#stattblumen: Warum Frauen jetzt erst recht Gleichberechtigung fordern

Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Taisiia Shestopal; Screenshots: #stattblumen/Instagram

„Wir wollen keine Blumen. Wir wollen gleiche Rechte.“ Unter diesem Slogan ist diese Woche eine neue Gleichberechtigungs-Kampagne gestartet. Die Initiator*innen und Unterzeichner*innen appellieren an die Politik, in der Corona-Krise die Rechte von Frauen zu stärken.

Die Corona-Krise offenbart und befördert derzeit eigentlich längst überwunden geglaubte Geschlechterrollen – und zeigt deutlich, dass wir noch lange keine Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht haben.

In vielen Fällen sind es Frauen, die zurückstecken, die zu Hause bleiben und Pflege, Betreuung und Haushalt übernehmen – und angefeindet werden, wenn sie öffentlich zugeben, damit ein Problem zu haben. Gleichzeitig hat die Krise gezeigt, dass es in der Mehrheit Frauen sind, die derzeit im Einzelhandel, in Kitas und Schulen und in der Pflege „systemrelevant“ sind.

Der am 18. Mai gestartete #stattblumen-Appell will auf diese strukturellen Ungerechtigkeiten aufmerksam machen und fordert mehr Gleichberechtigung.

„Von Blumen kann man keine Miete zahlen“

„Wir haben Blumen verschenkt aus Dankbarkeit – an die Frauen, die den Laden gerade am Laufen halten. Aber von Blumen kann man nicht die Miete zahlen. Mit Blumen kann man keine Kinder betreuen und Blumen schützen nicht vor Gewalt.“

Initiiert haben den Appell Cordelia Röders-Arnold vom Start-up „Einhorn“ und Sally Lisa Starken, stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD-Frauen. Zu den Erstunterzeichner*innen gehören neben weiteren Politiker*innen, Unternehmer*innen und Prominenten etwa Bloggerin Louisa Dellert, Schauspielerin Denise M’Baye und die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Ricarda Lang.

Der Appell umfasst sechs Punkte: faire und anerkennende Bezahlung, gerechte Aufteilung von Erwerbs und Care-Arbeit, gleichberechtigte Mitbestimmung in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, eine „Koppelung aller Hilfsmaßnahmen mit gleichstellungspolitischen Maßnahmen“, ein Recht auf Gewaltschutz und sexuelle Selbstbestimmung. (Mehr dazu hier)

„Geschlechtergerechtigkeits-Check“ für Unternehmen

In Anlehnung an diese Forderungen sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Wir brauchen einen Geschlechtergerechtigkeits-Check.“

Im Gegenzug etwa für coronabedingte Hilfszahlungen solle von Unternehmen verlangt werden, dass sie mehr Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit zeigten, zitiert Spiegel Online die Politikerin.

#stattblumen in den sozialen Medien

Unter dem Hashtag #stattblumen posten viele Menschen gerade in den sozialen Medien, was sie sich statt Blumen wünschen (eventuell musst du erst die Anzeige aktivierten, um die Posts sehen zu können):

Eine Userin fordert zum Beispiel gerechte Gehälter:

Die stellvertretende Juso-Bundesvorsitzende fordert „selbstbestimmt über den eigenen Körper entscheiden“ zu dürfen.

Aktivistin Almut Schnerring will „gehört werden“ und mehr Anerkennung unentgeltlicher Care-Arbeit.

Auch der bekannte Cartoonist Ralph Ruthe unterstützt die Kampagne.

Auf der Kampagnenseite kannst auch du den Appell unterstützen – indem du unterzeichnest und/oder ihn in den sozialen Medien teilst. Hier findest du auch detaillierte Infos zu den Forderungen.

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