The Ocean Cleanup ist gestartet: Das sind die ersten Bilder

Foto: © The Ocean Cleanup

Es ist soweit: „The Ocean Cleanup“ bringt aktuell seinen Meeresstaubsauger in Position – die größte Meeressäuberungsaktion der Geschichte kann damit bald losgehen. Erste Bilder und mehr Informationen hier.

Bereits im August hatte „The Ocean Cleanup“ den riesigen Meeresstaubsauger in der kalifornischen Stadt Alameda zu Wasser gelassen. Bald soll er seine Arbeit aufnehmen: Am Samstag begann ein Schiff damit, das Gerät von der Küste aus durch die Bucht von San Francisco zum Pazifischen Müllstrudel ziehen. Unterwegs ist der Staubsauger auch unter der Golden Gate Bridge vorbeigeschwommen. Bis das Gerät am Pazifischen Müllstrudel ankommt, kann es drei bis fünf Tage dauern.

The Ocean Cleanup Route
Durch die Bucht von San Franciso zum Pazifischen Müllstrudel. (Foto: © The Ocean Cleanup)

The Ocean Cleanup hat ehrgeizige Ziele

Der Pazifische Müllstrudel stellt die weltweit größte bekannte Ansammlung von (Plastik-)Müll in den Meeren dar. Neuesten Erkenntnissen zufolge soll der Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii, in dem sich aufgrund der Meeresströmungen besonders viel Abfall sammelt, bereits rund fünfmal so groß wie Deutschland sein und 1,8 Billionen Plastikteile enthalten.

Genau dort soll der Meeresstaubsauger von The Ocean Cleanup damit beginnen, Plastikmüll aus dem Meer zu fischen. Ziel von The Ocean Cleanup ist es, in fünf Jahren die Hälfte des angesammelten Plastikmülls im gesamten Pazifik abzusaugen. Dazu sollen bis zum Jahr 2020 ganze 60 Anlagen in Betrieb genommen werden.

The Ocean Cleanup
Die erste Anlage im Hafen. (Foto: © The Ocean Cleanup)

So funktioniert das Gerät von The Ocean Cleanup

Dafür hat das Unternehmen ein Gerät mit kilometerlangen Fangarmen entwickelt – die „Arme“ sind dabei ein bis zwei Kilometer lange Röhren. Eine Verlängerung nach unten funktioniert wie eine Art Sieb, das Müll an der Meeresoberfläche abfischt. Damit der Meeresstaubsauger nicht unkontrolliert im Meer herumtreibt, wird er von einer in 600 Metern Tiefe im Wasser treibenden Ankerkonstruktion an Ort und Stelle gehalten.

The Ocean Cleanup
So könnten die Fangarme aussehen. (Animation: © Erwin Zwart / The Ocean Cleanup)

Diese Youtube-Video erklärt, wie es gehen soll:

Für Fische soll das Gerät ungefährlich sein, da sie unter den Fangarmen durchschwimmen können. Der Plastikmüll, der an den Armen hängenbleibt, wird in regelmäßigen Abständen von Booten aufgesammelt und dann recycelt. Mikroplastik kann der Staubsauger aber nicht auffangen.

The Ocean Cleanup im Livestream verfolgen

The Ocean Cleanup

Einige Kritiker halten die Versprechen von The Ocean Cleanup für unrealistisch. Manche befürchten außerdem, dass der riesige Meeresstaubsauger Schaden im Meer anrichten könnte.

Ob sich das Konzept des Unternehmens bewährt, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. Der Launch des ersten Meeresstaubsaugers war ein großes Spektakel. Damit Fans und Interessierte auf der ganzen Welt es live miterleben können, hatte The Ocean Cleanup am Samstag einen Livestream zur Verfügung gestellt. Die Aufnahmen kann man auch noch im Nachhinein ansehen:

Boyan Slat: der Gründer von The Ocean Cleanup

ocean clean up
Boyan Slat (Foto: © The Ocean Cleanup)

The Ocean Cleanup ist wohl das bekannteste Meeressäuberungsprojekt. 2013 hatte der damals 18-jährige Boyan Slat das Unternehmen gegründet. Spätestens nach seinem Ted-Talk 2014 erhielten Boyan Slat und sein Start-up internationale Bekanntheit. Der Talk über Plastikmüll wurde auf YouTube über zwei Millionen Mal aufgerufen. Seit 2013 hat The Ocean Cleanup über 30 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt, unter anderem durch Crowdfunding. Inzwischen ist Slat 24 Jahre alt – und hat ein Team von mehr als 60 Leuten hinter sich.

Utopia meint: „The Ocean Cleanup“ war das erste größere Projekt zur Säuberung der Meere und hat dem Plastikmüll-Problem in den Meeren bereits zu viel Aufmerksamkeit verholfen. Es wäre ein großartiger Erfolg, wenn die Anlage tatsächlich so funktioniert, wie die Entwickler glauben und sie dazu beitragen kann, die Ozeane von Müll zu befreien. Es lohnt sich aber, gleichzeitig andere Projekte im Auge zu behalten, die ähnliche Ziele verfolgen.

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