Öko-Test Haargel und Haarwachs: Problematische Inhaltsstoffe bei beliebten Marken

Fotos: Öko-Test

Haarwachs und Haargel enthalten oft bedenkliche Inhaltsstoffe. Das zeigt der Test des Verbrauchermagazins Öko-Test. Bei den Experten sind 15 Haarstyling-Produkte durchgefallen. Denn wer schmiert sich schon gerne Mineralöl und Plastik in die Haare?

Haargel und Haarwachs sind vor allem bei Männern beliebt: 41 Prozent stylen sich täglich die Haare – bei den Unter-30-Jährigen nutzt sogar jeder Zweite ein Haarstyling-Produkt, so Öko-Test.

Doch ob Haargel, Haarwachs oder eine andere Stylingcreme – was schmiert man(n) sich da wirklich in die Haare? Öko-Test wollte es genauer wissen und schickte 50 Haarstyling-Produkte ins Labor. Vor allem Haarwachs und Haargel befanden sich unter den getesteten Produkten, zum Beispiel von Schwarzkopf, Nivea, L’Oréal und den Eigenmarken mehrerer Drogerieketten.

Das Ergebnis fiel durchwachsen aus: Von „sehr gut“ bis zu „mangelhaft“ und sogar „ungenügend“ war alles dabei.

Haargel & Haarwachs im Test

Die Auswahl an Haargel und Haarwachs in den Geschäften ist groß, und einige Produkte sind auch durchaus empfehlenswert: 13 Haarstyling-Produkte zeichnete Öko-Test mit der Bestnote „sehr gut“ aus. Darunter befanden sich vor allem Naturkosmetikprodukte, beispielsweise:

  • Alterra Styling-Gel Bio-Papaya & Bambus, ca. 2,50 Euro, von Rossmann
  • Haarwichse von Kastenbein & Bosch, ca. 18 Euro, erhältlich** z.B. im Avocadostore oder bei BioNaturel
  • Logona Styling Haargel Bambus, ca. 6 Euro, erhältlich** z.B. bei Amazon oder Ecco Verde

Fast alle Produkte aus zertifizierter Naturkosmetik im Test waren frei von bedenklichen Inhaltsstoffen und damit „sehr gut“. Lediglich in einem Produkt fand Öko-Test einen Duftstoff gefunden, der Allergien auslösen kann.

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Mineralöl in Haargel und Haarwachs gefunden

Paraffine und Silikone auf Erdölbasis sind in Naturkosmetikprodukten verboten. In konventionellen Hairstyling-Produkten hingegen sind sie noch oft enthalten, denn mit ihrer Hilfe lassen sich Gel und Wachs leichter im Haar verteilen.

Öko-Test wies zum Beispiel in der Got2b Strand Matte Matt-Paste von Schwarzkopf & Henkel problematische Inhalte nach. Hier fand das Labor aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH): Einige dieser Verbindungen stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, schreibt Öko-Test. Die Experten stuften die Paste deshalb als „mangelhaft“ ein.

Auch das Syoss Max Hold Wax enthielt MOAH-Verbindungen sowie Paraffine/Silikone. Silikone legen sich wie ein dünner Film ums Haar, versiegeln es und lassen sich schlecht auswaschen. Das Syoss-Haarwachs fiel daher im Test durch („ungenügend“).

Umstrittene Duftstoffe in Haarwachs und Haargel

Gegen einen angenehmen Duft ist auch bei Haarwachs und Haargel nichts einzuwenden. Doch einige Duftstoffe sind umstritten: In vier Proben wies Öko-Test künstliche Moschusdüfte nach. Sie riechen zwar gut, gelangen über das Abwasser aber leicht in die Gewässer und gefährden dort Wasserorganismen.

Zum anderen können sie sich auch im menschlichen Körper anreichern – mit ungewissen Folgen für die Gesundheit. Solche Moschusdüfte steckten unter anderem in der Men Expert Barber Club Messy Look Matt-Paste von L‘Oréal. Das L’Oréal-Produkt enthielt außerdem Paraffine/Silikone, MOAH sowie halogenorganische Verbindungen.

Ein weiterer Problemstoff ist Formaldehyd. Es entweicht aus einem Konservierungsstoff, der sich unter anderem in einem AxeHaargel befindet. Öko-Test schreibt, dass Formaldehyd bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen kann.

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Mikroplastik in Haargel und Haarwachs besonders schlimm

Mikroplastik steckt in zahlreichen Drogerie-Artikeln, doch bei Haargel und Haarwachs ist die Quote besonders hoch: Nur 4 der 38 konventionellen Haarstyling-Produkte im Test waren frei von Mikroplastik.

Öko-Test spricht hier von „synthetischen Polymeren“ und nicht von Mikroplastik, weil das Magazin nur feste und keine flüssigen Partikel als Mikroplastik bezeichnet (mehr dazu hier: Was ist Mikroplastik? – Eine Definition). Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND dagegen sprechen auch bei flüssigem Kunststoff von Mikroplastik, wir von Utopia schließen uns dem an.

Denn auch diese wasserlöslichen Kunststoffe sind bedenklich: Viele von ihnen sind biologisch nicht oder nur schwer abbaubar und reichern sich in der Natur an. Auf dieses Problem weist auch Öko-Test hin. Die Test-Ergebnisse zeigen deutlich, dass Naturkosmetik auch bei Haargel und Haarwachs die beste Wahl ist, denn hier sind erdölbasierte Kunststoffverbindungen erst gar nicht erlaubt.

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Alle Details und Testergebnisse findest du in Ausgabe 04/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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