„CO2 mit bloßem Auge erkennen“: Die neueste Hetzkampagne gegen Greta

Foto: © Utopia/Vipasana Roy

Greta Thunbergs Kritiker haben einen neuen Weg gefunden, die 16-jährige anzugreifen. Dieses Mal geht es um eine Aussage von Gretas Mutter, nach der die Schülerin CO2 sehen kann. Greta selbst hat schon auf die neuesten Anfeindungen reagiert.

„Natürlich enden die ständigen Hasskampagnen nicht. Es gibt mindestens eine Verschwörungstheorie pro Tag“, schreibt Greta Thunberg am Wochenende in einem Facebook-Post. Aber die neueste Kampagne sei die bislang womöglich unterhaltsamste Variante. Auf verschiedenen Portalen und Webseiten werfen Kritiker Greta vor, dass sie behaupte, CO2 sehen zu können.

CO2 ist aber ein farbloses Gas und mit dem Auge nicht erkennbar. Im Netz findet man verschiedene Artikel, die im Detail erklären sollen, wieso Greta lügt. „Diese Aussage unterstreicht, wie bizarr ihr Aktivismus geworden ist und die Leute wollen scheinbar lieber wegschauen, anstatt ihre Fähigkeiten und ihr kognitives Verständnis in Frage zu stellen“, heißt es beispielsweise in dem Portal „whatsupwiththat“.

Auszug aus dem Buch von Greta Thunbergs Mutter

Greta Thunberg mit ihrem Schild.

Allerdings hat Greta nie behauptet, dass die CO2 sehen kann – dafür aber ihre Mutter. Sie hat ein Buch mit dem Titel „Szenen aus dem Herzen“ veröffentlicht, in dem es um die Geschichte der Familie Thunberg geht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat einen Ausschnitt aus dem Buch veröffentlicht – von dort stammt die Aussage über Greta und CO2:

„Greta gehört zu den wenigen, die unsere Kohlendioxide mit bloßem Auge erkennen können. Sie sieht, wie die Treibhausgase aus unseren Schornsteinen strömen, mit dem Wind in den Himmel steigen und die Atmosphäre in eine gigantische unsichtbare Müllhalde verwandeln.“

Das sagt Greta Thunberg

Für einige von Gretas Kritikern ist dieser Teil des Buches der Beweis, dass die Schülerin eine Betrügerin ist. „Bei Ihrer Tochter handelt es sich offensichtlich um ein Wunderkind, mit übersinnlichen Eigenschaften. Das Mädchen kann nämlich CO2 sehen und das soll kein Witz sein“, steht auf der österreichischen Plattform „unzensuriert“.

Für Greta wiederum waren die vielen Artikel Grund genug, sich von den Gerüchten zu distanzieren: „Niemand hat gesagt, dass ich im wörtlichen Sinne CO2 sehen kann…das ist mehr als bescheuert. Es sollte eigentlich nicht nötig sein, das zu erwähnen“, schreibt Greta auf Facebook. „Wenn ich schon dabei bin, möchte ich auch darauf hinweisen, dass wenn ich sage ‚unsere Zivilisation ist fast wie ein Schloss, das auf Sand gebaut ist‘, oder dass ‚unser Haus in Flammen steht‘, das ebenfalls Metaphern sind.“

Greta muss viel aushalten

In den sozialen Netzwerken wird Greta seit Monaten angefeindet – selbst von Politikern. Sie wurde schon als „verhaltensgestört“, Marketing-Instrument ihrer Eltern oder Betrügerin bezeichnet. Zum Glück nimmt Greta die Kampagnen gegen sie noch mit Humor.

Hinweis: Wir haben uns dazu entschieden, die im Artikel zitierten Online-Portale nicht zu verlinken. Mit jedem Link vergrößern wir potentiell die Reichweite dieser Webseiten.

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(1) Kommentar

  1. So widerlich solche Hasskampagnen sind, neu sind sie nicht: Wer in den 1980ern gegen Neutronenbombe und Nachrüstung demonstrierte, bekam oft den Spruch „Geh doch nach drüben“ zu hören oder wurde von Politikern wie Journalisten als naiv oder mehr noch als von Moskau gesteuert diskreditiert. Wir haben die Verleumder überlebt, und der größte Teil von ihnen hat den Kugelschreiber für immer abgegeben.