Lidl, Rewe, Alnatura: Öko-Test hat Tiefkühl-Himbeeren getestet

Fotos: Ökotest

Öko-Test hat viele Tiefkühl-Himbeeren mit der Bestnote „sehr gut“ ausgezeichnet. Einige andere enthalten jedoch einen regelrechten Pestizid-Cocktail. Sind tiefgekühlte Himbeeren also wirklich empfehlenswert?

Tiefgekühlte Himbeeren sind das ganze Jahr erhältlich, auch außerhalb der Saison. Sie werden bereits kurz nach der Ernte schockgefrostet, sodass noch viele Vitamine erhalten bleiben. Auf Eis und Desserts sorgen sie für das gewisse Etwas.

Allerdings sind Tiefkühl-Himbeeren auch immer wieder in den Schlagzeilen, weil Unternehmen die Produkte wegen Keim-Belastung zurückrufen: 2020 gab es einen Himbeeren-Rückruf wegen Noroviren und auch Gelbsucht-(Hepatitis-A-)Erreger ließen sich auf verunreinigte Tiefkühl-Himbeeren zurückführen.

Öko-Test hat daher 16 Produkte auf solche Keime sowie auf Pestizide und andere unerwünschte Problemstoffe getestet. Das Test-Ergebnis kann sich sehen lassen: Die meisten tiefgekühlten Himbeeren haben mit „sehr gut“ abgeschnitten. Ein wichtiger Aspekt ist allerdings nicht in die Wertung eingegangen.

Tiefkühl-Himbeeren im Test: Nur Bio-Obst frei von Pestiziden

Öko-Test hat 16 Tiefkühl-Himbeeren getestet, darunter sieben Bio-Produkte:

  • Alle sieben Bio-Himbeeren sind frei von Pestiziden und anderen Problemstoffen.
  • Sechs der sieben Himbeeren sind „sehr gut“. Bei einem Produkt gibt es die kleine Kritik, dass sich das Mindesthaltbarkeitsdatum leicht verwischen lasse.
  • Unter den Testsiegern befindet sich zum Beispiel die Himbeeren von Alnatura und von Rewe.

Während die Bio-Himbeeren alle frei von Pestiziden sind, zeigt sich bei den konventionellen Tiefkühl-Himbeeren das Gegenteil: Kein einziges Produkt war im Test frei von kritischen Pestiziden. Zwar stecken in den konventionellen Tiefkühl-Himbeeren die Pestizide nur in Spuren. Dafür fand Öko-Test allerdings gleich mehrere Pestizide.

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Pestizid-Cocktail in Tiefkühl-Himbeeren

Öko-Test bewertet konventionelle Himbeeren noch mit „sehr gut“, obwohl zum Teil bis zu vier verschiedene Pestizide (in Spuren) enthalten waren. So etwa in den Himbeeren von Penny.

Am meisten Pestizide stecken in den Tiefkühl-Himbeeren von Lidl: Neun unterschiedliche Pestizide (in Spuren) hat Öko-Test hier nachgewiesen. In dem Pestizid-Cocktail befindet sich auch das besonders bedenkliche Pestizid Captan. Es wird als krebserregend in Kategorie 2 eingestuft. Das bedeutet, ein Hersteller muss sein Produkt laut Chemikalienverordnung mit dem Warnhinweis „kann vermutlich Krebs erzeugen“ versehen. Laut Öko-Test ist in diesem Fall der Captan-Gehalt aber so gering, dass davon keine unmittelbare Gesundheitsgefahr ausgehe. „Befriedigend“ lautet daher die Bewertung der Lidl-Himbeeren.

In anderen Himbeeren steckt außerdem noch das Bienengift Acetamiprid. In Frankreich ist der Stoff bereits verboten, in Deutschland aber noch erlaubt. Die Himbeeren kommen in diesem Fall aus Serbien, wo das für Bienen giftige Pestizid ebenfalls erlaubt ist.

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Himbeer-Problem: Lange Transportwege

Die meisten Tiefkühl-Himbeeren stammen aus Serbien, dem zweitgrößten Himbeeranbauland in Europa. Folglich legen die Himbeeren lange Transportwege zurück, bevor sie in Deutschland in der Tiefkühltruhe landen. Damit gehen hohe CO2-Emissionen einher. Nur bei den Bio-Himbeeren gibt es einige Anbieter, die Himbeeren aus unserem Nachbarland Polen enthalten. Dazu zählen zum Beispiel die Bio-Himbeeren von Rewe.

Noch besser ist es aber, wenn du im Sommer Bio-Himbeeren aus der Region kaufst und für später einfrierst. Wer im Garten selbst Himbeeren pflanzt, spart außerdem Verpackung und kann sich ebenfalls sicher sein, dass sie frei von Pestiziden sind.

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Alle Details findest du in der Ausgabe 12/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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