Absicht oder Versehen? Die Herkunftsangaben von Supermarkt-Gemüse sind häufig falsch

Obst und Gemüse sind oft falsch deklariert, Marktcheck
Foto: Pixabay, CCO Public Domain

Mehr als ein Drittel der Deutschen greift im Laden bewusst zu regionalen Lebensmitteln. Doch oft stimmen die Angaben auf den Schildern nicht mit denen auf der Verpackung von Tomate, Gurke und Zwiebel überein, wie die Sendung Marktcheck jetzt zeigt.

Kartoffeln aus Deutschland, Äpfel aus Argentinien oder Tomaten aus Holland: In der Obst- und Gemüseabteilung muss genau erkenntlich sein, woher Lebensmittel stammen – so ist es rechtlich vorgeschrieben. Deswegen informieren uns Schilder über der Lebensmittel-Auslage, ob Obst und Gemüse aus Deutschland oder aus anderen Teilen der Welt kommen. Dabei bevorzugen immer mehr Kunden beim Einkauf regionale Produkte – fast 36 Millionen Menschen waren es hierzulande vergangenes Jahr.

Doch die Herkunftsbezeichnungen auf den Schildern stimmen oft nicht mit der tatsächlichen Herkunft von Obst und Gemüse überein, das ergaben mehrere Stichproben der Sendung Marktcheck bei Rewe, Lidl, Aldi und Netto. So waren etwa Heidelbeeren in einer Lidl-Filiale als „aus Deutschland“ ausgeschildert, auf der Verpackung jedoch war Spanien als Herkunftsland ausgewiesen. Ähnlich verhielt es sich mit Zwiebeln in einer Netto-Filiale: Das angeblich deutsche Gemüse stammte tatsächlich aus Ägypten.

„Irreführung der Verbraucher“

Zufall oder absichtliche Täuschung? Oft würde die neue Ware einfach ins Regal gestellt, ohne gegenzuchecken, ob Schild und Ware noch die gleiche Herkunft ausweisen, sagt ein Lebensmittelkontrolleur gegenüber Marktcheck.

Ob Zeitdruck, keine Lust oder Unachtsamkeit bei den Mitarbeitern, Fakt ist: Falsch deklarierte Ware ist laut EU-Lebensmittelverordnung rechtlich nicht zulässig, wie ein Verbraucheranwalt in der Sendung erklärt. Er spricht von einer „Irreführung der Verbraucher“.

Hier gehts zum Video von Marktcheck. 

Utopia rät: Obst und Gemüse aus der Region ist besser, weil es nicht über weite Transportwege energieaufwendig zu uns gekarrt werden muss. Noch besser ist regionales Obst und Gemüse in Bio-Qualität, weil dabei keine giftigen Pestizide eingesetzt werden dürfen. Das ist nicht nur gut für dich, sondern auch für die Umwelt.

Marktcheck rät bei der Herkunft auf die Verpackung zu achten, am allerbesten ist (regionales Bio-)Obst und Gemüse allerdings, wenn es gar nicht erst verpackt ist. Unverpacktes Obst und Gemüse bekommst du übrigens in Unverpackt-Läden, auf dem Wochenmarkt, im Bioladen und in einzelnen Supermärkten. Wenn du dir unsicher bist, frag beim Personal nach, woher Obst und Gemüse stammen.

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(1) Kommentar

  1. Bei verpackten Lebensmitteln hilft nur eines: lesen. Da kann dann sonst etwas am Regal stehen, der Blick auf die Verpackung verrät die wahre Herkunft. Aber bei den unverpackten Lebensmitteln bin ich auf die Ehrlichkeit des Händlers angewiesen, denn meine Kontrollmöglichkeiten als Kunde gehen da gegen Null. Das Vertrauen darauf fällt mir leicht in Märkten, in denen ich auch bei verpackten Lebensmitteln selten bis nie Differenzen finde. Aber dieses Vertrauen ist futsch, wenn ein Händler bei den verpackten Lebensmitteln durch häufige Falschbeschilderung auffällt. Da ist es mir dann auch egal, ob das Absicht oder Schlamperei ist, denn ich kann wohl kaum darauf bauen, dass unverpackte Lebensmittel ehrlicher/ sorgfältiger ausgezeichnet sind. Das sollten die Händler bitte bedenken und ihr Personal darauf sensibilisieren, wie wichtig die richtige Deklaration ist.

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