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Wie sich der Anbau von Bio-Seide aufs Klima auswirken kann

Triaz GmbH

Mit 13 Prozent Anteil gehört die Landwirtschaft zu den größten Verursachern von Treibhausgasen. Doch umgekehrt kann sie auch CO₂ binden, also Klimagase dezimieren. Und selbst bei der Produktion von Seide kann man auf das Klima Rücksicht nehmen.

Das Thema Treibhausgase ist eigentlich ganz einfach: Ein Baum, der wächst, entzieht der Atmosphäre Kohlendioxid (CO₂) und baut es ins Holz ein. Ein Stück Holz, das wir verbrennen, führt der Atmosphäre dieses CO₂ wieder zu. Das war’s – und es klingt eigentlich nach einem Gleichgewicht.

Leider stören wir dieses Gleichgewicht, seitdem wir Erdöl, Erdgas und Kohle verbrennen. Denn seit etwa 100 Jahren setzen wir über diese „fossilen Brennstoffe“ massiv und schnell jenes CO₂ frei, das vorher in vielen Jahrmillionen entstanden ist. Das ist der Grund, warum „Bäume pflanzen“ sinnvoll ist (statt Regenwald abzuholzen): Diese Bäume binden das Klimagas CO₂ in pflanzlicher Form.

Gesunde Böden speichern Klimagase

Was kaum einer weiß: Es sind nicht die Bäume allein, auch die Böden spielen eine wichtige Rolle. „Ein Viertel des terrestrischen Kohlenstoffs ist im Regenwald in den Pflanzen gebunden, ein weiteres Viertel in den Kohlelagerstätten, aber knapp 50 Prozent in den knapp 30 cm Oberboden“, erklärt Bodenexperte Tobias Bandel. Der Boden ist also sogar der größte terrestrische Kohlenstoffspeicher der Welt.

Gesunde und fruchtbare Böden haben einen höheren Humusgehalt. Humusaufbau im Boden wiederum bindet mehr CO₂ als ein Boden, in dem Humus abgebaut wird, da er viele organische Kohlenstoffverbindungen enthält. Und jetzt kommt’s: Der biologische Landbau fördert die Entwicklung gesunder, fruchtbarer und humusreicher Böden. Sprich: Bio ist definitiv klimafreundlicher als konventionelle Landwirtschaft.

Ökologische Landwirtschaft mit Fruchtfolgen und ganzheitlicher Bewirtschaftung
Ökologische Landwirtschaft mit Fruchtfolgen und ganzheitlicher Bewirtschaftung geben der Landbevölkerung eine dauerhafte Perspektive. (Triaz GmbH)

Doch auch dann, wenn die Böden ausgelaugt sind, ist noch nicht alles verloren. „Hier kann man mit Kompost ansetzen. Über eine sinnvolle Zurückführung von Nährstoffen gibt man dem Boden die Chance, sich zu regenerieren“, so Tobias Bandel, der bei Soil & More Impacts Nachhaltigkeitsstrategien für die Lebensmittel- und Agrarbranche entwickelt. SMI hat sich auf Projekte rund um Bodenfruchtbarkeit, Kompostierung und die Reduzierung von landwirtschaftlich bedingten CO₂-Emissionen spezialisiert.

Eines der SMI-Projekte befindet sich in der chinesischen Provinz Sichuan – und damit sind wir wie angekündigt bei der Erzeugung von Seide. Genauer: Bio-Seide aus China.

China von Bio-Landwirtschaft überzeugen

China hat einige ernstzunehmende Probleme im eigenen Land. Zum einen flieht die ländliche Bevölkerung in die Städte, zum anderen zerstört die rasante wirtschaftliche Entwicklung die Umwelt in China. Arbeitsplätze in der regionalen Landwirtschaft sind da ebenso wichtig wie eine Umstellung auf eine ökologischere Landwirtschaft.

Ein Beispiel dafür ist auch die Produktion von Seide: Sie stammt von Maulbeerspinnerraupen, die häufig von Kleinbauern gezüchtet werden. Die Raupen fressen die Blätter von Maulbeerbäumen – und die wiederum werden im Fall des chinesischen Unternehmens OTEX (Organic Textiles) in der chinesischen Provinz Sichuan kontrolliert biologisch ohne Pestizide und chemisch-synthetische Düngemittel angebaut.

SMI soll das chinesische Bio-Seiden-Projekt von OTEX zu einem landwirtschaftlichen Modellbetrieb ausbauen, der auch auf das Klima Wirkung hat. „Die chinesische Regierung hat Interesse an Projekten zur Emissionsreduzierung und Projekten, die den Landwirten vor Ort weiterhelfen“, erklärt Inka Sachse von SMI, die vor Ort den Modellbetrieb betreut.

Bio-Landbau und Klimaschutz sind ein starkes Team
Kompost ist ein ökologischer Dünger und reichert den Boden mit Humus an, der wiederum CO2 speichert. (Triaz GmbH)

Das Seiden-Projekt der Triaz Group

Die Triaz Group hat sich 2016 an dem chinesischen Unternehmen OTEX beteiligt, das sich um die Erzeugung und Verarbeitung der Bio-Seide kümmert. Derzeit umfasst das Projekt um die 200 Hektar biologisch bewirtschaftete Fläche, und in fünf Dörfern im Kreis Yilong, leben rund 250 Familien davon. Aus der Bio-Seide wird Kleidung hergestellt. Die Seiden-Mode wird in Deutschland über das Versandhaus Waschbär verkauft, das zur Triaz Group gehört.

Der chinesische Modellbetrieb soll als Vorbild dienen, um die biologisch bewirtschaftete Fläche auszuweiten und mehr Kleinbauern und Dörfer zu gewinnen. „Wir müssen die Regierung und die Bauern überzeugen, dass sich die Bio-Landwirtschaft ökonomisch lohnt. Daher ist es eine zentrale Aufgabe des Modellbetriebes, die Einkommenssituation der Landwirte zu verbessern“, erklärt Ernst Schütz, ehemaliger Eigentümer der Triaz Group.

Schütz hat das Seiden-Projekt initiiert und engagiert sich nun für dessen Weiterentwicklung. „Wir wollen insbesondere auch jungen Menschen eine Perspektive auf dem Land bieten“, so Schütz weiter.

Bio-Landbau und Klimaschutz sind ein starkes Team
Die Kokons werden gewaschen, der Seidenfaden aufgewickelt und zu Seidenstoffbahnen gewebt. (Triaz GmbH)

Verbesserte Erträge und Klimaschutz gehen Hand in Hand

Die Triaz Group hat SMI beauftragt, die Landwirte in Sachen Bio-Landbau zu schulen um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Damit die Bauern zusätzliches Einkommen generieren können, lernen sie, welche Nebenprodukte sie zwischen den Maulbeerbäumen biologisch kultivieren und in der Region vermarkten können. Dafür zeigt Betreuer Inka Sachse den Landwirten, wie sie Kompost produzieren und einsetzen können.

Was für die Bauern vor allem durch verbesserte Erträge spürbar werden wird, hat für SMI und die Triaz Group noch eine ganz andere Bedeutung: Im Rahmen des Projektes wird auch untersucht und dokumentiert, inwiefern die Bio-Landwirtschaft und fruchtbare Böden nachweislich zum Klimaschutz beitragen.

Auch das hat seinen Grund. Die Triaz Group arbeitet CO₂-neutral und versendet die Pakete des Versandhauses Waschbär bereits seit 2005 klimaneutral. Emissionen hat das Unternehmen bisher durch den Kauf von CO₂-Zertifikaten ausgeglichen: 2017 wurden 2079 Tonnen CO₂ und damit der komplette Ausstoß der Triaz Group (mit dem Versandhaus Waschbär) durch 2079 Emissionszertifikate ausgeglichen.

In Zukunft werden die Emissionszertifikate, durch die die Triaz Group ihren CO2-Ausstoß kompensiert, vollständig durch das eigene OTEX-Seiden-Projekt in China generiert. Und so kann am Ende auch die Entscheidung für Bio-Seide einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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