Olivenöl-Test: Discounter- und Bio-Öle überzeugen

Foto: © Öko-Test

Viele Öle schmecken ranzig, enthalten Schadstoffe, bei der Güteklasse wird geblufft. Zu diesem Ergebnis kamen viele Olivenöl-Tests in den vergangenen Jahren. Der letzte Olivenöl-Test von Stiftung Warentest 2020 zeigt: Die Öle werden offenbar endlich besser – bis auf wenige Ausnahmen.

Olivenöl ist ein saisonales, aus der Natur stammendes Produkt, dessen Qualität sich daher ständig ändern kann. Daher ergibt es wenig Sinn, sich auf einzelne Testergebnisse zu verlassen. Wir haben hier daher die wichtigsten Tests der vergangenen Jahre versammelt.

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Olivenöl-Test Januar 2020: Was Stiftung Warentest sagt

Im Ende Januar erschienenen Heft 2020/02 hat Stiftung Warentest 28 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ geprüft, die zwischen 4,80 und 52 Euro pro Liter kosten.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Gute Olivenöle, die auch sensorisch sehr gut sind, gehören zu den teuersten. Ein hoher Preis ist aber umgekehrt kein Garant für gutes Öl – damit hat sich eine Erkenntnis aus dem letzten Test bestätigt.
  • Endlich mehr gute Ergebnisse als in früheren Tests“ schreibt Stiftung Warentest. Bei keinem der 14 Olivenöle, die bereits 2018 und 2017 getestet wurden, hat sich die Testnote verschlechtert – und sieben von ihnen haben sich um mindestens eine Note verbessert. Dass sich der Aufwärtstrend seit 2018 weiter fortsetzt, begründen die Experten damit, dass die Tests offenbar wirken: „Die Anbieter von Handelsmarken sowie der Weltmarktführer Bertolli achten inzwischen – zumindest auf dem deutschen Markt – mehr auf Schadstoffe, Geschmack und richtige Kennzeichnung.“
  • Die Tester fanden kein gepanschtes Öl und keine kritischen Gehalte an Pestiziden und krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) – ein paar schwarze Schafe, die durch Schadstoffbelastung auffielen, gab es dennoch.

Olivenöl bei Stiftung Warentest: Die Testsieger 2020

  • Testsieger sind dieses Mal neun Öle mit der Note „gut“: Die drei Vorjahressieger Castillo de Canena (bio), Soler Romero (bio), beide aus Spanien, und Farchioni DOP Chianti Classico aus Italien konnten erneut überzeugen. Daneben schafften es jetzt auch einige Öle vom Discounter – zum Teil in Bio-Qualität – auf die vordersten Plätze: Olivenöl von Aldi Süd Bio, Aldi Nord GutBio, Aldi Nord Casa Morando, und Lidl Primadonna Bio. Zu guter Letzt haben sich zwei Produkte von Bertolli (Gentile und Originale) ein „gut“ erkämpft und damit einen großen Sprung nach vorne gemacht: 2018 erhielten sie noch ein „ausreichend“ (4,5).
  • Viele Olivenöle sind im befriedigenden Mittelfeld, etwa populäre Eigenmarken-Produkte wie Edeka Gut&Günstig oder Rewe Ja – letzteres gehörte 2018 noch zu den Schlusslichtern. Das Bio-Olivenöl von Alnatura hat sich seit dem letzten Test verbessert, mit der Note 2,6 aber trotzdem knapp das „gut“ verfehlt.
  • Testverlierer sind drei Öle mit der Note „ausreichend“ und zwei mit der Note „mangelhaft“. Die schlechtesten Öle sind zum einen Filippo Berio: Es war deutlich schadstoffbelastet und laut den Testern sensorisch so fehlerhaft, dass es nicht als „natives Olivenöl extra“ hätte verkauft werden dürfen. Und zum anderen Solivellas Oli, das durch hohe Schadstoffbelastung auffiel. Stiftung Warentest wies darin zwei Arten von Mineralölkohlenwasserstoffen nach: MOAH, die möglicherweise krebserregend wirken, und MOSH, die sich im Körper anreichern können. Pikanterweise ist dieses mangelhafte Öl „powered by Tim Mälzer“ – das dürfte den Fernsehkoch nicht sonderlich freuen.

Stiftung Warentest berücksichtigt viele gängige Marken der Supermärkte und Discounter. Die ausführlichen Testergebnisse sind deshalb ein guter Grund, sich das Heft 2020/02 zuzulegen.

Olivenöl bei Öko-Test Mai 2019: Nur zweimal „gut“

Oekotest-Mai-2019(Öko-Test Magazin)
Nur zwei Olivenöle waren im Mai 2019 „gut“.

Der Olivenöl-Test von Öko-Test im Mai 2019 fiel harsch aus: Knapp die Hälfte der 20 getesteten Olivenöle fiel mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch – vor allem wegen Mineralöl-Rückständen (MOAH). Diese stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und das Erbgut zu schädigen.

Auch dürften einige der getesteten Produkte laut Öko-Test das höchste Qualitätsmerkmal „nativ extra“ überhaupt nicht tragen, weil sie ranzig oder stichig schmeckten.

Öko-Test Olivenöl – Alle Testergebnisse als PDF**

Die beiden Testsieger erhielten die Note „gut“, darunter ein Bio-Öl von Rapunzel und ein konventionelles Olivenöl – doch schadstofffrei war nur das Bio-Öl von Rapunzel:

  • Das Öl von Rapunzel Kreta Natives Olivenöl extra enthält keinerlei Mineralölrückstände oder andere Schadstoffe. Geschmacklich ordnen die Tester es als mittelfruchtig, deutlich bitter und mit scharfem Geschmack und Geruch ein. Das Öl war auch 2016 das beste Bio-Öl bei Stiftung Warentest (siehe unten).
    Kaufen**: Das Öl erhältst du zum Preis von ca. 10 Euro (500 ml) z.B. bei Amorebio, Nu3.de, Shop Apotheke, Amazon oder direkt bei Rapunzel. Am besten kaufst du es im Naturkostladen um die Ecke.
  • Besser im Geschmack, dafür allerdings ein konventionelles Produkt, war der zweite Testsieger: Primoli I.G.P. Toscano Olio Extra Vergine di Oliva. Es war laut Labor allerdings mit Mineralöl belastet.

Öko-Test überprüfte auch Eigenmarken von Discountern und Öle bekannter Hersteller. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Das Native Olivenöl extra von Bertolli erhielt die Bewertung „ausreichend“. Zwar beurteilten die Experten den Geschmack als „eher harmonisch“ (Schulnote 2), das Labor stellte aber stark erhöhte MOSH/POSH-Werte und auch MOAH-Rückstände im Öl fest.
  • Das Öl von Aldi Süd, Cantinelle Natives Olivenöl Extra, lag geschmacklich etwas hinter dem Bertolli-Öl. Dafür enthielt es keine MOAH-Verbindungen, MOSH/POSH waren aber auch beim Aldi-Öl ein Problem.
  • Das Lidl-Öl Primadonna Natives Olivenöl Extra ist noch einmal schlechter im Geschmack („eher unharmonisch“). Dennoch erfüllt es die Kriterien, um als „nativ extra“ verkauft zu werden.

MOSH-Verbindungen reichern sich im Körper an und können Organe schädigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt, dass ein „krebserregendes Potential nicht ausgeschlossen“ werden könne. Mineralöl kann über die Schmieröle von Produktions- und Erntemaschinen in die Lebensmittel gelangen.

Öko-Test Olivenöl – Alle Testergebnisse als PDF**

Olivenöl-Test Januar 2018: Das sagt die Stiftung Warentest

Stiftung Warentest 2/2018: Olivenöl(Cover © Stiftung Warentest)
Stiftung Warentest 2/2018: Olivenöl

Im Ende Januar erscheinenden Heft 2/2018 testet Stiftung Warentest 27 Olivenöle der höchsten Güteklasse, also „nativ extra“, die zu Preisen von 24 bis 36 Euro pro Liter zu haben waren.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Die sensorisch besten Öle sind die teuersten. Oder anders: Bei Olivenöl sollte man nicht nur auf den Preis schauen – sonst schmeckt es nicht. Dennoch konnte im Test nicht jedes teure Öl auch überzeugen. Und: Bio-Olivenöl schmeckt nicht automatisch besser.
  • Die Olivenöle im aktuellen Test sind teil­weise sensorisch besser und geringer mit Schad­stoffen belastet als in den Tests der vergangenen Jahre. Minus­punkte gab es für die chemische Qualität, gravierende Kenn­zeichnungs­mängel und die Belastung mit Mineral­ölkohlen­wasser­stoffen (MOSH).

Olivenöl bei Stiftung Warentest: Die Testsieger 2018

  • Als Testsieger (mit der Note „gut“) gehen im Heft test 2018/2 die Olivenöle Castillo de Canena und Soler Romero (bio), beide aus Spanien, sowie Farchioni DOP Chianti Classico aus Italien hervor. Diesen im Test besten Olivenölen bescheinigt das Verbrauchermagazin „sehr gut“ beim Geschmack, bemängelt nur die Deklaration. Von den „Guten“ trägt nur Soler Romero ein Bio-Siegel.

Kaufen**: Castillo de Canena ist online u.a. bei Amazon erhältlich; Soler Romero (bio) gibt es ebenfalls u.a. bei Amazon.

  • Im Mittelfeld („befriedigend“) gibt es zahlreiche Olivenöle unterschiedlichster Anbieter, viele davon bio. Als Preistipps fallen hier die Eigenmarken dmBio Natives Olivenöl extra (Note 2,9; 15,90€/l) und Edeka Bio Natives Olivenöl extra (Note 2,9; 10,80 Euro/l) auf.

Kaufen: Edeka Bio Natives Olivenöl extra gibt es online bei Edeka24.

  • Schlusslichter (mit Note 4,5 oder schlechter) bilden zwei Supermarkt-Öle von Bertolli (Gentile Olio extra vergine di Oliva und Originale Olio extra vergine die Oliva) und eine von Rewe (ja! Natives Olivenöl extra). So schlecht („mangelhaft„), dass sie nicht als „natives Olivenöl extra“ hätten verkauft werden dürfen, sind lauf Test-Heft Gaea Kritsa Griechisches Olivenöl extra und Rewe Bio P.D.O. Natives Olivenöl extra..

Dieser Olivenöl-Test gefällt uns besonders gut, weil endlich mal viele handelsübliche Marken auch von Discountern und Supermärkten vertreten sind. Das Heft anzuschaffen, lohnt wegen der detaillierten Testergebnisse gewiss.

Olivenöl-Test Mai 2017: SWR-Marktcheck

Im Mai 2017 sendete der SWR eine Ausgabe von „Marktcheck“. Dort zeigte ein Reporter, wie bei angeblich hochwertigen Olivenölen in Wirklichkeit gepanscht wird. Die ganze Sendung:

Olivenöl-Test Februar 2017: Stiftung Warentest

Unter dem Titel „Der Extra-Bluff“ widmet sich die Ausgabe Februar 2017 von Stiftung Warentest dem Thema Olivenöl. Ergebnis: Von den 24 Oliven­ölen im Test schneidet wieder einmal kein einziges „sehr gut“ oder wenigstens „gut“ ab. 10 Produkte sind aus Sicht der Tester gar mangelhaft und täuschen den Verbraucher.

Die wichtigsten Fakten aus dem Test des Verbrauchermagazins:

  • Viele Olivenöl-Marken sind mit Schadstoffen belastet. Fast jedes zweite Öl ist laut Test mit gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOSH) belastet. Sie können sich im Körper anreichern. Ausgerechnet eines der teuersten Öle, ein Bio-Öl für 14,40 Euro pro Liter, ist deutlich mit MOSH und hoch mit aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOAH) belastet, diese gelten als „potenziell krebserregend“. Ein weiteres Olivenöl ist hoch mit DEHP belastet: Der Weichmacher kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und ist seit 2007 für Materialien verboten, die mit Speiseöl in Kontakt kommen.
  • Billiges Olivenöl schmeckt nicht. Die billigen Olivenöle von Supermärkten und Discountern sind zwar bei Kunden sehr populär, doch sie riechen und schmecken meist nur mittelmäßig oder sogar fehlerhaft. Zehn Öle im Test schmeckten alt, ranzig oder stichig.
  • (Foto: © lbrienza - Fotolia.com)Güteklasse oft Verbrauchertäuschung: Viele Olivenölprodukte dürften auf Basis der Testergebnisse überhaupt nicht als „nativ extra“ verkauft werden. Die Verlierer im Test täuschen eine Güteklasse vor, der sie gar nicht entsprechen, hier findet offenbar gezielt Verbrauchertäuschung statt.
    https://youtu.be/9fpts7GmtnI

Mehr Infos dazu findest du auch in unserem Ratgeber:

  • Richtig gutes Olivenöl kann nicht billig sein. Im Test schneidet von 24 Olivenölen zu Preisen zwischen 5 und knapp 15 Euro pro Liter kein einziges gut ab. Aber: Im Vergleich sind die drei besten Olivenöle im Test dennoch günstige Produkte von Discountern zu Preisen zwischen 5,05 und 6,25 Euro pro Liter. Sie schneiden sensorisch, bei Schadstoffen und insgesamt immerhin befriedigend ab. Als preisbewusste Öle zum Braten und Kochen kann man sie hernehmen.
  • Einige Billigmarken schneiden extrem schlecht ab: So kassierten ein „mangelhaft“ unter anderem die Eigenmarken von Penny, Real und Keiser’s Tengelmann/A&P und das Olivenöl Norma/Bellucino. Auch wenn die „Testsieger“ aus Discountern kommen, heisst das also nicht, dass deren Öle besser sind.

Hier die 3 Produkte, die mit einer Note besser 3,0 abschneiden:

Produkt Anbieter Preis (1 Liter) Test-Bewertung
Gut Bio Olivenöl nativ extra Aldi (Nord) 6,25 Euro befriedigend (2,9)
Primadonna Natives Olivenöl extra Lidl/Primadonna 5,05 Euro befriedigend (2,9)
Vegola Natives Olivenöl extra Netto/Vegola 5,05 Euro befriedigend (2,9)

Eine akute gesundheitliche Gefahr gehe von keinem der geprüften Olivenöle aus, so das Verbrauchermagazin. Doch die Belastungen seien vermeidbar. Der ausführliche Test Olivenöl erscheint am 26.1. in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test, er ist bereits unter www.test.de/olivenoel abrufbar.

NDR-markt-Test 2016: Qualität & Herkunft bei Olivenöl nicht selten Schummelei

Nach Ansicht des Verbrauchermagazins markt halten nicht alle Olivenölprodukte im deutschen Handel, was sie versprechen. Zwei der im August 2016 geprüften Produkte erfüllten nicht die Kriterien für die Gütebezeichnung „nativ extra“.

Die Olivenöle „Casa Morando“ von Aldi und ein griechisches Produkt der Marke „Livio“ fielen bei markt durch. Bei der Herkunft gab es nach Ansicht von Experten bei vier der von markt überprüften Öle Ungereimtheiten.

Olivenöl-Test: von wegen „nativ“ und „extra vergine“ …

Die markt-Reporter testeten gängige Produkte aus deutschen Supermärkten und Discountern und hielten sich dabei ausschliesslich an Öle mit der Bezeichnung „extra vergine“ bzw. „nativ extra“. Dies steht laut EU-Olivenölverordnung für ein fehlerfreies und qualitativ besonders hochwertiges Öl.

Sowohl in Laboruntersuchungen als auch bei sensorischen Prüfungen wurde jedoch festgestellt, dass einige der vermeintlich hochwertigen Olivenöle die Anforderungen nicht erfüllen. So wurde bei dem Aldi-Öl der Fehler „stichig“ gefunden. Bei dem Öl von „Livio“ schmeckten die Tester die Fehlnote „roh“ heraus. Für Konsumenten sei es irreführend, fehlerhafte Öle mit „nativ extra“ so kennzeichnen, so markt bei seinem Olivenöl-Test. Als fachlicher Partner fungierte das Deutsche Olivenöl-Panel (DOP), ein unabhängiges Expertengremium. Anbieter wie Livio wiesen die markt-Vorwürfe zurück.

Olivenöl-Test: von wegen „aus Italien“ …

Viele Konsumenten entscheiden sich auf Basis des Herkunftslandes für den Kauf einen bestimmten Öls. markt ließ daher für seinen Olivenöl-Test Labors auch die Herkunft des Olivenöls prüfen.

Das Ergebnis überrascht: Bei vier Olivenprodukten, die laut Etikett zu 100 Prozent aus Italien stammen, weist die Analyse laut markt auf eine überwiegend griechische oder spanische Herkunft oder auf eine Mischung aus verschiedenen Herkunftsländern hin.

Auf Anfrage beriefen sich die Hersteller darauf, dass auf EU-Ebene keine offiziellen Verfahren festgelegt sind, um die Herkunft der Öle zu bestimmen, so markt. Oder anders: Die können offenbar draufschreiben, was sie wollen.

Olivenöl Test markt NDR(Screenshot markt/NDR/Mediathek)
Das NDR-Magazin markt ließ Öle im Labor testen

Was der Olivenöl-Test von Stiftung Warentest 2016 bemängelt

Stiftung Warentest holte bereits für ihre Februar-Ausgabe 2016 ganze 26 Produkte der Güteklasse „nativ extra“ ins Haus. Ergebnis vom Olivenöl-Test: 13 sind „mangelhaft“, selbst vier der sechs Bio-Olivenöle im Test erhielten ebenfalls nur ein „mangelhaft“. Nur ein einziges Öl der höchsten Güteklasse schnitt mit „gut“ ab. Grund für die schlechten Bewertungen sind offenbar laxe Prüfmethoden und gesetzliche Vorgaben – so müssen Behörden in der EU offenbar nur eine Probe pro 1000 Tonnen prüfen.

Im Olivenöl-Test häufig: Problematische Schadstoffe.

Fünf Olivenöle schneiden wegen Schadstoffbelastungen „mangelhaft“ ab: Sechs sind mit Mineralöl-Kohlenwasserstoffen vom Typ MOAH belastet, und diese gelten als „potentiell krebserregend“. Gering belastet mit MOAH sind Alnatura Italienisches Oliven Öl und Gaea. Hoch belastet: Herdade Paço do Conde, L’Estornell Arbequina-Picual, Livio Natives Olivenöl und Mani Bläuel.
Ein weiteres Öl enthält sehr viele Mineralöl-Kohlenwasserstoffe vom Typ MOSH, die sich im Körper anreichern können. Die Tester fanden auch Weichmacher (möglicherweise aus Behältern und Schläuchen) und Pestizide. Auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wurden gefunden, 15 der etwa 250 PAKs gelten als krebserregend. In einem Bio-Öl fand test sogar Styrol, eine Chemikalie aus dem Umfeld der Kunststoffproduktion, die im Verdacht steht, Lungenkrebs zu fördern.

Im Olivenöl-Test häufig: Schlechter Geschmack.

Bei sieben Ölen fielen den Testern „sensorische Mängel“ auf, sprich: sie schmeckten nicht gut. Beim Olivenöl-Test ist die sensorische Prüfung auch Geschmackssache, ja. Doch die Rede ist von „stichig, modrig, ranzig“ und gar von „wurmstichig“. In einem Fall griffen die Tester gar zur Formulierung „wurmstichig durch Olivenfliege“.

Olivenöl(Foto: Miansari66 (PD))

Im Olivenöl-Test häufig: Etikettenschwindel.

Gesetze schreiben vor, was auf Olivenölen drauf stehen darf und was nicht. Laut test hält sich offenbar kein einziger Anbieter daran. Bei Olivenölen der besten Güteklasse muss auf der Flasche sowohl „Natives Olivenöl extra“ als auch „erste Güteklasse – direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren“, zudem ist die Herkunft anzugeben. Nur drei der 26 Produkte im Olivenöl-Test machten diese Angaben vollständig. Allzu poetische Geschmacksbeschreibungen sind nicht erlaubt, nur die Worte „fruchtig“, „scharf“ und „bitter“ (samt Hinweis: „mittel,“, „intensiv“, „leicht“) dürfen aufgebracht werden.

Gesundheitsversprechen dürfen die Hersteller nicht aufdrucken, doch hier wird es teils schon absurd: So warb im Olivenöl-Test eine Flasche mit dem nicht erlaubten Hinweis „Hilft Ihren Cholesterinspiegel zu senken“, erlaubt wäre laut test nur der Hinweis: „Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen“.

Im Olivenöl-Test ab und zu: Schummeln bei der Herkunft.

In unserem Olivenöl-Ratgeber raten wir dazu, auf die Herkunft zu achten – je spezifischer die Region angegeben wird, desto klarer ist die Herkunft. Das gilt aber natürlich nur, wenn die Hersteller hier nicht schwindeln. Der Olivenöl-Test von test prüfte die Herkunft per Laboranalyse und kommt zu dem Ergebnis, dass diese in fünf Fällen die Herkunftsangabe „nicht bestätigt“. Bei einer „Mischung aus Olivenölen aus EU-Ländern“ lässt sich die Herkunft zwar auch im Labor nicht nachweisen, doch im Olivenöl-Test gab es nur Öle aus einem eindeutigen Ursprungsland.

Nach Durchführung einer Nahinfrarotspektroskopie wurde untersucht, ob deren Ergebnisse die Herkunftsangabe bestätigen; bei großen Diskrepanzen wurde noch ein Geschmackstest durchgeführt. Die Herkunftsangabe bestätigte sich unter anderem nicht bei einem Produkt von Alnatura und von Aldi. In einigen Fällen konnte schon dem Etikett entnommen werden, dass mit der Herkunftsangabe etwas nicht stimmt.

Im Olivenöl-Test nur ein einziges „gut“

Olivenöl-Test 2016: O Med Picual Extra virgin olive(Bild: www.omedoil.com)
Olivenöl-Test 2016: O Med Picual Extra virgin olive

„Gut“ ist nach Ansicht des Magazins test nur ein einziges Olivenöl:

  • Das O-Med Picual Extra virgin olive oil kommt aus Spanien, kostet 40 Euro pro Liter und ist im Feinkosthandel und online zu haben im Shop premium-olivenoel.com, den wir schon in unserem Olivenöl-Ratgeber empfehlen. Im Olivenöl-Test erhielt es ein „gut“.

Es gibt aber noch einige Empfehlungen:

Ölivenöl-Test 2016: Rapunzel Kreta P.G.I., nativ extra(Bild: shop.rapunzel.de)
Olivenöl Rapunzel Kreta P.G.I., nativ extra
  • Das Rapunzel Kreta P.G.I., nativ extra aus Griechenland (Chania Kritis) schaffte es im Olivenöl-Test als einziges Bio-Produkt auf Platz 5. Es ist zu haben im Rapunzel-Shop oder Amazon**. Zu einer Abwertung führten hier unter anderem Kennzeichnungsmängel, etwa fehlende Angaben zur Lagerung. Wir würfen es empfehlen, weil Bio-Produkte auch mit nachhaltigere Landwirtschaft einhergehen.
  • Hacienda Iber Arbequina aus Spanien platzierte sich auf Platz 2. Sensorisch schnitt es im Olivenöl-Test sehr gut ab, schmeckt also wohl sehr gut, hatte aber laut test ebenfalls Kennzeichnungsmängel.
  • Das von Lidl verkaufte Anorinha Portugal Natives Olivenöl Extra aus Portugal erreichte im Olivenöl-Test Platz 3, wird aber von test seltsamerweise nicht bei den Empfehlungen genannt. Der Preis liegt mit 6,40 Euro pro Liter auch verdächtig niedrig.
  • Der ausführliche Test Olivenöl ist unter www.test.de/olivenoel abrufbar.

Muss man sich vom Test die Lust am Olivenöl verderben lassen?

Nein. Denn auch wenn die Werte natürlich besorgniserregend sind, beruhigt das Magazin test auf Seite 20 dann doch: „Eine akute Gesundheitsgefahr geht – bei üblicher Verzehrmenge – von keinem der geprüften Olivenöle aus.“

Lies passend zum Olivenöl-Test auch unseren Ratgeber:

Weiterlesen auf Utopia.de: Olivenöl-Test: Top-Geschmack nur bei teurem Öl, weniger Schadstoffe als früher()

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(33) Kommentare

  1. Sollte man nicht einfach Olivenöl von Direkterzeugern kaufen?
    Z.B. auf dem Wochenmarkt? Da hat bekommt man doch ein Gesicht zum Produkt!
    Die werden garantiert nicht panschen, da sie davon Leben.
    Alles andere muss doch 365 Tage in jedem Supermarkt-Regal stehen in der gleichen Qualität. Wie soll das möglich sein?
    Olivenöl von Direkterzeugern ist meiner Meinung nach der fairste Kauf.
    Man findet viele Anbieter ganz easy über das Internet.
    Wie uns empfohlen wurde testen wir uns gerade durch griechische und spanische Olivenöle durch.
    Haben gerade Aristos (griechisch) und Castillo (spanisch) zu Hause.
    Beides umwerfend! Das eine milder, das andere etwas bitterer.

  2. Direkt vom Erzeuger ist auch meiner Meinung nach der beste Weg. Produzenten grosser Mengen mischen die guten und nicht so guten Öle zusammen und erhalten dabei ein passables Gemisch.
    Kleine Erzeuger können es sich erlauben, die beste Qualität getrennt zu verkaufen und die weniger Gute an die Genossenschaft abzugeben.

    Einer der Anbieter individuellen Öles ist https://olivenoelkreta.shop/ , die Olivenöle dieses Ladens kommen direkt von Bauern auf Kreta und sind einfach sauber, schon allein wegen der direkten Wertschöpfungskette.
    Ich hoffe, dieser Tipp ist hilfreich.

  3. Olivenöl ist in Deutschland echt ein schwieriges Thema. Da habe ich auch schon eine Menge Produkte ausprobiert. In Supermärkten sollte man eigentlich kein Öl kaufen, die Qualität ist hier doch ziemlich enttäuschend. Gerade wenn man einmal gutes Olivenöl probiert, merkt man den Unterschied sofort.
    Ich kaufe meins in letzter Zeit bei olive-joy.com, die sind echt lecker, esse ich gerne auch mal einfach so, nur mit Brot.