In 7 Tagen zum Minimalisten

Foto: Cathryn Lavery auf Unsplash.de unter CC0

Wir haben schon viel zu viele Dinge und schaffen uns trotzdem immer mehr an. Weil wir langsam aber sicher merken, dass das meiste davon überflüssig ist, sehnen wir uns nach einem einfacheren Leben. Und haben gleichzeitig ein Problem damit, uns zu trennen. Wir zeigen, wir ihr es schafft, euch in nur einer Woche leichter zu fühlen.

Wir wollen ein neues iPhone, das dritte Paar weiße Turnschuhe und die Wohnzimmercouch könnte man auch mal wieder austauschen; wir hören Musik bei Spotify, schauen Serien auf Netflix; über Facebook, Twitter und Instagram sind wir mit unseren Freunden und wildfremden Menschen vernetzt und von Montag bis Sonntag sind wir beim Sport, im Kino, Theater oder sonst wo. Die Welt steht uns offen, alles ist möglich. Da bleibt keine Zeit fürs Nichtstun. Denn wer das Angebot nicht wahrnimmt, mit dem stimmt etwas nicht. Oder doch?

So wirst du Minimalist in 7 Tagen

Weil Überfluss vom Wesentlichen ablenkt, wollen Minimalisten ihn vermeiden. Dabei steht die Frage danach im Mittelpunkt, was im Leben wirklich wichtig ist.

Minimalismus hat weder etwas mit Verzicht zu tun, noch damit, sich in irgendeiner Weise einzuschränken. Im Gegenteil: Wer minimalistisch lebt, lässt sich eben nicht mehr von der Vorstellung einschränken, man müsse gewisse Dinge tun, konsumieren oder besitzen. Doch wo und vor allem wie fängt man an, sich von diesem unsichtbaren Zwang zu befreien?

Der erste Schritt, den du die ganze Woche über beherzigen solltest: Hör auf zu konsumieren. Kaufe dir einfach mal eine Woche lang gar nichts – Lebensmittel und Toilettenpapier mal ausgenommen. Denn wer nichts kauft, kauft auch nichts, was er nicht braucht.

Tag 1: Was willst du wirklich?

Mach dir klar, was du wirklich willst. Schreib es am besten auf. Das kann Sport sein oder gesunde Ernährung, Freundschaften, die Familie, ein berufliches Ziel. Behalte dabei immer die Frage im Hinterkopf: „Will ich das wirklich – oder habe ich nur das Gefühl, dass ich das wollen muss?“

Achtsamkeits-Übungen können dabei helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Beste: Um sie durchzuführen brauchst du nichts außer dich selbst. Wie Achtsamkeits-Übungen funktionieren, erfährst du in unserem Artikel: Achtsamkeit: Von der Schwierigkeit im Hier und Jetzt zu sein

Minimalistischer mit Achtsamkeitsübungen.
Halte fest, was du wirklich willst. (Foto: Freddy Castro auf Unsplash unter CC0)

Tag 2: Entrümple dein Zuhause

Zugegeben, an einem Tag wirst du wahrscheinlich nicht alles los. Wer eine größere Wohnung oder ein Haus und vielleicht auch eine Familie hat, kann hierfür wahrscheinlich gut und gerne eine extra Woche Zeit einplanen. Doch je weniger unnötiges Zeug unser Zuhause belagert, desto leichter fühlen wir uns. Am besten fängst du gleich mit dem Entrümpeln an.

Wie viel und was du ausmistest bleibt dabei ganz dir überlassen. Minimalismus heißt nicht in einem leeren Raum mit einer weißen Matratze als einzigem Möbelstück zu leben. Es geht vielmehr darum, sich von Unnötigem zu befreien. Damit am Schluss nur noch das übrig bleibt, was man wirklich braucht.

In unserem Artikel: Minimalismus: 3 Methoden für Einsteiger findest du hilfreiche Tipps zum Ausmisten.

Mit diesen Tipps und Methoden wirst du zum Minimalisten: die Korbmethode
Die Korbmethode ist eine von vielen Techniken, die beim Ausmisten helfen. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash)

Tag 3: Entrümple dein Smartphone, Email-Postfach, Facebook-Profil

Nicht nur von unnützen Klamotten, Küchengeräten oder Möbeln solltest du dich trennen. Auch auf deinem Handy, auf dem Laptop oder in deinen Social-Media-Kanälen hat sich im Laufe der Zeit wahrscheinlich allerlei „Gerümpel“ angesammelt, das dein Postfach, deine Festplatte oder deinen Facebook-Stream einfach nur zumüllt.

Widme dich heute also dem digitalen Ausmisten. Lösche überflüssige Apps von deinem Handy, leere dein E-mail-Postfach und melde dich von nicht gelesenen Newslettern ab (natürlich nicht von unserem – aber den liest du ja bestimmt. Falls nicht, hier geht’s zur Anmeldung).

Falls dich die digitale Flut überfordert, versuch’s doch mal mit Digital-Detox oder einer Smartphone-Diät.

Lösche ungenutzte Programme von deinem Computer. Auch Filme, Musik, Dokumente, und Fotos, die du nicht mehr brauchst, kannst du „entsorgen“. Sortiere deine Downloads bei Spotify, lösche und entfolge Leuten und Seiten bei Facebook, Twitter und Instagram, die dich nicht mehr interessieren oder mit denen du nichts mehr zu tun hast.

Entrümpele auch deine Hobbys: Gibt es da noch einen Fitnessstudiovertrag, den du nicht wirklich nutzt oder der dir keine Freude macht? Melde dich ab. Du begleitest drei verschiedene Ehrenämter? Überleg dir, ob eines nicht vielleicht genug ist.

Tag 4: Selbstliebe und Minimalismus

Auch zwischen Selbstliebe und Minimalismus gibt es einen Zusammenhang. Und der ist eigentlich recht naheliegend. Wer sich selber mag, braucht kein neues iPhone, keine tausend Facebook-Freunde, keine schicken Klamotten oder sonst irgendwas, um sich besser zu fühlen.

Minimalstin in 7 Tagen
Auch Selbstliebe gehört zum Minimalismus dazu. (Foto: Cassidy Kelly auf Unsplash unter CC0)

Selbstliebe kann man lernen – und heute solltest du damit anfangen. Mach dir bewusst, was du an dir selbst magst und schreib es auf. Dies kann zum Beispiel auch Teil deiner Morgenroutine sein. Behandle dich und deinen Körper so, wie du auch gerne von anderen behandelt werden würdest. Koche dir gutes, gesundes Essen, gönne dir genug Schlaf, nimm dir Zeit für dich selbst.

Tag 5: Raum schaffen ist wichtig – loslassen noch wichtiger

Die meisten von uns haben eine genaue Vorstellung davon, was wir brauchen, um zufrieden zu sein: Ein großes Haus, ein teures Auto, einen tollen Job, einen luxuriösen Urlaub. Dafür brauchen wir Einkommen, Macht und Ansehen. Doch das Streben danach bringt in Wahrheit kaum jemandem etwas – am wenigsten uns selbst. Es setzt uns unter Druck, stresst und überfordert uns, löst negative Gedanken aus und führt dazu, dass wir uns ständig mit anderen vergleichen.

Deshalb sollten wir solche Gedanken loslassen. Das ist nicht immer ganz einfach – beispielsweise Meditation kann helfen aus der negativen Gedankenspirale auszubrechen. Sie macht uns konzentrierter, gelassener, entspannter. Im Internet gibt es zahlreiche Videos, die dir die Meditations-Praxis näher bringen. Oder du versuchst es mal mit einer App. Wir haben fünf empfehlenswerte Meditations-Apps getestet.

Tag 6: Wie bleibt man konsequent?

Minimalismus kannst du ganz einfach in deinen Alltag integrieren, diese Tipps und Tricks können helfen, dass er auch dort bleibt.

  • Schreib dir eine Wunschliste mit den Dingen, die du brauchst – denk zweimal nach, ob du sie auch wirklich brauchst und kaufe dann nur, was auf der Liste steht. So vermeidest du Impulskäufe.
  • Mache dir bei jedem Anschaffung bewusst: Brauche ich das wirklich? Was bedeutet der Kauf dieses Produkts für die Umwelt oder die Menschen, die es herstellen?
  • Hat das Produkt eine gute Qualität? Wird es lange halten?
  • Wenn du dich schließlich dafür entscheidest, etwas Neues zu kaufen, verabschiede dich von etwas Altem. Bestenfalls, weil es irreparabel kaputt ist. So bleibt dein Besitz bestenfalls immer gleich groß.
  • Und ganz wichtig: Egal was die Werbung sagt, Zufriedenheit, Glück und Liebe kann man sich mit Geld nicht kaufen.

Tag 7: Am siebten Tag vollendete der Minimalist sein Werk …

… und er ruhte. Spaß beiseite. Aber entspannen kannst du dich heute tatsächlich. Am besten mit dieser Achtsamkeits-Übung: Mache dir bewusst, was du in der letzten Woche gelernt hast. Ist Minimalismus etwas für dich? Inwieweit möchtest du das Konzept weiterhin umsetzen?

Schreibe dir dazu auf, welche Vorteile dir Minimalismus bringt. Vielleicht genießt du es, dass du nun mehr Platz in deiner Wohnung hast, oder dass dein Zuhause jetzt ordentlicher ist. Vielleicht sparst du als Minimalist ein bisschen Geld, hast mehr Zeit, weniger Stress und bist flexibler. Ein weiterer Vorteil kann sein, dass du deine Umgebung jetzt bewusster wahrnimmst und – Ziel erreicht? – dich mehr auf die wesentlichen Dinge konzentrierst.

Minimalismus in 7 Tagen
Welche Vorteile bringt der Minimalismus in dein Leben? (Foto: Nordwood Themes auf Unsplash unter CC0)

Kennst du weitere Aspekte des Minimalismus, die dir in unserem Artikel fehlen? Wie integrierst du Minimalismus in deinen Alltag? Schreib uns in den Kommentaren!

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(2) Kommentare

  1. Ein sehr schöner Beitrag zu einem wichtigen Thema mit wirklich wertvollen Anregungen, danke dafür! Wichtig finde ich tatsächlich auch, die Beziehungen zu anderen Menschen zu „entrümpeln“. Wer tut mir gut? Mit wem ist eine echte, authentische und tiefgründige Beziehung möglich? Und wer raubt mir nur Zeit und Energie? Das mag hart klingen, ist aber aus meiner Erfahrung ein sehr befreiender Schritt. Wie Minimalismus noch mein Leben verändert hat, habe ich hier beschrieben: http://roadheart.com/10-arten-wie-minimalismus-dein-leben-veraendert/

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