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Olivenöl-Test 2022: Mineralöl in fast jeder Flasche

Olivenöl-Test: Bei Öko-Test fallen bekannte Marken durch
Fotos: Öko-Test

Viele Öle schmecken ranzig, enthalten Schadstoffe, bei der Güteklasse wird geblufft. Zu diesem Ergebnis kamen viele Olivenöl-Tests in den vergangenen Jahren. Auch im aktuellen Test von Öko-Test fallen fast alle Olivenöle durch. Bei Stiftung Warentest dagegen schneiden einige Öle gut ab – trotz Schadstoffen in jeder Flasche.

In fast jeder Küche steht eine Flasche Olivenöl – aus gutem Grund: Olivenöl eignet sich zum Braten, für den Salat oder zum Marinieren von Gemüse und Co. Doch wie gut ist das Olivenöl aus dem Handel?

Olivenöl ist ein saisonales, aus der Natur stammendes Produkt, dessen Qualität sich daher ständig ändern kann. Daher ergibt es wenig Sinn, sich auf einzelne Testergebnisse zu verlassen. Wir zeigen dir deshalb die wichtigsten Olivenöl-Tests der vergangenen Jahre.

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Olivenöl-Test 2022: Stiftung Warentest findet Schadstoffe, empfiehlt aber viele Olivenöle

Stiftung Warentest hat sich 19 Olivenöleenauer angesehen, 12 davon mit Bio-Siegel. Im Labor untersuchten die Tester:innen die verschieden Öle auf sensorische Qualität, chemische Qualität und Schadstoffe.

Das Labor überprüfte die Öle auf eine Vielzahl von Stoffen, darunter PestizideRestlöse­mittel, poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK)WeichmacherMineral­ölkohlen­wasser­stoffe (MOSH, MOSH-ähnliche Substanzen, MOAH) und Schwer­metalle wie Nickel und Arsen. Aber auch die Benutzerfreundlichkeit der Verpackung floss (zu einem geringeren Anteil) mit in die Bewertung ein.

Insgesamt zeigt sich Stiftung Warentest mit den Ergebnissen zufrieden: 13 Öle schnitten „gut“ ab. Ein „sehr gutes“ Ergebnis konnte keines der getesteten Öle erzielen, zwei erhielten eine „befriedigende“ Gesamtbewertung. Vier Olivenöle waren „mangelhaft“ und fielen ganz durch.

Die Testsieger: vor allem Bio-Produkte überzeugen im Olivenöl-Test

Alle 13 Testsieger – davon sieben Bio-Öle – kamen aufgrund von nachgewiesenen Schadstoffen nicht über die Gesamtbewertung „gut“ hinaus. Unter den Testsiegern finden sich hochpreisige Öle sowie die günstigeren Alternativen aus dem Supermarkt, zum Beispiel:

  • CrudoSei Cinque Zero Olio extra vergine d’oliva (ca. 36 Euro/Liter)
  • Edeka Bio natives Olivenöl aus Griechenland (ca. 11 Euro/Liter)
  • Aldi Gut Bio natives Olivenöl extra (Bio) (ca. 6,65 Euro/Liter)
  • Alnatura Natives Olivenöl (Bio) (ca. 7,60 Euro/Liter)

Olivenöl extra nativ: Die Verlierer im Test

Die traurige Überraschung: Alle vier Verlierer des Tests sind Olivenöle mit Bio-Siegel, die vor allem beim sensorischen Urteil nicht überzeugen konnten („mangelhaft“). Die Testverlierer unterscheiden sich vor allem im Preis:

  • Bio-Zentrale Natives Olivenöl extra (ca. 13,20 Euro/Liter)
  • Denns Biomarkt Dennree Olivenöl nativ extra (ca. 7 Euro/Liter)
  • Müller Bio Primo spanisches Olivenöl native extra (ca. 5,95 Euro/Liter)
  • Corovita Premium Bio-Olivenöl natives Olivenöl extra (ca. 16 Euro/Liter)

Für uns folgt aus dem Testurteil aber nicht, dass du kein Bio-Olivenöl (mehr) kaufen solltest. Auch unter den Testsiegern bei Stiftung Warentest finden sich Öle in Bio-Qualität.

Stiftung Warentest: Olivenöl hat ein Schadstoff-Problem

Die traurige Bilanz des Tests lautet jedoch: Alle Olivenöle haben ein Schadstoffproblem. Konventionelle Produkte sowie Bio-Produkte wiesen ausnahmslos Schadstoffe auf. Unterschiede gab es lediglich bei der Menge und Zusammensetzung der problematischen Inhaltsstoffe.

Im Corovita Premium Bio-Olivenöl und im Müller Bio Primo spanisches Olivenöl lagen die Werte für gesättigte und aromatische Mineral­ölkohlen­wasser­stoffe (MOSH) deutlich oberhalb des Orientierungswerts, was zu einer Abwertung führte. Bei den anderen beiden Testverlierern (Bio-Zentrale Natives OlivenölDenns Biomarkt Dennree Olivenöl) führte vor allem das negative sensorische Urteil zu einer Abwertung, die Schadstoffbelastung war vergleichsweise geringer.

Alle Ergebnisse und Testkriterien kannst du auf test.de nachlesen.

Olivenöl-Test 2022: Fast alle Produkte fallen bei Öko-Test durch

Insgesamt ließ Öko-Test für die Ausgabe 04/2022 19 Olivenöle der Güteklasse „nativ extra“ überprüfen, davon neun Bio-Öle. Die Bezeichnung „nativ extra“ ist die höchste von der EU festgelegte Qualitätsstufe mit einem Säuregrad von unter 0,8 Prozent. Auf der Checkliste der Tester:innen standen Pestizide, Mineralölrückstände, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie Weichmacher. Geschmack und Herkunft waren weitere Testkriterien. Öko-Test hat zwei Hauptkritikpunkte: die Belastung mit Mineralöl und der schlechte Geschmack.

Olivenöl bei Öko-Test: Mineralöl in fast jeder Flasche

Bis auf ein einziges Produkt sind alle Olivenöle im Test mit Mineralölbestandteilen verunreinigt. Mineralöl ist ein komplexes Gemisch, das aus einer an Vielzahl an Stoffen besteht. Am bedenklichsten sind gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) und aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH). MOSH können in sich Organen wie der Leber anreichern, die Folgen sind noch nicht klar. MOAH stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein. 

Lies dazu auch: Mineralöle in Kosmetik und Lebensmitteln: Das musst du wissen

Öko-Test fand in sieben getesteten Olivenölen MOAH, MOSH sogar in fast jedem Öl. Einzig der „sehr gute“ Testsieger wies keine Mineralölrückstände auf, das ist das Bio-Öl „Kreta
Olivenöl Nativ Extra“ von Rapunzel
(ca. 22 Euro/Liter). Kaufen u.a. bei. Bioaufvorrat, Memolife oder Amazon

Zu den verunreinigten Testverlierern im Olivenöl-Test gehören unter anderem:

  • Alnatura Natives Olivenöl Extra
  • Gut Bio Natives Olivenöl Extra von Aldi
  • Edeka Natives Olivenöl Extra D.O.P. Terra di Bari
  • Rewe Beste Wahl Italienisches Natives Olivenöl Extra
  • Primadonna Natives Olivenöl Extra Original von Lidl

Öko-Test Olivenöl: Alle Testergebnisse als ePaper kaufen

Mineralöl verhagelte auch in vergangenen Olivenöl-Tests die Ergebnisse. Die Verbraucherschützer:innen von Öko-Test erklären sich die Mineralölrückstände wie folgt: Die Oliven können bei der Ernte mit Schmierölen der Erntemaschinen in Berührung kommen oder auf den Maschinen und Förderbändern bei der Produktion.

Olivenöl-Test: Geschmacklich überzeugen nur sehr wenige Olivenöle

Auch in Sachen Geruch und Geschmack haben die Tester:innen einiges an den Olivenölen auszusetzen. Bei drei Ölen war die Sensorik sogar so fehlerhaft ist, dass die angegebene Qualitätsklasse „nativ extra“ laut Öko-Test nicht mehr zutrifft.

Oliven einfrieren
Mineralöl im Olivenöl-Test: Bei der Ernte können die Oliven mit Schmierölen in Berührung kommen. (Foto: CC0 / Pixabay / VagelisDimas)

Unter anderem die Bio-Marke Alnatura kommt nicht gut weg, die Expert:innen bemängelten einen „ranzigen“ Geschmack sowie einen „fehlerhaften“ Gesamteindruck. Alnatura hat laut Öko-Test angekündigt, die getestete Charge Olivenöl aus dem Verkauf zu nehmen.

Testfazit: Welches Olivenöl ist zu empfehlen?

Das Fazit von Öko-Test: Wer ein vollkommen harmonisch schmeckendes Olivenöl – also ein Öl mit den höchsten Geschmackskriterien – haben will, sollte in speziellen Fachgeschäften oder im Onlinehandel ein Premium-Öl kaufen. Dafür müssen die Verbraucher:innen in der Regel deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Wir empfehlen Olivenöle mit Bio-Siegel wie dem EU-Bio-Siegel, besser noch mit einem Siegel der Anbauverbände Bioland, Naturland oder Demeter. Auch zwei der besten Öle im Test sind Bio-Olivenöle. Der Bio-Anbau schont Umwelt und Böden, da keine synthetischen Pestizide oder Dünger eingesetzt werden dürfen. Lies am besten auch: Olivenöl-Lifehack: Das solltest du beim Kauf unbedingt wissen

Olivenöl-Test 2021: Discounter- und Bio-Öle überzeugen bei Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat im „Test“-Heft Ausgabe 11/2021 ganze 27 Olivenöle getestet, darunter sowohl „Premium-Marken“ als auch mildere und preisgünstigere Olivenöle. Die wichtigsten Fakten:

  • 15 Produkte erhielten im Test vom Oktober 2021 ein „gut“, mehr als die Hälfte. Darunter viele Bio-Öle.
  • Beispiele für Bio-Olivenöl mit „gut“ sind dmBio (6,35 Euro/Liter), Edeka Bio (6,40 Euro/Liter) sowie Netto Markendiscount BioBio (6,40 Euro/Liter).
  • „Gute“ Bio-Öle müssen demnach nicht teuer sein. Die günstigsten Öle, die Stiftung Warentest 2021 mit „gut“ bewertet hat, sind im Literpreis gerade einmal einen Euro günstiger als die „guten“ Bio-Öle.
  • „Gute“ Ergebnisse von herkömmlichen Ölen: Lidl Primadonna (5,35 Euro/Liter), Edeka Gut & Günstig (5,35 Euro/Liter), Netto Marken-Discount Vegola (5,35 Euro/Liter und Penny (5,35 Euro/Liter).
  • Teure Testsieger: Das spanische Bio-Olivenöl Artgerecht Phenolio (48€/l) und das italienische Selezione Gustini Antico Frantoio della Fattoria (40€/l) heimsten den Testsieg ein, sind aber wohl eher was für Feinschmecker – Details bei Stiftung Warentest.

Im Test schnitten sieben Öle nur „befriedigend“ ab, drei nur „ausreichend“ und zwei fielen sogar mit „mangelhaft“ durch. Vor allem der Geschmack wurde hier bemängelt, aber auch Belastungen mit dem Weichmacher DEHP sowie (bei vier Ölen) mit den Mineralölkohlenwasserstoffen MOAH und/oder MOSH.

Olivenöl-Test Januar 2020: Was Stiftung Warentest sagt

Im „Test“-Heft 2020/02 hat Stiftung Warentest 28 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ geprüft, die zwischen 4,80 und 52 Euro pro Liter kosten. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Gute Olivenöle, die auch sensorisch sehr gut sind, gehören zu den teuersten. Ein hoher Preis ist aber umgekehrt kein Garant für gutes Öl – damit hat sich eine Erkenntnis aus dem letzten Test bestätigt.
  • Endlich mehr gute Ergebnisse als in früheren Tests„, schreibt Stiftung Warentest. Bei keinem der 14 Olivenöle, die bereits 2018 und 2017 getestet wurden, hat sich die Testnote verschlechtert – und sieben von ihnen haben sich um mindestens eine Note verbessert. Dass sich der Aufwärtstrend seit 2018 weiter fortsetzt, begründen die Experten damit, dass die Tests offenbar wirken: „Die Anbieter von Handelsmarken sowie der Weltmarktführer Bertolli achten inzwischen – zumindest auf dem deutschen Markt – mehr auf Schadstoffe, Geschmack und richtige Kennzeichnung.“

Die Tester fanden kein gepanschtes Öl und keine kritischen Gehalte an Pestiziden und krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) – ein paar schwarze Schafe, die durch Schadstoffbelastung auffielen, gab es dennoch.

  • Testsieger sind dieses Mal neun Öle mit der Note „gut“: Die drei Vorjahressieger Castillo de Canena (bio), Soler Romero (bio), beide aus Spanien, und Farchioni DOP Chianti Classico aus Italien konnten erneut überzeugen.
  • Daneben schafften es jetzt auch einige Öle vom Discounter – zum Teil in Bio-Qualität – auf die vordersten Plätze: Olivenöl von Aldi Süd Bio, Aldi Nord GutBio, Aldi Nord Casa Morando, und Lidl Primadonna Bio.
  • Zu guter Letzt haben sich zwei Produkte von Bertolli (Gentile und Originale) ein „gut“ erkämpft und damit einen großen Sprung nach vorne gemacht: 2018 erhielten sie noch ein „ausreichend“ (4,5).
  • Viele Olivenöle sind im befriedigenden Mittelfeld, etwa populäre Eigenmarken-Produkte wie Edeka Gut&Günstig oder Rewe Ja – letzteres gehörte 2018 noch zu den Schlusslichtern. Das Bio-Olivenöl von Alnatura hat sich seit dem letzten Test verbessert, mit der Note 2,6 aber trotzdem knapp das „gut“ verfehlt.
  • Testverlierer sind drei Öle mit der Note „ausreichend“ und zwei mit der Note „mangelhaft“. Die schlechtesten Öle sind zum einen Filippo Berio: Es war deutlich schadstoffbelastet und laut den Testern sensorisch so fehlerhaft, dass es nicht als „natives Olivenöl extra“ hätte verkauft werden dürfen. Und zum anderen Solivellas Oli, das durch hohe Schadstoffbelastung auffiel. Stiftung Warentest wies darin zwei Arten von Mineralölkohlenwasserstoffen nach: MOAH, die möglicherweise krebserregend wirken, und MOSH, die sich im Körper anreichern können.

Die ausführlichen Testergebnisse sind deshalb ein guter Grund, sich das Heft 2020/02 zuzulegen. Der komplette Test Olivenöle findet sich in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online abruf­bar.

Olivenöl bei Öko-Test Mai 2019: Nur zweimal „gut“

Oekotest-Mai-2019
Nur zwei Olivenöle waren im Mai 2019 „gut“. (Öko-Test Magazin)

Der Olivenöl-Test von Öko-Test im Mai 2019 fiel harsch aus: Knapp die Hälfte der 20 getesteten Olivenöle fiel mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch – vor allem wegen Mineralöl-Rückständen (MOAH). Diese stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und das Erbgut zu schädigen. Auch dürften einige der getesteten Produkte laut Öko-Test das höchste Qualitätsmerkmal „nativ extra“ überhaupt nicht tragen, weil sie ranzig oder stichig schmeckten.

Die beiden Testsieger erhielten die Note „gut“, darunter ein Bio-Öl von Rapunzel und ein konventionelles Olivenöl – doch schadstofffrei war nur das Bio-Öl von Rapunzel:

  • Das Öl von Rapunzel Kreta Natives Olivenöl extra enthält keinerlei Mineralölrückstände oder andere Schadstoffe. Geschmacklich ordnen die Tester es als mittelfruchtig, deutlich bitter und mit scharfem Geschmack und Geruch ein. Das Öl war auch 2016 das beste Bio-Öl bei Stiftung Warentest (siehe unten).
    Kaufen**: Das Öl erhältst du zum Preis von ca. 10 Euro (500 ml) z.B. bei Bioaufvorrat, Shop Apotheke, Amazon oder direkt bei Rapunzel. Am besten kaufst du es im Naturkostladen um die Ecke.
  • Besser im Geschmack, dafür allerdings ein konventionelles Produkt, war der zweite Testsieger: Primoli I.G.P. Toscano Olio Extra Vergine di Oliva. Es war laut Labor allerdings mit Mineralöl belastet.

Öko-Test überprüfte auch Eigenmarken von Discountern und Öle bekannter Hersteller. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Das Native Olivenöl extra von Bertolli erhielt die Bewertung „ausreichend“. Zwar beurteilten die Experten den Geschmack als „eher harmonisch“ (Schulnote 2), das Labor stellte aber stark erhöhte MOSH/POSH-Werte und auch MOAH-Rückstände im Öl fest.
  • Das Öl von Aldi Süd, Cantinelle Natives Olivenöl Extra, lag geschmacklich etwas hinter dem Bertolli-Öl. Dafür enthielt es keine MOAH-Verbindungen, MOSH/POSH waren aber auch beim Aldi-Öl ein Problem.
  • Das Lidl-Öl Primadonna Natives Olivenöl Extra ist noch einmal schlechter im Geschmack („eher unharmonisch“). Dennoch erfüllt es die Kriterien, um als „nativ extra“ verkauft zu werden.

MOSH-Verbindungen reichern sich im Körper an und können Organe schädigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt, dass ein „krebserregendes Potential nicht ausgeschlossen“ werden könne. Mineralöl kann über die Schmieröle von Produktions- und Erntemaschinen in die Lebensmittel gelangen.

Olivenöl-Test Januar 2018: Das sagt die Stiftung Warentest

Stiftung Warentest 2/2018: Olivenöl
Stiftung Warentest 2/2018: Olivenöl (Cover © Stiftung Warentest)

Im Ende Januar erscheinenden Heft 2/2018 testet Stiftung Warentest 27 Olivenöle der höchsten Güteklasse, also „nativ extra“, die zu Preisen von 24 bis 36 Euro pro Liter zu haben waren. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Die sensorisch besten Öle sind die teuersten. Oder anders: Bei Olivenöl sollte man nicht nur auf den Preis schauen – sonst schmeckt es nicht. Dennoch konnte im Test nicht jedes teure Öl auch überzeugen. Und: Bio-Olivenöl schmeckt nicht automatisch besser.
  • Die Olivenöle im aktuellen Test sind teil­weise sensorisch besser und geringer mit Schad­stoffen belastet als in den Tests der vergangenen Jahre. Minus­punkte gab es für die chemische Qualität, gravierende Kenn­zeichnungs­mängel und die Belastung mit Mineral­ölkohlen­wasser­stoffen (MOSH).

Olivenöl bei Stiftung Warentest: Die Testsieger 2018

Aus Olivenöl und den Samen des Drüsigen Springkrauts kannst du ein Würzöl herstellen.
Olivenöl im Test (Foto: CC0 / Pixabay / margenauer)
  • Als Testsieger (mit der Note „gut“) gehen im Heft test 2018/2 die Olivenöle Castillo de Canena und Soler Romero (bio), beide aus Spanien, sowie Farchioni DOP Chianti Classico aus Italien hervor. Diesen im Test besten Olivenölen bescheinigt das Verbrauchermagazin „sehr gut“ beim Geschmack, bemängelt nur die Deklaration. Von den „Guten“ trägt nur Soler Romero ein Bio-Siegel.

Kaufen**: Castillo de Canena ist online u.a. bei Amazon erhältlich; Soler Romero (bio) gibt es ebenfalls u.a. bei Amazon.

  • Im Mittelfeld („befriedigend“) gibt es zahlreiche Olivenöle unterschiedlichster Anbieter, viele davon bio. Als Preistipps fallen hier die Eigenmarken dmBio Natives Olivenöl extra (Note 2,9; 15,90€/l) und Edeka Bio Natives Olivenöl extra (Note 2,9; 10,80 Euro/l) auf. Kaufen:** Edeka Bio Natives Olivenöl extra gibt es online bei Edeka24.
  • Schlusslichter (mit Note 4,5 oder schlechter) bilden zwei Supermarkt-Öle von Bertolli (Gentile Olio extra vergine di Oliva und Originale Olio extra vergine die Oliva) und eine von Rewe (ja! Natives Olivenöl extra). So schlecht („mangelhaft„), dass sie nicht als „natives Olivenöl extra“ hätten verkauft werden dürfen, sind lauf Test-Heft Gaea Kritsa Griechisches Olivenöl extra und Rewe Bio P.D.O. Natives Olivenöl extra..

Olivenöl-Test Mai 2017: SWR-Marktcheck

Im Mai 2017 sendete der SWR eine Ausgabe von „Marktcheck“. Dort zeigte ein Reporter, wie bei angeblich hochwertigen Olivenölen in Wirklichkeit gepanscht wird. Die ganze Sendung:

Olivenöl-Test Februar 2017: Stiftung Warentest

Unter dem Titel „Der Extra-Bluff“ widmet sich die Ausgabe Februar 2017 von Stiftung Warentest dem Thema Olivenöl. Ergebnis: Von den 24 Oliven­ölen im Test schneidet wieder einmal kein einziges „sehr gut“ oder wenigstens „gut“ ab. 10 Produkte sind aus Sicht der Tester gar mangelhaft und täuschen den Verbraucher. Die wichtigsten Fakten aus dem Test des Verbrauchermagazins:

  • Viele Olivenöl-Marken sind mit Schadstoffen belastet. Fast jedes zweite Öl ist laut Test mit gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOSH) belastet. Sie können sich im Körper anreichern. Ausgerechnet eines der teuersten Öle, ein Bio-Öl für 14,40 Euro pro Liter, ist deutlich mit MOSH und hoch mit aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOAH) belastet, diese gelten als „potenziell krebserregend“. Ein weiteres Olivenöl ist hoch mit DEHP belastet: Der Weichmacher kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und ist seit 2007 für Materialien verboten, die mit Speiseöl in Kontakt kommen.
  • Billiges Olivenöl schmeckt nicht. Die billigen Olivenöle von Supermärkten und Discountern sind zwar bei Kunden sehr populär, doch sie riechen und schmecken meist nur mittelmäßig oder sogar fehlerhaft. Zehn Öle im Test schmeckten alt, ranzig oder stichig.
  • Güteklasse oft Verbrauchertäuschung: Viele Olivenölprodukte dürften auf Basis der Testergebnisse überhaupt nicht als „nativ extra“ verkauft werden. Die Verlierer im Test täuschen eine Güteklasse vor, der sie gar nicht entsprechen, hier findet offenbar gezielt Verbrauchertäuschung statt. https://youtu.be/9fpts7GmtnI

Mehr Infos dazu findest du auch in unserem Ratgeber:

  • Richtig gutes Olivenöl kann nicht billig sein. Im Test schneidet von 24 Olivenölen zu Preisen zwischen 5 und knapp 15 Euro pro Liter kein einziges gut ab. Aber: Im Vergleich sind die drei besten Olivenöle im Test dennoch günstige Produkte von Discountern zu Preisen zwischen 5,05 und 6,25 Euro pro Liter. Sie schneiden sensorisch, bei Schadstoffen und insgesamt immerhin befriedigend ab. Als preisbewusste Öle zum Braten und Kochen kann man sie hernehmen.
  • Einige Billigmarken schneiden extrem schlecht ab: So kassierten ein „mangelhaft“ unter anderem die Eigenmarken von Penny, Real und Keiser’s Tengelmann/A&P und das Olivenöl Norma/Bellucino. Auch wenn die „Testsieger“ aus Discountern kommen, heisst das also nicht, dass deren Öle besser sind.

Hier die 3 Produkte, die mit einer Note besser 3,0 abschneiden:

  • Gut Bio Olivenöl nativ extra von Aldi (Nord), 6,25 Euro/l, „befriedigend“ (2,9)
  • Primadonna Natives Olivenöl extra von Lidl/Primadonna, 5,05 Euro/l, „befriedigend“ (2,9)
  • Vegola Natives Olivenöl extra von Netto/Vegola, 5,05 Euro/l, „befriedigend“ (2,9)

Eine akute gesundheitliche Gefahr gehe von keinem der geprüften Olivenöle aus, so das Verbrauchermagazin. Doch die Belastungen seien vermeidbar.

Olivenöl-Test: Top-Geschmack nur bei teurem Öl, weniger Schadstoffe als früher

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