Schiffsunglück: 1000 Tonnen Palmöl vor Hongkong ausgelaufen

Palmöl Strand Hongkong
Screenshot YouTube 我係香港人

Bei einem Schiffsunglück sind 1000 Tonnen Palmöl in die Gewässer vor Hongkong gelangt. Seitdem werden massenweise Palmöl-Klumpen an die Küsten gespült, 13 Strände sind gesperrt. Für Fische und Vögel sind die Palmöl-Brocken gefährlich. 

Vergangene Woche sind nahe der Mündung des Perlflusses im Süden Chinas zwei Schiffe zusammengestoßen. Dabei sind 1000 Tonnen Palmöl ins Meer gelangt – jetzt kämpft Hongkong mit den Konsequenzen.

Einige Strände sind mit weißen, faulig riechenden Palmöl-Klumpen übersät. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben die Behörden 13 Strände geschlossen.

Mehrere Strände und Inseln Hongkongs sind betroffen

Das Palmöl ist zwar nicht giftig, birgt für Fische und Meeresvögel jedoch trotzdem eine große Gefahr – weil es gerinnt und verklumpt. Wenn die Tiere die Klumpen fressen, können sie daran sterben. An den Stränden verschiedener Inseln von Hongkong wurden bereits tote Fische und Vögel angeschwemmt.

Riskant ist außerdem der Fettfilm, der nun auf der Wasseroberfläche schwimmt. Er behindert die Sauerstoffversorgung im Wasser. Das faulende Palmöl könnte eine Algenpest verursachen, was den Fischen und der gesamten Meeresfauna in dem Gebiet schaden würde.

Behörden von Hongkong entfernen tonnenweise Palmöl

Die Behörden vor Ort reagierten zunächst langsam. In den ersten Tagen versuchten Freiwillige, die Strände von den Palmöl-Klumpen zu säubern. Inzwischen hat sich jedoch die Regierung eingeschaltet und Reinigungstrupps an die betroffenen Orte geschickt.

Regierungsangaben zufolge haben die Trupps bislang 93 Tonnen Palmöl von den Küsten entfernt, außerdem schwimme schon deutlich weniger Öl auf der Wasseroberfläche. Allerdings befinden sich damit immer noch mehr als 900 Tonnen im Wasser oder auf den Stränden.

Welche Auswirkungen auf die Umwelt hat das Palmöl?

Palmöl ist grundsätzlich ein hoch problematischer Rohstoff: Aufgrund der hohen Nachfrage der Industrie werden Ölpalmen auf riesigen Plantagen angebaut, für die vielerorts Regenwald gerodet wird. Insbesondere in Südostasien verursacht diese Anbaupraxis dramatische Probleme für die Umwelt, das Klima und die Bevölkerung. Der Verlust von 1000 Tonnen des wertvollen Öls ist deshalb besonders bitter. Mehr dazu: Palmöl: Wie stoppen wir die Zerstörung des Regenwalds?

Umweltschutzorganisationen warnen nun vor den ökologischen Auswirkungen der ungewöhnlichen Ölkatastrophe von Hongkong. Laut Reuters ist das betroffene Gebiet unter anderem Heimat des vom Aussterben bedrohten Chinesischen Weißen Delfins.

Welche langfristigen Effekte das verschüttete Öl auf das Meeresleben und die Umwelt haben wird, lässt sich jedoch noch nicht mit Sicherheit sagen. Das wird auch davon abhängen, wie schnell und wie viel Palmöl die Behörden noch entfernen können. Das Amt für Umweltschutz will in der nächsten Zeit regelmäßige Proben aus den betroffenen Gebieten nehmen.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Schlagwörter:

(1) Kommentar

  1. Palmöl wird durch Mikroorganismen abgebaut und stellt deshalb nicht einmal mittelfristig eine Gefahr dar. Auch stellen 1.000 Tonnen eine vergleichsweise geringe Menge dar. Erdöl wäre bedeutend problematischer gewesen, da dessen Abbau sehr viel länger dauert.

    Einen geschlossenen Ölfilm kann es auf dem Meer nicht geben, da Palmöl bereits bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius erstarrt und verklumpt. Auch ist auf dem Meer dessen Sauerstoffversorgung niemals gefährdet. Wir sprechen hier vom Ozean, nicht einem kleinen Teich.

    Sicher nichts Angenehmes aber weit entfernt von einer auch nur ansatzweise ökologischen Katastrophe.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.