Showerloop: Die Dusche, die das eigene Duschwasser recycelt

Foto: CC0/pixabay/

Täglich duschen, oder zumindest mehrmals die Woche – das verbraucht Unmengen an Wasser und Energie. Ein Start-up aus Finnland hat die Lösung: Eine Dusche, die das Duschwasser recycelt und wieder zurück in die Dusche pumpt. 

Etwa 15 Liter Wasser verbrauchen wir beim Duschen pro Minute – je nachdem, wie lange wir duschen, sind das mehr als 100 Liter Wasser pro Duschvorgang. Außerdem wird das Wasser erwärmt, was zusätzlich viel Energie kostet. In Zeiten des Klimawandels und weltweiter Wasserknappheit keine schöne Bilanz.

Das haben sich auch Jason Selvaran und Eduard Kobak aus Finnland gedacht – und eine Dusche entwickelt, die das verwendete Duschwasser immer wieder aufbereitet und „recycelt“. Die „Showerloop“-Dusche braucht damit nur noch 10 Liter Wasser pro Duschvorgang (statt 100 Liter).

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Showerloop: Das Konzept der Dusche

Die Showerloop funktioniert wie eine herkömmliche Dusche – allerdings läuft das Duschwasser nicht wie gewohnt in den Abfluss, sondern wird aufgesammelt und zurück gepumpt. Bevor es wieder aus dem Duschkopf herauskommt, durchläuft es einige Filter.

Am Anfang steht ein Sieb, dass das Wasser von Haaren und groben Verunreinigungen befreit. Der nächste Filter besteht aus Mikrofasern, gefolgt von einem Filter aus Sand. Diese beiden Filter reinigen das Wasser von kleineren Partikeln.

Showerloop Dusche Filter
Der Sandfilter von Showerloop. (Foto: © Showerloop)

Filter aus Aktivkohle und UV-Licht

Anschließend läuft das Wasser durch Aktivkohle, die Chemikalien, Farben und Gerüche aus dem Wasser entfernt. Am Schluss steht ein „Filter“ aus UV-Licht. Die Strahlung sterilisiert das Wasser, sodass es am Schluss des gesamten Filterprozesses frei von Bakterien und sogar wieder trinkbar sein soll.

Nach dem Filterprozess pumpt eine Pumpe das Duschwasser zurück in den Duschkopf. Das Wasser wird dann nur minimal wieder aufgeheizt, um die zuvor ausgewählte Wassertemperatur aufrecht zu erhalten. Und das ist entscheidend, denn bei uns kommt es vor allem darauf an, Warmwasser zu sparen, da dessen Erwärmung viel Energie verbraucht. (Mehr Informationen dazu in unserem Beitrag „Ist Wasser sparen Unsinn?“)

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Auch nach der Dusche lässt sich das Wasser weiter verwenden

Showerloop Dusche Recycling
So kann eine fertige Showerloop-Dusche aussehen (Foto: © Showerloop)

Dank diesem System braucht die Dusche laut Showerloop nur noch zehn Liter Wasser für einen Duschvorgang – theoretisch könne man stundenlang duschen, ohne dafür mehr als die zehn Liter zu benötigen. Nach der Dusche fließt das Wasser in den Abfluss. Um noch mehr Wasser zu sparen, lässt sich das Wasser auch weiter verwenden – etwa für die Wäsche oder als Spülwasser für die Toilette.

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Auf die Idee einer Recycling-Dusche ist Ingenieur Jason Selvaran gekommen, weil er gerne lange heiße Duschen nimmt, ihm aber gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umwelt bewusst waren. Für das Konzept hat Showerloop im Mai den „Galileo Wissenspreis“ bei den GreenTech Awards gewonnen.

Showerloop ist eine Open-Source-Dusche

Showerloop Dusche Recycling
Die einzelnen Bestandteile des Pump- und Filtersystems von Showerloop. (Foto: © Showerloop)

Das Besondere an Showerloop: Die Macher haben ihre Recycling-Dusche nach dem Prinzip von Open Source und Open Hardware konzipiert. Das heißt, Showerloop stellt die Bauanleitung und Materialliste für jedermann frei zur Verfügung. Die Bauteile sind in jedem Baumarkt erhältlich. Geübte Bastler können sich die Recycling-Dusche also selber bauen. Laut Materialliste belaufen sich die Kosten auf etwa 805 Euro.

Bislang befindet sich die Dusche noch in der Pilotphase, es gibt sie noch nicht als fertige Dusche zu erwerben. Für 1.500 Euro kann man jedoch den „DIY Showerloop Kit“ kaufen. Der „Kit“ ist eine Art Werkzeugkasten mit Materialien, mit dem Interessierte die Dusche selber bauen und Teil der Pilotphase werden können.

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(11) Kommentare

  1. Guter Ansatz, der künftig in den Wohnungsbau einziehen sollte, wenn das technische Drumherum überschaubar bleibt.
    Wer sofort handeln will, kann auf jeden Fall den Wasserdruck in der Dusche (und auch am Waschbecken) reduzieren.
    Wir haben während der Bauphase festgestellt, dass wir in unserem Haus einen ziemlich geringen Wasserdruck haben. Was damals nach Nachteil ausgesehen hat ist heute eine prima (Zwangs-)Wassersparmethode. Die angegeben 100 Liter pro Duschvorgang „schaffen“ wir lange nicht. Die Wasserdrücke, die oft herrschen braucht kein Mensch. So dreckig, dass ich eine Hochdruckreinigung brauche bin ich eher selten 😉

  2. Sehr schön,

    seit Jahren schon plane ich fest , mir so eine Dusche ins zukünftige Haus zu bauen. Wunderbar, dass sich inzwischen doch schon jemand den Kopf für mich zerbrochen hat.
    Vielen Dank an den Norden!

  3. Aha, und was macht normalerweise ein Klärwerk, und zwar wesentlich effizienter?
    Denn, wohin mi dem Filter? Wer holt den „Müll“ dort wieder raus? Wie viel Wasser wird zusätzlich verbraucht, um die Einzelteile und den Strrom für diese Spielerei zu liefern.

    Nicht zu vergessen , die (regelmäßige!) Reinigung der Anlage, Duschen verkeimen so schön!

  4. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Innovation eine positive Ökobilanz hat. Neben dem Verbrauchsmaterialien des Filters ist da noch die UV Lampe mit Herstellungsaufwand und Energieverbrauch. Die angenommenen 100 Liter (mehr als eine Badewannenfüllung) sind völlig überzogene Annahmen für einen Durchschnittsverbrauch. Ein Beispiel wie man mit guter Absicht aber übertriebener Technik mehr schadet als nützt.

  5. „Täglich duschen, oder zumindest mehrmals die Woche – das verbraucht Unmengen an Wasser und Energie.“
    Am Energie-Verbrauch wird sich auch mit dem Showerloop nichts ändern, eher im Gegenteil, oder?

  6. Der Strom dazu kommt von :
    “ https://aae.at/ “
    Platz 1 im GREENPEACE Stromcheck,
    ausgezeichnet mit dem GREENBRAND,
    von Global 2000 und WWF empfohlen
    und von tausenden Anwendern,
    Firmenkunden und Privatanwendern,
    bereits begeistert verwendet.
    Hier ist jeder # klima:aktiv mobil #

  7. Tolle Idee! Aber was ist mit z.B E.-Coli-Bakterien?
    Ob schon getestet wurde, ob diese Bakterien und andere im gereinigten Wasser sind oder gefiltert?

    Würde mich sehr interessieren.

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