Klimaforscher: Zusammenbruch der Zivilisation ist der wahrscheinlichste Ausgang

Bild: Pete Linforth auf Pixabay (CC0 Public Domain)

Die Klimakrise droht, katastrophale Konsequenzen für die Menschheit zu haben. Einige Entwicklungen lassen sich kaum mehr aufhalten, warnen Klimaforscher*innen. Die Welt müsse den „planetaren Notstand“ als solchen behandeln.

Wir müssen etwas tun, um die Erderwärmung zu stoppen – das steht schon lange fest. Die Situation ist allerdings ernster, als vielen bewusst ist. „Wir befinden uns bereits weit auf der Fluglinie Richtung Zusammenbruch“, sagte der Klimawissenschaftler Will Steffens dem Portal „Voice of Action“.

Steffens kennt sich aus: Der gebürtige Amerikaner war zeitweise Kommissar der Klimakommission der australischen Regierung und lehrte außerdem an der Australischen Nationaluniversität. Seine Forschung dreht sich vor allem um den Klimawandel und planetare Grenzen.

Eine globale „Kipppunkt-Kaskade“ ist im Gange

Steffens befürchtet, dass die Menschheit bereits eine „globale Kipppunkt-Kaskade“ angestoßen hat, die die Erde zu einem „Treibhaus“ werden lasse. „Kipppunkte“ sind kritische Schwellen im Klimasystem. Wenn sie erreicht werden, lassen sich Veränderungen nicht mehr aufhalten oder umkehren.

Das lässt sich am Beispiel von Permafrostböden verdeutlichen: Ist erst einmal eine gewisse Menge Eis in den Böden geschmolzen, gelangen große Mengen Treibhausgase in die Atmosphäre. Die zusätzlichen Emissionen erwärmen das Klima weiter – und das Auftauen der Böden lässt sich nicht mehr aufhalten.

Der Amazonas-Regenwald ist ein Klima-Kipppunkt. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay – Rosa Maria)

Ähnliches gilt für den Amazonas: Wenn etwa 20 bis 25 Prozent seiner Waldfläche verschwinden, kann er nicht mehr genug Niederschlag erzeugen, um sich selbst am Leben zu erhalten. Trockenheit und Dürre in der Region sind die Folge, der Amazonas schrumpft weiter. Der Regenwald speichert CO2, je kleiner er wird, desto mehr CO2 verbleibt in der Atmosphäre – und das Klima heizt sich weiter an.

Neun von 15 Kipppunkten sind bereits erreicht

Steffens zufolge sind 15 globale Klima-Kippppunkte bekannt. Neun davon seien bereits aktiviert, etwa der Amazonas-Kipppunkt, sowie der des Westantarktischen Eisschildes und des Grönländischen Inlandeises. Die ultimative Frage sei: „Haben wir bereits die Kontrolle über das System verloren? Ist der Zusammenbruch jetzt unvermeidlich?”

Besonders problematisch sei, dass kaum noch Zeit bleibe: „Die Zeit zum Intervenieren, die wir noch haben, ist auf Level gesunken, die kürzer sind als es dauern würde, um den Wandel zu einem nachhaltigeren System zu schaffen.“ Bis die Menschheit Klimaneutralität erreichen könne, dauere es im besten Fall noch 30 Jahre. Für das Meereseis in der Arktis sei es dann schon zu spät. Wie es aussieht, wird die Weltgemeinschaft jedoch nicht einmal das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens erfüllen. „Ein Zusammenbruch ist der wahrscheinlichste Ausgang der aktuellen Fluglinie unseres gegenwärtigen Systems“, sagte Steffens „Voice of Actions“.

Klimaschutz Klimawandel Eisbär Polarbär
An vielen Orten schmilzt das Eis. (Foto: Pixabay / CC0 / Skeeze)

Wir müssen den „planetaren Notstand“ erklären

Hans Schellnhuber – einer der renommiertesten Klimaexperten weltweit – sieht das ähnlich. Er sagte laut „Voice of Actions“: „Es besteht ein großes Risiko, dass wir unsere Zivilisation beenden werden. Der Mensch wird irgendwie überleben, aber wir werden alles zerstören, was wir in den vergangen 2.000 Jahren aufgebaut haben.“

Will Steffens hat 2019 gemeinsam mit sieben Wissenschaftler*innen im Fachmagazin Nature eine Analyse zu Kipppunkten veröffentlicht. Die Forscher*innen kommen zu dem Schluss: „Keine Menge an ökonomischen Kosten-Nutzen-Analysen wird uns helfen. Wir müssen unsere Herangehensweise an das Klimaproblem ändern.“ Jetzt brauche es internationale Taten – nicht bloß Worte. Außerdem schlägt Steffens vor, einen „planetaren Notstand“ zu erklären.

Utopia meint: Erfährt man von den Prognosen von Steffens, Schellnhuber und anderen Klimaexpert*innen, kann man leicht die Hoffnung verlieren. Noch ist es aber nicht zu spät, die Menschheit hat noch etwas Zeit, um zumindest die schlimmsten Folgen der Klimakrise abzuwenden. Die Katastrophenszenarien sollten uns dazu motivieren, aktiv zu werden – und uns auf allen Ebenen für mehr Klimaschutz einzusehen, allen voran in der Politik.

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(17) Kommentare

  1. Dem Artikel kann ich nur zustimmen!
    Eines ist klar: wir müssen schleunigst wieder eine ähnlich hohe oder sogar partiell höhere Photosynthese- und Ökosystemleistung wie die einer komplett bewaldeten Erde erreichen. Und und dafür müssen wir alle vorhandenen Möglichkeiten und Ressourcen nutzen. Natürlich nach bestem Wissen und Gewissen!
    Aber bitte kein CCS !!! Es sei denn man will das CO2 in absehbarer Zeit nutzen.
    Nebenbei erwähnt, Pflanzen wachsen unter bestimmten Bedingungen mit stark erhöhtem CO2-Gehalt der Luft doppelt so schnell -> doppelte Photosyntheserate-> doppelter Ertrag 😉
    Warum nutzt das bislang keine/r so wirklich? Wir gehen einfach noch viel zu verschwenderisch mit allem um, anstatt es richtig zu nutzen!

  2. Ich habe es wirklich über. Kann mir mal jemand erläutern, warum es seit Jahrzehnten *nur* um C02 und manchmal noch um N02 geht? Zur Not wird noch das Ozonloch erwähnt und dann wieder schnell zurück zum C02.

    Wir vermüllen den Planeten, verderben den Boden und das Meer mit sagenhaften Dingen.
    C02 ist doch nur eine Nebenbaustelle….

    Können wir endlich mit der Reduktion der Emissionen beginnen? Wird weniger produziert, bewegt oder aus der Erde resp. dem Meer entnommen, fällt logischerweise auch weniger C02 an und die ganze Klimadiskussion, Emissionshandel etc. bleibt ein Teilgebiet der „Wertschöpfungskette“.

    Würden wir uns konkret mit der Vermüllung des Meeres oder dem immer weiter kontaminierten Boden (resp. Grundwasser) beschäftigen, würde es auch keinen einzigen Quasi-Wissenschaftler mehr geben, der den menschengemachten (oder durch industrialisiertes Verhalten beeinflussten) Klimawandel in Frage stellt:
    Wir kennen schon aus den 70igern die Bilder der dreckigen Meere… diese Fakten lassen dem widrigesten Zeitgenossen keine auch nur im Ansatz griffigen Argumente übrig.

    „Planetarer Notstand“ – wenn etwas nicht gut klappt, heißt es ja gerne „wir sind Menschen“ – ok, damit ist doch alles gesagt: Mensch=mangelhafte Kreatur – oder verstehe ich das falsch?

    Machen wir es wie die Neandertaler? Das am weitesten entwickelte Lebewesen auf dem Planeten stribt aus. Weil es in seiner grenzenlosen Arroganz und Selbsüberschätzung sehenden Auges in das Verderben lief?

    Konstantes Verhalten kann beruhigend wirken, weil Überraschungen ja grundsätzlich Anpassung erfordern und daher eher vermieden werden. Machen wir es also ihnen nach…

    Die Informationsgesellschaft wiederholt nicht nur al(t)/(l)e Fehler und ignoriert ihr hohes Wissensniveau. Sondern ignoriert auch noch die Anwendung längst vorliegender Alternativmodelle – egal ob diese sich dereinst wieder als mangelhaft darstellen werden (wie uns die Gechichte zeigt).

    Reden wir also weiter über das Klima, Modelle und die Idee, ob wir’s nun verbockt haben oder das eh alles so gekommen wäre – auch ohne Kohle und Öl.
    Wir sind Menschen.
    Sonst würden wir’s besser machen.

  3. Hi Henry, ich kanns ja mal versuchen:
    Wenn wir alle menschlichen Aktivitäten auf eine Kennzahl runterbrechen wollen, die auf fast alle Vorgänge anwendbar ist und mit der sich gut rechnen lässt, ist CO2 die beste Kenngröße dazu. Denn dieses Äquivalent lässt sich mit der photosynthetischen Aktivität, also der Leistungsfähigkeit des kompletten Ökosystems Erde in Verbindung bringen, da
    6 H2O + 6 CO2 + Licht = 6 O2 + C6H12O6
    Welche Seite dieser Reaktion überwiegt, ist für das richtige Treibhaus-Klima und alles Leben auf der Erde entscheidend. Und das ist letztendlich der springende Punkt.

    Dann kann man auch gerne die Umweltverschmutzung, schädliche Produktionsverfahren, Müllproblematik oder Artensterben ins Spiel bringen, was wiederum bezogen auf die Photosyntheserate bedeutet, dass sie auf dem belasteten Areal stark absinkt, aber bei der Produktion sehr viel CO2 frei wird. Die Gleichung für das richtige Treibhaus geht also nicht mehr auf und die Erde erwärmt sich… Aus einer natürlichen Warmzeit wird eine menschengemachte Heißzeit.

    Stimmt, viele Fehler werden immer wieder und wieder wiederholt. Nicht weil wir es nicht besser wüssten, sondern weil das Wirtschaftssystem immer noch alte, egoistische Denkweisen und daher schädliche Ziele verfolgt und wir mitten drin stecken, ob wir es wollen oder nicht. Und auch wenn wir etwas verändern wollen, treten wir nur all zu oft auf der Stelle und das frustriert dann natürlich.

    Ich denke aber, dass ein gesellschaftliches Umdenken und ein grundlegender wirtschaftlicher Wandel kurz bevor steht und wir endlich in ein neues Zeitalter echten Erkenntnisgewinns und Entwicklung eintreten werden.
    Von daher denke ich die Menschheit wird zur Vernunft kommen und endlich unserer Verantwortung für uns selbst und unseren Planeten nachkommen. Wir dürfen nur nicht den Mut verlieren 🙂
    Das Wissen aus unzähligen Fachbereichen ist da, muss „nur“ noch richtig kombiniert werden 😉

  4. Hallo Randolf,

    danke für Deine Erläuterung! Es ist durchaus sichtbar, daß jedes Mehr-Verhalten („unnatürliches“) unsererseits der menschenlosen CO2-Produktion auf dem Planeten eines drauf gibt und daher ganz sicher C02 eine Kennzahl sein muss.
    Aber in der öffentlichen Diskussion und noch mehr: In der öffentlichen Warnehmung sind doch diese Dinge schon zu lange unterwegs und: Keinen kümmert es wirklich (mit keinem meine ich eine gewichtige Mehrheit).
    Aus meinem Umfeld nehme ich diffus war, das nur wenige wirklich erkennen können (oder könnten), was sie als Person für einen geringeren C02-Fußabdruck tun können. Und mal ehrlich: Wir beide? Wieviel können wir wirklich ausrichten? Auf was kann man NOCH verzichten, um nochmal 0,5% zu reduzieren?

    „Cowspiracy“ hatte mir seinerzeit wie so mancher Doku-Film trotz schon großer Offenheit und Wissen nochmal eine ganz neue Dimension verdeutlicht.

    Eschbach hat es 1995 in „One Billon Dollar“ schon ganz gut getroffen: Es muß WELTWEIT (damit es keine Wanderung der Industrie oder Arbeitskräfte unterstützt) ein Öko-Soziales Steuersystem geben. Eines, was die Entnahme von Rohstoffen berücksichtigt (nämlich Rohstoffe so teuer macht, wie der Wiederbeschaffungswert real wäre) und die Emission ebenfalls. Dann würde Wind- und Solarenergie sofort preiswerter als fossile Energie und Bio-Landwirtschaft vermutlich auch preiswerter als Industrienahrung.

    Konsumgüter? Der ganze IT-Wahnsinn? … die Liste würde lang.

    Was bleibt ist Frage nach einer naturschonenden und menschenwürdigen Gesellschaftsform. Aber im Kapitslismus sind wir nun schon lange hängen geblieben, weil es offenbar dem menschlichen Wesen am ehesten ähnelt? Nicht allen, aber soweit ausreichend, daß es zu keiner Änderung kommen kann.
    Wie auch, powern doch alle Bereich den Nartzismus bis zum Kollaps. Erst durch Reklame, nun duch die Smartphones und wer weis was noch?

    Warum ist so oft die einzig mögliche „Begründung“ für ein Verhalten nur „weil wir es können“ – nicht weil wir es brauchten oder machen müßten…

    „Unser Können eilt dem Verstehen voraus.“ – nicht von mir, aber könnte es sein. Würden wir nur das tun, was wir verstünden…

  5. Gerne Henry. Ja, das ist wohl wahr! Trotzdem oder gerade deswegen dürfen wir nicht aufhören das was falsch läuft anzuprangern und zumindest für uns und unser Leben einen besseren Weg zu beschreiten und so weitestgehend, zumindest im Kleinen, eine Zukunft aufzubauen.
    Das bring wieder etwas Positives und Unabhängigkeit in unser Leben, neben den vielen negativen Ereignissen auf der Welt.
    Übertragen auf ein Land wie Deutschland, könnten wir also auch erst mal im Kleinen versuchen das Beste draus zu machen und den wirtschaftlichen Umbau hin zu regionalen Kreisläufen zu wagen. Und wenn wir das gut schaffen, hätte das großen Einfluss auch auf alle anderen Länder… Eine/r muss halt immer erst den Anfang machen 😉

  6. „Können wir endlich mit der Reduktion der Emissionen beginnen?“

    Dann fangen „wir“** doch einfach mal an, die Hauptursache aller Zerstörungen sein zu lassen!!! Denn schließlich heißt es doch: „Ursache und Wirkung“… Oder wird’s dann doch zu unbequem für die meißten (einige „ziehen ja die Reißleine“-> werden vegan) Hauptverantwortlichen?

    https://utopia.de/neue-studie-fleisch-milch-haben-groessten-umwelt-einfluss-92556/

    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-fleischkonzerne-co-emissionen-1.4058225

    https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/fleisch/fleisch-frisst-land/

    https://www.provegan.info/de/infothek/aktuelles/im-vergleich-zum-konsum-von-fleisch-und-milch-sind-die-auswirkungen-der-abgase-von-vw-sehr-klein-1/

    https://www.bento.de/nachhaltigkeit/klimawandel-massentierhaltung-verursacht-mehr-co2-emissionen-als-die-oelindustrie-a-00000000-0003-0001-0000-000002632246

    https://www.theguardian.com/environment/2018/may/31/avoiding-meat-and-dairy-is-single-biggest-way-to-reduce-your-impact-on-earth

    Und???

    **Veganer*innen ausgenommen, haben sie bereits angefangen sich dem unsäglichen Leid an jährlich Abermilliarden Tieren, den jährlich beinahe 1 Milliarden hungernden und verhungernden und 15-20 Millionen verhungerten Menschen, sowie der Verseuchung und Zerstörung des Planetens nicht mehr schuldig zu machen

  7. Auch Veganer benutzen Smartphones, fliegen in den Urlaub, machen Kreuzfahrten, fahren SUVs, shoppen und verschwenden ihre Zeit mit sonstigen sinnlosen Kram …
    Ein Irrglaube zu denken, nur weil man jetzt auf Fleisch verzichtet, macht einen das automatisch zu einem nachhaltigeren, besseren Menschen, wenn man nicht auch alles andere auf dem Schirm hat 😉

  8. @Randolf: ich weiß jetzt nicht genau was, aber irgend etwas sagt mir, dass Sie entweder den Inhalt meines Kommentars, respektive die Artikel hinter den Links nicht verstanden, oder schlichtweg nicht gelesen haben… da Sie ausschließlich die bei Nichtveganer*innen überaus gern genutzte Möglichkeit des Projizierens und Rabulierens (Whataboutism) anwenden… hoffe, was auch fern meiner Absicht lag/liegt, dass ich (auch) Ihnen nicht einen „Spiegel“ vorgehalten habe, und/oder dass die Kognitive Dissonanz zu sehr an Ihnen nagte/nagt!

    Korrektur: „meißten“😉… „meisten“!

  9. Anders, wie viele Menschen heutzutage, die scheinbar nur noch andere Meinungen rezitieren können, verlasse ich mich immer noch in erster Linie auf meine eigenen Erfahrungen, auf die Signale meines Körpers und basierend auf zahlreiche Beobachtungen meiner Mitmenschen, aber natürlich auch auf wissenschaftliche Tatsachen, sofern sie denn auch auf die vielen Einzelfälle anwendbar sind.
    Das hat weniger mit kognitiver Dissonanz, als viel mehr mit einem Bewusstsein zu tun, das sich nicht mit engstirnigem, pauschalisierten Veganismus, dem plötzlichen Negieren von sämtlichen positiven Effekten tierischer Herkunft, und wiederum die Abhängigkeiten in die man sich dann wieder begibt, zufrieden geben will.
    Ja, die Artikel kenne ich zum Teil, bin jetzt aber nicht weiter drauf eingegangen. Die Überschriften sprechen ja schon Bände…

    Bitte nicht falsch verstehen, ich wollte damit nur sagen , dass es noch genug andere Faktoren gibt, die man berücksichtigen sollte!
    Dass wir von den Massen von Fleisch und dem ganzen Leid, welches damit verbunden ist weg kommen müssen, darin sind wir uns ja schon mal einig 👍

  10. @Randolf: „positiven Effekten tierischer Herkunft“… gibt es de facto NICHT… ganz im Gegenteil: AUSNAHMSLOS katastophale ethische, moralische, ökologische, ökonomische und gesundheitliche Folgen, da besteht (seriöser) wissenschaftlicher Konsens!

    Sollten Sie nicht allzu sehr Wisschenschaft-affin sein („eigene Erfahrungen“), dann schauen Sie sich einfach an wie es jährlich:

    a) 900 Millionen (Deutschland) / 75 Milliarden (weltweit) Landtieren, hinzu kommen etwa 2,5-3,5 Billionen (europäische Billionen-> 2.500-3.500 Milliarden) Tiere aus Gewässern…
    b) beinahe 1 Milliarde hungernden Menschen…
    c) 15-20 Millionen verhungerten Menschen…
    d) dem Klima (Klimakrise-/katastrophe)…
    e) den letzten verbliebenen Regenwäldern (Zerstörung für Futtermittel und Weideflächen)…
    f) Grundwässern und Böden (Nitrat, Gülle, Pestizide & Co und anderen Toxine)…
    g) Insekten, Vögeln, Arten (Artensterben)…
    h) Eisflächen von Arktis, Antarktis und der weltweiten Gletscher (Schmelzen)…
    i) der weltweiten (Sibirien, Alaska, Kanada…) Permafrostböden (Tauen, Stichwort: CH₄)…
    j) der Biosphäre (Verseuchung und Zerstörung)…
    k) dem gesamten Planeten (Verseuchung und Zerstörung)…
    l) allen Lebensgrundlagen allen Lebens (Verseuchung und Zerstörung)…
    m) Lebensgrundlagen anderer Abermillionen Menschen (Verseuchung und Zerstörung-> Flüchtlingsströme)…

    geht…

    Hinzu kommt:

    n) Verseuchung allem mit antibiotikaresistenten Keimen und Superbugs (postantibiotisches Zeitalter), Hauptursache: Tierqualindustrien…
    o) Verseuchung allem mit Viren und Zoonosen (Pandemien), Hauptursache: Tierqualindustrien-> katastrophale ökonomische (sekundäre) Folgen-> Weltwirtschaftskrise, Rezession…
    p) katastrophale gesundheitliche Folgen aufgrund Konsum von Tierqual„produkten”-> Überlastung der weltweiten Gesundheitssysteme…
    q) gigantische Kosten für die Gesundheitssysteme…

    Um nur einige „wenige“ katastophale Folgen aufgeführt zu haben!

    Würde mich aber trotzdem interessieren, welche „positiven Effekte“ durch „tierischer Herkunft“ es geben soll? Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!🙂

  11. Nachtrag: Denn es sind nicht nur die massenhafte Produktion und der Konsum von tierischen Produkten, die die Umwelt mehr und mehr belasten, es ist die massenhafte Produktion und der Konsum von sämtlichen (zum großen Teil unnötigen, kurzlebigen oder sogar hochgiftigen Massen-) Erzeugnissen, die sich in welcher Form auch immer, aber dennoch negativ in der Ökobilanz erweisen und dabei nicht einmal einen Beitrag zu essenzieller Ernährung leisten oder sonst einen ökologischen Nutzen haben, während Erzeugnisse tierischer Herkunft (abgesehen von den desaströsen Zuständen in der Massenhaltung) wenigstens als wertvollen Beitrag zur gesunden Ernährung (zumindest noch bei einigen) gewertschätzt und in Maßen konsumiert, nach wie vor zur allgemeinen Gesunderhaltung beitragen.
    Sorry für den langen Satz. Ich hoffe trotzdem verständlich worauf ich hinaus will.
    Deshalb ist Frage, wo wollen wir hin?
    Alles steril und „hochtechnologisch“ fernab der Natur und all ihren Geschöpfen oder naturnah, alle nachwachsenden Ressourcen nach bestem Wissen und Gewissen, ökologisch und nachhaltig zu nutzen, uns daran zu erfreuen und gleichzeitig für ihren Erhalt zu sorgen, aber dabei natürlich die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen?
    Nennt sich „integrierte Landwirtschaft“ 😉
    Ist uns der ökölogische Rucksack für Technik und Maschinen, die keinen anderen Sinn haben, als uns zu transportieren und zu unterhalten dagegen egal?
    Angesicht dessen, dass uns die Zeit davon läuft, halte ich es daher nicht für zielführend jetzt „das Rad“ komplett neu erfinden zu wollen und ganz auf unsere tierischen Helfer vor Ort zu verzichten und dafür komplett auf elektronische Helfer zu setzen. Das wäre sehr einseitig und neben der Energieproblematik eine neue gefährliche Abhängigkeit!

  12. Sehr gerne:
    Nehmen wir z.B. die Tierhaltung von früher, wo jeder Haushalt eigene Nutztiere hatte, die sich noch selbst ihr Futter suchen konnten oder ggf. mit nur etwas Futter aus der näheren Umgebung, oder „Gartenabfällen“ die heute nur noch auf dem Kompost landen oder bestenfalls zu Biogas für „seelenlose Technik“ verwendet und verschwendet werden, versorgt wurden. Und nicht nur zum späteren Verzehr gehalten, sondern einen wesentlichen Teil zum ökologischen Miteinander beitragen.
    Und so, will ich auch meinen Hühnern ein gutes Leben ermöglichen und sie tragen ihrerseits ihren Teil dazu bei.
    So funktioniert Natur. Ich weiß, es ist schwierig für einen Städter ein natürliches Ökosystem zu verstehen 😉
    Trotzdem hoffe ich, ich konnte zumindest für ein bisschen besseres Verständnis sorgen.
    LG Randolf

  13. Tja, also ich lese den alarmierenden Artikel so, dass die Klimaforscher aufrufen, grössten und vorrangigsten Nachdruck in die Reduktion der Treibhausgase zu legen, ohne den Übergang zur Nachhaltigkeit geringzuschätzen. Aber wenn bereits 9 von 15 kritischen klimarelevanten Ökosystemen zusammenbrechen: Arktis, zT. Antarktis, Amazonas, Permafrostböden (Methanfreigabe in Unmengen – Methan wirkt kurzfristig treibhauswirksam), Korallenriffe, Meeresübersäuerung durch CO2 – wird absehbar das Klima zunehmend eskalieren. Hitzewellen, Überflutungen und Monsunstürme. Und das schockartig, nicht mehr linear. DEr IPCC hatte lange mit linearen, also noch berechenbaren Effekten gerechnet.
    Wenn wir bestenfalls in 30 Jahren Nettonull der Neuemissionen erreichen, wird das nicht ausreichen. Daher müssen wir jetzt schon in aktive CO2-Reduktion einsteigen mit sinnvollem Geoengeneering. Von mir aus CCS für eine C-Recyclingwirtschaft. Basische Basaltstaubausbringung auf Agrarflächen (bindet CO2 und ist zugleich Humusaufbau), CO2-Filter mit Reformern (ein Prototyp läuft in Island und Schweiz).
    Ich weiss, diese Priorität ist schwer auszuhalten, wenn man selbst am Lebensstil und im Umfeld einiges ändern will und kann. Man stösst an persönliche Grenzen. Frust und Wut steigen an über die Bequemen, die Industrielobbys und die kurzsichtige Parteipolitik. Die sich in Corona-Lockdown auch noch ganz gut durchsetzen kann. Ist man an diesem Punkt, ist es konsequent, sich mit erhöhtem Aktivismus zu befassen, eben XR u.a. Gruppen. Ich glaube, mit steigender Krise werden mehr Menschen dort sich wiederfinden, und gewaltfreien zivilen Ungehorsam oder direct action entdecken – völlig zurecht!

  14. Gut beschrieben Yannick! Ja genau darauf steuern wir zu oder befinden uns bereits in den Anfängen. Die Hitzejahre 18/19 waren nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was auch auf uns noch zu kommt, geschweige denn den Regionen, die es noch viel schlimmer trifft…
    Deshalb, muss auf vielen Ebenen einiges passieren und dazu kann jeder viel beitragen, egal wo. Auf der Arbeit, im Parlament, im Internet, zu Hause und auf der Straße….
    Wichtig ist nur, dass die tiefe Kluft zwischen allen Beteiligten nicht noch weiter auseinander bricht. Sonst droht ein Bürgerkrieg! Das kann keiner wirklich wollen und das führt auch zu keinem Ausweg aus diesem Teufelskreis.
    Deshalb lasst euch da draußen von denen die immer so laut schreien nicht aufhetzen! Schon gar nicht gegeneinander! Wir sitzen schließlich alle im selben Boot. Und jeder muss jetzt auch seinen Teil dazu beitragen, dass wir nicht untergehen – Der eine mehr, der andere weniger (wenn schon recht nachhaltig gelebt wird) 😉

    Was gar nicht mehr geht, dass Reiche noch weiter in Saus und Braus leben auf Kosten anderer Menschen und dafür auch noch die Zerstörung der Natur in Kauf nehmen und die Gesellschaft weiter vergiften mit ihren Ansichten, die schon jetzt an übertriebener Egozentrik und naivem Größenwahnsinn kaum noch zu übertreffen sind!

  15. „Auf der Arbeit, im Parlament, im Internet, zu Hause und auf der Straße….“

    Das Wichtigste wurde leider nicht erwähnt: „auf dem Teller“ (siehe Kommentar vom 14.07.2020 / 12:34h)!

  16. Von daher müssen wir wohl alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.
    Nicht nur wie wir uns möglichst wieder regional und vollwertig ernähren, sondern möglichst alles was wir zum Leben brauchen aus nächster Nähe beziehen können.
    Biologie und moderne Technologien müssen sich dabei nicht wie bisher gegenseitig ausschließen, genauso wie Tierliebe und eine nachhaltige Nutzung tierischer Ressourcen, die nunmal so wie wir zur Natur gehören.
    Es kommt wie immer auf das „Wie“ an 😉
    Ein Kapitalismus, der alles privatisiert und für sich vereinnahmt, um es dann auszubeuten und dabei vor nichts halt macht und uns alle irgendwann für eine „Effizienzsteigerung“ komplett durch Maschinen ersetzt, ist jedenfalls das falsche „Wie“!

  17. Krisen wie diese führen uns sehr deutlich vor Augen, wie abhängig wir heutzutage sind, wie sozial oder asozial die Gesellschaft und es tun sich berechtigte Zweifel auf, ob wir dieses „Spiel“ noch lange so spielen wollen/können.

    Man sieht, eine wirklich schlimme Pandemie oder jede andere Krise würde man schon aufgrund der vielen globalen Abhängigkeiten von permanenten Lieferketten und immensen globalen Bevölkerungsströmen gar nicht aufhalten können. Und so dilettantisch wie es „versucht“ wurde schon gar nicht.
    Dabei ist nicht das Virus das Übel, welches evolutionär sogar unabdingbar ist, sondern unser falsche Umgang mit fast allem, was uns jetzt mehr und mehr auf die Füße fällt!