Bei dm gibt es jetzt Nudeln aus Insekten

Fotos: © dm und By Thomas W. Fiege/Insektenwirtschaft.de [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Die Drogeriekette dm hat vor einigen Wochen ein Produkt ins Sortiment aufgenommen, das für viele gewöhnungsbedürftig sein dürfte: Insektenpasta. Die Nudeln enthalten Mehl von Würmern und sind besonders proteinreich.

Tagliatelle, Tagliatelle mit Ei und Spätzle – die Insektennudeln gibt es bei dm in diesen drei Sorten. 250 Gramm der Nudeln kosten jeweils 3,95 Euro. Die Zutatenliste ist kurz: Hartweizengrieß, zehn Prozent Buffalowürmer und je nach Sorte Ei.

Dm verkauft die Nudeln schon seit November – allerdings nur im Online-Shop. Hergestellt wird die Pasta vom Unternehmen „Plumento Foods“, das neben Nudeln auch Kekse, Granola und Croutons aus Insektenmehl produziert.

Insekten für dm-Nudeln stammen aus Holland

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Insektennudeln bei dm: Alle drei Sorten. (Foto: © Plumento Foods)

Die Buffalowürmer für die dm-Insektenpasta werden in Holland gezüchtet. Sie erhalten vegetarisches Futter, Hormone oder Antibiotika werden ihnen nicht verabreicht. Der Hersteller betont, dass sie artgerecht gehalten werden.

Wenn Rinder oder Schweine geschlachtet werden, ist das trotz Betäubung mit Leid und Schmerzen für die Tiere verbunden. Bei den Würmern sei dies anders: „In Kältekammern fallen Sie in eine natürliche Kältestarre und sterben, ohne dass sie Schmerz oder Stress empfinden. Anschließend werden sie blanchiert, gefriergetrocknet und zermahlen“, schreibt der Hersteller.

Vorteile von Insekten als Nahrung

Insekten als Lebensmittel sind in vielen Teilen der Welt völlig normal, bei uns hingegen für viele undenkbar. Dabei haben Insekten vor allem im Vergleich zu Fleischprodukten viele Vorteile. Die Aufzucht von Insekten benötigt weniger Fläche, Futter und Wasser als die traditionelle Viehzucht. Außerdem verursacht sie weniger Treibhausgase.

Insekten liefern drüber hinaus wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und vor allem viel Protein. Zum Vergleich: 100 Gramm Insektenpasta von dm enthalten 18,1 Gramm Protein. Reguläre Nudeln der dm-Eigenmarke enthalten zwölf Gramm. Ein großer Unterschied dafür, dass die Insektennudeln nur zu zehn Prozent aus Buffalowürmern bestehen.

Nicht nur dm verkauft Lebensmittel aus Insekten

Rewe Insektenburger Insekten Burger
Insektenburger von Rewe. (Foto: © Bugfoundation)

Experten sehen in Insekten die „nachhaltige Ernährung der Zukunft“. Denn sie haben das Potential, mit vergleichsweise geringem Aufwand viele Menschen zu ernähren. Wenn die Menschen weltweit mehr Insekten und weniger Fleisch essen würde, würde das die Umwelt entlasten – und auch die industrielle Massentierhaltung schwächen.

Dass man Insekten auch in Deutschland essen kann, ist noch gar nicht so lange möglich: Erst seit dem 1. Januar 2018 dürfen unter anderem Mehlwürmer und Heuschrecken als Lebensmittel verkauft werden. Dm ist nicht das erste Unternehmen, das genau das versucht. Rewe hat vergangenen April einen Insektenburger ins Sortiment aufgenommen.

Wie sinnvoll sind Insektennudeln?

Insekten sind vor allem ein vielversprechender Fleischersatz. Ob es sinnvoll ist, Insektenmehl in eigentlich vegetarische Produkte wie Nudeln zu verarbeiten, sei dahingestellt. Wahrscheinlich versuchen Hersteller wie Plumento Foods mit solchen Kreationen, die Insekten im Essen unsichtbar zu machen. Der Ekelfaktor ist bei Würmern, Heuschrecken oder Grillen womöglich noch zu groß. Man darf gespannt bleiben, ob sich Nahrungsmittel aus Insekten bei uns irgendwann etablieren können oder nicht.

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(4) Kommentare

  1. Auf die Plätze fertig los: Alle Omnivoren und Carnivoren hopp, hopp!
    Das Fleisch der Zukunft in Nudelform, wenn das nicht kreativ ist, dann weiß ich auch nicht.
    Wahlweise kann man ja seinem Hund oder seiner Katze ein Lätzchen umbinden und dann kann man gemeinsam Nudeln essen. Ich stelle mir das sehr heimelig vor und derweil knusper ich dann doch lieber weiter an meinem Tofubratling. 🙂

    Aber es würde mich wirklich interessieren, ob eine Katze diese Nudeln essen würde.
    Vielleicht kann ja mal einer der fleischessenden User und Katzenbesitzer den ultimativen Test machen? Wäre doch zumindest eine Trockenfutternotfallvariante für das Tier.

  2. Ist die Bezeichnung „Nudel“ dafür überhaupt richtig?
    Das könnte mancher Verbraucher falsch verstehen.
    Sollte man dafür nicht besser mal einen neuen Begriff kreieren. Angebracht wäre es aus dem genannten Grund.
    Leider fällt mir gerade nichts Passendes ein …

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