Konsum-Experiment: Jenke reduziert seinen Besitz auf 100 Gegenstände

Jenke Shopping Experiment
Foto @ ProSieben

Wie viel ist zu viel? Warum kaufen wir überhaupt so viel? Und macht uns Konsum zufrieden? Diese Fragen beantwortet TV-Journalist Jenke von Wilmsdorff in seinem „Shopping-Experiment“ – und verwendet dafür hilfreiche Faustregeln von geübten Minimalist:innen.

In der zweistündigen Fernsehsendung „Jenke. Das Shopping-Experiment: Macht Kaufen wirklich glücklich?“, stellt sich Journalist Jenke von Wilmsdorff einer besonderen Herausforderung: Er muss seine eigene vollgestopfte Wohnung ausmisten. Dazu holt er sich Hilfe von verschiedenen Expert:innen – und recherchiert, was mit Retouren und unseren Kleiderspenden wirklich passiert.

Jenke bezeichnet sich selbst als Konsumjunkie. In der Sendung erzählte er, dass er im letzten Jahr dreimal pro Woche etwas im Internet bestellt hat – 261 Artikel in einem einzigen Onlinehandel. Bei den meisten Paketen will er nicht mal mehr gewusst haben, was drin war, als sie bei ihm ankamen.

Durch das Jenke-Experiment soll sich sein Verhalten ändern. Zu Beginn erstellt Jenkes Team eine Bestandsaufnahme seiner Besitztümer: In einer Lagerhalle wird der Besitz des Journalisten aufgetürmt. Fast unwirkliche Bilder, die nicht nur Jenke beeindrucken. Er besitzt: 1100 Kleidungsstücke, 1000 Bücher, 650 Erinnerungsstücke, 123 Bilder, 612 DVDs und noch mehr – insgesamt 12.959 Gegenstände.

Die Psychologie hinter unserem Konsum

Konsumgüter verbrauchen wertvolle Ressourcen. Dennoch zeigen Recherchen, dass Händler wie Amazon immer wieder Neuwaren vernichten. Dies bestätigen auch verdeckte Aufnahmen, die eine Greenpeace-Aktivistin dem ProSieben-Moderator zeigt. Im Rahmen seiner Recherche trifft Jenke auch Experten für geplante Obsoleszenz und muss feststellen, dass Kleiderspenden oft nicht so genutzt werden, wie Spender:innen es vermuten.

Auch ein Marktforschungsinstitut sucht der Moderator auf. Bei einem psychologischen Test muss er sowohl durch eine spartanisch eingerichtete Designerboutique laufen als auch durch einen weniger aufgeräumten Herrenausstatter. Eine Messung seiner Mimik und Körperfunktionen ergibt: Die erste Umgebung ruft Skepsis und Stress in Jenke hervor, im volleren Laden empfindet er dagegen emotionale Nähe. „Das ist die Grundfunktion von Shopping“, erklärt ihm Psychologe Oliver Spitzer. „Ich hole mir etwas in mein Haus, das mir fehlt. Was du dir holst, ist Geborgenheit.“

Doch was, wenn die eigenen Besitztümer überhandnehmen? Auch diesem Problem hat sich der Moderator gestellt – und die eigene Wohnung gründlich ausgemistet.

Tipps zum Ausmisten: Faustregeln von Minimalist:innen

Nachdem Jenke mit seinen zahlreichen Besitztümern konfrontiert wurde, holt er sich bei Expert:innen Hilfe. Unter anderem besucht er den Multimillionär Cédric Waldburger, der trotz seines Reichtums minimalistisch lebt. Waldburger gibt Jenke den Tipp: „Nimm dir 64 persönliche Gegenstände und 64 Dinge, die du in der Wohnung brauchst“. Mehr nicht. Jenke versucht sich an dieser Faustregel und probiert sogar, sich insgesamt auf etwas weniger Gegenstände zu beschränken: 100. Dieses Bild zeigt einen wichtigen Teil der Dinge, die ihm für die kommenden vier Wochen bleiben.

Kleidung, Küchenutensilien, Kosmetik, Handy – Jenke reduziert radikal (Foto: ProSieben)

Auch die Youtuberin Jelena Weber hat Jenke beim Ausmisten seiner Kleidung geholfen. Sie rät: „Wenn du es bisher nicht anhattest, wirst du es auch jetzt nicht mehr anziehen. Als Faustregel gilt, was du ein Jahr nicht getragen hast, wirst du auch dann nicht mehr tragen.“ Damit man nicht immer wieder größere Ausmist-Aktionen starten muss, empfiehlt sie außerdem: „Immer erstmal überlegen, bevor man was kauft, ob das was ist, was man hundertprozentig haben möchte.“ Wenn man sich nicht sicher ist, ob man etwas wirklich benötigt, solle man es nicht wieder zurück in den Schrank legen – sondern gleich beiseitelegen.

Das Jenke-Shopping-Experiment lief im August 2021 auf ProSieben. Hier kannst du es jetzt in der Mediathek anschauen

Utopia meint: Das Jenke-Experiment ist für alle, die sich mit Minimalismus auseinandersetzen möchten, ein guter Einstieg. Wer sich bereits mit den Arbeitsbedingungen in der Textilbranche und der Retouren-Thematik bei Onlinehändlern auseinandergesetzt hat, wird in der Sendung wenige Überraschungsmomente haben.

Dennoch zeigt das Experiment mal wieder : Mehr zu besitzen macht uns nicht glücklicher. Ganz im Gegenteil: Wer weniger besitzt, muss sich auch um weniger kümmern, hat dafür aber mehr Platz, Zeit und Geld. Trotzdem sollten wir nicht einfach nur alles wegschmeißen, was uns nicht mehr gefällt oder wir nicht mehr benötigen, sondern vor jedem Kauf sollten wir uns fragen: Brauche ich das wirklich?

Falls du jetzt Lust bekommen hast den minimalistischen Lebensstil auszuprobieren und dich von Ballast zu trennen, haben wir hier ein paar Tipps für dich:

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