Umfrage Billigfleisch: Mindestpreis wird begrüßt, Bio-Fleisch gefordert

Foto: © Annie Spratt – Unsplash.com

Im Juni 2016 sprachen sich Politiker der Grünen für ein Verbot von Fleisch zu extrem niedrigen Preisen aus. Anlässlich dieser Überlegung wollte Utopia wissen, für wie sinnvoll Utopisten die Einführung eines Mindestpreises für Fleisch zur Förderung des Tierwohls halten.

Fleisch gehört für viele Deutsche zu „einer richtigen“ Mahlzeit – als Braten, Steak oder Wurst – ganz selbstverständlich dazu. Immer mehr Mega-Mastanlagen sichern, auch in Deutschland, den Nachschub, und die Supermärkte liefern sich Preisschlachten um das niedrigste Super-Sonder-Angebot. „Geiz ist geil“ gilt längst nicht mehr nur bei Elektronik, sondern ganz besonders bei Lebensmitteln.

Der Vorschlag eines Politikers der Grünen, einen verbindlichen Mindestpreis für Fleisch einzuführen, um sowohl eine artgerechtere Tierhaltung zu ermöglichen als auch ein angemessenes Einkommen für Landwirte zu gewährleisten, löste in der Öffentlichkeit eine ähnlich kontroverse Diskussion aus, wie die Idee des „Veggie Days“ im Jahre 2013.

Umfrage Billigfleisch, Mindestpreis, Bio-Fleisch

Utopia wollte wissen, inwiefern diese Maßnahme als sinnvoll angesehen wird und ob Bio-Fleisch dabei eine Rolle spielen kann.

Ramschfleisch: die Ergebnisse der Umfrage
Viele würden einen Mindestpreis für Fleisch begrüßen – ebenso viele bleiben skeptisch, ob dieser genug ausrichten würde. (Foto: © Utopia.de)

49% der Utopia-Leser befürworten die Idee als einen guten und sinnvollen Schritt. Es steht zu vermuten, dass die aktuellen Diskussionen über die massenhafte Tötung von Küken sowie die extrem niedrigen Milchpreise die Frage nach dem Tierwohl in der Landwirtschaft wieder mehr in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt haben.

Vielen Teilnehmern unserer Umfrage geht ein Mindestpreis aber noch nicht weit genug: 22% sehen diesen nur in Verbindung mit Bio-Fleisch als sinnvoll an, um weg von der Massentierhaltung hin zu einer artgerechteren Haltung zu kommen, wie sie eben bei Bio-Fleisch praktiziert wird.

Tierwohl trotz Töten?

Jetzt kann man sich fragen, was eigentlich die Tiere von Bio-Fleisch haben, wenn sie am Ende ohnehin geschlachtet werden. Für 20% der Utopisten ist genau das der entscheidende Knackpunkt: für sie sind Fleischproduktion und Tierwohl schlicht unvereinbar, Bio-Fleisch hin oder her.

Die Wirksamkeit der potenziellen Maßnahme grundsätzlich in Frage stellen möchten 9% der Befragten: Der kausale Zusammenhang zwischen Verkaufspreis und Investitionen in Tierwohl ist nicht zwingend gegeben. Skeptiker befürchten, dass die Preiserhöhung lediglich zu höheren Margen für Handel und Landwirte führt – nicht aber für ein glücklicheres Leben der zum Verzehr bestimmten Schweine, Kühe und Hühner sorgt.

Utopia meint: Wenn schon Fleisch, dann bitte Bio-Fleisch. Aber es schadet auch nicht, es zwischendurch mal ein bisschen veganer zu probieren.

Wie haltet ihr es? Wo kauft ihr euer Fleisch, und wie beurteilt ihr die Idee des Mindestpreis? 

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