„Die Klimakonferenz ist verkommen“: Greta spricht aus, was auf der COP25 schiefläuft

Screenshot: Youtube/Channel 4 News

In ihrer Rede bei der UN-Klimakonferenz in Madrid hat Greta Thunberg schwere Vorwürfe gegen die Veranstaltung erhoben: Statt ganzheitliche Lösungen zu entwickeln, versuchten sich die Länder ihrer Verantwortung zu entziehen. Doch es gebe Hoffnung.

Seit einigen Tagen findet in Madrid die UN-Klimakonferenz statt. Am Mittwoch hielt die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg eine etwa zehnminütige Rede auf der Konferenz. Dabei verzichtete die 16-Jährige diesmal auf große Emotionen. Stattdessen warnte die Schwedin vor der Untätigkeit der Politik. Mit wissenschaftlichen Zahlen machte sie deutlich, wie wichtig es sei, dass die Erderwärmung bei unter 1,5 Grad bleibe. Denn nur so sei es möglich, irreversible Kettenreaktionen zu vermeiden. „Jeder Bruchteil eines Grades zählt“, betonte Greta in ihrer Rede.

„Länder versuchen Schlupflöcher auszuhandeln“

Der Veranstaltung und ihren Teilnehmern gegenüber zeigte sie Unverständnis. Statt ganzheitliche Lösungsansätze zu entwickeln, sei die Klimakonferenz zu etwas verkommen, „bei dem Länder versuchen, Schlupflöcher auszuhandeln oder ihre Verantwortung nicht anzunehmen“, lautete ihr Vorwurf. Für Sätze wie diese erntete Greta Applaus von denjenigen, die sie kritisiert.

Die größte Gefahr sei nicht, dass gar nichts getan werde, erklärt sie weiter, „sondern wenn Politiker und CEOs so tun als werde etwas getan“ und stattdessen Zahlen verdrehten oder schlaue PR-Maßnahmen auf den Weg brächten.

Die 16-Jährige prangerte an, dass überall auf der Welt der gleiche Mangel an Bewusstheit herrsche, auch bei den Staats- und Regierungschefs. Niemand verhalte sich so, als bestünde ein Notstand. Dabei sei das essenziell, denn „wie können die Menschen [ohne ein Gefühl der Dringlichkeit] verstehen, dass wir vor einer echten Krise stehen?“ fragte Greta ihr Publikum.

„Es gibt Hoffnung, ich habe sie gesehen“

Doch anders als die Mächtigen dieser Welt hätten viele Menschen bereits verstanden, dass sich etwas ändern müsse. „Ich sage euch, es gibt Hoffnung, ich habe sie gesehen.“ Immer mehr Menschen wüssten über die Wichtigkeit der Klimakrise Bescheid und seien bereit, etwas zu verändern. „Jeder große Wandel in der Geschichte kam aus der Bevölkerung. Wir müssen nicht warten, wir können den Wandel jetzt anstoßen. Wir, die Bevölkerung“, schließt sie ihre Rede.

Hier die ganze Rede von Greta auf englisch: 

Anders als bei ihrer letzten Rede auf dem UN-Klimagipfel in New York blieb Greta dieses Mal sachlich und relativ emotionslos. Das hatte sie im Vorfeld bereits angekündigt, „weil die Leute sich sonst nur daran [an die Emorionen, Anm. d. Red.] und nicht an die Fakten erinnern“, zitiert „Zeit Online“ die 16-Jährige.

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(1) Kommentar

  1. Mir reichts! Greta!

    Seit Wochen lese ich jetzt Kommentare unter den Berichten über die von Greta Thunberg ins Leben gerufene Bewegung „Fridays For Future”. Seit Wochen versuche ich, maßvoll und vernünftig zu argumentieren. Seit Tagen sehe ich mit zunehmendem Entsetzen, wie sich auch in meinem Freundeskreis hier immer mehr Greta-Hasser outen, wie sie Fakebildchen und Fakeberichte teilen, wie sie sich echauffieren, wie sie sie plötzlich von erwachsenen, gebildeten, vernünftigen Leuten in einen geifernden Mob verwandeln, der seine Verachtung für dieses Mädchen und ihre Bewegung in die Kommentarspalten und auf die Timeline rotzt. Seit Stunden sitze ich hier und grüble – bis heute war ich geduldig und tolerant, aber JETZT REICHTS!!!

    Was mir nicht egal ist: die Kinder, die in Asien, in Afrika und Lateinamerika in unserem MÜLL wühlen, die in Indien auf Müllkippen leben und mit bloßen Händen Elektroschrott sortieren und an die giftigen Dämpfen verrecken, während sie Plaste vom Metall brennen.

    Was mir nicht egal ist: dass die Polkappen schmelzen, so schnell, dass man es mit bloßem Auge beobachten kann. Die Folge: meterhoher Schnee in Australien, Überschwemmungen in Nordamerika, Menschen verlieren schon jetzt dort ihre Heimat durch den ansteigenden Meeresspiegel, Tierarten verlieren ihren Lebensraum und sterben aus.

    Was mir nicht egal ist: Ganze Länder und Meere versinken im Müll, den wir hinterlassen. In 50 Jahren wird sich kaum noch ein Mensch an mich erinnern. Der Müll, den ich in den letzten 50 Jahren meines Lebens produziert habe, wird dann größtenteils immer noch in der Pampa liegen und verrotten. Eine Einkaufstüte schwimmt 10 bis 20 Jahre lang im Meer, bis sie vollständig zerrieben ist, ein Styroporbecher braucht 50 Jahre, um zu zerbröseln. Eine PET-Flasche zerfällt erst innerhalb von 450 Jahren, eine Angelschnur in 600 Jahren.

    Hier weiterlesen:
    https://www.facebook.com/notes/grit-maroske/mir-reichts-greta/2786340321393965/

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    Teilweise etwas heftige Sprache, aber Inhaltlich ganz gut!

    Besonders wichtig erachte ich den Schutz des Bodens, der Gewässer, der Luftqualität und der Umwelt allgemein.

    22 Kommentare: https://www.facebook.com/andreas.konig.37604/posts/2687458147960145

    https://gesundesleben.online/index.php/sonstige-dokumente-3/115-gesundes-leben-news-november-2019