„Idiotische Karossen“: Von Hirschhausen fordert ein 25-km/h-Tempolimit für SUVs

Screenshot: YouTube/ maischberger. die woche

Von Fahrverboten für SUVs hält Eckart von Hirschhausen nichts – das erklärte er am Mittwoch bei Maischberger. Doch der Arzt und Comedian hat andere kreative Ideen, um die Geländewagen klimafreundlicher zu machen. Auch zu Corona und Kurzstreckenflügen sagte er seine Meinung.

Neben Impfungen und Coronafälle ging es am Mittwochabend in der Talkshow „maischberger. die woche“ auch um die Klimakrise. Zu letzterem Thema hatte Maischbergers Gast Eckart von Hirschhausen ein paar außergewöhnliche Vorschläge. Mit dabei: ein 25-km/h-Tempolimit für SUVs.

Wer die PS eines Traktors braucht, soll auch nur so schnell fahren dürfen

In Deutschland wurden im letzten Jahr etwa eine Million SUVs zugelassen, erklärt Arzt und Komiker Eckart von Hirschhausen und gibt sich überrascht: „Mir war einfach nicht bewusst, wie viele Menschen inzwischen auf einem so unwegsamen Gelände wohnen, dass sie nur mit einem Geländewagen nach Hause kommen können“. Für ein SUV-Verbot ist von Hirschhausen nicht – die Menschen seien ja darauf angewiesen.

Aber auf asphaltierten Straßen sieht das anders aus: Wenn SUV-Fahrer:innen „meinen, sie brauchen zwei Tonnen Stahl wie ein Traktor, und sie brauchen auch die PS von einem Traktor, sollen sie bitte auch nur so schnell fahren dürfen wie ein Traktor“, so von Hirschhausen – also 25 Stundenkilometer. Dann würden alle, die „diese völlig idiotischen, übermotorisierten, überschweren Karossen“ fahren müssen, sich das noch mal überlegen, argumentiert der Comedian.

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Nur noch 25 km/h: Wenn es nach Eckart von Hirschhausen ginge, müssten SUV-Fahrer künftig auf die Bremse treten. (Foto: CC0/ Pixabay/ Brixton)

Kurstreckenfüge verbieten? „Ja – außer für Insekten“

Sandra Maischberger geht im Verlauf der Sendung auch auf das Verbot von Kurzstreckenflügen ein, welches die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, vor kurzem gefordert hatte. Auf die Frage, ob Eckart von Hirschhausen denn Kurzstreckenflüge verbieten würde, antwortet der Arzt scherzhaft: „Ja – außer für Insekten.“

Von Hirschhausen hat ein Buch zum Thema Klimawandel und Pandemie geschrieben, das dieses Jahr erschienen ist. Bei Maischberger gibt er zu, er sei früher selbst zu Sendungen wie dieser innerdeutsch geflogen. Inzwischen fährt er aber mit der Bahn. Wobei er auch kritisiert, dass Deutschland es versäumt habe, ein Schnellbahnnetz aufzubauen. Persönlich tun, kann man dem Arzt zufolge vor allem: weniger fliegen, weniger Fleisch essen und auf eine pflanzenbasierte Ernährung setzen. Letzteres schütze laut von Hirschhausen auch vor Herzinfarkten und Schlaganfällen. „Das ist ein Gewinn an Lebensqualität, an Gesundheit.“

Lies dazu: Günstige Bahntickets: 10 Tipps für preiswerte Tickets – auch von Stiftung Warentest

„Artenschutz und Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“

Auch zu Corona äußerte sich der Mediziner bei Maischberger. „Wir sind keine Opfer eines Virus. Wir haben eine Menge dafür getan, dass Zoonosen immer häufiger werden.“ Er wies darauf hin, dass Dreiviertel der neuen Infektionskrankheiten aus dem Tierreich stammen, darunter Ebola, Sars und HIV. Grund dafür sei, dass „Wildtiere keinen Rückzugsort mehr haben.“ Die Menschheit zahle „selber den Preis für die Naturzerstörung“.

Von Hirschhausen fordert deshalb: „Ein Drittel des Meeres, ein Drittel der Landfläche müssen einfach Naturschutzgebiete sein; Ende des Wildtierhandels und Artenschutz und Klimaschutz ist Gesundheitsschutz.“

Die volle Sendung kannst du hier ansehen.

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(3) Kommentare

  1. von Hirschhausen ist fürwahr ein Komiker. Offensichtlich haben ihm aber die Scheinwerfer diverser Fernsehstudios den Verstand weggebrannt. Nicht allein dieses ewige niveaulose SUV-Bushing, mehr noch, ihm kommt bei seinem Vorschlag „25 km/h für SUV“ nicht das Verkehrs-Chaos in den Sinn, welches bereits zugelassene SUV’s zwangsläufig verursachen würden.
    Auch die Umweltfolgen durch die Megastaus sind ihm da wohl billig.
    Vielleicht lässt er sich aber mal den Unterschied zwischen SUV und Geländewagen erklären?
    Vielleicht schaut er auch mal in diversen Statistiken und errechnet Durchschnittsgewicht und durchschnittliche Motorleistung über alle zugelassenen SUV’s auf deutschen Straßen?
    Vielleicht staunt er dann, wie übertrieben diese Größen auf die Schnelle geschätzt werden?
    Und vielleicht erklärt er mir, wo ein stark motorisierter Pick Up, oder eine Stretch Limousine, oder ein Supersportwagen einen besseren ökologischen Fußabdruck hinterlassen?
    Im übrigen gibt es so manchen moderneren Traktor, der leicht 70-80 km/h läuft.
    E.v.Hirschhausen war mal gut.
    Jetzt ist er leider nur noch ein Phrasen dreschender Medienclown, der Stereotype reitet.

  2. Wirklich schwierig, da entsteht schnell mal Durcheinander, was ein SUV ist, was ein Geländewagen ist, was ein Kompakt-SUV und ein Cross-Over-SUV ist.
    Meistens ist in diesem Kontext aber der „echte“ SUV gemeint, die „Geländelimousine“.
    Die Geländelimousine verbraucht i.R. rund 25% mehr Kraftstoff im Vergleich zu einem Fahrzeug mittlerer Größe. Geländelimousinen für sich genommen sind weltweit für mehr CO²-Ausstoß verantwortlich, als Luft- und Schifffahrt zusammengenommen.

    (https://www.iea.org/commentaries/growing-preference-for-suvs-challenges-emissions-reductions-in-passenger-car-market)

    Klar, bei Tempo 25 gibt es mit Sicherheit unendliches Verkehrschaos. Zum Glück funktioniert es in sehr vielen Städten mit Tempo 30 in vielerlei Hinsicht ziemlich gut, vielleicht gibt es ja Kompromissbereitschaft über die Differenz.
    (https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/wirkungen_von_tempo_30_an_hauptstrassen.pdf)

  3. Je schwerer ein Fahrzeug, desto mehr verbraucht er, desto mehr schadet er dem Untergrund, desto schwerwiegender sind Unfälle, zumindest für den Unfallgegner.
    Hirschahusen macht das super, dass er alles locker lässig erklärt und auch mit Ironie und Witz alles untermalt.

    Die Menschheit muss halt weg vom sinnlosen Geprotze.

    Es gibt einfach keinen ernsthaften, sinnvollen Grund, ein Fahrzeug mit diesen Ausmaßen und diesem Gewicht für kurze und fast leere Fahrten zu besitzen.

    Auch wenn Kurzstreckenflüge einen relativ kleinen Anteil an der Umweltbelastung im Vergleich zu Langstreckenflügen hat: es ist Schwachsinn, mit einem PKW (am besten noch einem SUV) zum Flughafen zu fahren, dann ein paar hundert Kilometer irgendwo hinzufliegen, um dann dort wieder mit einem PKW (…SUV) zum Zielort zu fahren.

    Das ist immer mit viel Zeit und Stress verbunden! Da spart man absolut gar nix.