Das Jenke-Experiment: RTL-Journalist isst täglich 1 Kilo Fleisch – und wird krank

Foto: TVNOW / Verena Sieben

Für seine Dokureihe „Das Jenke-Experiment“ hat Journalist Jenke von Wilmsdorff zwei Wochen lang 1 Kilo Fleisch gegessen – jeden Tag. Sein Körper hat darauf teils heftig reagiert. Im Anschluss ernährte er sich zwei Wochen lang vegan. Jetzt ist er Vegetarier, Auslöser waren zwei Mastschweine. 

Für seine Doku-Reihe „Das Jenke-Experiment“ stellte sich Journalist Jenke von Wilmsdorff bei RTL regelmäßig extremen Situationen. Gesellschaftliche Themen wie Alkoholmissbrauch oder Armut probierte er dabei am eigenen Leib aus.

Das Jenke-Experiment: Gichtanfall nach zwei Tagen

Sein aktuellstes Experiment strahlte RTL bereits Anfang März 2020 aus. Am Mittwoch 01. Juli zeigt der Sender um 20.15 Uhr die Wiederholung. Das Thema: Fleischkonsum. Dafür hat Jenke zwei Wochen lang täglich ein Kilo Fleisch gegessen. Unter dem Titel: „Tiere lieben und essen – Wie viel Fleisch muss sein?“ wollte er zeigen, was übermäßiger Fleischkonsum mit seinem Körper anrichtet.

Im Kontrast dazu hat sich Jenke im Anschluss zwei Wochen lang vegan ernährt. Auch hier interessierte ihn der gesundheitliche Aspekt. Der Journalist ging der Frage nach, ob eine rein pflanzliche Ernährung tatsächlich gesünder ist.

Um seinen gesundheitlichen Zustand zu überprüfen, hat sich Jenke während der Fleisch-Phase diversen Leistungstests unterzogen. Dabei wurden etwa seine Blutwerte analysiert und seine Erektionsfähigkeit ermittelt. Sein Körper zeigte aber auch direkte Reaktionen auf den übermäßigen Fleischkonsum: Bereits nach zwei Tagen erlitt Jenke einen Gichtanfall.

Nach Experiment: Jenke wird zum Vegetarier

Während des vierwöchigen Experiments hat sich Jenke auf einem Bauernhof in Hamm einquartiert. Um die Lebewesen hinter den tierischen Produkten kennenzulernen, begleitete er dort die Mastschweine „Elsa“ und „Schmali“, mistete ihren Stall aus, fütterte und trainierte sie. Und stand am Ende vor der Frage: Elsa und Schmali schlachten oder am Leben lassen?

Jenke rettete beide Schweine und kündigte an, dass sie auf Kosten von RTL bis zu ihrem natürlichen Lebensende auf ihrem Heimat-Bauernhof in Nordrhein-Westfalen leben würden. Seine Entscheidung die Tiere am Leben zu lassen hatte auch für den Journalisten selbst Konsequenzen: Von nun an muss er vegetarisch leben, so der Deal.

Das Jenke-Experiment zu Fleischkonsum
Jenke von Wilmsdorff mit Mastschwein Elsa. (Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

In der Sendung beschäftigte sich Jenke noch mit einer anderen Frage: Welche Mengen Fleisch sind ethisch und im Blick auf die Umwelt vertretbar? Dafür reiste er nach Indien und besuchte die Religionsgemeinschaft „Bishnoi“. Bei dieser ist der Verzehr von Fleisch gesellschaftlich geächtet.

Zu viel Fleisch ist ungesund

Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) isst jeder Deutsche durchschnittlich 60,1 Kilo Fleisch im Jahr (Zahlen von 2018). Das sind 164 Gramm (0,164 Kilo) Fleisch am Tag. Mit einem Kilo am Tag lag Jenke deutlich über dem durchschnittlichen Verzehr.

Dass zu viel Fleisch ungesund ist, ist nichts Neues: Studien zufolge soll es die Lebenserwartung verkürzen und das Risiko für Infarkt, Schlaganfall, Diabetes und diverse Krebsleiden erhöhen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb: Wer Fleisch isst, sollte nicht mehr als 300 bis 600 Gramm wöchentlich verzehren – also halb so viel, wie es derzeit der Fall ist.

Fleischverzicht ist besser für die Umwelt

Weniger Fleisch zu essen ist aber nicht nur gesund, sondern auch besser für die Umwelt: Die Fleischindustrie gehört zu den umweltschädlichsten Branchen überhaupt. Viehzucht und Tierhaltung verursachen hohe Treibhausgas-Emissionen, die Futterproduktion beansprucht riesige landwirtschaftliche Flächen.

Nicht nur auf Fleisch, sondern gänzlich auf tierische Produkte zu verzichten, hat den größten Einfluss auf unseren ökologischen Fußabdruck. Laut einer Studie von Juli 2018 macht die Produktion tierischer Produkte 60 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgas-Emissionen aus. Ohne Fleisch- und Milchprodukte könnten die Agrarflächen weltweit um bis zu 75 Prozent reduziert werden.

Eine vegane Ernährung sei wahrscheinlich die effektivste Weise unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern, sagte der Leiter der Studie damals. „Auf Tierprodukte zu verzichten bringt deshalb weit mehr als der Versuch nur nachhaltig produzierte Fleisch- und Milchprodukte zu erwerben.“

Utopia meint: „Das Jenke-Experiment“ liefert nicht nur Informationen, sondern vor allem Unterhaltung. Ob es dafür notwendig war, dass sich Jenke in gesundheitliche Gefahr begibt, ist fragwürdig. Auf der anderen Seite zeigte der Journalist eindrucksvoll, was Fleischkonsum mit unserem Körper anrichten kann – und das ist für sich schon eine deutliche Warnung an alle, die Fleisch essen.

Zwar wissen die meisten inzwischen, dass zu viel Fleisch der Gesundheit schadet. Die Auswirkungen ungesunder Ernährung spürt man aber selten so unmittelbar. Wenn „Das Jenke-Experiment“ dazu führt, dass mehr Menschen ihren Fleischkonsum hinterfragen und künftig weniger oder gar keine tierische Produkte mehr essen, ist das eine gute Sache. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Umwelt und die Tiere.

Anschauen: „Das Jenke-Experiment: Tiere lieben und essen – Wie viel Fleisch muss sein?“ läuft am Mittwoch den 01.07. um 20.15 Uhr bei RTL und ist bei TVNow verfügbar.

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(4) Kommentare

  1. Wenn der Typ, jeden Tag wie Hein ten Hoff trainiert hätte, dann wäre es sicherlich anders ausgegangen. Solche Experimente sind für mch „Dumm“ und nichts sagend..

  2. Ich fand die Sendung sehr gut.
    Überlege ernsthaft meinen Fleischkonsum noch weiter zu reduzieren.

    Gunjisjk: keine Ahnung, wie sie sich noch vor der Ausstrahlung der Sendung eine Meinung bilden können. Solche Kommentare sind für mich „Dumm“ und nichts sagend.

  3. Sicherlich steckt hinter diesem „Experiment“ auch ein ernsthafter Sinn, dieser wurde aber durch den übermäßigen Fleischkonsum vom Moderator Jenke ad Absurdum getrieben. In so fern muss man da Gunsjisjk auch in gewisser Weise Recht geben.

    Was kommt als nächstes? Jenke trinkt 10 Liter Wasser am Tag und stellt fest:
    Oh, meine Blase platzt! Wasser ist also ungesund!
    🙂

    Nichtsdestotrotz sind wir alle gut beraten wieder etwas „natürlicher“ zu leben und uns auch so zu ernähren. Die Ernährungspyramide wurde nicht ohne Grund in dieser Weise erstellt. Fleisch ist durchaus ein wertvolles Nahrungsmittel! Aber die Qualität ist sehr wichtig, die Zubereitung und an den Bedarf angepasst versteht sich. 😉

    Übrigens: Eskimos sind auch als reine „(Roh) Fleisch-Fresser“ kerngesund! Ketogene Ernährung ist aber mMn auch nur in solchen Ausnahme-Lebenssituationen wirklich sinnvoll. Wir haben dafür zum Glück jede Menge leckere und gesunde pflanzliche Alternativen und auch nicht solch hohen Bedarf an tierischem Fett, da wir auch keine -60°C überstehen müssen.

  4. Wenn der Durchschnittliche Fleischverbrauch Deutschlands bei 60Kg pro Einwohner liegt, bedeutet es ja nicht, dass jeder Deutsche 60Kg Fleisch pro Jahr isst.
    Da eine ganze Menge Menschen viel weniger bis gar kein Fleisch essen, müssen eine ganze Menge Leute eben viel mehr zu sich nehmen.
    Und die trifft man erst beim Discounter, dann beim Arzt und oft verfrüht auf dem Friedhof.
    Ich lebe seit etwa 6 Jahren vegan, nach mehr als 60 Jahren sogenannter „normaler“ Ernährung, die mich nicht umgebracht hat, ich war auch nie krank, kein Diabetes oder Bluthochdruck etc…
    Ein bisschen Fleisch würde mich auch heute sicher nicht töten, aber die leichtere, frischere Nahrung ist bekömmlicher, schmeckt mir besser und ich brauche keine Abführmittel.
    Das gerede von „Verzicht“ ist Quatsch, ich koche gern und freue mich stets über neue Gerichte aus frischen Zutaten.
    Die Bedenken der besorgten Freunde über Mangel bei Veganern enden meisst bei B12 und Eisen, aber dagegen gibt es Blutproben und Pillen.
    Unsere Gesellschaft ist Ernährungsmässig vollkommen aus dem Gleis geraten, es wird einfach alles unkontrolliert in sich gestopft was es zu kaufen gibt, man kann es auch Völlerei nennen.