält viel Vitamin C. In der Naturheilkunde verwendet man es als Tee. Dieser soll bei Nervosität, Depressionen und Unruhezuständen, aber auch bei Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden helfen.

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