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Wie viel CO2 verursacht ein Haustier?

Haustiere sind schon das Beste, was einem zu Hause passieren kann. Wir wollen hier bestimmt keinem den Spaß an Hund, Katze oder Meerschwein verderben. Aber trotzdem hat Utopia untersuchen lassen, wie klimafreundlich die Lieblinge sind und dazu gibt's Tipps, wie sie zum Klimaschutz beitragen können.


Fünf kleine Lieblinge unterziehen sich dem Klimacheck. Die CO2-Werte wurden von den Klimaexperten von CimatePartner ermittelt. Sie beziehen sich konkret auf die fünf nachgenannten Haustiere und ihre angegebenen Haltungsbedingungen. Die Angaben sind also lediglich Richtwerte und lassen sich nicht verallgemeinern.




CO2 Bilanz der HauskatzeHauskatze Filly (ausgewachsen und
4 Kilogramm schwer)

Was und wie viel frisst das Tier?
Filly bekommt von ihrer Besitzerin pro Tag eine Dose Nassfutter (400 gr) und eine Schale Trockenfutter (80 gr, Mengenan-gaben jeweils Empfehlung des Herstel-lers. Nahrungsproduktion und Verpackungs-herstellung verursachen pro Jahr einen CO2-Ausstoß von fast einer Tonne.

Was kommt jährlich an Müll zusammen?
Fillys Halterin spart wie die meisten nicht mit dem Katzenstreu. Im Jahr kommen rund 700 Liter nicht kompostierbares Mineralstreu zusammen. Dazu noch rund 370 leere Dosen Katzenfutter, 15 Trockenfutterbehälter aus Pappe (2-Kilo-Packung) und viele Leckerli-Folienverpackungen, die nach wie vor schlecht zu recyceln sind. Die ENtsorgung verursacht pro Jahr einen CO2-Ausstoß von rund 1250 Kilogramm.

Wie hoch ist der Energieaufwand?
Fillys Besitzerin ist penibel, was die Hygiene angeht. Rund 600 Liter Wasser benötigt sie im Jahr zur Reinigung des Katzenklos. Weil sie dazu ausschließlich kaltes Wasser benutzt, liegt der C02-Ausstoß bei nur 1 Kilogramm pro Jahr.

Wie hoch ist der gesamte CO2-Ausstoß pro Jahr? Über 2200 Kilogramm.

Wie kann ich den CO2-Ausstoß verringern?
Im Katzenklo genügt eine maximal fünf Zentimeter dicke Streu-Schicht. Mittlerweile gibt es hier eine große Auswahl an ökologischen Produkten. Achtung: Öko-Katzenstreu ist nur bedingt kompostierbar, da der Komposthaufen leicht überdüngt werden kann. Achten Sie beim Futterkauf auf die Verpackungsart. Gerade das weniger empfindliche Trockenfutter ist oft in recyclingfähigen Pappverpackungen erhältlich. Probieren Sie außerdem mal aus, ob ihre Katze auf vegetarisches Katzenfutter steht, denn Fleisch ist unter den Lebensmitteln der größte CO2-Produzent, weil es viele industrielle Produktionsschritte durchlaufen muss. Freilaufende Katzen stillen ihren Fleischappetit mit Vorliebe draußen auf der Jagd, und Dosenfutter mit Rindfleisch ist für Katzen eigentlich unnatürlich. Oder ist Ihre Katze schon mal mit einer gerade gerissenen Kuh nach Hause gekommen?

Fazit:
Katzen sind die CO2-Schleudern unter den fünf getesteten Haustieren, aber Katzenhalter haben auch ein hohes Einsparpotenzial. Wer seine Mieze nicht im Katzenstreu erstickt und es zur Abwechslung mal mit eiweißhaltigem Pflanzenfutter versucht, ist auf einem guten Weg.




Zierfische (100 Stück im beheizten 500 Liter-Aquarium)CO2 Bilanz der Zierfische

Was und wie viel fressen die Tiere?
Sehr unterschiedlich. Die Testfische bekommen von ihrem Züchter im Jahr rund 1500 Gramm Trockenfutter (zur Hälfte tierische und pflanzliche Inhaltstoffe). Der CO2-Ausstoß beträgt etwa 25 Kilogramm pro Jahr.

Was kommt jährlich an Müll zusammen?
Neben dem Verpackungsmüll für Futtermittel (rund 10 Dosen à 150 Gramm) ausschließlich Biomüll: Algen, Grünpflanzen, Fäkalien. Diese niemals ins Klo kippen! Das kann das ganze Rohrsystem im Haus durch Algenblüte nachhaltig schädigen – auch die Klärwerke freuen sich nicht gerade über Biomüll im Abwasser. Kann die Technik lahmlegen und bietet Ratten Nahrung. CO2-Ausstoß: 3 Kilogramm.

Wie hoch ist der Energieaufwand?
Die 100 Testfische schwimmen in einem 500-Liter-Aquarium, das nicht speziell isoliert ist und keine Abdeckung hat. Die Wassertemperatur beträgt 26 Grad. Der Aquarianer tauscht alle 14 Tage die Hälfte des Wassers aus. Das macht einen Jahresverbrauch von 6000 Litern Wasser. Der Strombedarf für Heizung, Licht und Pumpe: rund 15 bis 20 Kilowattstunden. In CO2 umgerechnet werden im Jahr über 900 Kilogramm emittiert.

Wie hoch ist der gesamte CO2-Ausstoß pro Jahr? Etwa 950 Kilogramm.

Wie kann ich den CO2-Ausstoß verringern?
Energiesparlampen sind bei der Aquarienbeleuchtung Pflicht. Wer Kaltwasserfische hält, muss nicht aufwändig heizen. Böse Stromfresser sind offene Aquarien: Gegen die hohe Verdunstungskälte muss die Heizung nämlich zusätzlich powern. Einige Fische (z.B. Saugschmerlen) sind natürliche Müllentsorger und verzögern den nötigen Wasseraustausch um einige Tage – aufs Jahr gerechnet eine echte Ersparnis.

Fazit:
Pro kleinem Fisch kommt eine Menge CO2 zusammen. Wer Fische nur hält, weil das Aquarium so hübsch zu den Möbeln passt, sollte überlegen, ob es nicht auch ein bunter Wandteppich tut.




CO2 Bilanz des KanarienvogelsKanarienvogel Hansi (Hahn, 6 Jahre alt)

Was und wie viel frisst das Tier?
Kanarienvögel können den ganzen Tag am Napf hängen – der Testvogel Hansi futtert 6 Kilogramm Körnerfutter pro Jahr, dazu kommen 24 Futterkolben. Der CO2-Ausstoß beträgt rund 8 Kilogramm im Jahr.

Was kommt jährlich an Müll zusammen?
Hansis Besitzer tauscht zweimal in der Woche den Sand komplett aus. Im Jahr kommen rund 15 Kilogramm unreiner Vogelsand zusammen – unbedenklich, wenn er in die Biotonne und nicht ins Klo geschüttet wird. Dazu 12 Plastikbeutel (500-Gramm-Größe) und 12 Papp-schachteln (Futterkolben). CO2-Ausstoß: etwa 5 Kilogramm.

Wie hoch ist der Energieaufwand?
Zweimal in der Woche spült der Vogelbesitzer den Käfigboden mit 15 Litern kaltem Wasser aus. Macht pro Jahr 1560 Liter Wasser. CO2-Ausstoß: 1 Kilogramm

Wie hoch ist der gesamte CO2-Ausstoß pro Jahr? Gut 28 Kilogramm.

Wie kann ich den CO2 -Ausstoß verringern?
Nicht nur industriell hergestelltes Körnerfutter verwenden, sondern die Vögel mit Saatgut aus dem eigenen Garten füttern. Auch Löwenzahn ist ein guter Vitaminlieferant und wächst vor der Haustür - aber bitte nicht direkt am Straßenrand sammeln, sonst kriegt Hansi eine toxische Dosis Feinstaub zum Mittag. Bei der Reinigung genügt es, Boden und Gitter des Käfigs mit einem feuchten Lappen sauber zu wischen. Das spart eine Menge Wasser. Außerdem: den Käfigboden unter dem Sand mit altem Zeitungspapier auslegen und so wiederverwenden, bevor es ins Altpapier wandert. Oder noch ambitionierter: Den Käfig nur mit Küchenpapier auslegen und dem Vogel ein Schälchen mit Vogelsand zum Baden hinstellen. Dann atmet Hansi auch nicht so viel Staub ein.

Fazit:
Der Kanarienvogel ist der Klimagewinner im Test. Wer sich die Mühe macht, nicht nur konventionell hergestelltes Futter zu kaufen, sondern im Garten danach zu suchen und obendrein den Vogelkäfig auswischt, statt ihn abzuduschen, macht alles richtig.

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Thema: Klima- und Umweltschutz, Stand: 21.10.2008 von

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alle Kommentare (61)
  • schrieb am 30.05.2013 um 23:17
    Ist es bei der Diskussion um die Kohlendioxidatmung Eurer Haustiere nicht sinnvoller Ihr geht zum Tierarzt und bittet diesen den Verursacher zu eliminieren. Dann hat die Rechnerei und die Diskussion ein Ende und die Pflanzen müssen dann weniger Sauerstoff produzieren und sind dann ein bischen entlastet. mehr weniger
  • schrieb am 27.12.2011 um 20:44
    Ich habe einen eigenen Blog über das Thema geschrieben ,da wir uns ja einig sind das dieser Artikel nicht so wirklich was taugt :) freue mich über bewertungen
    https://utopia.de/0/blog/haustiere-oeko-tipps-und/haustiere-oeko-ein-beitrag-der-auch-die-beduerfnisse-der
  • schrieb am 13.12.2009 um 17:09
    Die Katzenhalter (ich bin selbst einer) die ein eigenes Haus haben, sollten irgendwo ne Katzenklappe einbauen. Dann brauchen sie auch kein Katzenklo und -streu. Damit vermindert sich die CO2 -Bilanz deutlich.
  • schrieb am 06.12.2009 um 16:01
    Ich finde den Artikel gut, da man damit abschätzen kann, welche Umweltwirkungen die Anschaffung eines Haustiers im Vergleich zu anderen Konsumausgaben verursacht.

    Artgerechte Tierhaltung steht, glaube ich, nicht zur Diskussion. Aber ob es wirklich ein 30-kg-Hund sein muss, den man sich leistet, darf man meines Erachtens schon diskutieren. mehr weniger
  • schrieb am 06.08.2009 um 18:02
    Guter Artikel, ja genau. Was soll denn auch der ganze Quatsch mit dem Luxus fuer Tiere?
    Man sollte sich dann doch mal ein Beispiel an mir nehmen. Mein Weg um umweltbewusst zu leben:

    Duschen? Nee, verbraucht zu viel Wasser und produziert CO2. Unsere Vorfahren im Mittelalter haben uns ja schon vorgemacht wie es geht: Puder ins Gesicht und den Dreck sieht man nicht mehr. Anstelle von industriell hergestelltem Puder (beim Herstellen wieder zuviel Energieverbrauch) empfehle ich Lehm aus dem Bach (gibt eine schoene, leicht gebraeunte Farbe) oder fuer die, die gerne ungebraeunt rumlaufen Fusskaese. Einfach abraspeln, ins Gesicht reiben, fertig.
    Wenns nach zu langem Nicht-baden dann doch mal anfangen sollte zu jucken und zu zwicken, einfach in den naechsten Teich im Stadtpark springen. Am besten einen nehmen, wo zu viele Fische drin sind, dann kann man noch einen guten Beitrag zur Individuenreduktion leisten.
    Zu viele Fische sind naemlich auch klimaunfreundlich, produzieren naemlich zuviel CO2 durch atmen und fressen gleichzeitig noch die Pflanzen aus dem Teich, die ansonsten CO2 aufbrauchen und O2 produzieren wuerden.

    Sinnvoll waere es dann natuerlich auch, die Fische und Wale im Meer auszurotten, da diese das Plankton wegfressen, welches ansonsten viel CO2 aus der Atmosphaere aufnehmen wuerde. Sehr klimaunfreundlich diese Fische! Weg damit!

    Zur eigenen Ernaehrung kann ich nur Pflanzen vom Wegesrand empfehlen. Das ist nicht verpackt und gleichzeitig kann man noch etwas zur Feinstaubreduktion beitragen, dadurch dass man ihn einfach wegisst. Und den Weg zum Supermarkt spart man sich auch noch - weniger Spritverbrauch.

    Und ab naechstem Jahr werde ich in einer Hoehle wohnen. Am besten am Rande eines aktiven Vulkans, denn dann brauch ich im Winter kein Feuer zu machen.


    Lange Rede, kurzer Sinn: sparen an den falschen Ecken bringts auch nicht. Und bei den schon vorhandenen Tieren sollte man nicht auf deren Kosten sparen. Ich zuechte Kanarien und werde deren Kaefige auch weiterhin jede Woche mit heissem Wasser abspuelen. Dadurch werden Krankheitskeime besser abgetoetet und die Voegel bleiben eher gesund. Und die Fahrt zum Tierarzt kann ich mir sparen ... die wuerde die eingesparte Energie dann sofort wieder zunichte machen und es waere nichts gewonnen, dafuer waeren aber trotzdem die Tiere krank.

    Wer dies nicht einsieht, der sollte sich halt keine Tiere zulegen. Tierschutz hat fuer mich dann doch einen hoeheren Stellenwert als Klimaschutz. Punkt. mehr weniger
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